{"id":17332,"date":"2012-12-10T15:46:18","date_gmt":"2012-12-10T13:46:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17332"},"modified":"2012-12-10T15:46:18","modified_gmt":"2012-12-10T13:46:18","slug":"vii-r-8-07-einfuhrumsatzsteuer-ermaessigter-steuersatz-fuer-kuenstliche-gelenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-8-07-einfuhrumsatzsteuer-ermaessigter-steuersatz-fuer-kuenstliche-gelenke\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;8\/07 &#8211; Einfuhrumsatzsteuer: erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r k&uuml;nstliche Gelenke"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2008, VII R 8\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Einfuhrumsatzsteuer: erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r k&uuml;nstliche Gelenke<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Zu sog. Schraubpfannen-Systemen, die als H&uuml;ftgelenkimplantate verwendet werden, geh&ouml;rende Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel sind, wenn sie Gegenstand einer selbst&auml;ndigen Leistung sind, dem Regelsteuersatz unterliegende Teile k&uuml;nstlicher Gelenke.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte in den Jahren 2001 und 2002 sowohl aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzte vollst&auml;ndige Schraubpfannen-Systeme ein, die als H&uuml;ftgelenkimplantate verwendet werden, als auch gesondert die einzelnen zu diesem System geh&ouml;renden Bestandteile, n&auml;mlich Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel. W&auml;hrend die Kl&auml;gerin hinsichtlich der zu erhebenden Einfuhrumsatzsteuer von dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7 % f&uuml;r s&auml;mtliche Einfuhrwaren ausging, legte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit den entsprechenden Einfuhrabgabenbescheiden f&uuml;r die Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel den Regelsteuersatz von 16 % zugrunde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage &auml;nderte das Finanzgericht (FG) die Einfuhrabgabenbescheide aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1292 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden, indem es die Einfuhrumsatzsteuer f&uuml;r die Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel auf die sich nach dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz ergebenden Betr&auml;ge herabsetzte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision macht das HZA geltend, dass die Verweisung auf den Zolltarif in Nr. 52 a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) &quot;aus Unterposition 9021 11 bzw. 9021 31&quot; laute. In solchen sog. Expositionen verwendete Begriffe seien nur dann umsatzsteuerrechtlich auszulegen, wenn eigenst&auml;ndige Begriffe, nicht aber, wenn Begriffe der Kombinierten Nomenklatur (KN) verwendet w&uuml;rden. Der Begriff &quot;Teile und Zubeh&ouml;r&quot; werde aber in Kap. 90 KN verwendet und sei deshalb nach den Regeln der KN auszulegen. Zolltariflich sei die Entscheidung, ob es sich um die Hauptware oder um ein Teil bzw. Zubeh&ouml;r handele, schon auf der Ebene der Position zu treffen. So k&ouml;nnten die Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel nur unter Anwendung der Anm. 2 b zu Kap. 90 KN in die Pos. 9021 KN eingereiht werden. Eine Einreihung als Hauptware sei aufgrund ihrer objektiven Beschaffenheit genauso wenig m&ouml;glich wie ihre Einreihung als &quot;Einzelkomponente&quot; eines k&uuml;nstlichen Gelenks, da dieser Begriff der KN fremd sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin schlie&szlig;t sich der Auffassung des FG an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect; 118 Abs. 1 FGO). F&uuml;r die streitigen Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel hat das HZA zu Recht Einfuhrumsatzsteuer nach dem Regelsteuersatz festgesetzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG (in der in den Streitjahren 2001 und 2002 g&uuml;ltigen Fassung) i.V.m. Nr. 52 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Umsatzsteuer f&uuml;r (u.a.) die Einfuhr k&uuml;nstlicher Gelenke, ausgenommen Teile und Zubeh&ouml;r, aus Unterpos. 