{"id":17239,"date":"2012-12-10T15:10:25","date_gmt":"2012-12-10T13:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17239"},"modified":"2012-12-10T15:10:25","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:25","slug":"v-r-44-06-haftung-des-leistungsempfaengers-fuer-vom-leistenden-nicht-abgefuehrte-umsatzsteuer-bindung-nach-par-118-abs-2-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-44-06-haftung-des-leistungsempfaengers-fuer-vom-leistenden-nicht-abgefuehrte-umsatzsteuer-bindung-nach-par-118-abs-2-fgo\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;44\/06 &#8211; Haftung des Leistungsempf&auml;ngers f&uuml;r vom Leistenden nicht abgef&uuml;hrte Umsatzsteuer &#8211; Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2008, V R 44\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftung des Leistungsempf&auml;ngers f&uuml;r vom Leistenden nicht abgef&uuml;hrte Umsatzsteuer &#8211; Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>In Insolvenzf&auml;llen kann nicht generell davon ausgegangen werden, dass der sp&auml;tere Insolvenzschuldner die Absicht hat, die von ihm in einer Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht zu entrichten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist die Haftung eines Leistungsempf&auml;ngers gem&auml;&szlig; &sect; 25d des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) f&uuml;r die vom Leistenden nicht abgef&uuml;hrte Umsatzsteuer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, betreibt einen &quot;Montageservice&quot;. Sie erwarb im November 2004 von der &#8230; (B-GmbH) verschiedene Gegenst&auml;nde des Anlageverm&ouml;gens (Maschinen usw.) zum Preis von 7 300 EUR zuz&uuml;glich 1 168 EUR Umsatzsteuer (Rechnung vom 12. November 2004).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum Erwerbszeitpunkt befand sich die B-GmbH im vorl&auml;ufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht hatte mit Beschluss vom 18. August 2004 gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 21, 22 der Insolvenzordnung (InsO) zur Sicherung der k&uuml;nftigen Insolvenzmasse und zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts verschiedene Sicherungsma&szlig;nahmen angeordnet und einen vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter &#8211;Herrn M&#8211; bestellt. In dem Beschluss hei&szlig;t es u.a.:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &quot;Verf&uuml;gungen der Schuldnerin &uuml;ber Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde sind nur noch mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters wirksam (&sect; 21 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt. InsO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter ist nicht allgemeiner Vertreter der Schuldnerin. Er hat die Aufgabe, durch &Uuml;berwachung der Schuldnerin das Verm&ouml;gen zu sichern und zu erhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter wird erm&auml;chtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (&sect; 23 Abs. 1 Satz 3 InsO).&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter genehmigte den Verkauf, lehnte jedoch die Abf&uuml;hrung der in der Rechnung vom 12. November 2004 gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer in H&ouml;he von 1 168 EUR ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 3. Dezember 2004 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-GmbH das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. M wurde zum Insolvenzverwalter bestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm die Kl&auml;gerin durch Haftungsbescheid vom 17. August 2005 nach vorheriger Anh&ouml;rung als Haftungsschuldnerin f&uuml;r Steuerr&uuml;ckst&auml;nde der B-GmbH gem&auml;&szlig; &sect; 25d UStG in H&ouml;he von 1 168 EUR in Anspruch. Zur Begr&uuml;ndung hei&szlig;t es u.a.: Aufgrund der Hinweise auf der Rechnung auf ein Gespr&auml;ch mit dem Insolvenzverwalter sei davon auszugehen, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend der Kaufpreisverhandlungen mit dem vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter von dem gestellten Insolvenzantrag und den gerichtlich