{"id":17245,"date":"2012-12-10T15:10:29","date_gmt":"2012-12-10T13:10:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17245"},"modified":"2012-12-10T15:10:29","modified_gmt":"2012-12-10T13:10:29","slug":"x-r-60-04-geltendmachung-von-einkommensteuer-aus-nach-eroeffnung-des-konkursverfahrens-erzielten-gewinnen-einer-in-konkurs-gefallenen-mitunternehmerschaft-keine-veraenderung-der-steuerlichen-zuordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-60-04-geltendmachung-von-einkommensteuer-aus-nach-eroeffnung-des-konkursverfahrens-erzielten-gewinnen-einer-in-konkurs-gefallenen-mitunternehmerschaft-keine-veraenderung-der-steuerlichen-zuordnung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;60\/04 &#8211; Geltendmachung von Einkommensteuer aus nach Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens erzielten Gewinnen einer in Konkurs gefallenen Mitunternehmerschaft &#8211; Keine Ver&auml;nderung der steuerlichen Zuordnung und Erfassung von Eink&uuml;nften durch die Vorschriften der Konkursordnung und der Insolvenzordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.3.2008, X R 60\/04<\/p>\n<p class=\"titel\">Geltendmachung von Einkommensteuer aus nach Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens erzielten Gewinnen einer in Konkurs gefallenen Mitunternehmerschaft &#8211; Keine Ver&auml;nderung der steuerlichen Zuordnung und Erfassung von Eink&uuml;nften durch die Vorschriften der Konkursordnung und der Insolvenzordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das FA kann die Einkommensteuer einer Mitunternehmerin nicht gegen&uuml;ber dem Konkursverwalter der Konkursmasse der Mitunternehmerschaft als Massekosten geltend machen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Konkursverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen der R OHG (Gemeinschuldnerin). Das Konkursverfahren war am 1. Februar 1980 er&ouml;ffnet und ist am 19. Juli 1995 unter dem Vorbehalt einer Nachtragsverteilung von Verm&ouml;gen, das wegen Abgabenforderungen gegen die pers&ouml;nlich haftenden Gesellschafter zur&uuml;ckbehalten worden ist, wieder aufgehoben worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die Zeit nach Konkurser&ouml;ffnung reichte der Kl&auml;ger f&uuml;r bei der Gemeinschuldnerin erwirtschaftete Ertr&auml;ge Feststellungserkl&auml;rungen ein. F&uuml;r das Streitjahr 1989 entfiel laut Feststellungsbescheid des Finanzamts R vom 27. Juli 1994 ein Gewinnanteil in H&ouml;he von 129 376 DM auf die Gesellschafterin E (Beigeladene zu 1.). Diese befindet sich ebenso wie die beiden anderen pers&ouml;nlich haftenden Gesellschafter der Gemeinschuldnerin auch im pers&ouml;nlichen Konkurs; Konkursverwalter ist hier Rechtsanwalt G (Beigeladener zu 3.). Die Beigeladene zu 1. wird mit ihrem Ehemann B (Beigeladener zu 2.) zur Einkommensteuer zusammenveranlagt; dieser hat im Streitjahr eigene positive Eink&uuml;nfte erzielt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aufgrund einer Feststellungsmitteilung des Finanzamts R &uuml;ber die f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1989 auf die Beigeladene zu 1. entfallenden Beteiligungseink&uuml;nfte machte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Wohnsitzfinanzamt M der Eheleute B\/E &#8211;FA&#8211;) mit Schreiben vom 6. Juli 1995 gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger die auf die Beteiligungseink&uuml;nfte der Beigeladenen zu 1. entfallende Einkommensteuer 1989 zuz&uuml;glich Zinsen als Massekosten i.S. von &sect; 58 der Konkursordnung (KO) geltend. Der Einspruch des Kl&auml;gers f&uuml;hrte zu einer Erm&auml;&szlig;igung der Forderung (Einspruchsentscheidung vom 14. Mai 2003).