{"id":17238,"date":"2012-12-10T15:10:32","date_gmt":"2012-12-10T13:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17238"},"modified":"2012-12-10T15:10:32","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:32","slug":"vi-r-6-05-barlohnumwandlung-auszahlung-des-urlaubsgeldes-in-form-von-warengutscheinen-kein-sachlohn-kein-vorrang-zivilrecht-vor-steuerrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-6-05-barlohnumwandlung-auszahlung-des-urlaubsgeldes-in-form-von-warengutscheinen-kein-sachlohn-kein-vorrang-zivilrecht-vor-steuerrecht\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;6\/05 &#8211; Barlohnumwandlung: Auszahlung des Urlaubsgeldes in Form von Warengutscheinen kein Sachlohn &#8211; kein Vorrang Zivilrecht vor Steuerrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.3.2008, VI R 6\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Barlohnumwandlung: Auszahlung des Urlaubsgeldes in Form von Warengutscheinen kein Sachlohn &#8211; kein Vorrang Zivilrecht vor Steuerrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Umwandlung von Barlohn in Sachlohn setzt voraus, dass der Arbeitnehmer unter &Auml;nderung des Anstellungsvertrages auf einen Teil seines Barlohns verzichtet und ihm der Arbeitgeber stattdessen Sachlohn gew&auml;hrt. Ob ein Anspruch auf Barlohn oder Sachlohn besteht, ist auf den Zeitpunkt bezogen zu entscheiden, zu dem der Arbeitnehmer &uuml;ber seinen Lohnanspruch verf&uuml;gt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist, ob der Austausch des tarifvertraglich festgelegten Urlaubsgeldanspruchs gegen einen beim Arbeitgeber einzul&ouml;senden Warengutschein zur Anwendung des Freibetrags nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) f&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betrieb in den Streitjahren (1997 bis 1999) mehrere M&ouml;belh&auml;user in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG. Den Arbeitsverh&auml;ltnissen mit ihren Arbeitnehmern lagen die Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r den Einzelhandel in &#8230; zugrunde. Danach betrug das Urlaubsgeld f&uuml;r 1997&nbsp;&nbsp;1 780 DM, f&uuml;r 1998&nbsp;&nbsp;1 810 DM und f&uuml;r 1999&nbsp;&nbsp;1 850 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 19. Juni 1996 vereinbarten die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin und der Betriebsrat, dass das Anfang Juli f&auml;llige Urlaubsgeld von den Arbeitnehmern wahlweise ganz oder teilweise als Warengutschrift in Anspruch genommen werden k&ouml;nne. Erkl&auml;rte in der Folgezeit ein Mitarbeiter, an dieser Regelung teilnehmen zu wollen, erhielt er von der Kl&auml;gerin anstelle der entsprechenden Geldzahlung ein an ihn pers&ouml;nlich gerichtetes Schreiben (&quot;Gutschein&quot;). Darin hie&szlig; es, der jeweilige Arbeitnehmer erhalte &quot;gem&auml;&szlig; Vereinbarung&quot; &uuml;ber den gew&uuml;nschten Betrag eine Waren-Gutschrift, die bis zum jeweiligen Jahresende in jeder von der Kl&auml;gerin betriebenen Filiale eingel&ouml;st werden k&ouml;nne; eine Barauszahlung der Gutschrift sei nicht m&ouml;glich. Die Kl&auml;gerin behandelte diese Gutschriften, soweit der jeweilige Wert zusammen mit anderen Vorteilen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG den Betrag von 2 400 DM je Arbeitnehmer im Kalenderjahr nicht &uuml;berstieg, unter Berufung auf den Rabattfreibetrag als lohnsteuerfrei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r den Zeitraum von August 1997 bis M&auml;rz 2000 fand bei der Kl&auml;gerin eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung statt. Die Pr&uuml;ferin beanstandete die geschilderte Praxis; nach ihrer Auffassung geh&ouml;rten die geldwerten Vorteile aus den aufgrund der Gutschriften &uuml;berlassenen Sachleistungen in voller H&ouml;he zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Auf einen entsprechenden Pauschalierungsantrag der Kl&auml;gerin hin erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen die Kl&auml;gerin einen entsprechenden Lohnsteuer-Haftungs- und -Nachforderungsbescheid. Im Einspruchsverfahren verringerte das FA den Nachforderungsbetrag geringf&uuml;gig und wies im &Uuml;brigen den Einspruch zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 858 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ganz &uuml;berwiegend ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der vom Senat zugelassenen Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG M&uuml;nster vom 9. Juli 2004 insoweit aufzuheben, als der Nachforderungsbetrag nach Ma&szlig;gabe der dortigen Entscheidungsgr&uuml;nde nicht um insgesamt 169 293,99 DM herabgesetzt wurde, sowie den Haftungs- und Nachforderungsbescheid vom 21. September 2000 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 19. September 2001 aufzuheben.