{"id":17146,"date":"2012-12-10T16:29:22","date_gmt":"2012-12-10T14:29:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17146"},"modified":"2012-12-10T16:29:22","modified_gmt":"2012-12-10T14:29:22","slug":"xi-r-67-07-innergemeinschaftliche-lieferung-ort-der-lieferung-bei-versendung-freigabeerklaerung-nach-zahlungseingang-lieferung-per-nachnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-67-07-innergemeinschaftliche-lieferung-ort-der-lieferung-bei-versendung-freigabeerklaerung-nach-zahlungseingang-lieferung-per-nachnahme\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;67\/07 &#8211; Innergemeinschaftliche Lieferung: Ort der Lieferung bei Versendung, Freigabeerkl&auml;rung nach Zahlungseingang, Lieferung per Nachnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, XI R 67\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Innergemeinschaftliche Lieferung: Ort der Lieferung bei Versendung, Freigabeerkl&auml;rung nach Zahlungseingang, Lieferung per Nachnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Lieferung gilt auch dann bei Beginn der Versendung in einem anderen Mitgliedstaat als dort ausgef&uuml;hrt (&sect; 3 Abs. 6 Satz 1 UStG), wenn die Person des inl&auml;ndischen Abnehmers dem mit der Versendung Beauftragten im Zeitpunkt der &Uuml;bergabe der Ware nicht bekannt ist, aber mit hinreichender Sicherheit leicht und einwandfrei aus den unstreitigen Umst&auml;nden, insbesondere aus Unterlagen abgeleitet werden kann (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Dem steht nicht entgegen, dass die Ware von dem mit der Versendung Beauftragten zun&auml;chst in ein inl&auml;ndisches Lager gebracht und erst nach Eingang der Zahlung durch eine Freigabeerkl&auml;rung des Lieferanten an den Erwerber herausgegeben wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssig. Sie lieferte im Streitjahr 1998 Waren an den in Deutschland ans&auml;ssigen Abnehmer HS, indem sie diese aus Gro&szlig;britannien durch Einschaltung eines Spediteurs in das Inland transportierte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund einer Bestellung des HS vom 6. April 1998 beauftragte die Kl&auml;gerin die Spedition M, die Ware in das Inland nach X zu bef&ouml;rdern. Der Speditionsauftrag erfolgte unter der Referenz &quot;Ship to hold Our Ref 980422 HS&quot;. Empf&auml;nger der Sendung war die D-GmbH, eine Schwestergesellschaft der Kl&auml;gerin. Mit Schreiben vom 8. April 1998 beauftragte die Kl&auml;gerin die D-GmbH, die Ware erst nach einer gesondert zu erteilenden Freigabe an HS zu &uuml;bergeben. Nach Bezahlung der Ware durch HS erteilte die Kl&auml;gerin die Freigabe gegen&uuml;ber der D-GmbH, die die Ware im Anschluss hieran an HS &uuml;bergab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine zweite Bestellung des HS vom 21. April 1998 erg&auml;nzte die erste Lieferung. Die Versendung erfolgte wiederum &uuml;ber die Spedition M aus Gro&szlig;britannien in das Lager der D-GmbH im Inland. Die Kl&auml;gerin erteilte die Freigabe wiederum nach Eingang der von HS geschuldeten Zahlung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch aufgrund einer dritten Bestellung vom 27. April 1998 versendete die Kl&auml;gerin Ware aus Gro&szlig;britannien in das Inland.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass es sich um innergemeinschaftliche Lieferungen aus Gro&szlig;britannien handele, die gegen Entgelt an den Abnehmer HS erfolgt seien. Demgegen&uuml;ber lagen nach Auffassung des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) steuerpflichtige Inlandslieferungen der Kl&auml;gerin vor. Die Versendung an den Abnehmer habe erst im Inland begonnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage waren erfolglos. Das Finanzgericht (FG) st&uuml;tzte die Klageabweisung darauf, dass die Versendung an den Abnehmer nicht in Gro&szlig;britannien, sondern erst im Inland begonnen habe. Da die Aush&auml;ndigung der Ware im Anschluss