{"id":17234,"date":"2012-12-10T15:10:22","date_gmt":"2012-12-10T13:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17234"},"modified":"2012-12-10T15:10:22","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:22","slug":"vi-r-83-04-verjaehrung-von-lohnsteueranspruechen-und-haftungsanspruechen-hemmung-des-ablaufs-der-festsetzungsfrist-durch-fahndungspruefung-durch-einen-maschinenring-vermittelte-arbeitskraefte-als-arbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-83-04-verjaehrung-von-lohnsteueranspruechen-und-haftungsanspruechen-hemmung-des-ablaufs-der-festsetzungsfrist-durch-fahndungspruefung-durch-einen-maschinenring-vermittelte-arbeitskraefte-als-arbe\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;83\/04 &#8211; Verj&auml;hrung von Lohnsteueranspr&uuml;chen und Haftungsanspr&uuml;chen &#8211; Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist durch Fahndungspr&uuml;fung &#8211; durch einen Maschinenring vermittelte Arbeitskr&auml;fte als Arbeitnehmer eines Gartenbaubetriebs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2008, VI R 83\/04<\/p>\n<p class=\"titel\">Verj&auml;hrung von Lohnsteueranspr&uuml;chen und Haftungsanspr&uuml;chen &#8211; Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist durch Fahndungspr&uuml;fung &#8211; durch einen Maschinenring vermittelte Arbeitskr&auml;fte als Arbeitnehmer eines Gartenbaubetriebs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ist im Anschluss an eine Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fung der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung f&uuml;r die den Pr&uuml;fungszeitraum betreffenden Lohnsteueranmeldungen aufgehoben, darf gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber ein neuer Haftungsbescheid nur unter den Voraussetzungen des &sect; 173 Abs. 2 AO ergehen (Best&auml;tigung der Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Der Beginn der Festsetzungsfrist f&uuml;r die Lohnsteuer richtet sich nach &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin, eine Kommanditgesellschaft, betrieb einen Garten-, Landschafts- und Sportst&auml;ttenbau. Zur Erledigung einzelner Auftr&auml;ge (haupts&auml;chlich Neuanpflanzungen sowie Pflegema&szlig;nahmen an &ouml;ffentlichen und privaten Gr&uuml;nanlagen) setzte sie neben eigenen, fest angestellten Betriebsangeh&ouml;rigen regelm&auml;&szlig;ig selbst&auml;ndige Landwirte sowie deren Angeh&ouml;rige ein. Bei den Landwirten handelte es sich um Mitglieder von zwei landwirtschaftlichen Maschinenringen, denen die Kl&auml;gerin selbst angeh&ouml;rte. Zwischen der Kl&auml;gerin und den Mitgliedern der Maschinenringe wurden keine schriftlichen Arbeitsvertr&auml;ge geschlossen und keine festen Arbeitszeiten vereinbart. Anspruch auf Erholungsurlaub oder auf Lohnfortzahlung bei Krankheit hatten die Mitarbeiter nicht. Die Tage ihres Einsatzes bestimmten sie selbst, w&auml;hrend die Kl&auml;gerin den Ort der Arbeitsleistung festlegte. Die Vorarbeiter der einzelnen Arbeitsgruppen waren z.T. Angestellte der Kl&auml;gerin, z.T. &uuml;ber den Maschinenring vermittelt. Sie organisierten den Transport der Arbeitskr&auml;fte zu den Baustellen mit firmeneigenen Fahrzeugen der Kl&auml;gerin und ermittelten die individuellen Arbeitszeiten. Die Bezahlung erfolgte nach Arbeitsstunden zu einem von der Kl&auml;gerin festgelegten Stundenlohn direkt an die jeweiligen Landwirte. Diese Vorg&auml;nge wurden in Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fungen, welche f&uuml;r die Zeit von 1987 bis 1997 bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrt wurden, sowie bei Betriebspr&uuml;fungen betreffend die Jahre 1986 bis 1990 und 1992 bis 1994 nicht aufgegriffen. Aufgrund der Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fungen waren Lohnsteuerhaftungsbescheide gegen die Kl&auml;gerin ergangen und der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung hinsichtlich der gepr&uuml;ften Zeitr&auml;ume aufgehoben worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach einer 1998 und 1999 bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Steuerfahndungspr&uuml;fung sah der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die besch&auml;ftigten Maschinenringmitglieder als Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin an. Mit Bescheid vom 8. Februar 2000 nahm das FA die Kl&auml;gerin f&uuml;r nicht abgef&uuml;hrte Lohnsteuer betreffend die Jahre 1989 bis 1998 in Haftung. Das FA bezog sich dabei auf den Fahndungsbericht, in welchem als Haftungsgrundlage &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) genannt war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf die hiergegen gerichtete Klage hob das Finanzgericht (FG) den Haftungsbescheid f&uuml;r die Zeit von 1989 bis November 1992 wegen Festsetzungsverj&auml;hrung auf. Im &Uuml;brigen wies es die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, die durch den Maschinenring vermittelten Aushilfskr&auml;fte seien Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin gewesen. F&uuml;r die Lohnsteuer ab Dezember 1992 sei der Haftungsbescheid innerhalb der Festsetzungsfrist erlassen worden, da die verl&auml;ngerte Festsetzungsfrist von f&uuml;nf Jahren gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) gelte; denn der Komplement&auml;r und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin habe die Lohnsteuer leichtfertig verk&uuml;rzt. Durch den Beginn der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 26. Mai 1998 sei der Ablauf der Festsetzungsfrist gehemmt gewesen. Die Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin als Haftungsschuldnerin sei ermessensfehlerfrei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde gegen das finanzgerichtliche Urteil ist &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden. Der Insolvenzverwalter hat das Beschwerdeverfahren aufgenommen und ist nach Zulassung der Revision nunmehr Revisionskl&auml;ger.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision macht der Revisionskl&auml;ger geltend, hinsichtlich des Zeitraums von Dezember 1992 bis Dezember 1993 sei der angefochtene Haftungsbescheid wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist aufzuheben. Bei Beginn der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 26. Mai 1998 sei die Frist bereits verstrichen gewesen. Eine Verl&auml;ngerung der vierj&auml;hrigen Festsetzungsfrist auf f&uuml;nf bzw. zehn Jahre bei leichtfertiger Steuerverk&uuml;rzung oder Steuerhinterziehung komme nicht in Betracht. F&uuml;r die Zeit von Januar 1994 bis Dezember 1997 seien aufgrund der fr&uuml;heren Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fungen Haftungsbescheide erlassen worden, die durch den angefochtenen Haftungsbescheid nach &sect; 173 Abs. 2 AO nur ge&auml;ndert werden k&ouml;nnten, wenn eine Steuerhinterziehung oder eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung vorliege. Zu dieser Frage habe die Kl&auml;gerin Beweise angeboten, bei deren Erhebung sich ergeben h&auml;tte, dass keine vors&auml;tzliche oder leichtfertige Verk&uuml;rzung der Lohnsteuern gegeben sei. Die unterlassene Beweiserhebung m&uuml;sse nachgeholt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Revisionskl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das finanzgerichtliche Urteil aufzuheben, soweit die Klage betreffend den Zeitraum von Dezember 1992 bis Dezember 1997 abgewiesen wurde, den angefochtenen Haftungsbescheid f&uuml;r den Zeitraum von Dezember 1992 bis Dezember 1993 ersatzlos aufzuheben sowie den Rechtsstreit f&uuml;r den Zeitraum Januar 1994 bis Dezember 1997 zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat zutreffend dem Grunde nach die Haftung der Kl&auml;gerin aus &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG