{"id":17160,"date":"2012-12-19T14:29:44","date_gmt":"2012-12-19T12:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17160"},"modified":"2012-12-19T14:29:44","modified_gmt":"2012-12-19T12:29:44","slug":"iii-r-107-07-eigenhaendige-unterzeichnung-des-investitionszulageantrags-einer-personengesellschaft-gmbh-co-kg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-107-07-eigenhaendige-unterzeichnung-des-investitionszulageantrags-einer-personengesellschaft-gmbh-co-kg\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;107\/07 &#8211; Eigenh&auml;ndige Unterzeichnung des Investitionszulageantrags einer Personengesellschaft &#8211;GmbH &#038; Co. KG&#8211;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2008, III R 107\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Eigenh&auml;ndige Unterzeichnung des Investitionszulageantrags einer Personengesellschaft &#8211;GmbH &#038; Co. KG&#8211;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Antr&auml;ge einer Personengesellschaft auf Investitionszulage haben deren &quot;besonders Beauftragte&quot; zu unterschreiben. Als &quot;besonders Beauftragter&quot; einer GmbH &#038; Co. KG kommt neben der Komplement&auml;r-GmbH &#8211;vertreten durch ihren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als gesetzlichen Vertreter&#8211; auch ein Kommanditist in Betracht, dem die Wahrnehmung der steuerlichen Vertretung der KG wirksam &uuml;bertragen wurde.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG ein Hotel im F&ouml;rdergebiet. Die von ihr f&uuml;r die Kalenderjahre 1994 und 1995 beantragte Investitionszulage setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) jeweils in der beantragten H&ouml;he unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Rahmen einer 1998 durchgef&uuml;hrten steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung ermittelte der Pr&uuml;fer, dass die Antr&auml;ge nicht von der einzelvertretungsberechtigten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Komplement&auml;r-GmbH, sondern von deren Ehemann unterzeichnet worden waren. Dieser ist Wirtschaftspr&uuml;fer und Steuerberater, Kommanditist der Kl&auml;gerin sowie Gesellschafter der Komplement&auml;r-GmbH. Die Komplement&auml;r-GmbH hatte ihm am 1. September 1995 eine sp&auml;ter notariell beglaubigte Vollmacht einger&auml;umt, &quot;wie sie gem&auml;&szlig; &sect; 49 HGB einem Prokuristen zusteht&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Pr&uuml;fer ging davon aus, dass die Antr&auml;ge nicht, wie durch &sect; 6 Abs. 3 Satz 1 des Investitionszulagengesetzes (InvZulG) 1996 vorgeschrieben, von der Anspruchsberechtigten selbst beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreterin eigenh&auml;ndig unterschrieben worden waren. Das FA folgte der Auffassung des Pr&uuml;fers. Es &auml;nderte die Investitionszulagenbescheide 1994 und 1995 und setzte die Investitionszulage jeweils auf 0 DM fest. Der Einspruch blieb ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, die erforderliche eigenh&auml;ndige Unterschrift h&auml;tte die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Komplement&auml;r-GmbH leisten m&uuml;ssen. Eine Bevollm&auml;chtigung des Ehemannes gen&uuml;ge nicht, da selbst ein wirksam bestellter Prokurist den Antrag auf Investitionszulage nach dem Senatsurteil vom 16. Mai 2002 III R 27\/01 (BFHE 198, 283, BStBl II 2002, 668) nicht h&auml;tte stellen k&ouml;nnen. Ob der Ehemann ein &quot;besonders Beauftragter&quot; i.S. des &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 der Abgabenordnung (AO) gewesen sei, k&ouml;nne offen bleiben, da die Kl&auml;gerin einen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als gesetzlichen Vertreter gehabt habe (Senatsurteil vom 15. Oktober 1998 III R 58\/95, BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237). Zwar spreche viel daf&uuml;r, dass der auch als Verf&uuml;gungsberechtigter aufgetretene Ehemann als faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH und damit auch der Kl&auml;gerin fungiert habe. Das brauche aber nicht gekl&auml;rt zu werden, weil auch ein faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer die Investitionszulage nicht h&auml;tte beantragen k&ouml;nnen, da &sect; 34 Abs. 2 AO ein wirksames T&auml;tigwerden faktischer GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nur