{"id":17330,"date":"2012-12-10T15:48:08","date_gmt":"2012-12-10T13:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17330"},"modified":"2012-12-10T15:48:08","modified_gmt":"2012-12-10T13:48:08","slug":"ii-r-62-07-kraftfahrzeugsteuer-und-folgen-der-aufhebung-des-par-23-abs-6a-stvzo-abgrenzung-pkw-lkw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-62-07-kraftfahrzeugsteuer-und-folgen-der-aufhebung-des-par-23-abs-6a-stvzo-abgrenzung-pkw-lkw\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;62\/07 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer und Folgen der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO &#8211; Abgrenzung PKW\/LKW"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, II R 62\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kraftfahrzeugsteuer und Folgen der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO &#8211; Abgrenzung PKW\/LKW<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nach Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO gilt ab 1. Mai 2005 auch f&uuml;r Kfz mit einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von &uuml;ber 2,8 t der von der Rechtsprechung des BFH entwickelte Grundsatz, dass anhand von Bauart und Einrichtung des Kfz zu beurteilen ist, ob ein PKW oder ein LKW vorliegt. Soweit danach &sect; 2 Abs. 2a KraftStG die Rechtslage lediglich r&uuml;ckwirkend klarstellt, bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken, auch nicht unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes.<\/p>\n<p>2. Ergibt sich in Folge der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO eine &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage, ist die Kraftfahrzeugsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 KraftStG neu festzusetzen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Eigent&uuml;mer eines Toyota Landcruiser (Typ J8). Das Fahrzeug hat einen Dieselmotor mit einem Hubraum von 4 164 ccm, ein zul&auml;ssiges Gesamtgewicht von 2 960 kg und einschlie&szlig;lich des F&uuml;hrerplatzes f&uuml;nf Sitzpl&auml;tze. Es ist seit dem 30. November 1990 mit der Fahrzeug- und Aufbauart &quot;Personenkraftwagen geschlossen&quot; auf den Kl&auml;ger zugelassen. Umbauten an dem Fahrzeug hat der Kl&auml;ger nicht vorgenommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stufte das Fahrzeug des Kl&auml;gers mit Bescheid vom 14. Februar 2000 als &quot;anderes Fahrzeug&quot; i.S. &sect; 8 Nr. 2 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) ein, unterwarf es der Gewichtsbesteuerung nach &sect; 9 Abs. 1 Nr. 3 KraftStG und setzte die Steuer ab dem 30. November 1997 auf j&auml;hrlich 337 DM (= 172,31 EUR) fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit dem auf &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 KraftStG gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheid vom 21. Oktober 2005 setzte das FA die Steuer f&uuml;r die Zeit vom 1. Mai 2005 bis 29. November 2005 auf 921 EUR und f&uuml;r die Zeit ab 30. November 2005 auf j&auml;hrlich 1 578 EUR neu fest. Dabei ging das FA aufgrund der durch die Siebenundzwanzigste Verordnung zur &Auml;nderung der Stra&szlig;enverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 2. November 2004 (BGBl I 2004, 2772) mit Wirkung ab 1. Mai 2005 vorgenommenen Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a der Stra&szlig;enverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) davon aus, dass das Fahrzeug des Kl&auml;gers ab diesem Zeitpunkt als PKW gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 1 i.V.m. &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG zu besteuern sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) sah in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1368 ver&ouml;ffentlichten Urteil nicht die &Auml;nderungsvoraussetzungen des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 KraftStG, sondern diejenigen des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 4 KraftStG als erf&uuml;llt an und vertrat die Auffassung, das Kfz sei ab 1. Mai 2005 aufgrund seiner objektiven Beschaffenheit nach Bauart und Einrichtung unabh&auml;ngig von der durch das Dritte Gesetz zur &Auml;nderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 21. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 3344) r&uuml;ckwirkend zum 1. Mai 2005 eingef&uuml;gten Vorschrift des &sect; 2 Abs. 2a KraftStG gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 1 und &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG als PKW zu besteuern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision wendet sich der Kl&auml;ger gegen die Beurteilung des Fahrzeugs als PKW. Die Aufhebung des fr&uuml;heren &sect; 23 Abs. 6a StVZO k&ouml;nne diese Beurteilung nicht rechtfertigen. Die r&uuml;ckwirkende Einf&uuml;hrung des &sect; 2 Abs. 2a KraftStG sei nicht zul&auml;ssig gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung und den Steuerbescheid vom 21. Oktober 2005 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Zwar ergeben die Entscheidungsgr&uuml;nde eine Verletzung des bestehenden Rechts, doch stellt sich die Entscheidung selbst aus anderen Gr&uuml;nden als richtig dar. Die Revision war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat zu Unrecht angenommen, die Rechtsgrundlage f&uuml;r die Neufestsetzung der Kraftfahrzeugsteuer durch Bescheid vom 21. Oktober 2005 ergebe sich aus &sect; 12 Abs. 2 Nr. 4 KraftStG. Diese Vorschrift ist nicht anwendbar, weil die urspr&uuml;ngliche Steuerfestsetzung nicht von Anfang an fehlerhaft war. Vielmehr sind ab 1. Mai 2005 in Folge der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO Kfz (sog. Kombinationskraftwagen) mit einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von &uuml;ber 2,8 t &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht mehr ohne R&uuml;cksicht auf Typ und Erscheinungsbild als LKW zu besteuern, sondern es ist neu zu entscheiden, ob ein PKW oder ein LKW vorliegt (s. unten 2.b); ergibt sich danach eine &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage, folgt die &Auml;nderungsbefugnis aus &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 KraftStG (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. M&auml;rz 2008 II B 102\/07, juris; ebenso zur Erh&ouml;hung des zul&auml;ssigen Gesamtgewichts BFH-Urteil vom 31. M&auml;rz 1998 VII R 116\/97, BFHE 185, 511, BStBl II 1998, 487).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Vorentscheidung ist gleichwohl nicht aufzuheben, weil sie sich im Ergebnis als richtig erweist. Das FG ist n&auml;mlich in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu dem Ergebnis gekommen, beim streitgegenst&auml;ndlichen Kfz handele es sich um einen PKW i.S. des &sect; 8 Nr. 1 KraftStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) PKW sind solche Kfz, die nach ihrer Bauart und Ausstattung zur Bef&ouml;rderung von nicht mehr als neun Personen (einschlie&szlig;lich Fahrer) geeignet und bestimmt sind (&sect; 4 Abs. 4 Nr. 1 des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes). Diese Definition ist ma&szlig;gebend f&uuml;r die Einordnung eines Kfz als PKW (BFH-Urteil vom 1. August 2000 VII R 26\/99, BFHE 194, 257, BStBl II 2001, 72; BFH-Beschluss vom 21. August 2006 VII B 333\/05, BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721). Auf die Einw&auml;nde des FG gegen diese Rechtsprechung braucht im vorliegenden Zusammenhang nicht eingegangen zu werden. Denn das FG folgt f&uuml;r die im Streitfall entscheidungserhebliche Rechtsfrage, wie PKW gegen LKW abzugrenzen sind, der Rechtsprechung des BFH.