best&auml;tigt. Nach dieser Vorschrift haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er einzubehalten (&sect; 38 Abs. 3 Satz 1 EStG) und abzuf&uuml;hren hat (&sect; 41a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Die Erw&auml;gungen, mit denen die Vorinstanz als Voraussetzung der Haftung die Arbeitnehmereigenschaft der Maschinenringmitglieder bejaht hat, sind revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung l&auml;sst sich der steuerliche Arbeitnehmerbegriff nicht durch Aufz&auml;hlung feststehender Merkmale abschlie&szlig;end bestimmen. Es handelt sich um einen offenen Typusbegriff, der nur durch eine gr&ouml;&szlig;ere und unbestimmte Zahl von Merkmalen beschrieben werden kann. Ob jemand eine T&auml;tigkeit als Arbeitnehmer aus&uuml;bt, ist deshalb im Einzelfall nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse zu beurteilen. Dabei sind die f&uuml;r und gegen ein Dienstverh&auml;ltnis sprechenden Merkmale (vgl. die beispielhafte Zusammenstellung im Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Juni 1985 VI R 150-152\/82, BFHE 144, 225, BStBl II 1985, 661) im konkreten Einzelfall jeweils zu gewichten und gegeneinander abzuw&auml;gen. Diese Aufgabe obliegt in erster Linie dem FG als Tatsacheninstanz. Die vom Tatrichter getroffene Beurteilung ist revisionsrechtlich nur begrenzt &uuml;berpr&uuml;fbar (vgl. BFH-Urteil vom 14. Juni 2007 VI R 5\/06, BFH\/NV 2007, 1977, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine derartige Gesamtw&uuml;rdigung hat das FG im Streitfall durchgef&uuml;hrt. Es ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Mitglieder der Maschinenringe als Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin t&auml;tig geworden sind. Diese W&uuml;rdigung des FG ist m&ouml;glich; sie verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze. Der Senat ist daher nach &sect; 118 Abs. 2 FGO daran gebunden (vgl. Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 118 Rz 39).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Dem Erlass des angefochtenen Haftungsbescheids stand nicht die &Auml;nderungssperre des &sect; 173 Abs. 2 AO entgegen. Nach dieser Vorschrift kommt Steuerbescheiden, soweit sie auf Grund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangen sind, eine erh&ouml;hte Bestandskraft zu. Als Steuerbescheide in diesem Sinne kommen im Streitfall die Lohnsteueranmeldungen in Betracht, welche die Kl&auml;gerin innerhalb des in Frage stehenden Zeitraums f&uuml;r ihre Arbeitnehmer abgegeben hatte. Die Lohnsteueranmeldung steht gem&auml;&szlig; &sect; 168 Satz 1 AO einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich. Es handelt sich um einen zeitraumbezogenen Steuerbescheid, dessen Regelungsinhalt die Entrichtungsschuld des Arbeitgebers f&uuml;r den Anmeldungszeitraum ist, also alle lohnsteuerrechtlich relevanten Vorg&auml;nge in diesem Zeitraum umfasst (vgl. Thomas, Deutsches Steuerrecht 1992, 837, 839; ders., in Festschrift K&uuml;ttner, 239, 249). Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Anschluss an eine Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fung der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung f&uuml;r die den Pr&uuml;fungszeitraum betreffenden Lohnsteueranmeldungen aufgehoben worden, entf&auml;llt die gesetzliche &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 164 Abs. 2 AO. Infolgedessen darf gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 2 AO gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber kein den Pr&uuml;fungszeitraum betreffender Haftungsbescheid mehr ergehen, falls nicht eine Steuerhinterziehung oder eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung vorliegt. Denn auch wenn ein bisher zu Unrecht nicht erfasster Sachverhalt erstmals in einem Haftungsbescheid geregelt wird, liegt darin eine Berichtigung der Lohnsteueranmeldung (vgl. BFH-Urteil vom 15. Mai 1992 VI R 106\/88, BFHE 168, 532, BStBl II 1993, 840).