{"id":17243,"date":"2012-12-10T15:10:27","date_gmt":"2012-12-10T13:10:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17243"},"modified":"2012-12-10T15:10:27","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:27","slug":"ix-r-80-06-nichtgeltendmachen-eines-aufwendungsersatzanspruchs-in-der-krise-als-darlehensaehnliche-kreditierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-80-06-nichtgeltendmachen-eines-aufwendungsersatzanspruchs-in-der-krise-als-darlehensaehnliche-kreditierung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;80\/06 &#8211; Nichtgeltendmachen eines Aufwendungsersatzanspruchs in der Krise als darlehens&auml;hnliche Kreditierung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.3.2008, IX R 80\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtgeltendmachen eines Aufwendungsersatzanspruchs in der Krise als darlehens&auml;hnliche Kreditierung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verb&uuml;rgt sich ein wesentlich an einer GmbH beteiligter Gesellschafter zugunsten eines Dritten, um zu erm&ouml;glichen, dass dieser mit der GmbH ein f&uuml;r sie g&uuml;nstiges Gesch&auml;ft abschlie&szlig;t, so kann eine einem Darlehen wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung (&sect; 32a Abs. 3 Satz 1 GmbHG) darin liegen, dass der Gesellschafter nach seiner Inanspruchnahme aus der B&uuml;rgschaft einen Aufwendungsersatzanspruch gegen die GmbH nicht geltend macht und in der Liquidation endg&uuml;ltig mit ihm ausf&auml;llt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war zu 50 % an einer Wohnbau GmbH (GmbH) beteiligt, die im Laufe des Jahres 1993 in die Krise geriet. Die GmbH verkaufte im Jahr 1993 zwei Wohnungen an K. Der Kl&auml;ger &uuml;bernahm es, f&uuml;r die Erf&uuml;llung von dessen Verbindlichkeiten aus einem Darlehensverh&auml;ltnis mit einer Bank (B) zu einem Teilbetrag von 129 000 DM als B&uuml;rge gegen&uuml;ber B einzustehen, um im Interesse der GmbH ein f&uuml;r diese g&uuml;nstiges Gesch&auml;ft (Verkauf schwer absetzbarer Wohnungen) zu erm&ouml;glichen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Als K seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkam, nahm B den Kl&auml;ger im Jahr 1996 in Anspruch. Zur Teilabl&ouml;sung des an K gegebenen Darlehens gew&auml;hrte B dem Kl&auml;ger ein Darlehen in H&ouml;he von 129 000 DM, das er in der Folgezeit bediente. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen des K wurde das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und der Kl&auml;ger machte seine Forderung aus der B&uuml;rgschaft geltend, die vom Insolvenzgericht im Jahr 2003 in voller H&ouml;he festgestellt wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die GmbH wurde im Jahr 1998 aufgel&ouml;st und der Kl&auml;ger zum Liquidator bestellt. Die Liquidation war im Streitjahr (2000) beendet. Es kam nicht zur Auskehrung von Verm&ouml;gen an die Gesellschafter.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger einen Verlust nach &sect; 17 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) aus der GmbH-Beteiligung geltend und bezog darin seine Aufwendungen aus der &quot;B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme&quot; ein. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte lediglich den Verlust des Stammkapitals an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Seine Klage hatte im hier streitigen Umfang Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 678, ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, die Aufwendungen des Kl&auml;gers aus der pers&ouml;nlichen Haftung f&uuml;r das dem K gew&auml;hrte Darlehen seien als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten zu beurteilen. Der Kl&auml;ger habe im Interesse der GmbH die B&uuml;rgschaft &uuml;bernommen, um den Verkauf von Wohnungen zu erm&ouml;glichen. Seine Inanspruchnahme sei durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst gewesen. Insoweit handele es sich um einen abgek&uuml;rzten Vertragsweg: Statt Sicherheiten der GmbH abzutreten, damit diese gegen&uuml;ber B als absatzf&ouml;rdernde Ma&szlig;nahme f&uuml;r den Kauf Sicherheiten habe bestellen k&ouml;nnen, sei die Sicherheit direkt durch den Kl&auml;ger bestellt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision des FA: Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten in Gestalt verdeckter Einlagen k&auml;men nicht in Betracht, da die B&uuml;rgschaft