9021 11 KN auf 7 %. Der Senat geht ebenso wie das FG davon aus, dass der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz f&uuml;r die Einfuhr von Waren dieser Art auch im Jahr 2002 galt, obwohl die KN in ihrer ab 1. Januar 2002 geltenden Fassung der Verordnung (EG) Nr. 2031\/2001 der Kommission vom 6. August 2001 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 279\/1) k&uuml;nstliche Gelenke nunmehr in der Unterpos. 9021 31 KN auff&uuml;hrt. Offenbleiben kann insoweit, ob die Verweisung des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG auf die KN generell als eine sog. dynamische Verweisung anzusehen ist (so Weym&uuml;ller in Dorsch, Zollrecht, B 1 &sect; 12 UStG Rz 51; Husmann in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 Rz 101). Jedenfalls kann f&uuml;r einen Fall der vorliegenden Art, in dem eine bestimmte Ware lediglich einen anderen KN-Code erh&auml;lt, w&auml;hrend der alte KN-Code unbesetzt bleibt, nicht angenommen werden, dass diese Ware w&auml;hrend des Zeitraums, in welchem die Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG lediglich noch nicht an die &Auml;nderung der KN angepasst worden ist, nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz, sondern dem Regelsteuersatz unterliegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Unstreitig sind die als H&uuml;ftgelenkimplantate verwendeten vollst&auml;ndigen Schraubpfannen-Systeme &quot;k&uuml;nstliche Gelenke&quot; i.S. der Unterpos. 9021 11 KN (bzw. 9021 31 KN). Auch die streitigen Einzelbestandteile, Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel, sind zolltariflich nach der Anm. 2 b zu Kap. 90 KN dieser Unterposition zuzuweisen (vgl. Senatsurteil vom 14. Januar 1997 VII R 47\/96, BFHE 182, 466, BStBl II 1997, 481). Umsatzsteuerrechtlich ist jedoch zu beachten, dass der Wortlaut der Nr. 52 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG f&uuml;r die Umsatzsteuer die Unterscheidung zwischen &quot;k&uuml;nstlichen Gelenken&quot; einerseits und &quot;Teilen und Zubeh&ouml;r&quot; andererseits verlangt. Im Elektronischen Zolltarif (EZT) finden sich dementsprechend die weiteren Untergliederungen &quot;k&uuml;nstliche Gelenke f&uuml;r Menschen, einschlie&szlig;lich Einzelkomponenten, ausgenommen Teile und Zubeh&ouml;r hierf&uuml;r&quot; der Codenummer 9021 1100 00 1 (bzw. Codenummer 9021 3100 00 1) und &quot;andere&quot; der Codenummer 9021 1100 00 9 (bzw. Codenummer 9021 3100 00 9).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Bei den Schraubpfanneneins&auml;tzen und Schraubpfannendeckeln handelt es sich nicht um sog. &quot;Komponenten&quot; k&uuml;nstlicher Gelenke der Codenummer 9021 1100 00 1 (bzw. Codenummer 9021 3100 00 1) EZT, sondern um &quot;Teile&quot; k&uuml;nstlicher Gelenke der Codenummer 9021 1100 00 9 (bzw. Codenummer 9021 3100 00 9) EZT.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat h&auml;lt an seiner mit Urteil in BFHE 182, 466, BStBl II 1997, 481 vertretenen Rechtsauffassung fest, dass bei der umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung, ob es sich bei zu Gelenkprothesen geh&ouml;renden Bestandteilen (schon) um k&uuml;nstliche Gelenke oder (nur) um Teile davon handelt, die Rechtslage vor Inkrafttreten des neuen Zolltarifsystems am 1. Januar 1988 mit einzubeziehen ist, weil die mit der Verordnung zur &Auml;nderung des Umsatzsteuergesetzes und der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) vom 7. M&auml;rz 1988 (BGBl I 1988, 204) vorgenommene &Auml;nderung der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG, mit der die Anlage dem ab dem 1. Januar 1988 geltenden Gemeinsamen Zolltarif angepasst wurde, keine materiell-rechtlichen Auswirkungen haben sollte, insbesondere keine Ver&auml;nderung der Steuererm&auml;&szlig;igung nach Inhalt und Umfang oder durch die &Uuml;bernahme neuer zolltariflicher Warenbegriffe beabsichtigt war (vgl. amtliche Begr&uuml;ndung der Verordnung, BRDrucks 28\/88, S. 16).