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Indessen greift im Streitfall die &Auml;nderungssperre nicht ein, weil der Komplement&auml;r und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin die Lohnsteuer leichtfertig verk&uuml;rzt hatte (&sect; 378 AO). Die entsprechende W&uuml;rdigung des FG h&auml;lt revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung stand. Insbesondere konnte die Vorinstanz ohne Rechtsversto&szlig; den Antrag der Kl&auml;gerin auf Zeugenvernehmung der an den vorausgegangenen Betriebspr&uuml;fungen beteiligten Personen (zwei Betriebspr&uuml;fer, Steuerberater der Kl&auml;gerin) ablehnen, die dar&uuml;ber h&auml;tten aussagen sollen, dass im Rahmen der Betriebspr&uuml;fungen &uuml;ber die rechtliche Qualifizierung der Maschinenringe als umsatzsteuerliche Unternehmer gesprochen worden sei. Zwar muss das FG von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will. Auf die beantragte Beweiserhebung kann das Gericht jedoch u.a. dann verzichten, wenn es die Richtigkeit der durch das Beweismittel zu best&auml;tigenden Tatsachen zugunsten der betreffenden Partei unterstellt (z.B. BFH-Beschluss vom 27. Juni 2002 VII B 268\/01, BFH\/NV 2002, 1595, m.w.N.). F&uuml;r eine weitere Aufkl&auml;rung durch Vernehmung der angebotenen Zeugen bestand nach der insoweit ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Rechtsauffassung des FG auch bei Wahrunterstellung der Beweistatsache kein Anlass. Denn aus den n&auml;heren Umst&auml;nden (Erfahrung des Komplement&auml;rs als Arbeitgeber von 120 Besch&auml;ftigten, schriftliche Freistellung der Maschinenringmitglieder von der eventuellen Lohnsteuerlast) hatte das FG geschlossen, dass der Komplement&auml;r die Bedeutung der Behandlung der Mitarbeiter als lohnsteuerpflichtig kannte und er die Frage bewusst nicht umfassend aufkl&auml;rte. Dies galt auch im Falle entsprechender &Auml;u&szlig;erungen der Betriebspr&uuml;fer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FA war nicht durch Ablauf der Festsetzungsfrist gehindert, die Kl&auml;gerin wegen der Lohnsteuer der Maschinenringmitglieder in Haftung zu nehmen (&sect; 191 Abs. 3 Satz 1, &sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die f&uuml;r einen Haftungsbescheid ma&szlig;gebliche Festsetzungsfrist betr&auml;gt gem&auml;&szlig; &sect; 191 Abs. 3 Satz 2 AO grunds&auml;tzlich vier Jahre. Sie endet nicht vor Ablauf der Festsetzungsfrist der Steuer, f&uuml;r die gehaftet wird (&sect; 191 Abs. 3 Satz 4&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz AO). Die steuerliche Festsetzungsfrist beginnt im Allgemeinen mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist (&sect; 170 Abs. 1 AO). Ist gesetzlich die Abgabe einer Steueranmeldung vorgeschrieben wie bei der Lohnsteuer (&sect; 41a EStG), beginnt die Frist nach &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steueranmeldung beim Finanzamt eingereicht wird. Dass die Lohnsteueranmeldung vom Arbeitgeber und nicht vom Arbeitnehmer als dem Schuldner der Lohnsteuer abzugeben ist, ist f&uuml;r die Anwendbarkeit des &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO unbeachtlich (vgl. BFH-Urteil vom 17. April 1996 I R 82\/95, BFHE 180, 365, BStBl II 1996, 608; BFH-Beschluss vom 14. Juli 1999 I B 151\/98, BFHE 190, 1, BStBl II 2001, 556; BFH-Urteil vom 29. Januar 2003 I R 10\/02, BFHE 202, 1, BStBl II 2003, 687; Hartz\/Mee&szlig;en\/Wolf, ABC-F&uuml;hrer Lohnsteuer, Stichwort &quot;Verj&auml;hrung&quot; Rz 14; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 170 Rz 7; Balmes in: K&uuml;hn\/v.Wedelst&auml;dt, 18. Aufl., AO, &sect; 170 Rz 4; a.A. Ruban in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 170 AO Rz 16). Werden somit Lohnsteueranmeldungen entsprechend &sect; 41a Abs. 1 Satz 1 EStG am 10. Tag des Folgemonats abgegeben, beginnt die Festsetzungsfrist f&uuml;r Lohnzufl&uuml;sse von Januar bis November mit Ablauf des Zuflussjahres und f&uuml;r Dezember mit Ablauf des Folgejahres.