an den Transport in das Inland von einer durch die Kl&auml;gerin zu erteilenden Freigabe abh&auml;ngig gewesen sei, habe die Kl&auml;gerin auch nach Beginn der Versendung den Zugriff auf die Ware behalten. Die Ware habe erst nach der Bezahlung durch den Abnehmer an diesen ausgeh&auml;ndigt werden d&uuml;rfen. Die &Uuml;bergabe der Ware habe letztlich nur Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises erfolgen sollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1282 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von &sect; 3 Abs. 6 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) in der im Streitjahr geltenden Fassung. Die Versendung einer verkauften Ware in ein sicheres Lager am Ende der Warenbewegung und die Herausgabe der Ware nach Sicherung der Kaufpreiszahlung stehe der Annahme einer Versendungslieferung nicht entgegen. Bei einem vereinbarungsgem&auml;&szlig;en Verlauf des Geschehens habe sie die Freigabe erteilen m&uuml;ssen, da HS verpflichtet gewesen sei, den Kaufpreis zu zahlen. An ihrem Vortrag zur fehlenden Steuerpflicht einer weiteren Lieferung aufgrund einer dritten Bestellung des HS vom 27. April 1998, die nach dem Urteil des FG gleichfalls zu einer steuerpflichtigen Inlandslieferung f&uuml;hrte, hat die Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren nicht festgehalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid 1998 vom 2. August 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28. M&auml;rz 2002 dahingehend zu &auml;ndern, dass Umsatzsteuer in H&ouml;he von 108 274,45 EUR festgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA tritt der Revision entgegen und beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung verweist das FA im Wesentlichen auf das nach seiner Auffassung zutreffende FG-Urteil.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Klage ist im Wesentlichen stattzugeben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sind die beiden in der Revision streitigen Lieferungen im Inland nicht steuerbar, da die Versendung der gelieferten Gegenst&auml;nde in Gro&szlig;britannien begann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 3 Abs. 6 Satz 1 UStG gilt die Lieferung im Fall der Bef&ouml;rderung oder Versendung des gelieferten Gegenstands durch den Lieferer, den Abnehmer oder durch einen von diesen beauftragten Dritten dort als ausgef&uuml;hrt, wo die Bef&ouml;rderung oder Versendung &quot;an den Abnehmer&quot; oder in dessen Auftrag an einen Dritten beginnt. Daraus folgt, dass der Abnehmer bei Beginn der Versendung oder Bef&ouml;rderung feststehen muss (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12. September 1991 V R 118\/87, BFHE 165, 312, BStBl II 1991, 937). Die Versendung beginnt gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 6 Satz 4 UStG mit der &Uuml;bergabe des Gegenstands an den Beauftragten. Danach muss im Falle der Versendung der Abnehmer bereits im Zeitpunkt der &Uuml;bergabe des Liefergegenstands feststehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar hat der BFH mit dem vom FG zitierten Urteil vom 10. November 1966 V 73\/64 (BFHE 87, 162, BStBl III 1967, 101) zur Rechtslage nach &sect; 5 der Durchf&uuml;hrungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz &#8211;UStDB&#8211; (BGBl I 1951, 796) entschieden, dass eine Versendung an den Abnehmer nur vorliegt, wenn der Frachtf&uuml;hrer verpflichtet ist, den Gegenstand der Lieferung an den Abnehmer auszuh&auml;ndigen und dieser dem Bef&ouml;rderungsunternehmer gegen&uuml;ber berechtigt ist, den Gegenstand der Lieferung in Empfang zu nehmen. F&uuml;r diese Verpflichtung und Berechtigung komme es auf die anl&auml;sslich der Bef&ouml;rderung ausgestellten Papiere und Urkunden an. Nur bei Bezeichnung des Abnehmers im Ladeschein l&auml;ge entsprechend dem Wortlaut und dem Sinn des &sect; 5 Abs. 2 UStDB eine Versendung an den Abnehmer vor, da nur dann dem Abnehmer