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Nr. 46 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG in der vor dem 1. Januar 1988 geltenden Fassung unterlagen Prothesen aus Nr. 90.19 A des Zolltarifs (ZT) dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz; ausgenommen waren allerdings nach &sect; 27 UStDV (in ihrer damaligen Fassung &#8211;a.F.&#8211;) Teile und Zubeh&ouml;r f&uuml;r K&ouml;rperersatzst&uuml;cke. In Tarifnummer 90.19 A ZT waren lediglich Prothesen aufgef&uuml;hrt, wobei in den Untergliederungen I. bis III. zwischen Zahnprothesen, Augenprothesen und anderen unterschieden wurde. K&uuml;nstliche Gelenke waren dagegen noch nicht in einer gesonderten Position aufgef&uuml;hrt, sondern wurden von der Tarifnummer 90.19 A III ZT erfasst. Da &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; mit der Anpassung der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG an das neue Zolltarifsystem keine &Auml;nderung der Steuererm&auml;&szlig;igung nach Inhalt und Umfang vorgenommen werden sollte, ist bei der Einreihung der im vorliegenden Fall streitigen Einfuhrwaren folglich zu pr&uuml;fen, ob diese nach dem vor dem 1. Januar 1988 geltenden Zolltarif als Prothesen der Tarifnummer 90.19 A III anzusehen gewesen w&auml;ren oder als Teile von Prothesen i.S. des &sect; 27 UStDV a.F..      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Prothese ist ein k&uuml;nstliches K&ouml;rperersatzteil. Soll ein K&ouml;rpergelenk durch ein k&uuml;nstliches Gelenk ersetzt werden, ben&ouml;tigt man genau genommen zwei K&ouml;rperersatzteile, weil ein K&ouml;rpergelenk die bewegliche Verbindung zweier K&ouml;rperteile ist. Das Gelenk als Ganzes betrachtet umfasst zwei Bestandteile, beim H&uuml;ftgelenk den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Gelenkkopf und die Gelenkpfanne (Acetabulum). F&uuml;r den k&uuml;nstlichen Ersatz des H&uuml;ftgelenks sind daher eine Prothese sowohl f&uuml;r den zum Oberschenkelknochen geh&ouml;renden Teil des H&uuml;ftgelenks als auch eine Prothese f&uuml;r die Gelenkpfanne erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daraus folgt, dass sowohl der k&uuml;nstliche Oberschenkelknochen als auch die k&uuml;nstliche Gelenkpfanne jeweils f&uuml;r sich genommen eine Prothese, nicht aber Teile einer Prothese sind. Aus diesem Grund hat der erkennende Senat in seinem Urteil in BFHE 182, 466, BStBl II 1997, 481 Femurschaft und -kopf einerseits sowie Acetabulum andererseits nicht als &quot;Teile&quot;, sondern als &quot;Komponenten&quot; einer H&uuml;ftgelenkprothese bezeichnet. Daraus folgt aber auch, dass diejenigen Bestandteile, aus denen sich diese &quot;Komponenten&quot;, also der k&uuml;nstliche Oberschenkelknochen bzw. die k&uuml;nstliche Gelenkpfanne, zusammensetzen, f&uuml;r sich genommen keine Prothesen sind, weil sie f&uuml;r sich allein den betreffenden nat&uuml;rlichen K&ouml;rperteil nicht ersetzen k&ouml;nnen, sondern Teile einer Prothese i.S. des &sect; 27 UStDV a.F. und somit auch Teile eines k&uuml;nstlichen Gelenks i.S. der Nr. 52 Buchst. a der Anlage zu &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UStG sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach den Feststellungen des FG besteht das Schraubpfannen-System des k&uuml;nstlichen H&uuml;ftgelenks, welches die Gelenkpfanne ersetzen soll und im Beckenknochen befestigt wird, aus der Schraubpfanne, dem Schraubpfanneneinsatz und dem Schraubpfannendeckel. Es handelt sich somit um drei Bestandteile, die nur in dieser Zusammensetzung, jedoch nicht jeweils f&uuml;r sich genommen die nat&uuml;rliche