angeordneten Sicherungsma&szlig;nahmen Kenntnis erlangt habe. Zumindest aber h&auml;tte sie unter Zugrundelegung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes hiervon Kenntnis haben m&uuml;ssen. Es h&auml;tte dann der Kl&auml;gerin zumindest bewusst sein m&uuml;ssen, dass die Insolvenzschuldnerin wegen der Sicherungsma&szlig;nahmen die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht an das FA abf&uuml;hren w&uuml;rde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Haftungsverfahren hatte der Insolvenzverwalter der B-GmbH gegen&uuml;ber dem FA mit Schreiben vom 15. Juni 2005 die folgenden Angaben gemacht:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &quot;Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Insolvenzschuldnerin hat w&auml;hrend der vorl&auml;ufigen Insolvenzverwaltung beabsichtigt, die entstehenden Umsatzsteuerbetr&auml;ge abzuf&uuml;hren. Frau &#8230; durfte &uuml;ber die Betr&auml;ge nicht verf&uuml;gen. Sie konnte auch nicht Vorkehrungen treffen, um die Zahlungen der Umsatzsteuerbetr&auml;ge sicherzustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund des Insolvenzverfahrens ist es mir nicht m&ouml;glich, die Umsatzsteuerbetr&auml;ge, die vor Insolvenzer&ouml;ffnung entstanden sind, an das Finanzamt abzuf&uuml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Meines Erachtens konnte die Erwerberin nicht wissen, da&szlig; die Verk&auml;uferin die Umsatzsteuer nicht entrichten wird. Zumindest habe ich ihr das nicht mitgeteilt. Im &uuml;brigen war die Insolvenzschuldnerin in der Lage, die Umsatzsteuer abzuf&uuml;hren. Aufgrund der vom Amtsgericht ausgebrachten Sicherungsma&szlig;nahmen habe ich die &Uuml;berweisung jedoch nicht durchgef&uuml;hrt.&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen den Haftungsbescheid erhob die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 45 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Sprungklage, der das FA zustimmte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt und hob den Umsatzsteuer-Haftungsbescheid vom 17. August 2005 auf.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, es lasse sich nicht feststellen, dass die Haftungsvoraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect; 25d Abs. 1 Satz 1 UStG erf&uuml;llt seien, was zu Lasten der darlegungs- und beweispflichtigen Beklagtenseite zu gehen habe. Dass der Aussteller der Rechnung entsprechend seiner vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichtet oder sich hierzu vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt habe, sei weder bewiesen noch aussagekr&auml;ftig unter Beweis gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unabh&auml;ngig davon k&ouml;nne auch der Erwerberin nicht ohne Weiteres unterstellt werden, dass diese in der Frage der Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer bei vorl&auml;ufiger Insolvenzverwaltung mit sog. schwachem Verwalter das insolvenzrechtliche Erfahrungswissen eines Finanzamts habe. Die Beweiserleichterung gem&auml;&szlig; &sect; 25d Abs. 2 UStG greife ebenfalls nicht ein, weil die Ger&auml;tschaften zu markt&uuml;blichen Konditionen ver&auml;u&szlig;ert worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2006, 1869 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA Verletzung von &sect; 25d UStG und macht im Wesentlichen geltend:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG habe zu Unrecht dem Umstand, dass bereits vor Abschluss des zur Umsatzsteuerschuld f&uuml;hrenden Rechtsgesch&auml;fts ein Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-GmbH gestellt worden sei, nicht geb&uuml;hrend beachtet. Sei &#8211;wie hier&#8211; die allgemeine Verf&uuml;gungsbefugnis nicht auf den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter &uuml;bertragen worden, so geh&ouml;re die im Insolvenzer&ouml;ffnungsverfahren begr&uuml;ndete Umsatzsteuer zu den Insolvenzforderungen nach &sect; 38 InsO. Der sog. &quot;schwache&quot; vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter sei zu ihrer Zahlung weder nach Steuerrecht noch nach Insolvenzrecht verpflichtet. Ebenso wie nach alter Rechtslage der