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da im Streitfall nach den insoweit ma&szlig;gebenden Feststellungen des FG der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin die Lohnsteuer leichtfertig verk&uuml;rzt hatte, galt f&uuml;r die Lohnsteuer als Erstschuld gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO eine Festsetzungsfrist von f&uuml;nf Jahren. Diese begann f&uuml;r die Lohnzufl&uuml;sse von Dezember 1992 ebenso wie f&uuml;r diejenigen von Januar bis November 1993 jeweils mit Ablauf des Jahres 1993 (&sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO) und endete am 31. Dezember 1998. Weil sich danach auch der Fristablauf f&uuml;r den Haftungsbescheid richtete, bewirkte der Beginn der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 26. Mai 1998 in noch offener Frist die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Haftungsfestsetzungsfrist wegen Lohnsteuern f&uuml;r die Zeit ab Dezember 1993 hatte mit Ablauf des Jahres 1994 begonnen. Der Ablauf der Frist wurde ebenfalls durch den Beginn der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 26. Mai 1998 gehemmt. Die Ablaufhemmung beruhte zwar nicht auf &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO. Denn diese Vorschrift regelt die Hemmung der Festsetzungsfrist durch eine Au&szlig;enpr&uuml;fung i.S. von &sect; 193 AO. Fahndung und Au&szlig;enpr&uuml;fung sind jedoch nach Voraussetzungen und Rechtsfolgen unterschiedliche Institute, eine Fahndungspr&uuml;fung kann nicht die Wirkungen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung hervorrufen (vgl. Frotscher in Schwarz, AO, &sect; 171 Rz 60). Im Falle einer Fahndungspr&uuml;fung tritt die Ablaufhemmung vielmehr gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO ein. Die durch eine Fahndungspr&uuml;fung ausgel&ouml;ste Ablaufhemmung endet nur dann, wenn aufgrund der Pr&uuml;fung Steuerbescheide ergangen und diese unanfechtbar geworden sind. Die Finanzbeh&ouml;rde ist im Ergebnis befugt, s&auml;mtliche durch eine Fahndungspr&uuml;fung gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen, wenn und soweit die Pr&uuml;fung vor Ablauf der Festsetzungsfrist begonnen hat (BFH-Urteil vom 24. April 2002 I R 25\/01, BFHE 198, 303, BStBl II 2002, 586).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2008, VI R 83\/04 Verj&auml;hrung von Lohnsteueranspr&uuml;chen und Haftungsanspr&uuml;chen &#8211; Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist durch Fahndungspr&uuml;fung &#8211; durch einen Maschinenring vermittelte Arbeitskr&auml;fte als Arbeitnehmer eines Gartenbaubetriebs Leits&auml;tze 1. Ist im Anschluss an eine Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fung der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung f&uuml;r die den Pr&uuml;fungszeitraum betreffenden Lohnsteueranmeldungen aufgehoben, darf gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber ein neuer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-83-04-verjaehrung-von-lohnsteueranspruechen-und-haftungsanspruechen-hemmung-des-ablaufs-der-festsetzungsfrist-durch-fahndungspruefung-durch-einen-maschinenring-vermittelte-arbeitskraefte-als-arbe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;83\/04 &#8211; Verj&auml;hrung von Lohnsteueranspr&uuml;chen und Haftungsanspr&uuml;chen &#8211; Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist durch Fahndungspr&uuml;fung &#8211; durch einen Maschinenring vermittelte Arbeitskr&auml;fte als Arbeitnehmer eines Gartenbaubetriebs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17234"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17234\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}