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage im Wesentlichen ab; die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2004, 1851, ver&ouml;ffentlicht. Soweit Handlungen des Konkursverwalters zu Eink&uuml;nften der Gemeinschuldnerin im steuerrechtlichen Sinn gef&uuml;hrt h&auml;tten, habe dieser die darauf entfallende Einkommensteuer als Massekosten vorweg aus der Konkursmasse zu begleichen. Das gelte nicht nur f&uuml;r den Konkurs einer Einzelperson, sondern gleicherma&szlig;en auch f&uuml;r den Konkurs &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Personenhandelsgesellschaft. Danach habe der Kl&auml;ger die Einkommensteuer als Massekosten zu begleichen, die auf den Anteilsgewinn der Beigeladenen zu 1. entfalle, wobei unerheblich sei, dass sich diese auch im pers&ouml;nlichen Konkurs befinde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger rechtsfehlerhafte Anwendung des &quot;&sect; 155 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 157 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 218 Abs. 1 AO und des &sect; 57 KO i.V.m. &sect; 58 Nr. 2 KO sowie des &sect; 218 Abs. 1 AO i.V.m. &sect;&sect; 169 ff. AO i.S. &sect; 47 AO&quot; und Versto&szlig; gegen die Denkgesetze. Seiner Ansicht nach ist das Schreiben des FA vom 6. Juli 1995 zwar ein Leistungsgebot, jedoch kein Leistungsbescheid. Ferner bestreitet der Kl&auml;ger, dass das FA die Einkommensteuerschuld einer Gesellschafterin der Konkursmasse der Mitunternehmerschaft gegen&uuml;ber als Massekosten geltend machen k&ouml;nne. Die vom FG f&uuml;r seine Auffassung zitierte Rechtsprechung sei lediglich zu F&auml;llen ergangen, die nat&uuml;rliche Personen betr&auml;fen, nicht jedoch eine Personengesellschaft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und der Klage stattzugeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist der Auffassung, sein Schreiben vom 6. Juli 1995 sei f&uuml;r den Kl&auml;ger eindeutig als Bescheid &uuml;ber die Festsetzung von Einkommensteuer als Massekosten gegen&uuml;ber ihm als Konkursverwalter zu erkennen gewesen. Der Steuertatbestand entstehe nach dem Einkommensteuergesetz unabh&auml;ngig davon, ob der Steuertatbestand durch den Gemeinschuldner selbst oder im Falle des Konkurses &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch den Konkursverwalter verwirklicht werde. Im &Uuml;brigen schlie&szlig;t sich das FA der Auffassung des FG an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beigeladene zu 3. beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er schlie&szlig;t sich der Auffassung der Vorinstanz an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die &uuml;brigen Beteiligten haben keine Antr&auml;ge gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) begr&uuml;ndet. Der Bescheid vom 6. Juli 1995 ist, soweit er das Streitjahr 1989 betrifft, rechtswidrig; f&uuml;r die Heranziehung des Kl&auml;gers zur Einkommensteuer bestand keine Rechtsgrundlage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Im Zeitpunkt der Konkurser&ouml;ffnung bereits begr&uuml;ndete Steueranspr&uuml;che sind zur Konkurstabelle anzumelden. Nach Konkurser&ouml;ffnung begr&uuml;ndete Steueranspr&uuml;che, die als Massekosten oder Masseschulden zu qualifizieren sind, sind gegen den Konkursverwalter festzusetzen und von diesem vorweg aus der Konkursmasse zu befriedigen. Alle sonstigen Steueranspr&uuml;che sind konkursfrei (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Februar 1978 VIII R 28\/73, BFHE 124, 411, BStBl II 1978, 356). Die aus der Verwertung der Konkursmasse sich ergebende Einkommensteuerschuld ist in einem auf den Zeitraum nach Konkurser&ouml;ffnung beschr&auml;nkten Einkommensteuerbescheid gegen&uuml;ber dem Konkursverwalter festzusetzen. Die einheitliche Einkommensteuerschuld ist gegebenenfalls in eine Konkursforderung, Masseforderung und konkursfreie Forderung aufzuteilen. Konkursforderungen sind zur Tabelle anzumelden; Steuern, die auf Eink&uuml;nften der Konkursmasse beruhen und zu Massekosten f&uuml;hren, sind durch Steuerbescheid festzusetzen (zu Vorstehendem vgl. BFH-Urteile vom 11. November 1993 XI R 73\/92, BFH\/NV 1994, 477, und vom 25. Juli 1995 VIII R 61\/94, BFH\/NV 1996, 117, m.w.N.; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 251 AO Rz 40, 71; Benne, Betriebs-Berater 2001, 1977, 1982; Oberfinanzdirektion Hannover, AO-Kartei ND Anhang D Karte 1, Nr. 8). Der gegen die Masse gerichtete Bescheid ist ein gegenst&auml;ndlich beschr&auml;nkter Steuerbescheid, mit dem die Einkommensteuer festgesetzt wird; er ist Teil des Festsetzungsverfahrens.