{"id":17240,"date":"2012-12-10T15:10:20","date_gmt":"2012-12-10T13:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17240"},"modified":"2012-12-10T15:10:20","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:20","slug":"v-r-3-05-unzutreffende-umsetzung-von-gemeinschaftsrecht-durch-par-4-nr-21-buchst-b-ustg-1993-annahme-eines-schulunterrichts-und-hochschulunterrichts-indizwirkung-der-bescheinigung-der-zustaendigen-lan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-3-05-unzutreffende-umsetzung-von-gemeinschaftsrecht-durch-par-4-nr-21-buchst-b-ustg-1993-annahme-eines-schulunterrichts-und-hochschulunterrichts-indizwirkung-der-bescheinigung-der-zustaendigen-lan\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;3\/05 &#8211; Unzutreffende Umsetzung von Gemeinschaftsrecht durch &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 &#8211; Annahme eines &quot;Schulunterrichts und Hochschulunterrichts&quot; &#8211; Indizwirkung der Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.1.2008, V R 3\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Unzutreffende Umsetzung von Gemeinschaftsrecht durch &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 &#8211; Annahme eines &quot;Schulunterrichts und Hochschulunterrichts&quot; &#8211; Indizwirkung der Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 setzt Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht zutreffend um. Es ist fraglich, ob eine richtlinienkonforme Auslegung dieser Vorschrift m&ouml;glich ist.<\/p>\n<p>2. Ein Steuerpflichtiger kann sich f&uuml;r die Umsatzsteuerfreiheit seiner Leistungen unmittelbar auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen.<\/p>\n<p>3. F&uuml;r die Annahme eines &quot;Schulunterrichts und Hochschulunterrichts&quot; i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG ist entscheidend, ob vergleichbare Leistungen in Schulen erbracht werden und ob die Leistungen der blo&szlig;en Freizeitgestaltung gedient haben.<\/p>\n<p>4. Die Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde, dass eine Einrichtung auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet, ist ein Indiz daf&uuml;r, dass Leistungen, die tats&auml;chlich dem Anforderungsprofil der Bescheinigung entsprechen, nicht den Charakter einer blo&szlig;en Freizeitgestaltung haben.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt ein Ballett- und Tanzstudio (folgend Ballettstudio), f&uuml;r das sie in den Umsatzsteuererkl&auml;rungen 1995 bis 1997 zun&auml;chst steuerbare und steuerpflichtige Ums&auml;tze erkl&auml;rte. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte daraufhin die Umsatzsteuer erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. F&uuml;r 1995 hob das FA im &Auml;nderungsbescheid vom 13. Januar 1999 den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben vom 19. Oktober 1999 legte die Kl&auml;gerin eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde vom 6. Oktober 1999 vor, worin bescheinigt wird, dass die Kl&auml;gerin ordnungsgem&auml;&szlig; Kenntnisse und Fertigkeiten f&uuml;r einen sp&auml;teren Beruf vermittelt bzw. auf eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung vorbereitet. Gleichzeitig beantragte die Kl&auml;gerin, ihre f&uuml;r die Streitjahre 1995 bis 1998 erkl&auml;rten Ums&auml;tze als steuerfrei zu behandeln. Hierzu legte sie berichtigte (f&uuml;r 1995 bis 1997) bzw. erstmalige (f&uuml;r 1998) Steuererkl&auml;rungen vor, in denen die Ums&auml;tze als steuerfrei ausgewiesen wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung kam das FA zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich zwei von hundert Ballettsch&uuml;lern die Aufnahmepr&uuml;fung an der staatlichen Musikhochschule ablegten und eine weitere Berufsausbildung anstrebten. Das FA ging aus diesem Grund davon aus, dass auch nur 2 v.H. der Gesamtums&auml;tze der Kl&auml;gerin steuerfrei seien, und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre entsprechend ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Einspruchsverfahren legte die Kl&auml;gerin eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde vom 8. Februar 2001 vor, worin diese