{"id":17328,"date":"2012-12-10T16:22:31","date_gmt":"2012-12-10T14:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17328"},"modified":"2012-12-10T16:22:31","modified_gmt":"2012-12-10T14:22:31","slug":"viii-r-28-07-steuerhinterziehung-durch-bewusste-nichterklaerung-von-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-wegen-fehlender-steuerbescheinigung-unzulaessigkeit-von-blanko-steuerbescheinigungen-entscheidung-u","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-28-07-steuerhinterziehung-durch-bewusste-nichterklaerung-von-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-wegen-fehlender-steuerbescheinigung-unzulaessigkeit-von-blanko-steuerbescheinigungen-entscheidung-u\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;28\/07 &#8211; Steuerhinterziehung durch bewusste Nichterkl&auml;rung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen wegen fehlender Steuerbescheinigung &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Blanko-Steuerbescheinigungen &#8211; Entscheidung &uuml;ber Verfahrensr&uuml;ge ohne Begr&uuml;ndung &#8211; Unterbrechung des Revisionsverfahrens &#8211; Anrechnungsverf&uuml;gung als Verwaltungsakt &#8211; Revisibilit&auml;t der W&uuml;rdigung einer Einlassung als Schutzbehauptung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 28\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerhinterziehung durch bewusste Nichterkl&auml;rung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen wegen fehlender Steuerbescheinigung &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Blanko-Steuerbescheinigungen &#8211; Entscheidung &uuml;ber Verfahrensr&uuml;ge ohne Begr&uuml;ndung &#8211; Unterbrechung des Revisionsverfahrens &#8211; Anrechnungsverf&uuml;gung als Verwaltungsakt &#8211; Revisibilit&auml;t der W&uuml;rdigung einer Einlassung als Schutzbehauptung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. War der Steuerpflichtige nicht im Besitz einer Kapitalertragsteuerbescheinigung nach &sect; 45a Abs. 2 EStG, so konnte eine Anrechnung der &#8211;eventuell&#8211; einbehaltenen und abgef&uuml;hrten Kapitalertragsteuer auch bereits nach der im Streitjahr 1993 geltenden Fassung des &sect; 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG nicht stattfinden.<\/p>\n<p>2. Ist dem Steuerpflichtigen bewusst, dass er ohne Kapitalertragsteuerbescheinigung eine Anrechnung der Kapitalertragsteuer nicht herbeif&uuml;hren kann, und gibt er deshalb Kapitaleink&uuml;nfte in seiner Steuererkl&auml;rung in dem Bewusstsein nicht an, bei wahrheitsgem&auml;&szlig;er Erkl&auml;rung die Kapitalertr&auml;ge wegen der fehlenden Anrechnungsm&ouml;glichkeit gewisserma&szlig;en ein &quot;zweites Mal&quot; versteuern zu m&uuml;ssen, so kann in diesem Verhalten eine Steuerhinterziehung zu erblicken sein.<\/p>\n<p>3. Erfasst die ger&uuml;gte Geh&ouml;rsverletzung nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens, sondern bezieht sich lediglich auf einzelne Feststellungen, so liegt kein Fall des &sect; 119 Nr. 3 FGO vor, so dass die Entscheidung &uuml;ber diese Verfahrensr&uuml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 6 FGO keiner Begr&uuml;ndung bedarf.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Zwischen den Beteiligten ist umstritten, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) und ihr im Januar 2008 verstorbener Ehemann (Kl&auml;ger), dessen Rechtsnachfolgerin sie ist, Einkommensteuer auf Einnahmen aus Tafelgesch&auml;ften hinterzogen haben und die Festsetzungsfrist deshalb zehn Jahre betr&auml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Kl&auml;ger gaben am 13. Juni 1994 ihre Einkommensteuererkl&auml;rung 1993 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab. Unter anderem erkl&auml;rten sie in der beigef&uuml;gten Anlage KSO Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 7 720 DM und &#8211;unter Beif&uuml;gung von Steuerbescheinigungen&#8211; anzurechnende Kapitalertragsteuer von 1 813,11 DM. Das FA veranlagte erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; und setzte mit Bescheid vom 23. Januar 1995 eine Steuer in H&ouml;he von 306 DM fest. Im August 1995 meldeten die Kl&auml;ger weitere Zinsertr&auml;ge in H&ouml;he von rund 10 000 DM nach, woraufhin das FA die Steuerfestsetzung entsprechend &auml;nderte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Tats&auml;chlich hatten die Kl&auml;ger deutlich h&ouml;here Kapitaleink&uuml;nfte erzielt. Diese beliefen sich im Streitjahr 1993 auf insgesamt 120 551,82 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch in den Vorjahren und in den Folgejahren waren in den von den Kl&auml;gern abgegebenen Steuererkl&auml;rungen nur geringe Teile der insgesamt erzielten Kapitaleink&uuml;nfte erfasst. So waren ihnen 1990 62 407,88 DM, 1991&nbsp;&nbsp;90 564,21 DM und 1992&nbsp;&nbsp;118 156,93 DM zugeflossen, von denen sie aber jeweils nur 7 988 DM f&uuml;r 1990, 11 187 DM f&uuml;r 1991 und 27 392 DM f&uuml;r 1992 angaben. Die f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1994 bis 1999 abgegebenen Erkl&auml;rungen waren in vergleichbarer Weise unvollst&auml;ndig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei den nicht erkl&auml;rten Einnahmen handelte es sich zu einem betr&auml;chtlichen Teil um Ertr&auml;ge aus Tafelgesch&auml;ften, die die Kl&auml;ger anonym am Schalter abgewickelt hatten (Hingabe der Zinsscheine gegen Barauszahlung). Steuerbescheinigungen waren von den Banken nicht ausgestellt worden. Die &uuml;brigen Einnahmen resultierten aus &uuml;ber Konten oder Depots get&auml;tigte Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere und &auml;hnliche Investitionen. Diesbez&uuml;glich f&uuml;hrten die Banken Kapitalertragsteuer ab und stellten Steuerbescheinigungen aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im November 2001 teilte die Steuerfahndungsstelle &#8211;Steufa&#8211; den Kl&auml;gern schriftlich mit, dass sich aus ihr vorliegenden Unterlagen ergebe, dass Geld- bzw. Wertpapier&uuml;bertragungen in das Ausland vorgenommen worden seien. Der Aufforderung der Steufa, eine vollst&auml;ndige Aufstellung der in- und ausl&auml;ndischen Kapitalertr&auml;ge nebst einschl&auml;giger Unterlagen vorzulegen, kamen die Kl&auml;ger nach. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2001 berichtigten sie ihre bisherigen Erkl&auml;rungen der Jahre 1990 bis 1999 und machten umfangreiche Angaben &uuml;ber die tats&auml;chlich zugeflossenen Geldbetr&auml;ge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Auml;nderungsbescheid vom 20. September 2002 wertete das FA das kl&auml;gerische Schreiben aus und setzte die Einkommensteuer 1993 auf 26 008 DM fest. Das FA erfasste unter anderem nacherkl&auml;rte Einnahmen aus Tafelgesch&auml;ften in H&ouml;he von 63 888,33 DM. Diesbez&uuml;glich nahm es keine Anrechnung von Kapitalertragsteuer vor. Mit Bescheid vom 16. Dezember 2002 wurde die Steuerfestsetzung aus nicht im Streit stehenden Gr&uuml;nden noch einmal ge&auml;ndert. Ohne Erfolg machten die Kl&auml;ger im Einspruchs- wie im sp&auml;teren Klageverfahren geltend, dass die &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nicht mehr zul&auml;ssig sei. Die verl&auml;ngerte Festsetzungsfrist komme nicht zum Tragen, weil keine Steuer hinterzogen worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte im Streitpunkt keinen Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 95 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung materiellen und formellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG-Urteil leide an schwerwiegenden Verfahrensm&auml;ngeln. Die Vorinstanz habe eine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil beruhe auf einem weiteren Geh&ouml;rsversto&szlig;. Das FG habe rechtserhebliche Einwendungen, die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung unter Heranziehung bestimmt bezeichneter Entscheidungen anderer Gerichte geltend gemacht worden seien, nicht zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Au&szlig;erdem habe es &sect; 370 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) und &sect;&sect; 15, 16 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs (StGB) unzutreffend angewandt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) und auch des Bundesfinanzhofs (BFH) sei der Begriff des Tatbestandsirrtums in einer subjektiven Weise auszulegen. Habe ein Steuerpflichtiger angenommen, dass eine steuerliche Behandlung richtig sei, dann liege ein vorsatzausschlie&szlig;ender Tatbestandsirrtum vor. Das FG habe den Irrtumsbegriff gewisserma&szlig;en verobjektiviert und daher ihre Einlassung, im Hinblick auf die erh&ouml;hte Kapitalertragsteuer an deren Abgeltungscharakter geglaubt zu haben, zu Unrecht als blo&szlig;e Schutzbehauptung und nicht als subjektiv zutreffende Annahme gew&uuml;rdigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den objektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung habe das FG zu Unrecht bejaht. Zu einer Steuerverk&uuml;rzung sei es wegen der Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer gar nicht gekommen. Dem Fiskus sei nicht nur kein Schaden entstanden. Vielmehr habe dieser sogar einige Tausend DM zuviel erhalten. Denn der pers&ouml;nliche Steuersatz der Kl&auml;ger habe tats&auml;chlich unter dem Zinsabschlagsteuersatz von 35 % gelegen. Nach Verf&uuml;gungen der Oberfinanzdirektionen (OFD) M&uuml;nchen, D&uuml;sseldorf, M&uuml;nster und Hannover sei dem Staat kein Schaden entstanden, weshalb &sect; 370 AO nicht zur Anwendung komme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung des Urteils des Schleswig-Holsteinischen FG vom 22. November 2006&nbsp;&nbsp;2 K 30186\/03 die Einkommensteuer 1993 auf 3 762 EUR festzusetzen, hilfsweise, das Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar best&auml;tigten die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Verf&uuml;gungen der OFD M&uuml;nchen und Hannover insoweit deren Rechtsauffassung, dass eine Steuerhinterziehung nicht vorliege, wenn die einbehaltene Kapitalertragsteuer die festzusetzende Steuer &uuml;bersteige. Dies setze jedoch voraus, dass Kapitalertragsteuer tats&auml;chlich abgef&uuml;hrt worden sei. Im Streitfall sei dies gerade nicht nachgewiesen worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Festsetzungsfrist zehn Jahre betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Revisionsverfahren ist durch den Tod des Kl&auml;gers nicht nach &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 239 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) unterbrochen, weil dieser durch eine Prozessbevollm&auml;chtigte vertreten war (&sect; 246 Abs. 1 ZPO; vgl. BFH-Beschluss vom 12. September 2007 III R 37\/03, BFH\/NV 2007, 2329).