erlaube, wenn kein f&ouml;rmlicher Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer vorhanden sei. Der Ehemann habe den Antrag f&uuml;r 1994 auch nicht wegen Verhinderung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin unterzeichnen d&uuml;rfen (&sect; 150 Abs. 3 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die Antr&auml;ge auf Investitionszulage seien durch den Ehemann wirksam unterzeichnet worden. Er habe als faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; (Urteile vom 27. Juni 2005 II ZR 113\/03, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2005, 1787, und vom 11. Juli 2005 II ZR 235\/03, DB 2005, 1897) fungiert und sie &#8211;die Kl&auml;gerin&#8211; in allen steuerlichen Angelegenheiten, bei Bankgespr&auml;chen und der Vergabe und Durchf&uuml;hrung von Bauma&szlig;nahmen vertreten. Nach den Feststellungen des FG verf&uuml;ge er &uuml;ber eine Spezialvollmacht (&sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO), sei als Gesellschafter beteiligt und au&szlig;erdem als Verf&uuml;gungsberechtigter aufgetreten (&sect;&sect; 35, 34 Abs. 1 AO). Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Komplement&auml;r-GmbH sei demgegen&uuml;ber nur vorgeschoben. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) &#8211;z.B. dem Senatsurteil vom 13. Dezember 2001 III R 24\/99 (BFHE 196, 464, BStBl II 2002, 159)&#8211; brauche der Antragsteller nicht eigenh&auml;ndig zu unterzeichnen, wenn der Unterzeichnende die Verantwortung f&uuml;r die Richtigkeit der der Erkl&auml;rung zu Grunde liegenden Tatsachen &uuml;bernehme und kein Zweifel an der Urheberschaft des Antrages bestehe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Unterzeichnung durch den Ehemann gen&uuml;ge zudem nach der Regelung des &sect; 150 Abs. 3 AO. Das FG habe nicht beachtet, dass die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin gerade am Ende der Frist, d.h. zwischen dem 27. und dem 30. September 1995, durch Abwesenheit an der Unterschrift gehindert gewesen sei. Es sei unzumutbar gewesen, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin zwischen dem 27. September 1995 &#8211;dem Zeitpunkt der Fertigstellung des Antrags mit 116 Seiten Anlagen&#8211; und dem 30. September 1995 in Hamburg zur Unterzeichnung aufzusuchen. Au&szlig;erdem komme es nach dem Gesetzeswortlaut auf die Abwesenheit und nicht auf die Unerreichbarkeit an. Diese Rechtsauffassung werde durch das rechtskr&auml;ftige Urteil des FG des Landes Sachsen-Anhalt vom 4. Mai 2006&nbsp;&nbsp;1 K 378\/02 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2007, 4) best&auml;tigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG sowie die Investitionszulagenbescheide 1994 und 1995 vom 12. Juni 1998 und die Einspruchsentscheidung vom 20. Oktober 2004 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Antrag auf Gew&auml;hrung einer Investitionszulage ist gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 InvZulG 1996, das grunds&auml;tzlich f&uuml;r alle nach dem 31. Dezember 1990 abgeschlossenen Investitionen gilt (&sect; 11 Abs. 1 InvZulG 1996), bis zum 30. September des Folgejahres nach der Investition eigenh&auml;ndig zu unterschreiben (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsbeschluss vom 31. Januar 2007 III B 168\/05, BFH\/NV 2007, 977). Die Regelung des &sect; 126 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB), wonach die Unterzeichnung durch einen rechtsgesch&auml;ftlich Bevollm&auml;chtigten als eigenh&auml;ndige Unterschrift gilt, ist im Steuerrecht nicht unmittelbar anwendbar; dem Erfordernis der Eigenh&auml;ndigkeit der Unterschrift des Steuerpflichtigen wird vielmehr nur dann gen&uuml;gt, wenn dieser die Unterschrift tats&auml;chlich h&ouml;chstpers&ouml;nlich leistet (Senatsurteile vom 16. Juni 1989 III R 119\/85, BFHE 158, 270, BStBl II 1989, 1022, und in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf das Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterzeichnung wird auf dem durch &sect; 6 Abs. 3 Satz 1 InvZulG 1996 vorgeschriebenen amtlichen Vordruck ausreichend hingewiesen (Senatsurteil in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237; Senatsbeschluss vom 25. Februar 2005 III B 113\/04, BFH\/NV 2005, 1144).