best&auml;tigt, dass die der Kl&auml;gerin am 6. Oktober 1999 erteilte Bescheinigung bereits ab dem Zeitpunkt der Aufnahme ihrer T&auml;tigkeit im M&auml;rz 1990 g&uuml;ltig sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Einspruchsentscheidung setzte das FA die Umsatzsteuer f&uuml;r 1998 aus nicht im Streit befindlichen Gr&uuml;nden auf 7 286 DM herab. Hinsichtlich des Streitstoffes blieb der Einspruch ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies mit seinem in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2005, 740 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Klage ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin seien nicht nach &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG 1993) von der Umsatzsteuer befreit, weil das von ihr betriebene Ballettstudio weder eine private &quot;Schule&quot; noch eine &quot;andere allgemeinbildende oder berufsbildende Einrichtung&quot; i.S. des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 sei. Allgemeinbildende Einrichtungen seien solche, die ein breit gef&auml;chertes Wissen vermittelten, ohne die Organisationsform der Schule zu haben. Nicht zu den allgemeinbildenden Einrichtungen geh&ouml;rten gewerbliche Unternehmen, die nur spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten &#8211;wie das von der Kl&auml;gerin betriebene Ballettstudio&#8211; vermittelten. Selbst wenn man die Unterrichtung in Ballett zur Allgemeinbildung rechne, bleibe es dabei, dass im Studio der Kl&auml;gerin kein breit gef&auml;chertes Wissen wie in der Schule vermittelt werde, sondern allenfalls ein kleiner Ausschnitt hieraus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin betreibe auch keine berufsbildende Schule oder Einrichtung i.S. des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993. Diese Vorschrift setze voraus, dass die Einrichtung Leistungen erbringe, die ihrer Art nach den Zielen der Berufsaus- oder der -fortbildung dienten, indem sie spezielle Kenntnisse und F&auml;higkeiten zur Aus&uuml;bung bestimmter beruflicher T&auml;tigkeiten vermittle. Darunter fielen die Tanz- und Ballettkurse der Kl&auml;gerin nicht, weil sie die Kursteilnehmer nicht auf einen bestimmten Beruf, sondern allenfalls auf die Aufnahmepr&uuml;fung vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts vorbereiteten. Die Kurse seien nicht Teil einer gesetzlich geregelten Berufsausbildung oder Berufsfortbildung. Die Rechtslage sei &auml;hnlich wie bei Fahr- oder Jagdschulen, die ebenfalls keine berufsbildenden Einrichtungen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieses Verst&auml;ndnis des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 entspreche auch dem Gemeinschaftsrecht, das in Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) eine sehr allgemein gefasste Formulierung vorgegeben und damit dem nationalen Gesetzgeber einen Spielraum er&ouml;ffnet habe, der es erm&ouml;gliche &#8211;wie in &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 geschehen&#8211; die Steuerbefreiung auf allgemein- oder berufsbildende Einrichtungen zu beschr&auml;nken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich die Revision der Kl&auml;gerin, mit der sie Verletzung materiellen Rechts (&sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993) geltend macht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie tr&auml;gt im Wesentlichen vor, die Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung nach dem Anteil der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, die sich tats&auml;chlich auf eine Aufnahmepr&uuml;fung an einer Fachhochschule f&uuml;r Musik und Tanz vorbereiten, versto&szlig;e gegen &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993. Diese Regelung stelle nicht auf die Ziele der Personen ab, die die Einrichtung besuchten, sondern darauf, ob der Einrichtung generell die Eigenschaft einer allgemeinbildenden oder berufsbildenden Einrichtung zukomme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) stehe der Finanzverwaltung keine eigene Pr&uuml;fungskompetenz hinsichtlich der Tatbestandsmerkmale des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 zu. Eine andere allgemeinbildende oder berufsbildende Einrichtung sei immer in dem Umfang anzunehmen, wie der beg&uuml;nstigte Bereich einer erteilten Bescheinigung i.S. des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 reiche. Andernfalls gehe der Pr&uuml;fungsaufwand f&uuml;r die Ausstellung der Bescheinigung ins Leere.