gegen&uuml;ber einem fremden Dritten &uuml;bernommen worden sei. Ein abgek&uuml;rzter Vertragsweg liege darin nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage in vollem Umfang als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zutreffend die Zahlungen des Kl&auml;gers im Zusammenhang mit der B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten bei der Ermittlung des Aufl&ouml;sungsverlusts i.S. des &sect; 17 Abs. 1, 2 und 4 EStG ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 17 Abs. 1 und 4 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb unter weiteren, hier nicht problematischen Voraussetzungen, auch der Gewinn aus der Aufl&ouml;sung von Kapitalgesellschaften. Entsprechendes gilt f&uuml;r Verluste (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211; Urteil vom 26. Januar 1999 VIII R 50\/98, BFHE 188, 295, BStBl II 1999, 559, unter II. 2. a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aufl&ouml;sungsverlust i.S. von &sect; 17 Abs. 2 und 4 EStG ist der Betrag, um den die im Zusammenhang mit der Aufl&ouml;sung der Gesellschaft vom Steuerpflichtigen pers&ouml;nlich getragenen Aufwendungen (entsprechend den Ver&auml;u&szlig;erungskosten nach &sect; 17 Abs. 2 EStG) sowie seine Anschaffungskosten den gemeinen Wert des dem Steuerpflichtigen zugeteilten oder zur&uuml;ckgezahlten Verm&ouml;gens der Kapitalgesellschaft &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschaffungskosten sind nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben. Dazu geh&ouml;ren nach &sect; 255 Abs. 1 Satz 2 HGB auch die nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Zu den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einer Beteiligung z&auml;hlen neben (verdeckten) Einlagen auch nachtr&auml;gliche Aufwendungen auf die Beteiligung, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst sind und weder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen noch Ver&auml;u&szlig;erungskosten sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 16. April 1991 VIII R 100\/87, BFHE 165, 31, BStBl II 1992, 234; zu Einlagen und Nachsch&uuml;ssen, vgl. BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 62\/93, BFHE 194, 130, BStBl II 2001, 234; siehe zum Begriff der nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten auch D&ouml;llerer, Finanz-Rundschau 1992, 233, 234). Dazu rechnen Finanzierungshilfen, z.B. durch &Uuml;bernahme einer B&uuml;rgschaft oder durch andere Rechtshandlungen i.S. des &sect; 32a Abs. 3 Satz 1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG), wenn sie eigenkapitalersetzenden Charakter haben (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 9\/98, BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817; zu &sect; 32a Abs. 3 Satz 1 GmbHG: BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 52\/93, BFHE 194, 120, BStBl II 2001, 286). Ma&szlig;gebend daf&uuml;r ist, ob ein Gesellschafter der Gesellschaft in einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute Eigenkapital zugef&uuml;hrt h&auml;tten (Krise der Gesellschaft), stattdessen ein Darlehen gew&auml;hrt oder eine dem Darlehen wirtschaftlich entsprechend andere Rechtshandlung ausf&uuml;hrt (&sect; 32a Abs. 1 und 3 GmbHG; BFH-Urteil in BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen f&uuml;hren die Aufwendungen des Kl&auml;gers im Zusammenhang mit seiner Inanspruchnahme als B&uuml;rge zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Er hat dadurch der GmbH Mittel zugef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger hatte sich gegen&uuml;ber der B zwar nicht zugunsten der GmbH, sondern des K f&uuml;r dessen Darlehensverbindlichkeit verb&uuml;rgt. Die Finanzierungshilfe kam also zun&auml;chst nur K zugute. Mit der Inanspruchnahme durch B und dem anschlie&szlig;enden Darlehensvertrag verwirklichte sich ein Risiko, das der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber K eingegangen ist. Auf diese B&uuml;rgschaftsverpflichtung zugunsten eines Dritten (hier: K) konnte ein im Verh&auml;ltnis zur GmbH begr&uuml;ndeter Veranlassungszusammenhang auch nicht &uuml;bertragen werden; denn der Kl&auml;ger ist sie nicht eingegangen, um dadurch der Inanspruchnahme aus einer urspr&uuml;nglichen kapitalersetzenden B&uuml;rgschaft zu vermeiden (vgl. dazu BFH-Urteil vom 23. Mai 2000 VIII R 3\/99, BFH\/NV 2001, 23). Aus diesem Grund kommen auch die Rechtsgrunds&auml;tze zum abgek&uuml;rzten Zahlungs- oder Vertragsweg entgegen der Vorentscheidung nicht zum Zuge. Denn sie beantworten die &#8211;hier nicht problematische&#8211; Frage, ob Kosten, die ein Dritter im Interesse des Steuerpflichtigen leistet, dem Steuerpflichtigen als eigener Aufwand zurechenbar sind (vgl. allgemein BFH-Urteile vom 15. Januar 2008 IX R 45\/07 (BFHE 220, 264), BFH\/NV 2008, 664; vom 15. November 2005 IX R 25\/03, BFHE 211, 318, BStBl II 2006, 623, und &#8211; zu &sect; 17 EStG BFH-Urteil in BFHE 194, 120, BStBl II 2001, 286).