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin unter Bezugnahme auf ihr Vorbringen im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde geltend macht, entgegen &sect; 93 Abs. 1 FGO sei die Streitsache in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom FG nicht einmal in Ans&auml;tzen er&ouml;rtert worden, hat der Senat diese R&uuml;ge gepr&uuml;ft, aber nicht f&uuml;r zul&auml;ssig erhoben erachtet. Er sieht insoweit von einer Begr&uuml;ndung gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 6 Satz 1 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die R&uuml;ge, das rechtliche Geh&ouml;r sei nicht gew&auml;hrt worden, ist formgerecht erhoben. Insbesondere war die Bezugnahme auf das Vorbringen im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren zul&auml;ssig, weil die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde bereits eine umfassende und kritische W&uuml;rdigung der verfahrensrechtlichen Richtigkeit des FG-Urteils enthielt (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 62; BFH-Beschluss vom 26. September 1995 VII R 29\/95, BFH\/NV 1996, 385). Das FG hat den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r allerdings nicht verletzt, es hat insbesondere keine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) und &sect; 96 Abs. 1 FGO darf das Urteil nur auf Tatsachen und Beweisergebnisse gest&uuml;tzt werden, zu denen sich die Beteiligten &auml;u&szlig;ern konnten. Hieraus folgt unter anderem das Verbot von &Uuml;berraschungsentscheidungen; ein bisher nicht er&ouml;rterter Umstand, der dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der ein kundiger Beteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht hat rechnen m&uuml;ssen, darf nicht zur Grundlage der Entscheidung gemacht werden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Gericht die ma&szlig;geblichen rechtlichen Gesichtspunkte mit den &#8211;zumal fachkundig vertretenen&#8211; Beteiligten umfassend er&ouml;rtern m&uuml;sste. Das Gericht ist grunds&auml;tzlich weder zu einem Rechtsgespr&auml;ch noch zu einem Hinweis auf seine Rechtsauffassung verpflichtet. Auch wenn die Rechtslage umstritten oder problematisch ist, muss daher ein Verfahrensbeteiligter grunds&auml;tzlich alle vertretbaren rechtlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht ziehen und seinen Vortrag darauf einrichten. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r liegt erst dann vor, wenn das Gericht ohne vorherigen Hinweis Anforderungen an den Sachvortrag stellt oder auf einen rechtlichen Gesichtspunkt abstellt, mit dem auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter &#8211;selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielfalt vertretbarer Rechtsauffassungen&#8211; nicht zu rechnen brauchte, so dass dies im Ergebnis der Verhinderung eines Vortrages gleichkommt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 21. August 2007 VII R 37\/04, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2008, 254, m.w.N.; BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. Dezember 2006 VIII B 4\/06, BFH\/NV 2007, 490; vom 16. August 2007 VIII B 211\/06, BFH\/NV 2007, 2312, m.w.N.; vom 25. Januar 2008 X B 179\/06, BFH\/NV 2008, 608, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG keine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen. Denn ein kundiger Prozessbeteiligter muss in einem Gerichtsverfahren, in dem im Kern nur &uuml;ber die Frage des Vorliegens einer Steuerhinterziehung gestritten wird, ohne weiteres damit rechnen, dass das zur Entscheidung berufene FG bei der Pr&uuml;fung des Vorsatzes auch das aktenkundige Erkl&auml;rungsverhalten des Steuerpflichtigen in der Vergangenheit in seine Beurteilung einbezieht. Wird n&auml;mlich die vors&auml;tzliche Begehungsweise vom Steuerpflichtigen nicht einger&auml;umt und fehlen eindeutige Sach- und\/oder Personalbeweise, wie z.B. Aussagen straftatbeteiligter Personen (Mitt&auml;ter, Gehilfen, Anstifter), so sind die erforderlichen Feststellungen im Wege des Indizienbeweises zu treffen. Welche Einzeltatsachen den Schluss auf das Vorliegen des Vorsatzes zulassen k&ouml;nnen, h&auml;ngt ganz von den Umst&auml;nden des Einzelfalles ab. Bei der erforderlichen Gesamtw&uuml;rdigung ist auf die gesamte &uuml;berschaubare T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen abzustellen, eine Beschr&auml;nkung auf Einzeltatsachen, die zeitlich unmittelbar mit dem streitgegenst&auml;ndlichen Besteuerungsabschnitt zusammenh&auml;ngen, besteht hiernach nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 27. Juni 2002 III B 38\/02, BFH\/NV 2002, 1443). Dies w&auml;re mit der richterlichen Pflicht, dem Urteil das Gesamtergebnis des Verfahrens zugrunde zu legen, nicht zu vereinbaren (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Januar 2008 VIII B 37\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach versteht es sich von selbst, dass aus dem Erkl&auml;rungs- oder sonstigen Verhalten des Steuerpflichtigen in fr&uuml;heren &#8211;oder auch sp&auml;teren Jahren&#8211; R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den Kenntnisstand, die Absichten und Motive des Steuerpflichtigen im Streitjahr gezogen werden k&ouml;nnen. Da das FG nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nicht verpflichtet ist, die f&uuml;r seine Entscheidung erheblichen Gesichtspunkte im Voraus anzudeuten, musste die Kl&auml;gerin von sich aus in Betracht ziehen, dass das FG die Tatsache der g&auml;nzlichen Nichtversteuerung erheblicher Kapitaleink&uuml;nfte in den Jahren 1990 bis 1992 verwertet und als Indiz f&uuml;r B&ouml;sgl&auml;ubigkeit heranzieht. Dies gilt umso mehr, wenn die Kl&auml;gerin &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch einen