Sequester sei der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter ohne Verf&uuml;gungsbefugnis wegen des Sicherungszwecks der Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters nicht berechtigt, Zahlungen aus der sp&auml;teren Masse zu leisten, soweit diese nicht zur Aufrechterhaltung des Betriebs zwingend erforderlich seien. Im Er&ouml;ffnungsverfahren begr&uuml;ndete Umsatzsteuerverbindlichkeiten geh&ouml;rten nicht hierzu, da ihnen grunds&auml;tzlich kein gleichwertiger Vorteil f&uuml;r die Masse gegen&uuml;berstehe. Im Gesamtinteresse aller Gl&auml;ubiger an einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Verwaltung und den Belangen des Schuldners k&ouml;nne der Insolvenzverwalter der Befriedigung der im Zusammenhang mit einem w&auml;hrend des Er&ouml;ffnungsverfahrens get&auml;tigten Rechtsgesch&auml;ft begr&uuml;ndeten Umsatzsteuerverbindlichkeit und damit der Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer an das FA regelm&auml;&szlig;ig nicht zustimmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Rechtsausf&uuml;hrungen habe die B-GmbH bzw. deren gesetzlicher Vertreter von vornherein nicht davon ausgehen k&ouml;nnen, dass die ausgewiesene Umsatzsteuer vorab an das FA abgef&uuml;hrt werde. Vielmehr habe bereits bei Vertragsabschluss festgestanden, dass die B-GmbH als Ausstellerin der Rechnung entsprechend einer vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichten werde, da sie habe wissen m&uuml;ssen, dass der Insolvenzverwalter die Zustimmung zur Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer nicht erteilen werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Jedenfalls sei es ihr anzulasten, dass sie nicht daf&uuml;r Sorge getragen habe, die steuerlichen Konsequenzen des mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters abgeschlossenen Verkaufsgesch&auml;fts abzukl&auml;ren. Ein Unternehmen, das sich im vorl&auml;ufigen Insolvenzverfahren befinde und bei dem das zust&auml;ndige Amtsgericht Sicherungsma&szlig;nahmen nach &sect; 21 InsO angeordnet habe, wisse, dass es rechtsgesch&auml;ftliche Verf&uuml;gungen, wozu auch die Entrichtung von Steuern geh&ouml;re, nur mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters treffen k&ouml;nne.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die B-GmbH als Rechnungsausstellerin habe gewusst, dass sie w&auml;hrend des Insolvenzer&ouml;ffnungsverfahrens &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen nicht frei verf&uuml;gen k&ouml;nne und ihr daher unter Ber&uuml;cksichtigung der insolvenzrechtlichen Sicherungsma&szlig;nahmen eine Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer nicht m&ouml;glich gewesen sei. Dass sie das Rechtsgesch&auml;ft in diesem Wissen dennoch abgeschlossen habe, lasse nur den R&uuml;ckschluss zu, dass sie die vereinnahmte Umsatzsteuer entsprechend einer vorgefassten Absicht nicht entrichtet habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG habe ferner zu Unrecht auch die Haftungsvoraussetzungen des &sect; 25d Abs. 1 UStG in der Person der Kl&auml;gerin verneint. Diese habe zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gewusst, dass sich die B-GmbH als Rechnungsausstellerin seit geraumer Zeit im Insolvenzer&ouml;ffnungsverfahren befunden habe. Die Tatsache, dass ein Insolvenzverfahren in Gang gesetzt worden sei, dokumentiere &ouml;ffentlich, dass das betreffende Unternehmen nicht mehr in der Lage sei, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Als am Wirtschaftsleben beteiligte Unternehmerin habe der Kl&auml;gerin nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns bekannt sein m&uuml;ssen, dass die von ihr an die B-GmbH gezahlte Umsatzsteuer von dieser nicht an das FA abgef&uuml;hrt werden w&uuml;rde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung die Klage als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 90a Abs. 2 Satz 2 FGO statthafte Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Haftungsvoraussetzungen des &sect; 25d Abs. 1 UStG nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Anzuwenden ist im Streitfall &sect; 25d UStG in der durch Art. 5 Nr. 31 Buchst. a des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2003 (St&Auml;ndG 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710) ge&auml;nderten, ab dem 1. Januar 2004 geltenden Fassung. Denn der Vertrag &uuml;ber den streitigen Umsatz wurde im November 2004 abgeschlossen (vgl. zum Anwendungsbereich der Vorschrift: Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 25d Rz 4).