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist die Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens bis zum 31. Dezember 1998 beantragt worden, ist weiterhin die KO anzuwenden (Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 251 AO Rz 7).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit Handlungen des Konkursverwalters &uuml;ber das Verm&ouml;gen eines Mitunternehmers (Gesellschafterkonkurs) zu Eink&uuml;nften dieser Konkursmasse im steuerrechtlichen Sinne f&uuml;hren, hat der Konkursverwalter die darauf entfallende Einkommensteuer verursacht mit der Folge, dass sie als Massekosten und Masseschulden vorweg aus der Masse zu berichtigen sind (&sect;&sect; 57, 58 Nr. 2, 59 Abs. 1 Nr. 1 KO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Belastung der Konkursmasse durch Steuern ergibt sich regelm&auml;&szlig;ig aus den nach Konkurser&ouml;ffnung durch den Konkursverwalter get&auml;tigten Gesch&auml;ften. Der BFH hat in st&auml;ndiger Rechtsprechung entschieden, dass Einkommensteuerforderungen aus nach der Konkurser&ouml;ffnung erzielten Gewinnen jedenfalls dann als Massekosten anzusehen sind, wenn die den Gewinnen entsprechenden Verm&ouml;gensmehrungen zur Konkursmasse gelangt sind (BFH-Urteil vom 9. November 1994 I R 5\/94, BFHE 176, 248, BStBl II 1995, 255). Erzielt der Konkursverwalter f&uuml;r den Gemeinschuldner Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wirtschaftsg&uuml;tern der Konkursmasse und flie&szlig;t der Erl&ouml;s der Masse zu, so sind die daraus resultierenden und gegen den Gemeinschuldner festgesetzten Einkommensteuern Massekosten i.S. des &sect; 58 Nr. 2 KO (BFH-Urteil in BFHE 176, 248, BStBl II 1995, 255).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Im Fall des Konkurses einer Mitunternehmerschaft (und eines Mitunternehmers) k&ouml;nnen diese Grunds&auml;tze nur mit den sich aus den Besonderheiten der Mitunternehmerbesteuerung ergebenden Unterschieden gelten. Der Kl&auml;ger ist zu Recht der Auffassung, dass die Einkommensteuerschuld einer Mitunternehmerin nicht gegen&uuml;ber der Konkursmasse der Mitunternehmerschaft als Massekosten geltend gemacht werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Konkurs &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Personengesellschaft ist konkursrechtlich ein Sonderkonkurs &uuml;ber das gesamth&auml;nderisch gebundene Verm&ouml;gen der Mitunternehmer (BFH-Urteil in BFHE 176, 248, BStBl II 1995, 255; vgl. auch Frotscher, Besteuerung bei Insolvenz, 6. Aufl., 2005, S. 132). Die Gesellschafter der OHG sind Gemeinschuldner in dem durch die Zahlungsunf&auml;higkeit der OHG ausgel&ouml;sten Konkurs; die Konkursmasse ist nach &sect; 1 KO auf das Gesellschaftsverm&ouml;gen beschr&auml;nkt (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16. Februar 1961 III ZR 71\/60, BGHZ 34, 293; Mohrbutter\/Mohrbutter\/Pape, Handbuch der Insolvenzverwaltung, 7. Aufl., 1997, XV.74 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Fall des Mitunternehmerkonkurses ist der auf Eink&uuml;nften aus der Konkursmasse der Mitunternehmerschaft beruhende Einkommensteuerbescheid gegen den Konkursverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Mitunternehmers zu richten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der im Streitfall erlassene Leistungsbescheid kann &#8211;ebenso wenig wie ein regul&auml;rer Einkommensteuerbescheid&#8211; nicht gegen die Masse der Mitunternehmerschaft selbst (der OHG) gerichtet werden. Insoweit ist der Systematik des Einkommensteuerrechts Rechnung zu tragen; die Personengesellschaft als Mitunternehmerschaft ist einkommensteuerrechtlich lediglich Gewinnerzielungssubjekt, nicht aber Steuersubjekt (vgl. statt vieler Schmidt\/Wacker, EStG, 27. Aufl., &sect; 15 Rz 164). Die steuerliche Zuordnung und Erfassung von Eink&uuml;nften wird durch die Vorschriften der Konkursordnung und der Insolvenzordnung nicht ver&auml;ndert, weder bei einem Konkurs &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Mitunternehmerschaft noch bei einem Konkurs &uuml;ber das Verm&ouml;gen eines Mitunternehmers noch in dem Fall, in dem &#8211;wie im Streitfall&#8211; sowohl &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Mitunternehmerschaft als auch &uuml;ber das des Mitunternehmers Konkurs er&ouml;ffnet worden ist (Frotscher, a.a.O., S. 133).