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Einrichtung, die &#8211;wie das von ihr, der Kl&auml;gerin, betriebene Ballettstudio&#8211; k&uuml;nstlerischen Tanz unterrichte, sei sowohl als andere allgemeinbildende als auch als andere berufsbildende Einrichtung anzuerkennen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegenstand der Allgemeinbildung sei nicht nur die Wissensvermittlung in geistigen F&auml;chern, sondern auch die kulturelle Bildung. Auf die Vermittlung eines breit gef&auml;cherten Wissens k&ouml;nne es nicht ankommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das von ihr betriebene Ballettstudio sei eine berufsbildende Einrichtung, weil es auf den Beruf des T&auml;nzers ausgerichtet sei. Ohne professionelle Ausbildung bereits im Vorschulalter sei das sp&auml;tere Studium des Tanzes und damit die Aus&uuml;bung des Berufes des T&auml;nzers nicht m&ouml;glich; das Erlernen von Standardt&auml;nzen sei dagegen in jedem Alter m&ouml;glich. Die Zielsetzung, die konzeptionelle Ausgestaltung und die Durchf&uuml;hrung der Leistungen ihres Ballettunterrichts unterschieden sich von den Leistungen freier Unterrichtseinheiten grundlegend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Schlie&szlig;lich seien ihre Ums&auml;tze auch aus Gr&uuml;nden der Gleichbehandlung von der Umsatzsteuer zu befreien, weil die st&auml;dtische Musikschule der Stadt D bzw. einzelne Gymnasien, die auch Kurse der t&auml;nzerischen Fr&uuml;herziehung anb&ouml;ten, als &ouml;ffentliche Einrichtungen steuerbefreit seien. Gleiches gelte auch f&uuml;r die staatlichen Ballettschulen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung die Umsatzsteuer 1995 bis 1998 auf 0 DM festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin sind gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 steuerfrei, soweit es sich um Leistungen gehandelt hat, die nicht lediglich den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung gehabt haben. Die Feststellungen des FG lassen keine Beurteilung zu, ob und in welchem Umfang das der Fall gewesen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach der in den Streitjahren 1995 bis 1998 geltenden Vorschrift des &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 sind die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienenden Leistungen privater Schulen und anderer allgemeinbildender oder berufsbildender Einrichtungen steuerfrei, wenn die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass sie auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereiten. &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 setzt Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG um (vgl. BFH-Urteile vom 10. Juni 1999 V R 84\/98, BFHE 188, 462, BStBl II 1999, 578, unter II.2.; vom 23. August 2007 V R 4\/05, BFHE 217, 327, BFH\/NV 2007, 2215, unter II.2.b bb). Gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG befreien die Mitgliedstaaten von der Steuer:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8230; &quot;i) die Erziehung von Kindern und Jugendlichen, den Schul- oder Hochschulunterricht, die Ausbildung, die Fortbildung oder die berufliche Umschulung sowie die damit eng verbundenen Dienstleistungen und Lieferungen von Gegenst&auml;nden durch Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts, die mit solchen Aufgaben betraut sind, oder andere Einrichtungen mit von dem betreffenden Mitgliedstaat anerkannter vergleichbarer Zielsetzung;&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 21. M&auml;rz 2007 V R 28\/04 (BFHE 217, 59, BFH\/NV 2007, 1604, unter II.2.c aa) ausgef&uuml;hrt hat, wurde diese Richtlinienbestimmung &#8211;wie auch andere in Art. 13 der Richtlinie 77\/388\/EWG aufgef&uuml;hrte Steuerbefreiungen&#8211; vom nationalen Gesetzgeber bisher lediglich dadurch &quot;umgesetzt&quot;, dass er die schon