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Indes ist dem FG darin beizupflichten, dass der Kl&auml;ger die B&uuml;rgschaft gegen&uuml;ber B zwar zugunsten des K &uuml;bernommen, dabei aber nach dem festgestellten und damit den BFH nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindenden Sachverhalt im alleinigen Interesse der GmbH gehandelt hat, um den Verkauf von nur schwer absetzbaren Wohnungen zu f&ouml;rdern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesem Sachverhalt ergibt sich eine dem eigenkapitalersetzenden Darlehen nach &sect; 32a Abs. 1 GmbHG &auml;hnliche Kreditierung, die gem&auml;&szlig; &sect; 32a Abs. 3 Satz 1 GmbHG wie eine Mittelzuf&uuml;hrung (verdeckte Einlage) zu behandeln ist (vgl. dazu eingehend Scholz\/Karsten Schmidt, GmbHG, 10. Aufl., &sect;&sect; 32a, 32b Rz 121 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erlangte mit der B&uuml;rgschafts&uuml;bernahme im Interesse der GmbH einen Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen, der sich &#8211;mangels einer vorrangigen Vorschrift&#8211; jedenfalls aus &sect; 683 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) ergibt. Der Kl&auml;ger handelte &#8211;in eigener Person&#8211; im Interesse wie auch im wirklichen Willen der GmbH, deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer er war (vgl. zu den Voraussetzungen einer Fremdgesch&auml;ftsf&uuml;hrung durch den GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Juni 1989 II ZR 334\/87, Der Betrieb 1989, 1762). Dieser Aufwendungsersatzanspruch war zun&auml;chst nach &sect; 257 BGB auf Freistellung gerichtet und konkretisierte sich mit der Inanspruchnahme des Kl&auml;gers aus der B&uuml;rgschaft im Jahre 1996. Doch statt nun die GmbH auf Ersatz in Anspruch zu nehmen, machte er seine Forderung (zun&auml;chst) nicht geltend. Dies f&uuml;hrt zu einer verdeckten Einlage (vgl. BFH-Beschluss vom 9. Juni 1997 GrS 1\/94, BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307 zu einem Verzicht) und im Rahmen des &sect; 17 EStG zu mit dem Nennwert zu bewertenden nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten der Beteiligung (vgl. zur Bewertung mit dem Nennwert BFH-Urteil in BFHE 165, 31, BStBl II 1992, 234). Denn der Kl&auml;ger nahm&nbsp;&nbsp;&nbsp;die einem Darlehen &auml;hnliche Kreditierung&nbsp;&nbsp;ab dem Jahr 1996 vor, also zu einer Zeit, in der sich die GmbH nach den Feststellungen des FG bereits in der Krise befand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger konnte seinen Anspruch gegen die GmbH nicht realisieren. Zwar hatte er noch einen R&uuml;ckgriffsanspruch aus der B&uuml;rgschaft gegen K nach &sect; 774 Abs. 1 BGB, dessen (teilweise) Erf&uuml;llung mit der verfahrensrechtlichen Folge des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung r&uuml;ckwirkend auf die nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einwirken w&uuml;rde. Indes ist der Kl&auml;ger auch mit diesem Anspruch ausgefallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.3.2008, IX R 80\/06 Nichtgeltendmachen eines Aufwendungsersatzanspruchs in der Krise als darlehens&auml;hnliche Kreditierung Leits&auml;tze Verb&uuml;rgt sich ein wesentlich an einer GmbH beteiligter Gesellschafter zugunsten eines Dritten, um zu erm&ouml;glichen, dass dieser mit der GmbH ein f&uuml;r sie g&uuml;nstiges Gesch&auml;ft abschlie&szlig;t, so kann eine einem Darlehen wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung (&sect; 32a Abs. 3 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-80-06-nichtgeltendmachen-eines-aufwendungsersatzanspruchs-in-der-krise-als-darlehensaehnliche-kreditierung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;80\/06 &#8211; Nichtgeltendmachen eines Aufwendungsersatzanspruchs in der Krise als darlehens&auml;hnliche Kreditierung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17243\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}