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Danach haftet der Unternehmer f&uuml;r die Steuer aus einem vorangegangenen Umsatz, soweit diese in einer nach &sect; 14 UStG ausgestellten Rechnung ausgewiesen wurde, der Aussteller der Rechnung entsprechend seiner vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichtet oder sich vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt hat, die ausgewiesene Steuer zu entrichten und der Unternehmer bei Abschluss des Vertrages &uuml;ber seinen Eingangsumsatz davon Kenntnis hatte oder nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns h&auml;tte haben m&uuml;ssen (&sect; 25d Abs. 1 Satz 1 UStG). Trifft dies auf mehrere Unternehmer zu, so haften diese als Gesamtschuldner (&sect; 25d Abs. 1 Satz 2 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Von der Kenntnis oder dem Kennenm&uuml;ssen ist insbesondere auszugehen, wenn der Unternehmer f&uuml;r seinen Umsatz einen Preis in Rechnung stellt, der zum Zeitpunkt des Umsatzes unter dem markt&uuml;blichen Preis liegt (&sect; 25d Abs. 2 Satz 1 UStG). Dasselbe gilt, wenn der ihm in Rechnung gestellte Preis unter dem markt&uuml;blichen Preis oder unter dem Preis liegt, der seinem Lieferanten oder anderen Lieferanten, die am Erwerb der Ware beteiligt waren, in Rechnung gestellt wurde (&sect; 25d Abs. 2 Satz 2 UStG). Weist der Unternehmer nach, dass die Preisgestaltung betriebswirtschaftlich begr&uuml;ndet ist, finden die S&auml;tze 1 und 2 keine Anwendung (&sect; 25d Abs. 2 Satz 3 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. &sect; 25d UStG hat in der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage &#8211; (Richtlinie 77\/388\/EWG) kein Vorbild. Die Vorschrift findet jedoch in Art. 21 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG ihre Grundlage. Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten in den F&auml;llen nach Art. 21 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmen, dass eine andere Person als der Steuerschuldner die Steuer gesamtschuldnerisch zu entrichten hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Art. 21 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist dahin auszulegen, dass er einen Mitgliedstaat erm&auml;chtigt, eine Regelung zu erlassen, wonach ein Steuerpflichtiger, an den eine Lieferung von Gegenst&auml;nden oder eine Dienstleistung bewirkt worden ist und der wusste oder f&uuml;r den hinreichende Verdachtsgr&uuml;nde daf&uuml;r bestanden, dass die aufgrund dieser oder einer fr&uuml;heren oder sp&auml;teren Lieferung oder Dienstleistung f&auml;llige Mehrwertsteuer ganz oder teilweise unbezahlt bleiben w&uuml;rde, gesamtschuldnerisch mit dem Steuerschuldner auf Zahlung dieser Steuer in Anspruch genommen werden kann. Eine solche Regelung muss jedoch den allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tzen, die Teil der Gemeinschaftsrechtsordnung sind und zu denen u.a. die Grunds&auml;tze der Rechtssicherheit und der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit geh&ouml;ren, gen&uuml;gen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 11. Mai 2006 Rs. C-384\/04, Federation of Technological Industries, Slg. 2006, I-4191; BFH\/NV Beilage 2006, 312, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2006, 410).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Hierzu hat der EuGH in dem bezeichneten Urteil u.a. ausgef&uuml;hrt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Was insbesondere den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit betreffe, so sei es zwar legitim, dass von dem Mitgliedstaat auf der Grundlage von Art. 21 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG erlassene Ma&szlig;nahmen darauf abzielten, die Anspr&uuml;che des Staates m&ouml;glichst wirksam zu sch&uuml;tzen; sie d&uuml;rften jedoch nicht &uuml;ber das hinausgehen, was hierzu erforderlich sei (Rdnr. 30).