Angeh&ouml;rigen der steuerberatenden Berufe vertreten ist (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 10 a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die weitere R&uuml;ge, dass der Vortrag der Kl&auml;gerin zu den rechtlichen Anforderungen an das Vorliegen eines Tatbestandsirrtums gem&auml;&szlig; &sect; 16 Abs. 1 StGB nicht ber&uuml;cksichtigt worden sei, h&auml;lt der Senat f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Denn das mit Hinweisen auf straf- und finanzgerichtliche Judikate versehene Vorbringen der Kl&auml;gerin wurde, wie Tatbestand und Entscheidungsgr&uuml;nde zeigen, vom FG entgegengenommen. Eine Geh&ouml;rsverletzung liegt in einem solchen Fall nur dann vor, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des einzelnen Falles deutlich ergibt, dass das Gericht das empfangene Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 26. M&auml;rz 2007 II S 1\/07, BFH\/NV 2007, 1094, m.w.N.). Solche besonderen Umst&auml;nde sind im Streitfall weder vorgetragen noch ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im &Uuml;brigen sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 6 Satz 1 FGO von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung ab. Eine Pflicht zur Begr&uuml;ndung der Revisionsentscheidung gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 6 Satz 2 FGO besteht nicht, weil es sich bei den von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Geh&ouml;rsverletzungen nicht um eine R&uuml;ge nach &sect; 119 FGO handelt. Eine R&uuml;ge nach &sect; 119 Nr. 3 FGO, bei der die Kausalit&auml;t des Verfahrensmangels f&uuml;r die Entscheidung unwiderleglich vermutet wird, betrifft nur solche F&auml;lle, in denen der ger&uuml;gte Geh&ouml;rsversto&szlig; das Gesamtergebnis des Verfahrens erfasst. Bezieht sich die behauptete Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r, wie vorliegend, lediglich auf einzelne Feststellungen, so ist die Kausalit&auml;t vom Revisionskl&auml;ger darzulegen und vom Revisionsgericht zu pr&uuml;fen. Folglich handelt es sich nicht um einen absoluten Revisionsgrund i.S. des &sect; 119 FGO (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 3. September 2001 GrS 3\/98, BFHE 196, 39, 43, 47, BStBl II 2001, 802; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 11, m.w.N.; Beermann in Beermann\/Gosch, FGO, &sect; 119 Rz 49 f., 50.1 bis 50.4, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision hat auch mit der Sachr&uuml;ge keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Steuerbescheide sind gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO zu &auml;ndern, soweit Tatsachen nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Eine &Auml;nderung ist jedoch dann nicht mehr zul&auml;ssig, wenn die Festsetzungsfrist abgelaufen ist (&sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO). Die Frist zur Festsetzung der Einkommensteuer betr&auml;gt nach &sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO vier Jahre. Sie betr&auml;gt zehn Jahre, soweit eine Steuer hinterzogen, und f&uuml;nf Jahre, soweit sie leichtfertig verk&uuml;rzt worden ist (&sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme einer auf zehn bzw. f&uuml;nf Jahre verl&auml;ngerten Frist setzt voraus, dass die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale einer vollendeten Steuerhinterziehung i.S. des &sect; 370 AO oder einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung i.S. des &sect; 378 AO vorliegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 2. April 1998 V R 60\/97, BFHE 186, 1, BStBl II 1998, 530; vom 19. Dezember 2002 IV R 37\/01, BFHE 200, 495, BStBl II 2003, 385).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect; 36 Abs. 2 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) der im Streitjahr geltenden Fassung wird auf die Einkommensteuer die durch Steuerabzug erhobene Einkommensteuer angerechnet, soweit sie auf die bei der Veranlagung erfassten Eink&uuml;nfte entf&auml;llt und nicht die Erstattung beantragt oder durchgef&uuml;hrt worden ist. Die Anrechnungsverf&uuml;gung stellt einen selbstst&auml;ndigen, von der Steuerfestsetzung zu unterscheidenden, rechtsbest&auml;tigenden Verwaltungsakt dar, der Teil des Erhebungsverfahrens ist (BFH-Urteile vom 15. April 1997 VII R 100\/96, BFHE 182, 506, BStBl II 1997, 787; vom 18. Juli 2000 VII R 32, 33\/99, BFHE 192, 405, BStBl II 2001, 133).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger haben im Streitjahr Einkommensteuer hinterzogen. Die Festsetzungsfrist betrug daher zehn Jahre, die &Auml;nderung der Steuerfestsetzung durch den angegriffenen Bescheid war zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung ist gegeben. Die Kl&auml;ger haben unvollst&auml;ndige Angaben zu ihren Kapitaleink&uuml;nften gemacht und dadurch Steuern verk&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Steuern sind namentlich dann verk&uuml;rzt, wenn sie nicht, nicht in voller H&ouml;he oder nicht rechtzeitig festgesetzt werden (&sect; 370 Abs. 4 Satz 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie zwischen den Beteiligten nicht streitig ist, wurde infolge der Nichtangabe der Einnahmen aus Tafelgesch&auml;ften und bestimmter Einnahmen aus anderen Kapitalanlagen die Einkommensteuer im Bescheid vom 23. Januar 1995 zu niedrig festgesetzt. Die Streitfrage, ob trotz der zu niedrigen Festsetzung das Vorliegen einer Verk&uuml;rzung zu verneinen ist, wenn anrechenbare Kapitalertragsteuerbetr&auml;ge an den Fiskus