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO gilt auch f&uuml;r Kfz mit einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von &uuml;ber 2,8 t der von der Rechtsprechung des BFH entwickelte Grundsatz, dass anhand von Bauart und Einrichtung des Kfz zu beurteilen ist, ob ein PKW oder ein LKW vorliegt (vgl. m.w.N. BFH-Beschluss vom 13. April 2007 IX B 14\/07, BFH\/NV 2007, 1352). Hierzu obliegt es dem FG als Tatsacheninstanz, unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtheit aller Merkmale die objektive Beschaffenheit des jeweiligen Fahrzeugs zu bewerten. Als f&uuml;r die Einstufung relevante Merkmale zu ber&uuml;cksichtigen sind z.B. die Zahl der Sitzpl&auml;tze, die verkehrsrechtlich zul&auml;ssige Zuladung, die Gr&ouml;&szlig;e der Ladefl&auml;che, die Ausstattung mit Sitzbefestigungspunkten und Sicherheitsgurten, die Verblechung der Seitenfenster, die Beschaffenheit der Karosserie und des Fahrgestells, die Motorisierung und die damit erreichbare H&ouml;chstgeschwindigkeit, das &auml;u&szlig;ere Erscheinungsbild und bei Serienfahrzeugen die Konzeption des Herstellers. Kein Merkmal von Bauart und Einrichtung des Kfz kann dabei als von vornherein alleinentscheidend angesehen werden, mag auch einzelnen Merkmalen ein besonderes Gewicht zukommen und eine Zuordnung als PKW oder LKW nahelegen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2007, 1352; vom 22. Februar 2007 IX B 221\/06, BFH\/NV 2007, 1714; vom 30. November 2006 VII B 209\/06, nicht ver&ouml;ffentlicht; vom 7. November 2006 VII B 96\/06, BFH\/NV 2007, 783; vom 25. Oktober 2006 VII B 263\/06, BFH\/NV 2007, 766; vom 26. Oktober 2006 VII B 136\/06, BFH\/NV 2007, 773; in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721). Die Einstufung des Kfz durch die Verkehrsbeh&ouml;rde hat dagegen kraftfahrzeugsteuerrechtlich keine Bindungswirkung (BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721; in BFH\/NV 2007, 773, und in BFH\/NV 2007, 783).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das FG hat seiner W&uuml;rdigung, dass es sich beim streitgegenst&auml;ndlichen Kfz um einen PKW handele, das Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse zu Grunde gelegt. An diese Tatsachenw&uuml;rdigung ist der Senat nach &sect; 118 Abs. 2 FGO gebunden; sie l&auml;sst im Revisionsverfahren beachtliche Rechtsfehler, insbesondere Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze, nicht erkennen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Der Einwand des Kl&auml;gers, das FG habe zu Unrecht nicht darauf abgestellt, dass durch blo&szlig;es Umklappen der R&uuml;cksitzbank die Ladefl&auml;che vergr&ouml;&szlig;ert werden k&ouml;nne, geht fehl. Das Erscheinungsbild eines Kfz wird durch die M&ouml;glichkeit, die R&uuml;cksitzbank umzuklappen, nicht entscheidend gepr&auml;gt (BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2003 VII B 65\/03, BFH\/NV 2004, 536). Der Kl&auml;ger verkennt zudem die Rechtslage, wenn er meint, ein Ausbau der Sitzbank sei nicht erforderlich und es gen&uuml;ge, die Sitzbank dauerhaft umgeklappt zu halten. F&uuml;r die Umr&uuml;stung und Umwidmung eines PKW in einen LKW ist es vielmehr erforderlich, die Sitze auszubauen und Sitzbefestigungspunkte und Gurthalterungen auf Dauer unbrauchbar zu machen (vgl. m.w.N. BFH-Urteil vom 1. August 2000 VII R 37\/99, BFH\/NV 2001, 345; BFH-Beschluss vom 26. Oktober 2006 VII B 120\/06, BFH\/NV 2007, 503). Soweit der Kl&auml;ger schlie&szlig;lich einwendet, das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug werde als Zugfahrzeug eingesetzt und k&ouml;nne gro&szlig;e Lasten ziehen und transportieren, verkennt er, dass es auf die Eignung und Bestimmung des Fahrzeugs ankommt, nicht jedoch auf dessen tats&auml;chliche Verwendung (BFH-Urteil vom 5. Mai 1998 VII R 104\/97, BFHE 185, 515, BStBl II 1998, 489).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Soweit der Kl&auml;ger sich dagegen wendet, das FG habe die Auskleidung des Gep&auml;ckraums mit Teppich als Merkmal gew&uuml;rdigt, das f&uuml;r die Bestimmung und Eignung des Fahrzeugs zur Personenbef&ouml;rderung spreche, so ist diese Schlussfolgerung nicht nur m&ouml;glich, sondern sogar nahe liegend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der angefochtene &Auml;nderungsbescheid verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen die verfassungsrechtliche Gew&auml;hrleistung des Vertrauensschutzes.