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Steuerbefreiung des &sect; 8 Abs. 3 EStG nicht auf das nach Wahl der Arbeitnehmer in Form eines Warengutscheines ausgezahlte Urlaubsgeld Anwendung findet. Denn das in dieser Form zugewandte Urlaubsgeld ist nicht als Sachlohn, sondern als Barlohn zu behandeln.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Urlaubsgeldzahlungen geh&ouml;ren zu den nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG lohnsteuerpflichtigen Vorteilen. Dies ist im Grundsatz zwischen den Beteiligten zu Recht auch nicht streitig. Allerdings finden entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auf die im Streitfall in Form von Gutscheinen geleisteten Urlaubsgelder nicht die f&uuml;r Waren oder Dienstleistungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG geltenden Steuerbefreiungen des &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 EStG Anwendung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die besondere Rabattbesteuerung des &sect; 8 Abs. 3 EStG setzt u.a. voraus, dass der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber Waren oder Dienstleistungen aus dessen Produktpalette (verbilligt) erh&auml;lt. Nur f&uuml;r Sachbez&uuml;ge gilt die Sonderbewertung des &sect; 8 Abs. 3 EStG. Barlohn bedarf keiner gesonderten Bewertung; er ist nach dem Nominalwertprinzip mit dem Nennwert zu erfassen (vgl. u.a. Senatsurteile vom 16. Februar 2005 VI R 46\/03, BFHE 209, 214, BStBl II 2005, 529, m.w.N; vom 23. August 2007 VI R 44\/05, BStBl II 2008, 52).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Erh&auml;lt der Arbeitnehmer als Entlohnung solche Waren oder Dienstleistungen des Arbeitgebers, kann daf&uuml;r zwar die besondere Rabattbesteuerung f&uuml;r Sachbez&uuml;ge nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 EStG Anwendung finden. Dies setzt jedoch voraus, dass der Anspruch des Arbeitnehmers origin&auml;r auf diese Sachbez&uuml;ge gerichtet ist. Hatte stattdessen der Arbeitnehmer einen auf Geld gerichteten Lohnanspruch und verwendet er diesen zum Erwerb der entsprechenden Ware oder Dienstleistung, ist dies Lohnverwendung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Wie der Senat schon mit Beschluss vom 20. August 1997 VI B 83\/97 (BFHE 183, 568, BStBl II 1997, 667) ausgesprochen hatte, sind nach gefestigter h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung f&uuml;r Lohneink&uuml;nfte zwar grunds&auml;tzlich nicht Anspr&uuml;che, sondern Zufl&uuml;sse ma&szlig;gebend. Allerdings kann ein Zufluss auch darin liegen, dass der geschuldete Barlohn nicht an den Arbeitnehmer ausbezahlt, sondern auf seine Weisung anderweitig verwendet wird. Denn eine solche Lohnverwendung erweist sich nur als Abk&uuml;rzung des Zahlungsweges, die den Charakter als Barlohn unber&uuml;hrt l&auml;sst. Dies gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die F&auml;lle, in denen sich Arbeitnehmer ihre Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber Dritten etwa aus Kauf, Miete oder Darlehen erf&uuml;llen lassen, wie auch f&uuml;r die F&auml;lle, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Rechtsgesch&auml;fte wie zwischen fremden Dritten abschlie&szlig;en und die Arbeitnehmer zu deren Erf&uuml;llung Barlohn verwenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Diese Grunds&auml;tze schlie&szlig;en indessen nicht aus, Barlohn in Sachlohn umzuwandeln. Eine solche Barlohnumwandlung setzt aber voraus, dass der Arbeitnehmer unter &Auml;nderung des Anstellungsvertrages auf einen Teil seines Barlohns verzichtet und ihm der Arbeitgeber stattdessen Sachlohn z.B. in Form eines Nutzungsvorteils oder Warenbezugsscheines gew&auml;hrt (vgl. Senatsbeschluss in BFHE 183, 568, BStBl II 1997, 667). Dabei ist die Frage, ob ein Anspruch auf Barlohn oder Sachlohn besteht, auf den Zeitpunkt bezogen zu entscheiden, zu dem der Arbeitnehmer &uuml;ber seinen Lohnanspruch verf&uuml;gt. Bestand zu diesem Zeitpunkt jedenfalls auch ein Anspruch auf Barlohn, l&auml;sst auch eine vor diesen Zeitpunkt r&uuml;ckwirkende Fiktion der Leistungskonkretisierung nach &sect; 263 Abs. 