abgef&uuml;hrt wurden, bedarf im Streitfall keiner Kl&auml;rung (&Uuml;berblick zum Streitstand bei Lindwurm, Der AO-Steuerberater 2007, 218; Rolletschke in Rolletschke\/Kemper, Steuerverfehlungen, &sect; 370 AO Rz 102a). Denn eine derartige steuerstrafrechtliche Verrechnung k&auml;me allenfalls unter der Pr&auml;misse in Betracht, dass die steuerrechtlichen Anrechnungsvoraussetzungen im Zeitpunkt der Abgabe der unvollst&auml;ndigen Steuererkl&auml;rung s&auml;mtlich erf&uuml;llt sind. Ist das nicht der Fall, dann steht dem Fiskus die auf die nicht erkl&auml;rten Kapitaleink&uuml;nfte festzusetzende Steuer &quot;ungeschm&auml;lert&quot;, d.h. ohne Ber&uuml;cksichtigung einer eventuell abgef&uuml;hrten Kapitalertragsteuer, zu. Im Streitfall sind die Anrechnungsvoraussetzungen objektiv nicht erf&uuml;llt gewesen. Daher wurde die auf die nicht erkl&auml;rten Kapitaleink&uuml;nfte festzusetzende Steuer verk&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach der Rechtsprechung des BGH sind anrechenbare Abzugsteuerbetr&auml;ge steuerstrafrechtlich auf der Tatbestandsebene allenfalls dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die steuerrechtlichen Anrechnungsvoraussetzungen vorliegen. Das ist etwa dann nicht der Fall, wenn die Bescheinigungen &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer nach &sect; 44 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG a.F.) im Zeitpunkt der Tatbegehung nicht vorliegen. Abzugsteuerbetr&auml;ge, die nicht bescheinigt wurden, sind weder geeignet, den tatbestandlichen Erfolg der Steuerhinterziehung entfallen zu lassen noch die Strafzumessung zugunsten des Einkommensteuerhinterziehers zu beeinflussen (vgl. BGH-Urteil vom 12. Januar 2005&nbsp;&nbsp;5 StR 301\/04, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Steuerstrafrecht &#8211;wistra&#8211; 2005, 144; BGH-Beschluss vom 7. November 2006&nbsp;&nbsp;5 StR 435\/06, wistra 2007, 68, jeweils zur Anrechnung von K&ouml;rperschaftsteuer bei Einkommensteuerhinterziehungen im Rahmen des fr&uuml;heren Anrechnungsverfahrens). Fehlen Nachweise oder Bescheinigungen, deren Vorliegen sachlich-rechtliche Voraussetzung einer Steuernorm sind, und wei&szlig; der Steuerpflichtige, dass er diese Bescheinigungen ben&ouml;tigt, um die Voraussetzungen einer bestimmten beg&uuml;nstigenden Regelung erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen, so begeht er eine Steuerhinterziehung, wenn er diese steuerliche Regelung beansprucht und dabei das Nichtvorliegen der erforderlichen Bescheinigungen verschweigt (vgl. BGH-Urteil vom 8. Februar 1983&nbsp;&nbsp;1 StR 765\/82, BGHSt 31, 248, wistra 1983, 115; BGH-Beschluss vom 4. Januar 1989&nbsp;&nbsp;3 StR 415\/88, wistra 1989, 190, jeweils zum Buchnachweis f&uuml;r die Steuerbefreiung der Ausfuhr gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211;; BGH-Urteil vom 12. Mai 2005&nbsp;&nbsp;5 StR 36\/05, wistra 2005, 308, BFH\/NV 2005, Beilage 4, 400; Urteil des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 26. Oktober 1987&nbsp;&nbsp;4 St 164\/87, Neue Zeitschrift f&uuml;r Strafrecht &#8211;NStZ&#8211; 1988, 313, zum Rechnungsbesitz beim Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect; 15 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Diese Rechtsprechung, der sich der Senat anschlie&szlig;t, hat im Streitfall zur Folge, dass die von der Kl&auml;gerin behauptete, aber nicht nachgewiesene Abf&uuml;hrung des Zinsabschlags in H&ouml;he von 35 % der Ertr&auml;ge aus den Tafelgesch&auml;ften steuerstrafrechtlich nicht zu ber&uuml;cksichtigen ist. Denn die Kl&auml;ger waren unstreitig nie im Besitz von Bescheinigungen der Kapitalertragsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 45a Abs. 2 EStG, die materiell-rechtliche Voraussetzung der Steueranrechnung sind. Eine Anrechnung der Kapitalertragsteuer war somit nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Zwar war nach der im Streitjahr 1993 geltenden Fassung des &sect; 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG im Unterschied zur heutigen Gesetzesfassung (&sect; 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 Satz 2 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 1996 vom 11. Oktober 1995, BGBl I 1995, 1250) die Vorlage der Steuerbescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 45a Abs. 2 EStG nicht ausdr&uuml;cklich als Voraussetzung der Steueranrechnung benannt. Doch bedeutete dies keinen Verzicht auf jegliche formale Nachweiserfordernisse. Vielmehr konnte nach Auffassung des Senats auch bereits im Veranlagungszeitraum 1993 eine Anrechnung von Kapitalertragsteuerbetr&auml;gen, die im Zusammenhang mit get&auml;tigten Tafelgesch&auml;ften an den deutschen Fiskus abgef&uuml;hrt worden sein k&ouml;nnten, nur bei Vorlage einer Bescheinigung nach &sect; 45a Abs. 2 EStG stattfinden (gleicher Auffassung BFH-Urteil vom 12. Februar 2008 VII R 33\/06, BFH\/NV 2008, 845, BFHE 220, 225; Abgrenzung zu BFH-Beschl&uuml;ssen vom 26. September 1991 VIII B 41\/91, BFHE 165, 287, BStBl II 1991, 924; vom 21. Januar 2000 VII B 205\/99, BFH\/NV 2000, 1080 &#8211;jeweils obiter dicta&#8211;. Die Finanzverwaltung nahm durchgehend den hier vertretenen Rechtsstandpunkt ein, vgl. R 154 Abs. 4 der Einkommensteuer-Richtlinien &#8211;EStR&#8211; 1990 und R 154 Abs. 2 EStR 1993; Verf&uuml;gungen der OFD Berlin vom 25. Oktober 1994 St 411 &#8211; S &#8211; 2401 &#8211; 1\/94, ESt-Kartei Berlin &sect; 36 EStG Nr. 5; der OFD Koblenz vom 25. M&auml;rz 1994 S 2400 A &#8211; St 34 3, Deutsches Steuerrecht 1994, 753).