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Bescheid beruht, wie dargelegt, nicht auf der durch das Gesetz vom 21. Dezember 2006 r&uuml;ckwirkend zum 1. Mai 2005 in Kraft gesetzten Regelung des &sect; 2 Abs. 2a KraftStG, nach der bestimmte Fahrzeuge als PKW gelten. Dieser Vorschrift kommt im Streitfall keine konstitutive, sondern allenfalls eine klarstellende Bedeutung zu (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1352). Verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine blo&szlig;e r&uuml;ckwirkende Klarstellung der Rechtslage bestehen nicht (vgl. Urteile des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 24. Juli 1968&nbsp;&nbsp;1 BvR 537\/65, BVerfGE 24, 75, 92, und des BFH vom 14. April 1986 IV R 260\/84, BFHE 146, 411, BStBl II 1986, 518).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie die R&uuml;ckwirkung des &sect; 2 Abs. 2a KraftStG verfassungsrechtlich zu beurteilen ist, wenn sich im Einzelfall die Eigenschaft eines Fahrzeugs als PKW anders als im Streitfall nicht schon aus den bereits am 1. Mai 2005 bestehenden Bestimmungen, sondern erst aus dieser Vorschrift ergeben sollte, ist in der vorliegenden Streitsache nicht entscheidungserheblich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Auf Vertrauensschutz kann sich der Kl&auml;ger nicht berufen. Zwar beziehen sich die Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO und die sich unmittelbar daraus ergebenden Folgen f&uuml;r die Kraftfahrzeugsteuer auch auf bereits vor der Verk&uuml;ndung der &Auml;nderungsverordnung vom 2. November 2004 zugelassene Fahrzeuge; dabei handelt es sich jedoch um eine verfassungsrechtlich zul&auml;ssige tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung (&quot;unechte&quot; R&uuml;ckwirkung), die unter Ber&uuml;cksichtigung der vergleichsweise geringen Intensit&auml;t des in der Steuererh&ouml;hung liegenden Eingriffs durch die Interessen des Staates und des Gemeinwohls gerechtfertigt ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die allgemeine Erwartung des B&uuml;rgers, das geltende Recht werde unver&auml;ndert fortbestehen, ist verfassungsrechtlich nicht gesch&uuml;tzt (BVerfG-Beschluss vom 5. Februar 2002&nbsp;&nbsp;2 BvR 305\/93 u.a., BVerfGE 105, 17, 40). Das gilt auch f&uuml;r den Bereich der Kraftfahrzeugsteuer (BFH-Beschluss vom 24. April 2001 VII S 6\/01, BFH\/NV 2001, 1303). Zwischen der Verk&uuml;ndung der Verordnung vom 2. November 2004 und dem Wirksamwerden der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO lagen zudem mehrere Monate, in denen sich die Steuerpflichtigen auf die neue Rechtslage einstellen konnten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Bedenken unter dem Gesichtspunkt der Kontinuit&auml;t der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 17. Dezember 2007 GrS 2\/04, BFH\/NV 2008, 651, m.w.N.) bestehen schon deshalb nicht, weil eine &Auml;nderung der ma&szlig;gebenden Vorschriften einer solchen Kontinuit&auml;t entgegensteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, II R 62\/07 Kraftfahrzeugsteuer und Folgen der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO &#8211; Abgrenzung PKW\/LKW Leits&auml;tze 1. Nach Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO gilt ab 1. Mai 2005 auch f&uuml;r Kfz mit einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von &uuml;ber 2,8 t der von der Rechtsprechung des BFH entwickelte Grundsatz, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-62-07-kraftfahrzeugsteuer-und-folgen-der-aufhebung-des-par-23-abs-6a-stvzo-abgrenzung-pkw-lkw\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;62\/07 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer und Folgen der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO &#8211; Abgrenzung PKW\/LKW<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17330","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17330\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}