bei Inkrafttreten der Richtlinie 77\/388\/EWG vorhandenen, teilweise bereits im UStG 1951 enthaltenen Steuerbefreiungstatbest&auml;nde im Wesentlichen unver&auml;ndert weitergef&uuml;hrt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat l&auml;sst im Streitfall offen, ob die Steuerfreiheit der streitigen Leistungen aus &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 folgt und inwieweit eine richtlinienkonforme Auslegung dieser Vorschrift m&ouml;glich w&auml;re. Denn die Kl&auml;gerin kann sich grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Umsatzsteuerfreiheit der streitigen Leistungen auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen (zur Berufbarkeit ausf&uuml;hrlich Senatsurteile vom 18. August 2005 V R 71\/03, BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143; vom 19. Mai 2005 V R 32\/03, BFHE 210, 175, BStBl II 2005, 900).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Kl&auml;gerin erf&uuml;llt die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG, weil es sich bei ihr um eine &quot;andere Einrichtung mit von dem betreffenden Mitgliedstaat anerkannter vergleichbarer Zielsetzung&quot; handelt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Der Begriff &quot;Einrichtung&quot; ist grunds&auml;tzlich weit genug, um auch private Einheiten mit Gewinnerzielungsabsicht zu erfassen (Urteil des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 26. Mai 2005 Rs. C-498\/03, Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd., Slg. 2005, I-4427, BFH\/NV Beilage 2005, 310, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2005, 453 Rz 35; z.B. BFH-Urteil in BFHE 217, 59, BFH\/NV 2007, 1604). Hat der Gemeinschaftsgesetzgeber die Inanspruchnahme der betreffenden Befreiungen nicht ausdr&uuml;cklich vom Fehlen eines Gewinnstrebens abh&auml;ngig gemacht &#8211;wie z.B. in Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;, kann das Streben nach Gewinnerzielung die Inanspruchnahme dieser Befreiungen nicht ausschlie&szlig;en (EuGH-Urteil Kingscrest Associates Ltd. in Slg. 2005, I-4427, BFH\/NV Beilage 2005, 310, UR 2005, 453 Rz 40 und 43; BFH-Urteil in BFHE 217, 59, BFH\/NV 2007, 1604).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Nach den Feststellungen des FG besitzt die Kl&auml;gerin eine Bescheinigung, wonach sie eine Einrichtung i.S. von &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 ist, die auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet. Das gen&uuml;gt f&uuml;r die Anerkennung durch den Mitgliedstaat Deutschland als Einrichtung mit vergleichbarer Zielsetzung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Bei den von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Leistungen kommt die Steuerbefreiung f&uuml;r &quot;Schul- oder Hochschulunterricht&quot; i.S. von Art. 13 Teil A Nr. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Art. 13 Teil A Nr. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG bezieht sich auf verschiedene Unterrichtsformen, ohne diese zu definieren (vgl. EuGH-Urteil vom 14. Juni 2007 Rs. C-434\/05, Horizon College, BFH\/NV Beilage 2007, 389, UR 2007, 587). Der Begriff &quot;Schul- und Hochschulunterricht&quot; beschr&auml;nkt sich dabei nicht auf Unterricht, der zu einer Abschlusspr&uuml;fung zur Erlangung einer Qualifikation f&uuml;hrt oder eine Ausbildung im Hinblick auf die Aus&uuml;bung einer Berufst&auml;tigkeit vermittelt, sondern er schlie&szlig;t andere T&auml;tigkeiten ein, bei denen die Unterweisung in Schulen und Hochschulen erteilt wird, um die Kenntnisse und F&auml;higkeiten der Sch&uuml;ler oder Studenten zu entwickeln, sofern diese T&auml;tigkeiten nicht den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben (EuGH-Urteil vom 14. Juni 2007 Rs. C-445\/05, Haderer, BFH\/NV Beilage 2007, 394, UR 2007, 592 Rz 26). Das EuGH-Urteil in der Rechtssache Haderer ist zwar zu Art. 13 Teil A Nr. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangen, wonach die Mitgliedstaaten &quot;den von Privatlehrern erteilten Schul- und Hochschulunterricht&quot; von der Steuer befreien. Es gibt aber keine Gr&uuml;nde daf&uuml;r, den Begriff &quot;Schul- und Hochschulunterricht&quot; in Art. 13 Teil A Nr. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG anders auszulegen als in Art. 13 Teil A Nr. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG (vgl. EuGH-Urteil Horizon College in BFH\/NV Beilage 2007, 389, UR 2007, 587 Rz 17 und 20 und Schlussantr&auml;ge der Generalanw&auml;ltin vom 8. M&auml;rz 2007 in den Rs. C-434\/05, Horizon College, Slg. 2007, 4793, und C-445\/05, Haderer, Slg. 2007, 4841 Rz 40).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Auslegung der Tatbestandsmerkmale der Steuerbefreiungen ist zwar zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Begriffe, mit denen die Steuerbefreiungen nach Art. 13 der Richtlinie 77\/388\/EWG umschrieben sind, eng auszulegen sind, weil Steuerbefreiungen Ausnahmen von dem allgemeinen Grundsatz darstellen, dass jede Dienstleistung, die ein Steuerpflichtiger gegen Entgelt erbringt, der Mehrwertsteuer unterliegt (EuGH-Urteil vom 19. April 2007 C-455\/05, Velvet &#038; Steel, BFH\/NV Beilage 2007, 294, UR 2007, 379 Rz 14, m.w.N.). Eine besonders enge Auslegung des Begriffs &quot;Schul- und Hochschulunterricht&quot; w&uuml;rde aber die Gefahr einer unterschiedlichen Anwendung des Mehrwertsteuerrechts in den Mitgliedstaaten hervorrufen (EuGH-Urteil Haderer in BFH\/NV Beilage 2007, 394, UR 2007, 592 Rz 24).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das FG wird deshalb pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob &#8211;wie die Kl&auml;gerin unter Hinweis auf entsprechende staatliche Schulen und Erg&auml;nzungsschulen vortr&auml;gt&#8211; vergleichbare Leistungen in Schulen erbracht werden und ob die Leistungen der Kl&auml;gerin der blo&szlig;en Freizeitgestaltung gedient haben. Hierbei wird es Folgendes ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Eine Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung auf solche Unterrichtsleistungen, die sich an Personen richten, bei denen nach den Umst&auml;nden anzunehmen ist, dass sie sich auf einen Beruf oder eine Pr&uuml;fung vor einer juristischen Person vorbereiten, l&auml;sst sich nicht daraus herleiten, dass die Leistungen gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 &quot;unmittelbar&quot; dem Schul- und Bildungszweck dienen m&uuml;ssen. Auf die Ziele der Personen, die die Einrichtung besuchen, kommt es f&uuml;r die Steuerbefreiung nicht an. Entscheidend sind vielmehr die Art der erbrachten Leistungen und ihre generelle Eignung als Schul- oder Hochschulunterricht (vgl. zur Berufsaus- oder -fortbildung: BFH-Urteile vom 18. Dezember 2003 V R 62\/02, BFHE 204, 355, BStBl II 2004, 252; in BFHE 188, 462, BStBl II 1999, 578; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 3. Dezember 1976 VII C 73.75, BStBl II 1977, 334). Deshalb ist es auch ohne Belang, wie hoch der Anteil der Sch&uuml;ler ist, die den Ballettunterricht tats&auml;chlich im Hinblick auf eine Berufsausbildung oder eine Pr&uuml;fungsvorbereitung besuchten oder sp&auml;ter tats&auml;chlich den Beruf des T&auml;nzers ergriffen haben (vgl. BFH-Urteil in BFHE 204, 355, BStBl II 2004, 252, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die Bescheinigungen der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde vom 6. Oktober 1999 und 8. Februar 2001 sind nicht nur f&uuml;r die Frage der Anerkennung einer Einrichtung i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG von Bedeutung (s. oben unter II.2.a bb). Die Bescheinigungen haben auch insofern Indizwirkung, als &#8211;sofern keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen&#8211; davon auszugehen ist, dass Leistungen, die tats&auml;chlich dem Anforderungsprofil der Bescheinigung entsprechen, nicht den Charakter einer blo&szlig;en Freizeitgestaltung haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Solche gegenteiligen Anhaltspunkte, die zur Annahme reiner Freizeitgestaltungen f&uuml;hren, k&ouml;nnen sich zum Beispiel aus dem Teilnehmerkreis oder aus der thematischen Zielsetzung eines Kurses ergeben. So sind Kurse, die von ihrer Zielsetzung auf reine Freizeitgestaltung gerichtet sind, ausgeschlossen. Darunter fallen zum Beispiel Kurse, die sich an Eltern von Sch&uuml;lern richten, um die Wartezeit w&auml;hrend des Unterrichts der Kinder sinnvoll zu nutzen, Kurse f&uuml;r Senioren oder allgemein am Tanz interessierte Menschen. Kurse hingegen, die es einem Teilnehmer erm&ouml;glichen, die vermittelten Kenntnisse und F&auml;higkeiten durch Vertiefung und Fortentwicklung schlie&szlig;lich beruflich zu nutzen, fallen unter die Steuerbefreiung auch dann, wenn von dieser M&ouml;glichkeit nur wenige Teilnehmer Gebrauch machen. Hierf&uuml;r spricht insbesondere auch Kapitel V Abschn. 