{"id":17145,"date":"2012-12-10T16:28:15","date_gmt":"2012-12-10T14:28:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17145"},"modified":"2012-12-10T16:28:15","modified_gmt":"2012-12-10T14:28:15","slug":"xi-r-66-06-voraussetzung-fuer-aufwendungseigenverbrauch-nach-par-1-abs-1-nr-2-satz-2-buchst-c-ustg-1991-1993-umsatzsteuerliche-beurteilung-des-haltens-eines-rennpferdes-unternehmer-nach-par-2-abs-1-us","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-66-06-voraussetzung-fuer-aufwendungseigenverbrauch-nach-par-1-abs-1-nr-2-satz-2-buchst-c-ustg-1991-1993-umsatzsteuerliche-beurteilung-des-haltens-eines-rennpferdes-unternehmer-nach-par-2-abs-1-us\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;66\/06 &#8211; Voraussetzung f&uuml;r Aufwendungseigenverbrauch nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG 1991\/1993 &#8211; umsatzsteuerliche Beurteilung des Haltens eines Rennpferdes &#8211; Unternehmer nach &sect; 2 Abs. 1 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.7.2008, XI R 66\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzung f&uuml;r Aufwendungseigenverbrauch nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG 1991\/1993 &#8211; umsatzsteuerliche Beurteilung des Haltens eines Rennpferdes &#8211; Unternehmer nach &sect; 2 Abs. 1 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungseigenverbrauch nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG 1991\/1993 setzt nicht voraus, dass die in &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG genannten Aufwendungen im Rahmen eines andere Zwecke verfolgenden Unternehmens get&auml;tigt werden.<\/p>\n<p>2. Das Halten von Rennpferden aus Repr&auml;sentationsgr&uuml;nden ist ein &auml;hnlicher Zweck i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG.<\/p>\n<p>3. Unternehmer nach &sect; 2 Abs. 1 UStG ist nur derjenige, der eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit i.S. des Art. 4 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG aus&uuml;bt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GbR mit vier Gesellschaftern, die im Jahr 1991 zum Kauf eines Rennpferdes gegr&uuml;ndet wurde. Im September 1995 erwarb sie ein zweites Rennpferd. Die Rennpferde wurden in einem Rennstall in D untergebracht, ausgebildet und trainiert. Einkommensteuerrechtlich lag unstreitig eine sog. Liebhaberei vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Durch die Beteiligung an Pferderennen erhielt die Kl&auml;gerin Rennpreise von mehreren Rennvereinen. Sie sah das Halten der Rennpferde als eine unternehmerische T&auml;tigkeit an und gab f&uuml;r die Streitjahre 1991 bis 1995 Umsatzsteuererkl&auml;rungen ab, in denen sie jeweils einen Vorsteuer&uuml;berschuss auswies.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Auffassung, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Ausbildung und Pflege der Rennpferde sowie deren Teilnahme an Pferderennen unter das Abzugsverbot des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fielen und dementsprechend &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c des Umsatzsteuergesetzes 1991\/1993 (UStG) erf&uuml;llt sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der Kl&auml;gerin u.a. unter Bezug auf das nicht amtlich ver&ouml;ffentlichte Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 14. Juli 2000 IV D 1 -S 7303a- 5\/00 (Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2000, 1264) erhobene Klage hatte Erfolg (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2007, 547).