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit sich der Mitgliedstaat bei einer derartigen Regelung auf Vermutungen st&uuml;tze, d&uuml;rften diese nicht in einer Art und Weise formuliert werden, dass es f&uuml;r den Steuerpflichtigen praktisch unm&ouml;glich oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig schwierig werde, sie durch den Gegenbeweis zu widerlegen. Solche Vermutungen w&uuml;rden sonst de facto ein System der unbedingten Haftung einf&uuml;hren, das &uuml;ber das hinausginge, was erforderlich sei, um die Anspr&uuml;che des Staates zu sch&uuml;tzen (Rdnr. 32).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wirtschaftsteilnehmer, die alle Ma&szlig;nahmen tr&auml;fen, die vern&uuml;nftigerweise von ihnen verlangt werden k&ouml;nnten, um sicherzustellen, dass ihre Ums&auml;tze nicht zu einer Lieferkette geh&ouml;rten, die einen mit einem Mehrwertsteuerbetrug behafteten Umsatz einschlie&szlig;e, m&uuml;ssten n&auml;mlich auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieser Ums&auml;tze vertrauen k&ouml;nnen d&uuml;rfen, ohne Gefahr zu laufen, f&uuml;r die Zahlung dieser von einem anderen Steuerpflichtigen geschuldeten Steuer gesamtschuldnerisch in Anspruch genommen zu werden (Rdnr. 33).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es sei Sache des nationalen Gerichts, zu beurteilen, ob eine nationale Regelung den allgemeinen Grunds&auml;tzen des Gemeinschaftsrechts gen&uuml;ge (Rdnr. 34).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ob die &#8211;bereits im Gesetzgebungsverfahren sowie in der Literatur umstrittene&#8211; Vorschrift des &sect; 25d UStG diesen gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;gt, k&ouml;nnte insbesondere angesichts des weiten Wortlauts der Vorschrift (vgl. dazu z.B. Widmann, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2002, 166, 168; Forster\/ Schorer, UR 2002, 361; Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 25d Rz 9; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect; 25d Rz 34; Tehler in Rei&szlig;\/Krauesel\/Langer, UStG, &sect; 25d Rz 28 ff.; Blesinger in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect; 25d UStG Rz 7 ff., 12 f.) zweifelhaft sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anders als &sect; 25d UStG beschr&auml;nkt sich etwa die in Gro&szlig;britannien geltende Regelung, die Gegenstand des bezeichneten EuGH-Urteils war, auf folgende Waren: Telefone und andere zur Verwendung im Zusammenhang mit Telefonen oder Telekommunikation hergestellte oder modifizierte Ger&auml;te, einschlie&szlig;lich Teile und Zubeh&ouml;r sowie Computer und andere zur Verwendung im Zusammenhang mit Computern oder Computersystemen hergestellte oder modifizierte Ger&auml;te, einschlie&szlig;lich Teile, Zubeh&ouml;r und Software (vgl. Rdnr. 6 des EuGH-Urteils Federation of Technological Industries in Slg. 2006, I-4191, BFH\/NV Beilage 2006, 312, UR 2006, 410).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Im Streitfall braucht der Senat diesen Zweifeln nicht nachzugehen. Denn eine Haftung der Kl&auml;gerin nach &sect; 25d UStG scheidet aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Voraussetzungen f&uuml;r eine Haftung nach &sect; 25d Abs. 1 Satz 1 UStG sind (vgl. auch Abschn. 276d Abs. 2 der Umsatzsteuer-Richtlinien &#8211;UStR&#8211;):      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\">                      <\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; Die aus einem vorangegangenen Umsatz geschuldete Umsatzsteuer wurde nicht entrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; Diese Umsatzsteuer wurde in einer Rechnung nach &sect; 14 UStG ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">oder er hat sich vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt, diese zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">vors&auml;tzlichen Handeln des Rechnungsausstellers Kenntnis oder h&auml;tte nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns Kennt-<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dabei liegt die Darlegungs- und Feststellungslast grunds&auml;tzlich bei dem f&uuml;r den Erlass des Haftungsbescheides zust&auml;ndigen FA (zutreffend Abschn. 