1 Art. 14 der Verordnung (EG) Nr. 1777\/2005 des Rates vom 17. Oktober 2005 zur Festlegung von Durchf&uuml;hrungsvorschriften zur Richtlinie 77\/388\/EWG &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 288, S. 1). Danach umfassen die Dienstleistungen der Ausbildung, Fortbildung oder beruflichen Umschulung, die unter den Voraussetzungen des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG erbracht werden, Schulungsma&szlig;nahmen mit direktem Bezug zu einem Gewerbe oder einem Beruf sowie jegliche Schulungsma&szlig;nahmen, die dem Erwerb oder der Erhaltung beruflicher Kenntnisse dienten. Die Dauer der Ausbildung, Fortbildung oder beruflichen Umschulung ist hierf&uuml;r unerheblich. F&uuml;r Schulunterricht und Hochschulunterricht ist ein direkter Bezug zu einem Beruf deshalb nicht erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Anfechtungsbeschr&auml;nkung des &sect; 42 FGO i.V.m. &sect; 351 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) steht einer Herabsetzung der Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr 1995 nicht entgegen. Die Bescheinigungen vom 6. Oktober 1999 und 8. Februar 2001 wirken auf das Jahr 1995 zur&uuml;ck (BFH-Beschluss vom 6. Dezember 1994 V B 52\/94, BStBl II 1995, 913; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 30. November 1995 IV C 4 -S 7177- 22\/95, BStBl I 1995, 827) und stellen entweder Grundlagenbescheide i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO oder r&uuml;ckwirkende Ereignisse i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO dar (zur Problematik vgl. von Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 175 AO Rz 262). Ob die R&uuml;ckwirkung bei einer Bescheinigung nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG 1993 ausgeschlossen ist (so BFH-Urteil vom 15. September 1994 XI R 101\/92, BFHE 176, 146, BStBl II 1995, 912; a.A. BMF, a.a.O.), bedarf im Streitfall keiner Entscheidung. Die durch Art. 8 Nr. 6 des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes vom 9. Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3310) eingef&uuml;gte Vorschrift des &sect; 175 Abs. 2 Satz 2 AO, wonach die nachtr&auml;gliche Erteilung oder Vorlage einer Bescheinigung oder Best&auml;tigung nicht als r&uuml;ckwirkendes Ereignis gilt, ist gem&auml;&szlig; Art. 97 &sect; 9 Abs. 3 Satz 1 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zur Abgabenordnung erstmals anzuwenden, wenn die Bescheinigung oder Best&auml;tigung nach dem 28. Oktober 2004 vorgelegt oder erteilt wird, und spielt im vorliegenden Fall schon deshalb keine Rolle.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.1.2008, V R 3\/05 Unzutreffende Umsetzung von Gemeinschaftsrecht durch &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 &#8211; Annahme eines &quot;Schulunterrichts und Hochschulunterrichts&quot; &#8211; Indizwirkung der Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde Leits&auml;tze 1. &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 setzt Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-3-05-unzutreffende-umsetzung-von-gemeinschaftsrecht-durch-par-4-nr-21-buchst-b-ustg-1993-annahme-eines-schulunterrichts-und-hochschulunterrichts-indizwirkung-der-bescheinigung-der-zustaendigen-lan\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;3\/05 &#8211; Unzutreffende Umsetzung von Gemeinschaftsrecht durch &sect; 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 &#8211; Annahme eines &quot;Schulunterrichts und Hochschulunterrichts&quot; &#8211; Indizwirkung der Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17240\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}