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG. Nach h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung seien Aufwendungen f&uuml;r sportliche und unterhaltende Zwecke &#8211;insbesondere f&uuml;r Reiten&#8211; grunds&auml;tzlich unter &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG zu subsumieren. Es komme nicht darauf an, ob der Freizeitgegenstand oder die Freizeitt&auml;tigkeit&nbsp;&nbsp;&nbsp;neben&nbsp;&nbsp;&nbsp;einen anderweitigen Betriebsgegenstand trete (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. Januar 1992 V R 66\/85, BFHE 167, 221). Diese Auslegung entspreche auch Art. 17 Abs. 6 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Im &Uuml;brigen w&auml;re der Grundsatz der steuerlichen Gleichbehandlung verletzt, wenn z.B. Pferdez&uuml;chter, die die Zuchtverluste mit Gewinnen aus ihrem Gewerbebetrieb finanzierten, dem Aufwendungseigenverbrauch unterl&auml;gen, nicht aber solche Z&uuml;chter, die eine Pferdezucht in der Form einer GbR betrieben und nach Auffassung der Vorinstanz in den vollen Genuss des Vorsteuerabzugs k&auml;men. Auf die Urteile des Finanzgerichts (FG) D&uuml;sseldorf vom 26. Februar 2003&nbsp;&nbsp;5 K 201\/95 U und 5 K 2714\/95 U (juris) werde Bezug genommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision des FA aus den im FG-Urteil genannten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der streitgegenst&auml;ndliche Sachverhalt werde entgegen der Auffassung des FA vom BMF-Schreiben in DStR 2000, 1264 erfasst, das nur das Halten von Reitpferden als &quot;&auml;hnlichen Zweck&quot; ansehe. Im Streitfall gehe es um &quot;Rennsportpferde&quot;, die von ihren Gesellschaftern nicht geritten w&uuml;rden. Sie dienten daher nicht der sportlichen Bet&auml;tigung, der Unterhaltung der Gesch&auml;ftsfreunde oder der Freizeitgestaltung. Weder das UStG noch das Gemeinschaftsrecht kenne einen Liebhabereitatbestand. Den vom FA angef&uuml;hrten Urteilen des FG D&uuml;sseldorf liege ein pragmatischer Einigungsvorschlag des Gerichts, jedoch keine abweichende Rechtsauffassung zugrunde. Der Hinweis des FA auf Pferdez&uuml;chter liege neben der Sache, weil sie weder eine Pferdezucht noch eine allgemeine Pferdehaltung betreibe. Sie sei eine GbR, die losgel&ouml;st von der Einkommenssituation ihrer Gesellschafter Rennpferde erworben und mit diesen Rennen bestritten habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben. Die Sache ist an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG ist die Anwendung des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG nicht deswegen ausgeschlossen, weil sich die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin auf das Halten zun&auml;chst eines und ab 1995 zweier Rennpferde und deren Beteiligung an Pferderennen beschr&auml;nkte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung liegt Eigenverbrauch u.a. vor, wenn ein Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens Aufwendungen t&auml;tigt, die unter das Abzugsverbot des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 7 EStG fallen. Diese Vorschrift steht mit dem Gemeinschaftsrecht in Einklang (vgl. z.B. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 8. Dezember 2005 Rs. C-280\/04 &#8211;Jyske Finans&#8211;, Slg. 2005, I-10683; BFH-Urteil vom 6. August 1998 V R 74\/96, BFHE 186, 454, BStBl II 1999, 104).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG unterliegen dem Abzugsverbot Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten sowie f&uuml;r &auml;hnliche Zwecke und f&uuml;r die hiermit zusammenh&auml;ngenden Bewirtungen (sog. Repr&auml;sentationsaufwand). Das gilt nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 2 EStG nicht, wenn diese Zwecke Gegenstand einer mit Gewinnabsicht ausge&uuml;bten Bet&auml;tigung des Steuerpflichtigen sind. Der Ausnahmetatbestand greift im Streitfall nicht, weil die Kl&auml;gerin unstreitig keine Gewinnerzielungsabsicht hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Aufwendungseigenverbrauch nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG setzt nicht voraus, dass die in &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG genannten Aufwendungen im Rahmen eines andere Zwecke verfolgenden Unternehmens get&auml;tigt wurden. Dies l&auml;sst sich dem Gesetzeswortlaut nicht entnehmen. Es ist dem FG zwar einzur&auml;umen, dass die genannten Aufwendungen in der Regel im Rahmen von Betrieben get&auml;tigt werden, die sich nicht auf den Unterhalt von Jagden, Fischereigew&auml;ssern, Jachten oder &auml;hnliche Zwecke beschr&auml;nken und einkommensteuerrechtlich bei sog. Liebhabereibetrieben f&uuml;r das Abzugsverbot rechtssystematisch kein Raum mehr ist, weil die Steuerpflichtigen keine Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 