H&uuml;ftgelenkpfanne ersetzen k&ouml;nnen und die deshalb f&uuml;r sich genommen auch nicht als Prothese bzw. als k&uuml;nstliches Gelenk, sondern lediglich als Teile einer bzw. eines solchen angesehen werden k&ouml;nnen. Es kommt auch nicht in Betracht, den Schraubpfanneneinsatz oder den Schraubpfannendeckel unter Heranziehung der Allgemeinen Vorschrift 2 a f&uuml;r die Auslegung der KN zolltariflich als unvollst&auml;ndige Ware anzusehen, denn dass diese Bestandteile f&uuml;r sich genommen bereits die wesentlichen Beschaffenheitsmerkmale des vollst&auml;ndigen Schraubpfannen-Systems haben, hat das FG nicht festgestellt und es gibt auch keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine solche Annahme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Auffassung des FG, dass der Schraubpfanneneinsatz eine &quot;Einzelkomponente&quot; des k&uuml;nstlichen Gelenks i.S. des Senatsurteils in BFHE 182, 466, BStBl II 1997, 481, nicht aber ein &quot;Teil&quot; sei, weil ihm eine eigenst&auml;ndige Funktion zukomme, ist nicht zu folgen. Es handelt sich hierbei um ein nicht brauchbares Abgrenzungskriterium, weil man nahezu jedem Bestandteil eines k&uuml;nstlichen Gelenks eine eigenst&auml;ndige und f&uuml;r das Funktionieren des k&uuml;nstlichen Gelenks unabdingbare Eigenschaft wird zuschreiben k&ouml;nnen. Entscheidend ist vielmehr &#8211;wie der Senat mit dem vorgenannten Urteil ausgef&uuml;hrt hat&#8211;, ob die jeweiligen Einzelbestandteile bereits vor dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifsystems als steuerbeg&uuml;nstigte Prothesen h&auml;tten angesehen werden k&ouml;nnen; dies ist jedoch hinsichtlich der Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anders als das FG meint, kommt es auch nicht darauf an, dass die Zollverwaltung in den &quot;Nationalen Entscheidungen und Hinweisen&quot; zur Unterpos. 9021 3100 00 1 EZT den k&uuml;nstlichen H&uuml;ftgelenkkopf nicht als &quot;Teil&quot; des k&uuml;nstlichen Gelenks, sondern als sog. &quot;Einzelkomponente&quot; ausweist. Im Streitfall ist nicht zu entscheiden, ob diese Einreihungsauffassung zutrifft. R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die zutreffende Einreihung der hier streitigen Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel erlaubt diese Verwaltungsauffassung jedenfalls nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Schlie&szlig;lich kann &#8211;anders als das FG meint&#8211; auf die Schraubpfannendeckel der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz auch nicht angewendet werden, weil diese bei den hier streitigen Einfuhren stets zusammen mit der Schraubpfanne eingef&uuml;hrt wurden, denn die Schraubpfanne ist ebenso wie der Schraubpfanneneinsatz und der Schraubpfannendeckel ein dem Regelsteuersatz unterliegender Teil eines k&uuml;nstlichen Gelenks.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2008, VII R 8\/07 Einfuhrumsatzsteuer: erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r k&uuml;nstliche Gelenke Leits&auml;tze Zu sog. Schraubpfannen-Systemen, die als H&uuml;ftgelenkimplantate verwendet werden, geh&ouml;rende Schraubpfanneneins&auml;tze und Schraubpfannendeckel sind, wenn sie Gegenstand einer selbst&auml;ndigen Leistung sind, dem Regelsteuersatz unterliegende Teile k&uuml;nstlicher Gelenke. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte in den Jahren 2001 und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-8-07-einfuhrumsatzsteuer-ermaessigter-steuersatz-fuer-kuenstliche-gelenke\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;8\/07 &#8211; Einfuhrumsatzsteuer: erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r k&uuml;nstliche Gelenke<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17332","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17332"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17332\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}