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt aus dem Zweck der gesetzlichen Bescheinigungsregelung in &sect; 45a Abs. 2 EStG. Dieser Zweck besteht in einer Nachweisfunktion. Im Unterschied zu einer Vielzahl anderer &quot;steuererm&auml;&szlig;igender&quot; Tatbest&auml;nde trifft der Gesetzgeber gerade im Zusammenhang mit der Anrechnung von Kapitalertragsteuer eine spezielle Bescheinigungs- und damit Nachweisregelung. Wenn der Gesetzgeber dieses Nachweisinstrument eigens zum Zwecke der Anrechnung einbehaltener Kapitalertragsteuer schafft, es detailliert ausgestaltet und es mit einer Ausstellungspflicht des Schuldners der Kapitalertr&auml;ge bzw. des auszahlenden Kreditinstituts verbindet, so ist das ein deutlicher Beleg daf&uuml;r, dass von diesem Nachweisinstrument nach dem Willen des Gesetzgebers auch zwingend Gebrauch zu machen ist. W&auml;re der Gesetzgeber tats&auml;chlich der Auffassung gewesen, der Nachweis einbehaltener und abgef&uuml;hrter Kapitalertragsteuer k&ouml;nne auf jede erdenkliche Art und Weise gef&uuml;hrt werden, so h&auml;tte es der detaillierten Regelung in &sect; 45a Abs. 2 EStG nicht bedurft. Somit kann der Zweck der Regelung &uuml;ber die Kapitalertragsteuerbescheinigung, die praktikable und rechtssichere Durchf&uuml;hrung der Kapitalertragsteueranrechnung zu erm&ouml;glichen, nur erreicht werden, wenn der Steuerpflichtige zwingend auf dieses spezielle Nachweisinstrument verwiesen wird. In seiner Auffassung sieht sich der Senat durch die Entstehungsgeschichte der ab dem Veranlagungszeitraum 1996 geltenden Neufassung des &sect; 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG best&auml;tigt. Aus den Gesetzesmaterialien geht hervor, dass der Gesetzgeber mit der Anf&uuml;gung des Satzes 2 in die Anrechnungsvorschrift lediglich eine gesetzliche Klarstellung der seit l&auml;ngerem in den EStR enthaltenen Regelung, wonach eine Anrechnung ohne Kapitalertragsteuerbescheinigung nicht m&ouml;glich ist, bezweckte. Zudem sollte eine Gleichstellung mit der Anrechnung von K&ouml;rperschaftsteuer erreicht werden (vgl. BTDrucks 13\/1686, S. 46). Diesbez&uuml;glich war bereits gekl&auml;rt, dass die Bescheinigung der K&ouml;rperschaft materiell-rechtliche Voraussetzung der Anrechnung ist (BFH-Beschluss in BFHE 165, 287, BStBl 1991, 924). Einen Grund, die Kapitalertragsteuerbescheinigung anders zu behandeln als die K&ouml;rperschaftsteuerbescheinigung, gab es aus Sicht des Gesetzgebers nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem lassen die gesetzlichen Sonderregelungen zur Behandlung von Tafelgesch&auml;ften darauf schlie&szlig;en, dass der Gesetzgeber bei diesen Gesch&auml;ften die Kapitalertragsteuerbescheinigung als unverzichtbares Nachweismittel angesehen hat, um den offenkundigen Manipulationsm&ouml;glichkeiten angemessen Rechnung zu tragen. Faktisch ist die Kapitalertragsteuerbescheinigung hier schon deshalb unentbehrlich, weil es bei Tafelgesch&auml;ften an alternativen urkundlichen Nachweisen, wie zum Beispiel Ertr&auml;gnisaufstellungen der Banken, fehlt. Ohne Kapitalertragsteuerbescheinigung w&uuml;rde die Anrechnung des Zinsabschlags auf eine reine Sch&auml;tzung hinauslaufen und die gesetzlichen Kennzeichnungs- und Bescheinigungsregelungen unterlaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den nicht angegriffenen Feststellungen des FG haben die Kl&auml;ger klassische Tafelgesch&auml;fte get&auml;tigt, indem sie am Schalter der Bank anonym, d.h. ohne dass ihre Personalien aufgenommen worden w&auml;ren, gegen Aush&auml;ndigung der Zinsscheine die Wertpapierertr&auml;ge bar vereinnahmten. Nach ihrem eigenen Vorbringen wollen die Kl&auml;ger lediglich einen Abrechnungsbeleg erhalten haben, in dem weder Name noch Anschrift einer nat&uuml;rlichen Person aufgef&uuml;hrt waren. Eine Steuerbescheinigung nach &sect; 45a Abs. 2 EStG erhielten sie ebenfalls nicht. Dies entspricht der &uuml;blichen Praxis des Tafelgesch&auml;fts, wonach Steuerbescheinigungen in der Regel nicht ausgestellt werden und auch die erteilte Quittung keine personenbezogenen Angaben enth&auml;lt (vgl. Seemann in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., &sect; 44 Rz 21). Das Gesetz sieht &#8211;und sah&#8211; allerdings auch bei Tafelgesch&auml;ften vor, dass die auszahlende Stelle auf Verlangen des Gl&auml;ubigers der Kapitalertr&auml;ge eine Steuerbescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 45a Abs. 2 EStG zu erteilen hat (vgl. nur Geurts in Bordewin\/Brandt, &sect; 45a EStG Rz 87; Seemann, a.a.O., &sect; 44 Rz 21). Jedoch muss die Bescheinigung bei Tafelgesch&auml;ften mit einem speziellen Hinweis gekennzeichnet sein; die auszahlende Stelle hat hier&uuml;ber besondere Aufzeichnungen zu f&uuml;hren (&sect; 45a Abs. 2 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 45 Abs. 2 und 3 KStG in der im Streitjahr geltenden Fassung; jetzt &sect; 45a Abs. 2 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 44a Abs. 6 EStG; hierzu Geurts, a.a.O., &sect; 45a Rz 87). Damit werden die Kontrollm&ouml;glichkeiten der Finanzverwaltung verbessert und sichergestellt, &quot;dass im Veranlagungsverfahren die wirkliche Rechtslage gepr&uuml;ft und die bescheinigte Steuer beim wirklich Berechtigten angerechnet wird&quot; (so w&ouml;rtlich Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 30. April 1992 &#8211;Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Zinsbesteuerung&#8211;, BTDrucks 12\/2501, S. 