276d Abs. 4 UStR).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die W&uuml;rdigung des FG, es lasse sich (bereits) nicht feststellen, dass die B-GmbH als Ausstellerin der Rechnung entsprechend ihrer vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichtet oder sich hierzu vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt habe, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Auf die Kenntnis oder das Kennenm&uuml;ssen der Kl&auml;gerin als Leistungsempf&auml;ngerin kommt es deshalb nicht mehr an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Nach &sect; 118 Abs. 2 FGO ist der Bundesfinanzhof (BFH) an die im angefochtenen Urteil getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen gebunden, es sei denn, dass in Bezug auf diese Feststellungen zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsgr&uuml;nde vorgebracht sind. Zu den der Bindung unterliegenden Feststellungen geh&ouml;ren auch die Schlussfolgerungen tats&auml;chlicher Art auf das Vorliegen bestimmter subjektiver Tatbestandsmerkmale &#8211; wie hier gem&auml;&szlig; &sect; 25d Abs. 1 Satz 1 UStG: Absicht und Vorsatz (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 27. August 1991 VIII R 84\/89, BFHE 165, 330, BStBl II 1992, 9, unter 3. b).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Bindung des BFH entf&auml;llt nur dann, wenn die Folgerungen mit den Denkgesetzen oder Erfahrungss&auml;tzen unvereinbar sind. Die Gesamtw&uuml;rdigung durch das FG bindet das Revisionsgericht auch dann, wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 165, 330, BStBl II 1992, 9, unter 3. b).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die W&uuml;rdigung des FG im Streitfall verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch gegen Erfahrungss&auml;tze. Das FG konnte zu dem Schluss kommen, es sei nicht bewiesen, dass die B-GmbH als Ausstellerin der Rechnung entsprechend ihrer vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichtet oder sich hierzu vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat hierzu ausgef&uuml;hrt, im Falle der Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters ohne Anordnung eines allgemeinen Verf&uuml;gungsverbots verbleibe die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis und damit auch die steuerrechtliche Verantwortlichkeit beim Insolvenzschuldner. Die B-GmbH bzw. deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer seien daher verpflichtet gewesen, die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer abzuf&uuml;hren. Daran &auml;ndere der hier angeordnete allgemeine Zustimmungsvorbehalt zugunsten des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters nichts (Hinweis auf BFH-Beschluss vom 30. Dezember 2004 VII B 145\/04, BFH\/NV 2005, 665). Dementsprechend komme es in der Haftungsfrage auf die innere Einstellung der ver&auml;u&szlig;ernden Insolvenzschuldnerin bzw. ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer an. Dass diese die vorgefasste Absicht hatten, die in der ausgestellten Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht zu entrichten, k&ouml;nne unter den vorliegenden Bedingungen nicht ohne weiteres unterstellt werden. Das FA st&uuml;tze seine anderweitige Tatsachenbeurteilung in erster Linie auf die Erfahrungstatsache, dass w&auml;hrend der Phase der vorl&auml;ufigen Insolvenzverwaltung vom Insolvenzschuldner ausgewiesene Umsatzsteuer mangels Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters &uuml;blicherweise nicht entrichtet werde. Diese Tatsache m&ouml;ge zwar im Wesentlichen zutreffend sein, reiche aber &#8211;f&uuml;r sich genommen&#8211; nicht aus, um dem Rechnungsaussteller eine entsprechende vorgefasste Absicht zu unterstellen. Zu ber&uuml;cksichtigen sei n&auml;mlich, dass der Insolvenzschuldner &#8211;wenn auch nur mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters und\/ oder des Insolvenzgerichts&#8211; an