{"id":17144,"date":"2012-12-10T16:29:21","date_gmt":"2012-12-10T14:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17144"},"modified":"2012-12-10T16:29:21","modified_gmt":"2012-12-10T14:29:21","slug":"xi-r-61-07-umsaetze-eines-ambulanten-pflegedienstes-durch-gestellung-von-haushaltshilfen-steuerfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-61-07-umsaetze-eines-ambulanten-pflegedienstes-durch-gestellung-von-haushaltshilfen-steuerfrei\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;61\/07 &#8211; Ums&auml;tze eines ambulanten Pflegedienstes durch Gestellung von Haushaltshilfen steuerfrei"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, XI R 61\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ums&auml;tze eines ambulanten Pflegedienstes durch Gestellung von Haushaltshilfen steuerfrei<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ums&auml;tze, die eine Einrichtung zur ambulanten Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen durch Gestellung von Haushaltshilfen i.S. des &sect; 38 SGB V erzielt, sind, sofern die &uuml;brigen Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e UStG erf&uuml;llt sind, steuerfrei.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist eine Einrichtung zur ambulanten Pflege kranker und hilfsbed&uuml;rftiger Personen. Sie war nur im Rahmen umfassender Krankenpflege oder pflegerischer Betreuung im Auftrag von Sozialversicherungstr&auml;gern t&auml;tig. Die Abrechnungen erfolgten &uuml;berwiegend mit Krankenkassen. In den Streitjahren 1999 bis 2001 wurden die Pflegekosten in mindestens 40 % der F&auml;lle von den gesetzlichen Tr&auml;gern der Sozialversicherung oder Sozialhilfe ganz oder zum &uuml;berwiegenden Teil getragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Neben den typischen pflegerischen T&auml;tigkeiten f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin im Rahmen der von den Sozialversicherungstr&auml;gern anerkannten Grundpflege auch T&auml;tigkeiten zur hauswirtschaftlichen Versorgung aus, sofern die Notwendigkeit hierf&uuml;r durch eine &auml;rztliche Bescheinigung oder die Unterbringung in einem Krankenhaus u.&Auml;. nachgewiesen wurde. Die daraus erzielten Ums&auml;tze wurden von den Versicherungstr&auml;gern nach &sect; 38 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) abgerechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre keine steuerpflichtigen Ums&auml;tze. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat demgegen&uuml;ber die Auffassung, dass Hilfen im hauswirtschaftlichen Bereich nach Abschn. 99a Abs. 3 Satz 2 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 von der Steuerbefreiung ausgenommen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte Erfolg (Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1118).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e des Umsatzsteuergesetzes 1993\/1999 (UStG) und unzutreffende Anwendung des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Die Gestellung einer Haushaltshilfe nach &sect; 38 SGB V sei mit einer hauswirtschaftlichen Versorgung nach &sect; 37 SGB V nicht vergleichbar, denn sie finde losgel&ouml;st von der Grund- und Behandlungspflege des Erkrankten statt. Sie betreffe allein die F&uuml;hrung des Haushalts einschlie&szlig;lich der Versorgung von Kindern bis zum zw&ouml;lften Lebensjahr. Die bisherige Rechtsprechung habe sich ausschlie&szlig;lich mit der hauswirtschaftlichen Versorgung in Verbindung mit der Grund- und Behandlungspflege befasst. Zudem seien nach Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG von der Steuerbefreiung nach Abs. 1 Buchst. g Dienstleistungen ausgeschlossen, wenn sie zur Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeiten, f&uuml;r die die Steuerbefreiung gew&auml;hrt werde, nicht unerl&auml;sslich seien bzw. sie im Wesentlichen dazu bestimmt seien, der Einrichtung zus&auml;tzliche Einnahmen durch T&auml;tigkeiten zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb mit T&auml;tigkeiten von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen durchgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Die Gestellung von Haushaltshilfen sei f&uuml;r die Aus&uuml;bung der ambulanten Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen nicht unerl&auml;sslich und erfolge im Wettbewerb mit T&auml;tigkeiten