2 Abs. 1 EStG erzielen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r das umsatzsteuerrechtliche Abzugsverbot ist die einkommensteuerliche Behandlung jedoch irrelevant. Ma&szlig;geblich ist, ob der Aufwand seiner Art nach von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 7 EStG erfasst wird (vgl. BFH-Urteil in BFHE 167, 221). In diesem Sinn hat der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung unter der Voraussetzung, dass der Steuerpflichtige &quot;Unternehmer&quot; i.S. des &sect; 2 Abs. 1 UStG war, &sect; 4 Abs. 5 EStG auch dann f&uuml;r anwendbar gehalten, wenn das streitige Unternehmen ausschlie&szlig;lich Repr&auml;sentationsaufwand t&auml;tigte (vgl. BFH-Urteile in BFHE 167, 221: Fachschullehrer veranstaltete Segelt&ouml;rns; vom 24. August 2000 V R 9\/00, BFHE 193, 161, BStBl II 2001, 76: Vermietung einer Segeljacht; in BFHE 186, 454, BStBl II 1999, 104: organisatorisch eigenst&auml;ndige Bootsvermietung neben Cafeteria). Es w&auml;re zudem &#8211;worauf das FA zu Recht hinweist&#8211; mit dem Grundsatz der steuerlichen Gleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes) nicht vereinbar, denjenigen Steuerpflichtigen mit einem Aufwendungseigenverbrauch zu belasten, der z.B. einen Produktionsbetrieb betreibt und aus Repr&auml;sentationsgr&uuml;nden ein Pferd anschafft, nicht aber denjenigen, der mit dem Pferd einen organisatorisch selbst&auml;ndigen Betrieb unterh&auml;lt oder sich zusammen mit anderen Unternehmern &#8211;wie im Streitfall&#8211; zum Erwerb eines Rennpferdes in der Form einer GbR zusammenschlie&szlig;t (vgl. &auml;hnlich BFH-Urteil vom 3. November 1983 V R 4, 5\/73, BFHE 140, 115, BStBl II 1984, 169; so auch Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 6. Oktober 2005&nbsp;&nbsp;5 K 538\/02, juris). Umsatzsteuerrechtlich umfasst das Unternehmen ohnehin die gesamte gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit (&sect; 2 Abs. 1 Satz 2 UStG). Sollte den Ausf&uuml;hrungen im BMF-Schreiben in DStR 2000, 1264 unter 2.b zur unternehmerischen T&auml;tigkeit in der Pferdezucht und der Teilnahme an Pferderennen etwas Anderes zu entnehmen sein, k&ouml;nnte dem der Senat nicht folgen. Im &Uuml;brigen betreibt die Kl&auml;gerin, wie von ihr selbst vorgetragen, weder eine Pferdezucht noch eine Pferdehaltung (kritisch auch Walkenhorst, Der Umsatzsteuer-Berater 2000, 203).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das Halten eines oder zweier Rennpferde kann ein &auml;hnlicher Zweck i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &Auml;hnlich sind Zwecke, die in vergleichbarer Weise wie die ausdr&uuml;cklich in &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG genannten Gegenst&auml;nde (Jagd, Fischerei, Segel- oder Motorjacht) bei typisierender Betrachtung einer &uuml;berdurchschnittlichen Repr&auml;sentation, der Unterhaltung von Gesch&auml;ftsfreunden, der Freizeitgestaltung oder der sportlichen Bet&auml;tigung dienen. Aufwendungen, die ersichtlich nicht derartige Zwecke verfolgen, k&ouml;nnen vom Abzugsverbot ausgenommen sein (vgl. BFH-Urteile vom 7. Februar 2007 I R 27-29\/05, BFHE 216, 536; vom 3. Februar 1993 I R 18\/92, BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367; vom 10. Mai 2001 IV R 6\/00, BFHE 195, 323, BStBl II 2001, 575; Adamik in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 4 EStG Rz 1321).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &quot;&Auml;hnlichen Zwecken&quot; dient auch ein aus Repr&auml;sentationsgr&uuml;nden unterhaltenes Rennpferd (vgl. BFH-Beschluss vom 11. August 1994 I B 235\/93, BFH\/NV 1995, 205, unter 3. a.E.; FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 26. Februar 2003&nbsp;&nbsp;5 K 201\/95 U, juris; FG K&ouml;ln, Urteil vom 27. September 1993&nbsp;&nbsp;13 K 2148-2150\/92, EFG 1994, 265). Das Halten eines &#8211;preisgekr&ouml;nten&#8211; Rennpferdes entspricht typischerweise einem pers&ouml;nlichen, ggf. betrieblichen Repr&auml;sentationsbed&uuml;rfnis (&auml;hnlich BFH-Urteil vom 9. Oktober 1963 I 189\/61 U, BFHE 78, 199, BStBl III 1964, 79, m.w.N.). Entgegen der Auffassung des