20; vgl. auch Bullinger\/Radke, Handkommentar zum Zinsabschlag, 1994, Rz 819). Verlangt der Steuerpflichtige eine gekennzeichnete Steuerbescheinigung, dann muss er allerdings aus der selbst gew&auml;hlten Anonymit&auml;t des Tafelgesch&auml;fts heraustreten und seinen Namen und seine Anschrift preisgeben. Denn diese Angaben m&uuml;ssen zwingend in der Steuerbescheinigung enthalten sein (&sect; 45a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG). Blanko-Steuerbescheinigungen sind unzul&auml;ssig (Bullinger\/Radke, Handkommentar zum Zinsabschlag, 1994, Rz 819). Bevorzugt es der Steuerpflichtige dagegen, in der Anonymit&auml;t zu bleiben und den speziellen Kennzeichnungs- und Aufzeichnungspflichten zu entgehen, so kommt dies einem bewussten Verzicht auf die Erteilung einer Steuerbescheinigung mit der Folge gleich, dass eine nachweisbare Zuordnung etwaiger vom Kreditinstitut abgef&uuml;hrter Kapitalertragsteuer zu einer bestimmten steuerpflichtigen Person auf zuverl&auml;ssige Weise generell nicht mehr bewerkstelligt werden kann. Ein reiner Abrechnungsbeleg, der, wie im Streitfall, ebenfalls keine personenbezogenen Daten enth&auml;lt (vgl. Seemann, a.a.O., &sect; 44 Rz 21), ist zum Nachweis v&ouml;llig ungeeignet, weil aus ihm gerade nicht hervorgeht, dass derjenige Steuerpflichtige, der unter Vorlage dieser Urkunde die Anrechnung begehrt, identisch ist mit der Person, die das Tafelgesch&auml;ft tats&auml;chlich get&auml;tigt hat bzw. der die Zinsen subjektiv zuzurechnen sind. Derartige &quot;namenlose&quot; Urkunden k&ouml;nnten in all den F&auml;llen, in denen der pers&ouml;nliche Steuersatz niedriger ist als der bei Tafelgesch&auml;ften geltende Zinsabschlagsteuersatz von 35 %, sogar dazu eingesetzt werden, ungerechtfertigte Steuererstattungen zu realisieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zur Anrechnung von Lohnsteuerbetr&auml;gen bei Nichtvorlage der Lohnsteuerkarte oder der Lohnsteuerbescheinigung ergangene Rechtsprechung ist auf den vorliegenden Fall nicht &uuml;bertragbar. Nach dieser Rechtsprechung wird dem Arbeitnehmer die M&ouml;glichkeit zur Lohnsteueranrechnung offen gehalten, auch wenn er keine Lohnsteuerkarte oder -bescheinigung in den H&auml;nden h&auml;lt. Dies beruht unter anderem auf der Erw&auml;gung, dass der Arbeitnehmer nicht mit dem Risiko belastet werden soll, aus in der Sph&auml;re des Arbeitgebers liegenden Gr&uuml;nden von diesem keine Lohnsteuerbescheinigung erhalten zu k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 22. September 1978 VI R 221\/75, BFHE 126, 257, BStBl II 1979, 55; BFH-Beschluss vom 29. Februar 1996 X B 303\/95, BFH\/NV 1996, 606; Brenner, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 36 Rz D 171). Es erscheint schon fraglich, ob bei dem normalen Kunden einer Bank ein vergleichbares Risiko &uuml;berhaupt besteht. Jedenfalls befindet sich der Inhaber von Tafelpapieren zweifellos in einer ganz anderen Situation. Er k&ouml;nnte, wenn er nur wollte, ohne weiteres von einer Bank eine Kapitalertragsteuerbescheinigung &uuml;ber die dort get&auml;tigten Schaltergesch&auml;fte erhalten. Er will dies aber nicht. Deshalb darf er mit den Folgen des von ihm selbst geschaffenen Risikos belastet werden, &uuml;ber keinen f&ouml;rmlichen Nachweis der angeblich auf seine Rechnung abgef&uuml;hrten Kapitalertragsteuer zu verf&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl&auml;ger haben auch vors&auml;tzlich gehandelt. Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise den Vorsatz bejaht und den Tatbestandsirrtum i.S. des &sect; 16 Abs. 1 StGB verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect; 16 Abs. 1 StGB handelt nicht vors&auml;tzlich, wer bei Begehung der Tat einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand geh&ouml;rt (Tatbestandsirrtum). Zum Vorsatz der Steuerhinterziehung geh&ouml;rt danach, dass der T&auml;ter den angegriffenen bestehenden Steueranspruch dem Grunde und der H&ouml;he nach kennt und dass er ihn trotz dieser Kenntnis gegen&uuml;ber der Steuerbeh&ouml;rde verk&uuml;rzen will (BGH-Beschluss vom 19. Mai 1989&nbsp;&nbsp;3 StR 590\/88, wistra 1989, 263; BGH-Urteil vom 9. Februar 1995&nbsp;&nbsp;5 StR 722\/94, wistra 1995, 191). Ein Tatbestandsirrtum liegt u.a. dann vor, wenn der T&auml;ter annahm, dass die steuerliche Behandlung einer Angelegenheit richtig war (BGH-Urteil vom 7. Dezember 1979&nbsp;&nbsp;2 StR 315\/79, BGHSt 29, 152; BGH-Beschluss in wistra 1989, 263).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach diesem Ma&szlig;stab hat das FG den &#8211;revisionsgerichtlicher Kontrolle unterliegenden&#8211; Rechtsbegriff des Tatbestandsirrtums nicht verkannt. Aus den Urteilsgr&uuml;nden geht hervor, dass das FG in der Sache keine verengte oder &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; &quot;verobjektivierte&quot; Irrtumspr&uuml;fung vorgenommen hat. Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Kl&auml;ger Kenntnis von einem bestehenden Steueranspruch haben mussten. Irrtum i.S. des &sect; 16 Abs. 1 StGB ist nichts weiter als die Negation der erforderlichen Kenntnis, bedeutet also Un-Kenntnis von einem Umstand, der zum gesetzlichen Straftatbestand geh&ouml;rt. Der Tatbestandsirrtum ist die Kehrseite des Wissenselements des Vorsatzes (Lackner\/K&uuml;hl, StGB, 26. Aufl. 2007, &sect; 16 Rz 3). Das FG ist bei seiner Beweisw&uuml;rdigung ersichtlich von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Es hat n&auml;mlich umfassend und eingehend gew&uuml;rdigt, ob die Kl&auml;ger im konkreten Fall diese erforderliche subjektive Kenntnis von dem staatlichen Besteuerungsanspruch &#8211;der Steuerpflicht der Ertr&auml;ge aus Tafelgesch&auml;ften&#8211; hatten oder ob ihnen diese Kenntnis deshalb gefehlt hat, weil sie irrtumsbedingt an die abgeltende Wirkung der einbehaltenen Zinsabschlagsteuer und den hiermit verbundenen Wegfall der Erkl&auml;rungs- und Steuerpflicht glaubten. Wenn sie &#8211;was Tatfrage ist&#8211; geglaubt haben, der Steueranspruch des Staats sei durch den Zinsabschlag bereits erloschen, dann handelten sie ohne Kenntnis der Tatumst&auml;nde und damit ohne Vorsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Beurteilung der Tatfrage, ob die Kl&auml;ger die erforderliche Kenntnis hatten oder nicht hatten, geh&ouml;rt dem Bereich der Beweisw&uuml;rdigung an und ist damit der revisionsgerichtlichen Kontrolle grunds&auml;tzlich entzogen. Im Streitfall ist die W&uuml;rdigung des FG rechtlich nicht zu beanstanden. Der Senat ist daher an die Feststellung des FG, die Kl&auml;ger h&auml;tten mit Vorsatz gehandelt, gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beweisw&uuml;rdigung des FG ist grunds&auml;tzlich revisionsrechtlich bindend. Nur wenn sie verfahrensrechtlich nicht einwandfrei zustande gekommen ist, sie durch Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst wurde, liegt ein die Revision begr&uuml;ndender sachlich-rechtlicher Mangel des Urteils vor (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 27. M&auml;rz 2007 VIII R 62\/05, BFHE 217, 491; BFH-Beschluss vom 18. Oktober 2007 VIII B 212\/06, BFH\/NV 2008, 210, m.w.N.). Ist das nicht der Fall, so ist die tatrichterliche W&uuml;rdigung auch dann revisionsrechtlich bindend (&sect; 118 Abs. 2 FGO), wenn ein abweichendes Verst&auml;ndnis gleicherma&szlig;en m&ouml;glich oder gar nahe liegend ist (BFH-Urteil vom 14. Juli 2004 I R 111\/03, BFHE 206, 437, BStBl II 2005, 307; BFH-Beschluss vom 22. August 2006 V B 59\/04, BFH\/NV 2007, 116). Somit ist insbesondere eine nachvollziehbar vom FG begr&uuml;ndete W&uuml;rdigung einer Einlassung des Steuerpflichtigen als Schutzbehauptung nicht revisibel (vgl. BFH-Beschluss vom 21. Februar 2007 VII R 51\/04, BFH\/NV 2007, 1161).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall sind die von der Kl&auml;gerin erhobenen Verfahrensr&uuml;gen nicht begr&uuml;ndet (s. oben unter I.1. und 2. der Gr&uuml;nde dieses Urteils). Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen sind weder vorgetragen noch ersichtlich. Insbesondere ist die nachvollziehbar begr&uuml;ndete W&uuml;rdigung des FG, bei der Einlassung der Kl&auml;ger handele es sich um eine Schutzbehauptung, m&ouml;glich. Denn die wesentlichen Indizien, die das FG als f&uuml;r seine &Uuml;berzeugungsbildung ma&szlig;geblich herausgestellt hat, lassen durchaus den Schluss auf bedingt vors&auml;tzliches Handeln der Kl&auml;ger zu. So deutet die Tatsache, dass in den Jahren 1990 bis 1992 ganz erhebliche Kapitalertr&auml;ge weder bei der Veranlagung erfasst wurden noch dem Quellensteuerabzug unterlagen, darauf hin, dass nicht der Glaube an die abgeltende Wirkung einer wie auch immer gearteten Quellensteuer Grund f&uuml;r die Nichterkl&auml;rung der Kapitalertr&auml;ge war, sondern die Bef&uuml;rchtung, dass bei wahrheitsgem&auml;&szlig;en Angaben zu den Eink&uuml;nften des Jahres 1993 die &quot;Unregelm&auml;&szlig;igkeiten&quot; der Vorjahre ans Licht kommen w&uuml;rden. Auch die vom FG festgestellte Tatsache, dass in erheblichem Umfang Kapitalertr&auml;ge verschwiegen wurden, die dem normalen Zinsabschlagsteuersatz von 30 % unterlagen, kann ebenfalls zur Bewertung der kl&auml;gerischen Einlassung als Schutzbehauptung f&uuml;hren. Denn die Kl&auml;ger begr&uuml;ndeten ihren Glauben an die abgeltende Wirkung des Zinsabschlags mit dem bei Tafelgesch&auml;ften auf 35 % erh&ouml;hten Steuersatz. Unterlagen sie tats&auml;chlich dieser Fehlvorstellung, dann h&auml;tten sie zumindest die dem 30 %-igen Normalabzug unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte vollst&auml;ndig erkl&auml;ren m&uuml;ssen. Schlie&szlig;lich ist die W&uuml;rdigung des FG m&ouml;glich, dass die Kl&auml;ger die Kapitaleink&uuml;nfte aus den Tafelgesch&auml;ften auch deshalb wissentlich nicht erkl&auml;rten, weil sie davon ausgingen, eine Anrechnung der angeblich abgef&uuml;hrten Kapitalertragsteuer wegen der fehlenden Steuerbescheinigungen nicht herbeif&uuml;hren zu k&ouml;nnen und die Ertr&auml;ge gewisserma&szlig;en ein &quot;zweites Mal&quot; versteuern zu m&uuml;ssen. Wussten sie um die fehlende Anrechnungsm&ouml;glichkeit, dann haben sie die dem Staat objektiv zustehende &quot;zweite&quot; Steuer mit Wissen und Wollen verk&uuml;rzt. Wie eine derartige Straftat zu ahnden w&auml;re (Strafzumessung), ist eine Frage, die sich im vorliegenden Verfahren nicht stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 28\/07 Steuerhinterziehung durch bewusste Nichterkl&auml;rung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen wegen fehlender Steuerbescheinigung &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Blanko-Steuerbescheinigungen &#8211; Entscheidung &uuml;ber Verfahrensr&uuml;ge ohne Begr&uuml;ndung &#8211; Unterbrechung des Revisionsverfahrens &#8211; Anrechnungsverf&uuml;gung als Verwaltungsakt &#8211; Revisibilit&auml;t der W&uuml;rdigung einer Einlassung als Schutzbehauptung Leits&auml;tze 1. 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