der Entrichtung der Umsatzsteuer nicht gehindert sei. Dass aber ein jeder Insolvenzschuldner ungeachtet seiner pers&ouml;nlichen Insolvenzerfahrungen von vornherein die sp&auml;tere Ablehnung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters ins Kalk&uuml;l einbeziehe, sei nicht durch hinreichende Erfahrungstatsachen belegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Ablehnung der Abf&uuml;hrung der Umsatzsteuer durch den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter sei im Streitfall auch nicht rechtlich vorbestimmt gewesen. Dem Beschluss des Insolvenzgerichts vom 18. August 2004 lasse sich zu einer solchen Ablehnungsverpflichtung nichts entnehmen. Hinzu komme, dass es dem vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter im Zweifelsfalle durchaus m&ouml;glich gewesen w&auml;re, eine insolvenzgerichtliche Genehmigung zu beantragen. Das Insolvenzgericht k&ouml;nne einen vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter auch ohne begleitendes allgemeines Verf&uuml;gungsverbot dazu erm&auml;chtigen, einzelne, im Voraus festgelegte Verpflichtungen zu Lasten der sp&auml;teren Insolvenzmasse einzugehen, soweit sie f&uuml;r eine erfolgreiche Verwaltung n&ouml;tig erschienen (Hinweis auf Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 18. Juli 2002 IX ZR 195\/01, BGHZ 151, 353, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2002, 3326, 3329).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Konkrete Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass sich die Insolvenzschuldnerin hier vors&auml;tzlich au&szlig;er Stande gesetzt habe, die ausgewiesene Umsatzsteuer zu entrichten, seien weder vorgetragen noch sonst den Akten zu entnehmen. In seinem Schreiben vom 15. Juni 2005 habe der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter dem FA mitgeteilt, dass die B-GmbH sehr wohl die Abf&uuml;hrung der ausgewiesenen Umsatzsteuer beabsichtigt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Diese Ausf&uuml;hrungen des FG stehen im Einklang mit der Rechtsprechung des BFH zur Rechtsstellung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt. InsO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter, auf den die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Schuldners nicht &uuml;bergegangen ist, wird auch als &#8217;schwacher&#8216; vorl&auml;ufiger Insolvenzverwalter bezeichnet. Seine Rechtsstellung unterscheidet sich deutlich von der des sog. &#8217;starken&#8216; Insolvenzverwalters, auf den infolge eines allgemeinen Verf&uuml;gungsverbots die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Schuldners &uuml;bergegangen ist. So gelten die von einem &#8217;starken&#8216; vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens als Masseverbindlichkeiten (&sect; 55 Abs. 2 Satz 1 InsO). Bei Rechtsstreiten, die das Verm&ouml;gen des Schuldners betreffen, wird das Verfahren nach &sect; 240 Satz 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) unterbrochen, wenn die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Schuldners auf den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter &uuml;bergeht. Bei dem sog. schwachen Insolvenzverwalter treten diese Rechtsfolgen nicht ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wenn das Insolvenzgericht gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt. InsO anordnet, dass Verf&uuml;gungen des Schuldners nur mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters wirksam sind, haben Schuldner und vorl&auml;ufiger Insolvenzverwalter eine vergleichbar starke Stellung; der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter ist als &quot;Berater&quot; des Schuldners anzusehen (vgl. BFH-Urteil vom 1. April 2004 V R 24\/03, BFHE 204, 520, BStBl II 2004, 905, unter II.2., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 13. Juni 2007 V B 47\/06, BFH\/NV 2007, 1936, UR 2007, 809).