aufgrund der im Zusammenhang mit der Bef&ouml;rderung ausgestellten Urkunden die Verf&uuml;gungsmacht an dem Gegenstand verschafft werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An dem zu &sect; 5 UStDB ergangenen BFH-Urteil in BFHE 87, 162, BStBl III 1967, 101 ist f&uuml;r die nach dem UStG bestehende Rechtslage aber nicht festzuhalten. Nach &sect; 5 Abs. 1 UStDB konnte eine Versendung nur durch einen Frachtf&uuml;hrer, wie z.B. die Eisenbahn oder die Post, oder einen Verfrachter, wie z.B. einen Reeder, erfolgen. Gleichgestellt war das Besorgen einer derartigen Bef&ouml;rderung durch einen Spediteur. Bei der Versendung an den Abnehmer galt die Lieferung nach &sect; 5 Abs. 2 UStDB mit der &Uuml;bergabe an den Spediteur, Frachtf&uuml;hrer oder Verfrachter als ausgef&uuml;hrt. Demgegen&uuml;ber kann die Versendung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 6 Satz 3 UStG mit beliebigen Beauftragten und nicht nur mit Spediteuren, Frachtf&uuml;hrern und Verfrachtern durchgef&uuml;hrt werden. Daher kommt es anders als nach &sect; 5 UStDB f&uuml;r das Vorliegen einer Versendung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 6 UStG nicht zwingend auf das Vorliegen und den Inhalt von Frachtdokumenten etc. an. Eine Versendungslieferung kann somit auch vorliegen, wenn dem selbst&auml;ndigen Beauftragten nur ein m&uuml;ndlicher Auftrag zur Bef&ouml;rderung an den Abnehmer erteilt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kann an der Rechtsprechung, dass sich die Person des Abnehmers aus den Frachtdokumenten ergeben muss, nicht mehr festgehalten werden, ist auch die Rechtsauffassung des V. Senats in dem Urteil vom 24. Februar 1994 V R 35\/91 (BFH\/NV 1995, 555), bei einer Versendung m&uuml;sse dem Beauftragten im Zeitpunkt der &Uuml;bergabe des Gegenstands der Name des Abnehmers bekannt sein, in Frage gestellt. Denn der V. Senat hat sich zur Begr&uuml;ndung dieser Auffassung auf das BFH-Urteil in BFHE 87, 162, BStBl III 1967, 101 berufen. Es sind keine zwingenden Gr&uuml;nde daf&uuml;r ersichtlich, bei einer Versendung f&uuml;r den Nachweis, dass der Abnehmer bei der &Uuml;bergabe der Ware an den Beauftragten festgestanden habe, ausnahmslos zu verlangen, dass der Abnehmer dem Beauftragten bekannt sein muss. Vielmehr reicht es aus, wenn sich aus den unstreitigen Umst&auml;nden, insbesondere aus Unterlagen mit hinreichender Sicherheit leicht und einwandfrei ableiten l&auml;sst, dass der Abnehmer zum ma&szlig;geblichen Zeitpunkt festgestanden hat (vgl. auch Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 3 Rz 3122 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegen die Annahme, der Abnehmer habe bei der &Uuml;bergabe der Ware festgestanden, spricht auch nicht eine &quot;shipment on hold&quot;-Klausel, die der Sicherung des Kaufpreises dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 3 Abs. 6 UStG sind Bef&ouml;rderung und Versendung f&uuml;r Zwecke der Lieferortbestimmung gleichgestellt. Bef&ouml;rderung und Versendung unterscheiden sich nur im Hinblick auf die Person, die die Bef&ouml;rderung durchf&uuml;hrt. Daher sind an das Vorliegen einer Versendung keine strengeren Anforderungen als an eine Bef&ouml;rderung zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall der Bef&ouml;rderung ist es dem Lieferer auch nach Beginn der Bef&ouml;rderung m&ouml;glich, &uuml;ber den Gegenstand der Lieferung neu zu disponieren und den Gegenstand wie im Fall einer sog. Umkartierung an einen anderen Abnehmer zu liefern. Die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit zur Umkartierung steht aber dem Vorliegen einer Bef&ouml;rderungslieferung, deren Ort sich am Beginn der Bef&ouml;rderung befindet, nicht entgegen (vgl. hierzu z.B. Martin in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 3 Rz 462). Dementsprechend kommt es f&uuml;r das Vorliegen einer Versendung nach &sect; 3 Abs. 6 Satz 1 UStG entgegen dem zu &sect; 