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese steuerrechtliche Zurechnung hat zur Folge, dass von der im Konkurs befindlichen Personengesellschaft erwirtschaftete Gewinne den Masse- und Konkursgl&auml;ubigern zur Verf&uuml;gung stehen, w&auml;hrend steuerrechtlich diese Gewinne den Gesellschaftern zugerechnet werden. Diese Unabgestimmtheit von Insolvenzrecht und Steuerrecht (so Frotscher, a.a.O., S. 135 f.; Mohrbutter\/ Mohrbutter\/Vortmann, a.a.O., XIV.115) f&uuml;hrt zu unbefriedigenden Ergebnissen. Das Problem ist auf der Grundlage steuerlicher Grunds&auml;tze zu l&ouml;sen. Bei unbeschr&auml;nkt haftenden Gesellschaftern &#8211;wie den gem&auml;&szlig; &sect; 128 des Handelsgesetzbuchs unbeschr&auml;nkt haftenden Gesellschaftern einer OHG&#8211; kommen die auf der Ebene der im Konkurs befindlichen OHG erzielten Gewinne dem Gesellschafter haftungsmindernd zugute. Dies rechtfertigt es, dass der Gesellschafter die auf seinen Gewinnanteil entfallende Einkommensteuer selbst zu zahlen hat (Mohrbutter\/ Mohrbutter\/Vortmann, a.a.O., XIV.116, 117). Eine Inanspruchnahme des Konkursverwalters der insolventen OHG wegen der aus dem Gewinnanteil des Gesellschafters resultierenden Einkommensteuerschulden als Massekosten kommt daneben nicht mehr in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Nach Ma&szlig;gabe dieser Grunds&auml;tze durfte im Streitfall das FA gegen den Kl&auml;ger als Konkursverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Mitunternehmerschaft keinen &quot;Leistungsbescheid &uuml;ber Einkommensteuer&quot; erlassen (zum Leistungsbescheid allgemein vgl. Kruse in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 254 AO Rz 4 ff.). F&uuml;r einen derartigen Bescheid besteht keine Rechtsgrundlage. Die Konkursmasse einer Mitunternehmerschaft als solche ist einkommensteuerrechtlich kein selbst&auml;ndiges Steuerrechtssubjekt (BFH-Urteil vom 15. M&auml;rz 1995 I R 82\/93, BFHE 177, 257, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1995, 1303); gegen sie kann daher auch kein Leistungsbescheid &uuml;ber Einkommensteuer gerichtet werden. Entgegen der Auffassung des FA kann Einkommensteuer auf Gewinne aus der Bewirtschaftung der Konkursmasse einer Mitunternehmerschaft nicht gegen diese Konkursmasse bzw. deren Konkursverwalter geltend gemacht werden. Aus den vom FG herangezogenen BFH-Urteilen in BFHE 177, 257, DStR 1995, 1303 und in BFHE 176, 248, BStBl II 1995, 255 folgt nichts Gegenteiliges.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der angefochtene Bescheid war daher, soweit er das Streitjahr 1989 betrifft, in vollem Umfang aufzuheben und der Klage stattzugeben. Die Berechtigung der weiteren Einwendungen kann dahinstehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.3.2008, X R 60\/04 Geltendmachung von Einkommensteuer aus nach Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens erzielten Gewinnen einer in Konkurs gefallenen Mitunternehmerschaft &#8211; Keine Ver&auml;nderung der steuerlichen Zuordnung und Erfassung von Eink&uuml;nften durch die Vorschriften der Konkursordnung und der Insolvenzordnung Leits&auml;tze Das FA kann die Einkommensteuer einer Mitunternehmerin nicht gegen&uuml;ber dem Konkursverwalter der Konkursmasse der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-60-04-geltendmachung-von-einkommensteuer-aus-nach-eroeffnung-des-konkursverfahrens-erzielten-gewinnen-einer-in-konkurs-gefallenen-mitunternehmerschaft-keine-veraenderung-der-steuerlichen-zuordnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;60\/04 &#8211; Geltendmachung von Einkommensteuer aus nach Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens erzielten Gewinnen einer in Konkurs gefallenen Mitunternehmerschaft &#8211; Keine Ver&auml;nderung der steuerlichen Zuordnung und Erfassung von Eink&uuml;nften durch die Vorschriften der Konkursordnung und der Insolvenzordnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17245"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17245\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}