FG ergibt sich aus den Urteilen des BFH in BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367, in BFHE 195, 323, BStBl II 2001, 575 und aus dem Urteil vom 30. Juli 1980 I R 111\/77 (BFHE 131, 469, BStBl II 1981, 58; kritisch S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 4 Rz J 15; Gorski, Deutsche Steuer-Zeitung 1993, 613, unter II.3.c) nichts Anderes. Diese Urteile betrafen Sachverhalte, in denen die Nutzung einer Motorjacht wegen der Lage des Betriebes bzw. der Besichtigung von Hafenanlagen bei einem auf dem Gebiet des Bunker&ouml;lgesch&auml;ftes, des Schiffsbedarfshandels, des Umschlags und des Transports t&auml;tigen Unternehmen notwendig war bzw. eine Sozialeinrichtung ausschlie&szlig;lich den Arbeitnehmern zur Verf&uuml;gung stand und daher erkennbar nicht Repr&auml;sentationszwecken diente.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist nicht spruchreif.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG hat auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung bislang keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Kl&auml;gerin &uuml;berhaupt als Unternehmerin i.S. des &sect; 2 Abs. 1 UStG t&auml;tig war. Sollte dies zu verneinen sein, entfiele die Besteuerung der von der Kl&auml;gerin erzielten Einnahmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 2 Abs. 1 UStG ist Unternehmer (nur), wer eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt. Bei richtlinienkonformer Anwendung muss dabei eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit (Art. 4 Abs. 1, Abs. 2 Satz 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG) ausge&uuml;bt werden (vgl. BFH-Urteile vom 12. Dezember 1996 V R 23\/93, BFHE 182, 388, BStBl II 1997, 368; vom 28. Oktober 2004 V R 19\/04, BFH\/NV 2005, 725).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit vorliegt, ist unter Ber&uuml;cksichtigung aller Gegebenheiten zu treffen, die f&uuml;r den Einzelfall charakteristisch sind. Dazu geh&ouml;rt insbesondere die Art des betreffenden Gegenstandes. Wird er &uuml;blicherweise ausschlie&szlig;lich wirtschaftlich genutzt, so ist dies im Allgemeinen ein ausreichendes Indiz daf&uuml;r, dass der Eigent&uuml;mer ihn f&uuml;r Zwecke wirtschaftlicher T&auml;tigkeiten und folglich zur nachhaltigen Erzielung von Einahmen nutzt. Kann ein Gegenstand dagegen &#8211;wie vorliegend&#8211; seiner Art nach sowohl zu wirtschaftlichen als auch zu privaten, hier repr&auml;sentativen Zwecken verwendet werden, so sind alle Umst&auml;nde seiner Nutzung zu pr&uuml;fen, um festzustellen, ob er tats&auml;chlich zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen verwendet wird. Dem entspricht es, dass nach der Rechtsprechung des BFH im Einzelfall aufgrund des Gesamtbildes der Verh&auml;ltnisse zu beurteilen ist, ob die Voraussetzungen einer nachhaltigen T&auml;tigkeit erf&uuml;llt sind. Dabei ist eine Reihe verschiedener (nicht abschlie&szlig;end festgelegter) Kriterien zu w&uuml;rdigen, die je nach Einzelfall in unterschiedlicher Gewichtung f&uuml;r oder gegen die Nachhaltigkeit der Einnahmen sprechen k&ouml;nnen (vgl. EuGH-Urteil vom 26. September 1996 Rs. C-230\/94 &#8211;Enkler&#8211;, Slg. 1996, I-4517, Randnr. 24; BFH-Urteil in BFHE 182, 388, BStBl II 1997, 368).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Sollte das FG im zweiten Rechtsgang zu der &Uuml;berzeugung gelangen, dass die Kl&auml;gerin Unternehmerin war, so bliebe zu ihren Gunsten zu ber&uuml;cksichtigen, dass das dem Bericht &uuml;ber die Au&szlig;enpr&uuml;fung vom 14. M&auml;rz 1997 zugrunde liegende Urteil des erkennenden Senats vom 16. Februar 1994 XI R 52\/91 (BFHE 174, 65, BStBl II 1994, 468) &uuml;berholt ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 186, 454, BStBl II 1999, 104).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.7.2008, XI R 66\/06 Voraussetzung f&uuml;r Aufwendungseigenverbrauch nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG 1991\/1993 &#8211; umsatzsteuerliche Beurteilung des Haltens eines Rennpferdes &#8211; Unternehmer nach &sect; 2 Abs. 1 UStG Leits&auml;tze 1. 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