5 UStDB ergangenen BFH-Urteil in BFHE 87, 162, BStBl III 1967, 101 nicht darauf an, ob der Beauftragte verpflichtet ist, den Gegenstand der Lieferung an den Abnehmer auszuh&auml;ndigen. Aufgrund der Gleichrangigkeit von Versendung und Bef&ouml;rderung f&uuml;r Zwecke der Lieferortbestimmung gilt eine Lieferung daher bei einer Versendung auch dann am Ort der &Uuml;bergabe an den Beauftragten als ausgef&uuml;hrt, wenn der Gegenstand erst nach Erteilung einer durch den Lieferer gesondert zu erkl&auml;renden Freigabe (&quot;shipment on hold&quot;) an den Abnehmer &uuml;bergeben werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dient die &quot;shipment on hold&quot;-Klausel dar&uuml;ber hinaus dazu, die Kaufpreiszahlung zu sichern, f&uuml;hrt dies im &Uuml;brigen nur dazu, dass der Lieferung der Charakter einer Nachnahmelieferung zukommt. Auch bei einer Versendungslieferung per Nachnahme, bei der die &Uuml;bergabe an den Abnehmer davon abh&auml;ngt, dass dieser den Kaufpreis entrichtet, gilt die Lieferung bereits an dem Ort als ausgef&uuml;hrt, an dem die Ware an den Beauftragten &uuml;bergeben wird, ohne dass der Vorbehalt der Kaufpreiszahlung dem entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) An der sich nach nationalem Recht ergebenden Rechtslage bestehen keine Zweifel im Hinblick auf das Gemeinschaftsrecht und das Gebot richtlinienkonformer Auslegung. Nach Art. 8 Abs. 1 Buchst. a Satz 1 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern gilt als Ort der Versendung f&uuml;r den Fall, dass der Gegenstand vom Lieferer, vom Erwerber oder von einer dritten Person versandt oder bef&ouml;rdert wird, der Ort, an dem sich der Gegenstand zum Zeitpunkt des Beginns der Versendung oder Bef&ouml;rderung an den Erwerber befindet. Hieraus ergibt sich keine abweichende Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der V. Senat hat auf Anfrage einer Abweichung von seiner Rechtsprechung in den Urteilen in BFHE 87, 162, BStBl III 1967, 101 und in BFH\/NV 1995, 555 zugestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Danach sind im Streitfall entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung die beiden in der Revision streitigen Lieferungen nach &sect; 3 Abs. 6 UStG im Inland nicht steuerbar. Denn bereits bei der &Uuml;bergabe an die Spedition und damit bei Beginn der Versendung stand fest, dass HS Abnehmer der Lieferungen ist. Dies ergibt sich aus den unstreitigen Gesamtumst&auml;nden, insbesondere aus der &Uuml;bergabe der von HS zuvor bestellten Ware an die Spedition sowie aus der in zeitlichem Zusammenhang mit dieser &Uuml;bergabe erfolgten Weisung an die D-GmbH, die zu ihr transportierte Ware nach einer gesondert zu erteilenden Freigabe an HS herauszugeben. Unerheblich ist demgegen&uuml;ber, ob der Spedition M bereits bei Beginn der Bef&ouml;rderung in Gro&szlig;britannien bekannt war, dass die Ware &uuml;ber die ihr als Empf&auml;nger benannte D-GmbH letztlich an HS zu &uuml;bergeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen ist, war sein Urteil aufzuheben. Die Sache ist spruchreif, so dass der Senat in der Sache selbst entscheiden kann (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Steuerpflichtig war im Inland nur die dritte Lieferung, deren Steuerpflicht in der Revision nicht mehr angezweifelt wurde. Die hierf&uuml;r entstehende Steuer bel&auml;uft sich auf 215 106 DM (109 981,95 EUR). Die Wechselkursumrechnung beruht auf &sect; 16 Abs. 6 UStG und dem f&uuml;r den Kalendermonat der verbleibenden steuerpflichtigen Lieferung geltenden Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Mai 1998 IV C 4 -S 7329- 10\/98 (BStBl I 1998, 383).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, XI R 67\/07 Innergemeinschaftliche Lieferung: Ort der Lieferung bei Versendung, Freigabeerkl&auml;rung nach Zahlungseingang, Lieferung per Nachnahme Leits&auml;tze 1. 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