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar hat sich grunds&auml;tzlich auch der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter, der lediglich mit einem Zustimmungsvorbehalt ausgestattet wurde (&sect; 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, 2. Alt., &sect; 22 Abs. 2 Satz 1 InsO), an dem Ziel zu orientieren, die k&uuml;nftige Masse zu sichern und zu erhalten (&sect; 22 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 InsO). Daraus folgt, dass er Forderungen einzelner Gl&auml;ubiger nur erf&uuml;llen &#8211;und somit das Schuldnerverm&ouml;gen nur vermindern&#8211; darf, wenn dies im Einzelfall zur Erf&uuml;llung der ihm obliegenden Aufgaben, etwa zur Fortf&uuml;hrung des Schuldnerunternehmens, im Interesse der Gl&auml;ubigergesamtheit erforderlich oder wenigstens zweckm&auml;&szlig;ig erscheint (vgl. BGH-Urteil vom 4. November 2004 IX ZR 22\/03, BGHZ 161, 49, NJW 2005, 675, unter II.3.b bb (1)).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gleichwohl bleibt trotz der Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis beim Schuldner (vgl. BFH-Urteil in BFHE 204, 520, BStBl II 2004, 905; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1936, UR 2007, 809). Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH ist deshalb an der Entrichtung der Umsatzsteuer &#8211;wenn auch nur mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters&#8211; nicht grunds&auml;tzlich gehindert (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 665, unter 1.a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Die W&uuml;rdigung des FG erweist sich auch deshalb als zutreffend, weil in Insolvenzf&auml;llen jedenfalls nicht generell davon ausgegangen werden kann, dass der sp&auml;tere Insolvenzschuldner (Rechnungsaussteller) die Absicht hat, die von ihm ausgewiesene Umsatzsteuer nicht zu entrichten (vgl. Klenk in S&ouml;lch\/ Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 25d Rz 13; Forster\/Schorer, UR 2002, 361, 363; Loose, EFG 2006, 1870; wohl auch Farr, Deutsches Steuerrecht 2007, 706, 708).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Das vorstehend begr&uuml;ndete Ergebnis steht schlie&szlig;lich im Einklang mit dem Zweck des &sect; 25d UStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Vorschrift dient der Bek&auml;mpfung des Umsatzsteuerbetrugs, insbesondere in Form von Karussellgesch&auml;ften, bei denen in den Fiskus sch&auml;digender Absicht Rechnungen mit Umsatzsteuer ausgestellt werden, um dem Rechnungsempf&auml;nger den Vorsteuerabzug zu erm&ouml;glichen, ohne die ausgewiesene und geschuldete Steuer zu entrichten (so ausdr&uuml;cklich Abschn. 276d Abs. 1 UStR). Das ergibt sich aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung (vgl. BTDrucks 14\/7471; BTDrucks 15\/1945; abgedruckt u.a. bei Klenk in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 25d Rz 2 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein solcher Sachverhalt liegt in F&auml;llen der vorliegenden Art aber nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &Uuml;ber die Frage, ob bei B&ouml;sgl&auml;ubigkeit des Leistungsempf&auml;ngers im Hinblick auf die Absicht des Rechnungsausstellers, die ausgewiesene Steuer nicht zu entrichten, eine Haftung des Leistungsempf&auml;ngers nach &sect; 25d UStG deswegen ausscheidet, weil dem Leistungsempf&auml;nger schon der Vorsteuerabzug nicht zusteht (W&auml;ger in UR 2006, 599, 600), war deshalb nicht zu entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2008, V R 44\/06 Haftung des Leistungsempf&auml;ngers f&uuml;r vom Leistenden nicht abgef&uuml;hrte Umsatzsteuer &#8211; Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO Leits&auml;tze In Insolvenzf&auml;llen kann nicht generell davon ausgegangen werden, dass der sp&auml;tere Insolvenzschuldner die Absicht hat, die von ihm in einer Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht zu entrichten. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-44-06-haftung-des-leistungsempfaengers-fuer-vom-leistenden-nicht-abgefuehrte-umsatzsteuer-bindung-nach-par-118-abs-2-fgo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;44\/06 &#8211; Haftung des Leistungsempf&auml;ngers f&uuml;r vom Leistenden nicht abgef&uuml;hrte Umsatzsteuer &#8211; Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17239\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}