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) den Befund, dass zum Zeitpunkt der Wahlaus&uuml;bung ein unentziehbarer Barlohnanspruch bestanden hatte, nicht nachtr&auml;glich entfallen. Zivilrecht und Steuerrecht sind nebengeordnete, gleichrangige Rechtsgebiete, die denselben Sachverhalt aus einer anderen Perspektive und unter anderen Wertungsgesichtspunkten beurteilen. Die Parteien k&ouml;nnen zwar einen Sachverhalt vertraglich gestalten, nicht aber die steuerrechtlichen Folgen bestimmen, die das Steuergesetz an die vorgegebene Gestaltung kn&uuml;pft. Insoweit gilt zwar eine Vorherigkeit, aber kein Vorrang des Zivilrechts (vgl. Kammerbeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Dezember 1991&nbsp;&nbsp;2 BvR 72\/90, BStBl II 1992, 212).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach Ma&szlig;gabe der vorstehenden Grunds&auml;tze hat die Vorinstanz zutreffend entschieden, dass die an die Arbeitnehmer im Streitfall ausgeh&auml;ndigten Warengutscheine nicht zu einem Sachbezug nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 EStG, sondern zu Einnahmen in Geld i.S. des &sect; 8 Abs. 1 EStG gef&uuml;hrt haben. Denn die Arbeitnehmer haben auf ihren Barlohnanspruch nicht zugunsten eines Sachlohns verzichtet, sondern den Barlohn zum Erwerb der Warengutscheine verwendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach den Feststellungen des FG blieb mit der Betriebsvereinbarung der tarifvertraglich bestehende schuldrechtliche Anspruch auf Urlaubsgeld unangetastet. Insbesondere ersetzte die Betriebsvereinbarung, die den Arbeitnehmern das Recht einr&auml;umte, zwischen Urlaubsgeld und Warengutschein zu w&auml;hlen, nicht von vornherein den Anspruch auf Urlaubsgeld durch einen solchen auf einen Warengutschein. Danach blieb es vielmehr der Entscheidung jedes einzelnen Arbeitnehmers &uuml;berlassen, ob er seinen Anspruch auf Urlaubsgeld in Form einer Geldzahlung oder in Form eines Warengutscheines geltend machte. Insofern gab die Betriebsvereinbarung lediglich eine Rechtsgrundlage daf&uuml;r, dass die Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin den Anspruch auf Urlaubsgeld mit befreiender Wirkung durch einen Warengutschein erf&uuml;llen konnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das Revisionsvorbringen der Kl&auml;gerin, dass nach &sect; 263 Abs. 2 BGB die gew&auml;hlte Leistung als die von Anfang an allein geschuldete gelte und sich das Schuldverh&auml;ltnis r&uuml;ckwirkend auf die gew&auml;hlte Leistung &#8211;n&auml;mlich den Warengutschein&#8211; konzentriere, l&auml;sst dieses Ergebnis unber&uuml;hrt. Denn im Streitfall bestand der Barlohnanspruch der Arbeitnehmer unentziehbar fort, bis die Arbeitnehmer sich f&uuml;r eine der Leistungen entschieden hatten. Die Betriebsvereinbarung selbst lie&szlig; den Anspruch der Arbeitnehmer auf Barentlohnung unber&uuml;hrt, ersetzte insbesondere nicht den schuldrechtlichen Anspruch auf Barlohn durch einen solchen auf Sachlohn. Die Aus&uuml;bung der Wahl durch die Arbeitnehmer beinhaltete somit die Verf&uuml;gung &uuml;ber ihren f&auml;lligen oder f&auml;llig werdenden Lohnanspruch, der zu diesem Zeitpunkt auch ein Barlohnanspruch war. Mit der Entscheidung f&uuml;r einen Warengutschein verwendeten die Arbeitnehmer den ihnen geschuldeten Barlohn f&uuml;r den Erwerb des Gutscheines.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Entscheidung, einen Warengutschein zu w&auml;hlen, war deshalb Barlohnverwendung, nicht Barlohnersetzung unabh&auml;ngig davon, ob im Streitfall die Betriebsvereinbarung eine Wahlschuld im eigentlichen Sinne oder eine Ersetzungsbefugnis begr&uuml;ndet hatte (vgl. dazu Palandt\/Heinrichs, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 67. Aufl., &sect; 262 Rz 1 ff., 7 ff., jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.3.2008, VI R 6\/05 Barlohnumwandlung: Auszahlung des Urlaubsgeldes in Form von Warengutscheinen kein Sachlohn &#8211; kein Vorrang Zivilrecht vor Steuerrecht Leits&auml;tze Die Umwandlung von Barlohn in Sachlohn setzt voraus, dass der Arbeitnehmer unter &Auml;nderung des Anstellungsvertrages auf einen Teil seines Barlohns verzichtet und ihm der Arbeitgeber stattdessen Sachlohn gew&auml;hrt. 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