von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des Finanzgerichts (FG) aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) vom 10. September 2000 Rs. C-141\/00 &#8211;K&uuml;gler&#8211; (Slg. 2002, I-6833) erfasse auch die von Einrichtungen mit sozialem Charakter erbrachten Leistungen nach &sect; 38 SGB V. Diese seien Sachleistungen (Personalgestellung) der gesetzlichen Sozialversicherungstr&auml;ger, die durch die Steuerbefreiung entlastet werden sollten. Wie die Leistungen nach &sect; 37 SGB V sei auch die Gestellung einer Haushaltshilfe ausschlie&szlig;lich durch die Erkrankung bedingt. Sie erfolge nur aufgrund &auml;rztlicher Bescheinigung oder einer station&auml;ren Unterbringung des den Haushalt F&uuml;hrenden. Sie, die Kl&auml;gerin, stehe nicht in Wettbewerb zu gewerblichen Unternehmen, weil die Zulassung durch die Krankenkassen Voraussetzung f&uuml;r die Erbringung der Leistung &quot;Haushaltshilfe&quot; gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FA verletzt die Vorentscheidung weder &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e UStG noch wendet sie Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG unzutreffend an. Die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin sind, auch soweit sie Leistungen nach &sect; 38 SGB V durch Gestellung von Haushaltshilfen erbracht hat, von der Umsatzsteuer befreit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e UStG sind u.a. steuerfrei die mit dem Betrieb der Einrichtungen zur ambulanten Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen eng verbundenen Ums&auml;tze, wenn im vorangegangenen Kalenderjahr die Pflegekosten in mindestens 40 % der F&auml;lle von den gesetzlichen Tr&auml;gern der Sozialversicherung oder Sozialhilfe ganz oder zum &uuml;berwiegenden Teil getragen worden sind. Die Kl&auml;gerin erf&uuml;llte diese Voraussetzungen in den Streitjahren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher f&uuml;r den Senat bindenden (&sect; 118 Abs. 2 FGO) Feststellungen war die Kl&auml;gerin nur im Rahmen umfassender Krankenpflege oder pflegerischer Betreuung aufgrund der mit Sozialversicherungstr&auml;gern geschlossenen Vereinbarungen t&auml;tig, wobei die Pflegekosten in mindestens 40 % der F&auml;lle von den gesetzlichen Tr&auml;gern der Sozialversicherung oder Sozialhilfe ganz oder zum &uuml;berwiegenden Teil getragen wurden. Damit war sie zugleich als Einrichtung mit sozialem Charakter i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG anzuerkennen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Januar 2008 V R 54\/06, BFH\/NV 2008, 912, unter II.2., m.w.N.; EuGH-Urteil vom 6. November 2003 Rs. C-45\/01 &#8211;Dornier&#8211;, Slg. 2003, I-12911).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Leistungen im Rahmen des &sect; 38 SGB V sind mit dem Betrieb von Einrichtungen zur ambulanten Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen eng verbunden. &quot;Eng verbunden&quot; i.S. des Eingangssatzes zu &sect; 4 Nr. 16 UStG ist jede Leistung, die f&uuml;r die Pflege und Versorgung dieses Personenkreises unerl&auml;sslich ist (vgl. BFH-Urteil vom 25. Januar 2006 V R 46\/04, BFHE 211, 571, BStBl II 2006, 481, unter II.2.a). Dazu geh&ouml;rt die hauswirtschaftliche Versorgung, die &#8211;wie der V. Senat des BFH bereits in seinem Vorlagebeschluss vom 3. Februar 2000 V R 1\/98 (BFHE 191, 76, unter II.1.a) an den EuGH ausgef&uuml;hrt hat&#8211; insbesondere das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung und das Waschen der Kleidung erfasst (vgl. auch BFH-Urteil vom 22. April 2004 V R 1\/98, BFHE 205, 514, BStBl II 2004, 849, unter II.2.a, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eng verbunden mit der Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 16 UStG ist dar&uuml;ber hinaus die hauswirtschaftliche Versorgung durch eine Haushaltshilfe i.S. des &sect; 38 SGB V. Dies ergibt sich aus &sect; 38 SGB V unmittelbar; danach erhalten Versicherte eine Haushaltshilfe n&auml;mlich nur, wenn ihnen wegen einer Krankenhausbehandlung oder wegen einer Leistung nach &sect; 23 Abs. 2 oder 4, &sect;&sect; 24, 37, 40 oder &sect; 41 SGB V die Weiterf&uuml;hrung des Haushalts nicht m&ouml;glich ist und in dem Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zw&ouml;lfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieses Auslegungsergebnis deckt sich auch mit dem von &sect; 4 Nr. 16 UStG u.a. angestrebten Zweck, zur Kostenentlastung der Sozialversicherungstr&auml;ger beizutragen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 912, unter II.1.c, m.w.N.), denn auf die Gestellung einer Haushaltshilfe haben die Versicherten unter den in &sect; 38 SGB V genannten Voraussetzungen einen Anspruch.