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. F&uuml;r Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH), die steuerrechtsf&auml;hig und nach &sect; 1 Abs. 1 Satz 1 InvZulG 1996 anspruchsberechtigt, aber nicht verfahrensrechtlich handlungsf&auml;hig sind, handeln nach &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO i.V.m. &sect; 35 Abs. 1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG) in erster Linie ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als gesetzliche Vertreter.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Neben den gesetzlichen Vertretern k&ouml;nnen nach &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO &quot;besonders Beauftragte&quot; f&uuml;r die dort genannten juristischen Personen, Vereinigungen oder Verm&ouml;gensmassen handeln. Nach dem Senatsurteil in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237 regelt &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO die Vertretung verfahrenshandlungsunf&auml;higer Steuerrechtssubjekte im Verwaltungsverfahren in der Weise, dass juristische Personen, die &uuml;ber gesetzliche Vertreter verf&uuml;gen, durch diese handeln, nichtrechtsf&auml;hige Vereinigungen und Verm&ouml;gensmassen hingegen durch besonders Beauftragte. Einer Vertretung juristischer Personen mit gesetzlichen Vertretern durch besonders Beauftragte stehe entgegen, dass diese keinen eigenen steuerlichen Pflichten gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 1 AO unterl&auml;gen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antrag einer GmbH auf Gew&auml;hrung einer Investitionszulage (nach dem InvZulG 1991 bis InvZulG 1996) ist daher grunds&auml;tzlich nur wirksam, wenn er von dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eigenh&auml;ndig unterschrieben ist; die Unterschrift eines Prokuristen oder eines sonstigen Vertreters gen&uuml;gt nicht (Senatsurteile in BFHE 196, 464, BStBl II 2002, 159; in BFHE 198, 283, BStBl II 2002, 668; Senatsbeschluss vom 17. M&auml;rz 2008 III B 41\/07, BFH\/NV 2008, 1200). Die dem Ehemann von der GmbH erteilte Vollmacht, f&uuml;r diese wie ein Prokurist zu handeln, ist daher unerheblich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Kommanditgesellschaften k&ouml;nnen am Rechtsverkehr teilnehmen und Rechte erwerben sowie Verpflichtungen eingehen (vgl. Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 34 AO Rz 10). Sie sind &#8211;wie GmbH&#8211; nicht selbst handlungsf&auml;hig. Als nichtrechtsf&auml;hige Personenvereinigungen i.S. des &sect; 34 Abs. 1 AO (vgl. Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 34 AO Rz 10) haben deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ihre steuerlichen Pflichten zu erf&uuml;llen. Der Begriff &quot;Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer&quot; ist nicht im Sinne des BGB (&sect;&sect; 709 ff. BGB) und des Handelsgesetzbuches &#8211;HGB&#8211; (&sect;&sect; 114 ff., 163 f. HGB) zu verstehen, d.h. einer Unterscheidung zwischen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung im Innen- und Vertretung im Au&szlig;enverh&auml;ltnis. Gemeint sind vielmehr die Personen, welche die Gesch&auml;fte der Personenvereinigung tats&auml;chlich f&uuml;hren (Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 34 AO Rz 11).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Kommanditgesellschaften werden gem&auml;&szlig; &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO von besonders Beauftragten vertreten (Senatsurteil in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237). Bei diesen handelt es sich um Personen, die nicht zu den gesetzlichen Vertretern nat&uuml;rlicher oder juristischer Personen i.S. von &sect; 34 Abs. 1 Satz 1 AO geh&ouml;ren, die steuergesetzlichen Pflichten sonstiger verfahrenshandlungsunf&auml;higer Steuerrechtssubjekte erf&uuml;llen m&uuml;ssen und deren Rechte wahrnehmen, d.h. die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer i.S. von &sect; 34 Abs. 1 Satz 1 AO sowie diejenigen, die nach &sect; 34 Abs. 2 und 3 AO die entsprechenden Pflichten zu erf&uuml;llen haben (Senatsurteil in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237; S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 79 AO Rz 84).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Sinne des &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO handeln somit f&uuml;r juristische Personen regelm&auml;&szlig;ig die gesetzlichen Vertreter, f&uuml;r Personenvereinigungen &#8211;wie Kommanditgesellschaften&#8211; dagegen regelm&auml;&szlig;ig deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als &quot;besonders Beauftragte&quot; (Senatsurteil in BFHE 187, 141, BStBl II 1999, 237; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 79 AO Rz 22). Dies entspricht auch dem amtlichen Antragsvordruck, der die &quot;eigenh&auml;ndige Unterschrift des Anspruchsberechtigten&quot; fordert und dazu ausf&uuml;hrt: &quot;Der Antrag ist bei K&ouml;rperschaften vom gesetzlichen Vertreter, bei Personengesellschaften (Gemeinschaften) von einer zur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung oder Vertretung berechtigten Person zu unterschreiben.&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Kl&auml;gerin kann als Personengesellschaft im Steuerverfahren durch ihre handelsrechtlich zur Vertretung und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung befugte Komplement&auml;r-GmbH als besonders Beauftragte i.S. vom &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO vertreten werden. F&uuml;r diese h&auml;tte ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin als gesetzliche Vertreterin handeln (&sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO i.V.m. &sect; 35 Abs. 1 GmbHG) und den Antrag auf Investitionszulage unterschreiben k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine GmbH &#038; Co. KG wie die Kl&auml;gerin, die nicht gesetzlich vertreten wird, kann dar&uuml;ber hinaus auch durch andere Personen als besonders Beauftragte vertreten werden, die ihre Gesch&auml;fte tats&auml;chlich f&uuml;hren (vgl. auch BFH-Urteil vom 23. Mai 1996 IV R 87\/93, BFHE 180, 396, BStBl II 1996, 523, sowie Schmidt\/ Wacker, EStG, 27. Aufl., &sect; 15 Rz 216 und Rz 222, und Stuhlfelner in HK-HGB, 7. Aufl., &sect; 164 Rz 2 zur &Uuml;bertragung der handelsrechtlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugnis auf einen Kommanditisten).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Mit dieser Entscheidung weicht der Senat nicht von seinem Urteil in BFHE 198, 283, BStBl II 2002, 668 ab. Der Prokurist der Komplement&auml;r-GmbH, der dort den Antrag der KG unterzeichnet hatte, kam als besonders Beauftragter der KG nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                6. Das FG ist davon ausgegangen, dass der Ehemann die Kl&auml;gerin nicht wirksam habe vertreten k&ouml;nnen, da diese durch die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Komplement&auml;r-GmbH gesetzlich vertreten werde. Es hat daher nicht gepr&uuml;ft, ob der Ehemann &#8211;neben der Komplement&auml;r-GmbH&#8211; weiterer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer i.S. von &sect; 34 Abs. 1 Satz 1 AO und &quot;besonders Beauftragter&quot; der Kl&auml;gerin i.S. von &sect; 79 Abs. 1 Nr. 3 AO war und die Antr&auml;ge auf Investitionszulage f&uuml;r sie in dieser Eigenschaft wirksam unterzeichnen konnte. Das Urteil des FG war daher aufzuheben. Die Sache wird an das FG zur&uuml;ckverwiesen, damit festgestellt werden kann, ob dem Ehemann &#8211;allein oder neben der Komplement&auml;r-GmbH&#8211; die Wahrnehmung der steuerlichen Vertretung der Kl&auml;gerin wirksam &uuml;bertragen wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2008, III R 107\/07 Eigenh&auml;ndige Unterzeichnung des Investitionszulageantrags einer Personengesellschaft &#8211;GmbH &#038; Co. KG&#8211; Leits&auml;tze Antr&auml;ge einer Personengesellschaft auf Investitionszulage haben deren &quot;besonders Beauftragte&quot; zu unterschreiben. Als &quot;besonders Beauftragter&quot; einer GmbH &#038; Co. KG kommt neben der Komplement&auml;r-GmbH &#8211;vertreten durch ihren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als gesetzlichen Vertreter&#8211; auch ein Kommanditist in Betracht, dem die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-107-07-eigenhaendige-unterzeichnung-des-investitionszulageantrags-einer-personengesellschaft-gmbh-co-kg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;107\/07 &#8211; Eigenh&auml;ndige Unterzeichnung des Investitionszulageantrags einer Personengesellschaft &#8211;GmbH &#038; Co. 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