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Sollte &#8211;wie das FA meint&#8211; &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e UStG die Gestellung einer Haushaltshilfe i.S. des &sect; 38 SGB V nicht erfassen, k&ouml;nnte sich die Kl&auml;gerin unmittelbar auf die Steuerbefreiung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 205, 514, BStBl II 2004, 849, unter II.3.; vom 18. Januar 2005 V R 99\/01, BFH\/NV 2005, 1392; vom 18. August 2005 V R 71\/03, BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der EuGH hat mit Urteil in Slg. 2002, I-6833 auf die Vorlage des BFH in BFHE 191, 76 entschieden, dass u.a. die Leistungen im Zusammenhang mit der hauswirtschaftlichen Versorgung, die k&ouml;rperlich oder wirtschaftlich hilfsbed&uuml;rftigen Personen von ambulanten Pflegediensten erbracht werden, eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundene und damit steuerbefreite Dienstleistungen i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG darstellen (Randnr. 42 ff.). Es besteht kein vern&uuml;nftiger Zweifel daran, dass die Versorgung des Haushalts im Sinne dieser Rechtsprechung auch die Versorgung der in &sect; 38 Abs. 1 SGB V genannten Kinder erfasst. Denn nach dem EuGH-Urteil vom 9. Februar 2006 Rs. C-415\/04 &#8211;Kinderopvang Enschede&#8211; (Slg. 2006, I-1385) geh&ouml;rt die Kinderbetreuung, sogar unabh&auml;ngig davon, aus welchen Gr&uuml;nden die Eltern zur Betreuung ihrer Kinder nicht in der Lage sind, ebenfalls zu den eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundenen Dienstleistungen i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG (vgl. dazu auch BFH-Urteil vom 8. November 2007 V R 2\/06, BFH\/NV 2008, 510, unter II.2.a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der unmittelbaren Anwendung des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG steht auch nicht Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b 2. Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG entgegen. Danach sind u.a. von der in Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG vorgesehenen Steuerbefreiung Dienstleistungen und Lieferungen von Gegenst&auml;nden ausgeschlossen, die im Wesentlichen dazu bestimmt sind, der Einrichtung zus&auml;tzliche Einnahmen durch T&auml;tigkeiten zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb mit T&auml;tigkeiten von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen durchgef&uuml;hrt werden. F&uuml;r T&auml;tigkeiten, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; den Kernbereich der gemeinschaftsrechtlichen Befreiungsnorm betreffen, kommt ein Ausschluss nicht in Frage (BFH-Urteil vom 3. April 2008 V R 74\/07). In diesem Sinn hat auch der EuGH in seinem Urteil in Slg. 2002, I-6833 die Befreiung der hauswirtschaftlichen Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes nicht an der Wettbewerbsschutzklausel scheitern lassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, XI R 61\/07 Ums&auml;tze eines ambulanten Pflegedienstes durch Gestellung von Haushaltshilfen steuerfrei Leits&auml;tze Ums&auml;tze, die eine Einrichtung zur ambulanten Pflege kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen durch Gestellung von Haushaltshilfen i.S. des &sect; 38 SGB V erzielt, sind, sofern die &uuml;brigen Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. e UStG erf&uuml;llt sind, steuerfrei. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-61-07-umsaetze-eines-ambulanten-pflegedienstes-durch-gestellung-von-haushaltshilfen-steuerfrei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;61\/07 &#8211; Ums&auml;tze eines ambulanten Pflegedienstes durch Gestellung von Haushaltshilfen steuerfrei<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17144","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17144"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17144\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}