{"id":17348,"date":"2012-12-19T14:29:45","date_gmt":"2012-12-19T12:29:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17348"},"modified":"2012-12-19T14:29:45","modified_gmt":"2012-12-19T12:29:45","slug":"vi-r-10-07-doppelte-haushaltsfuehrung-beiderseits-berufstaetiger-ehegatten-bei-wechsel-oder-nachtraeglicher-begruendung-des-familienwohnsitzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-10-07-doppelte-haushaltsfuehrung-beiderseits-berufstaetiger-ehegatten-bei-wechsel-oder-nachtraeglicher-begruendung-des-familienwohnsitzes\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;10\/07 &#8211; Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung beiderseits berufst&auml;tiger Ehegatten bei Wechsel oder nachtr&auml;glicher Begr&uuml;ndung des Familienwohnsitzes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2008, VI R 10\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung beiderseits berufst&auml;tiger Ehegatten bei Wechsel oder nachtr&auml;glicher Begr&uuml;ndung des Familienwohnsitzes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Bei beiderseits berufst&auml;tigen Ehegatten sind die Aufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung zeitlich unbeschr&auml;nkt als Minderung finanzieller Leistungsf&auml;higkeit steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. Die Verlegung des Familienwohnsitzes an den Besch&auml;ftigungsort des anderen Ehegatten unter Beibehaltung der urspr&uuml;nglichen Familienwohnung als Erwerbswohnung ist unerheblich.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind seit 1999 verheiratet. Bereits vor der Eheschlie&szlig;ung bewohnte der Kl&auml;ger eine Eigentumswohnung in A und war dort als Beamter nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Die Kl&auml;gerin nutzte ihrerseits seit 1993 ein Einfamilienhaus in B zu eigenen Wohnzwecken. Sie war dort ebenfalls als Beamtin nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der Eheschlie&szlig;ung machte der Kl&auml;ger f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2001 Mehraufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. In den Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre (2002 und 2003) machte nunmehr die Kl&auml;gerin entsprechende Aufwendungen geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r die doppelte Haushaltsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 757 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und die angefochtenen Einkommensteuerbescheide 2002 und 2003 unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 19. Januar 2006 in der Weise zu &auml;ndern, dass weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 9 847 EUR (2002) und 10 208 EUR (2003) ber&uuml;cksichtigt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG sind Werbungskosten auch notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlass begr&uuml;ndeten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung entstehen. Eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer au&szlig;erhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterh&auml;lt, besch&auml;ftigt ist und auch am Besch&auml;ftigungsort wohnt. Erforderlich f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung ist demnach eine Aufspaltung der normalerweise einheitlichen Haushaltsf&uuml;hrung auf zwei verschiedene Haushalte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist die Begr&uuml;ndung eines doppelten Haushalts auch dann als beruflich veranlasst anzusehen, wenn Ehegatten bereits vor ihrer Heirat an verschiedenen Orten berufst&auml;tig waren, an ihren jeweiligen Besch&auml;ftigungsorten wohnten und nach der Eheschlie&szlig;ung eine der beiden Wohnungen zur Familienwohnung gemacht haben (BFH-Urteil vom 15. M&auml;rz 2007 VI R 31\/05, BFHE 217, 453, BStBl II 2007, 533, m.w.N.). Diese Voraussetzung ist nicht erf&uuml;llt, wenn jeder Ehegatte nach der Eheschlie&szlig;ung wie bisher in seiner Wohnung weiterlebt (BFH-Urteil vom 13. Juli 1976 VI R 172\/74, BFHE 119, 281, BStBl II 1976, 654; Bl&uuml;mich\/ Th&uuml;rmer, &sect; 9 EStG Rz 349).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen kann die Vorentscheidung keinen Bestand haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG hat keine ausreichenden Feststellungen dazu getroffen, ob und ggf. an welchem Ort die Kl&auml;ger in den Streitjahren und in den Jahren davor einen gemeinsamen Haushalt bzw. Lebensmittelpunkt begr&uuml;ndet haben. Das FG geht offensichtlich davon aus, dass die Kl&auml;ger in den Streitjahren ihren gemeinsamen Lebensmittelpunkt von B nach A verlegt haben. Es leitet dies vor allem aus den Angaben gegen&uuml;ber dem Einwohnermeldeamt ab, hat dabei aber au&szlig;er Acht gelassen, dass diesem Umstand f&uuml;r die Frage, ob die Kl&auml;ger nach der Heirat einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt hatten, nur eine Indizwirkung zukommt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 119, 281, BStBl II 1976, 654; vom 29. November 1990 IV R 30\/90, BFH\/NV 1991, 531).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Hausstand i.S. von &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 EStG ist der Haushalt, den der Arbeitnehmer am Mittelpunkt seiner Lebensinteressen f&uuml;hrt, also sein Haupt- bzw. bei Ehegatten der Ehegatten- oder Familienhausstand (BFH-Urteile vom 14. Juni 2007 VI R 60\/05, BFHE 218, 229, BStBl II 2007, 890; vom 9. August 2007 VI R 10\/06, BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820). Eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung ist nicht gegeben, wenn der Besch&auml;ftigungsort der Lebensmittelpunkt ist. Ob der Hausstand gegen&uuml;ber der Wohnung am Besch&auml;ftigungsort der Lebensmittelpunkt bzw. der Ort ist, an dem die Ehegatten in h&auml;uslicher Gemeinschaft i.S. des &sect; 1353 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zusammenleben, erfordert eine Abw&auml;gung und Bewertung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls. Indizien k&ouml;nnen sich aus einem Vergleich von Gr&ouml;&szlig;e und Ausstattung der Wohnungen sowie aus Dauer und H&auml;ufigkeit der Aufenthalte in den Wohnungen ergeben (BFH-Urteil vom 4. November 2003 VI R 170\/99, BFHE 203, 386, BStBl II 2004, 16, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im 2. Rechtsgang wird das FG die entsprechenden Feststellungen nachzuholen haben. Aus prozess&ouml;konomischen Gr&uuml;nden weist der Senat auf Folgendes hin:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Unter Beachtung der erw&auml;hnten Grunds&auml;tze wird das FG zun&auml;chst zu pr&uuml;fen haben, ob die Kl&auml;ger urspr&uuml;nglich nach ihrer Heirat aus beruflichem Anlass eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung begr&uuml;ndet hatten, in der die Wohnung die Kl&auml;gerin in B zum Familienwohnsitz bestimmt wurde und der Kl&auml;ger am Ort seiner Besch&auml;ftigung in A wohnte. F&uuml;r diesen Fall w&auml;re es unerheblich, wenn die Kl&auml;ger den Familienwohnsitz sp&auml;ter nach A verlegt h&auml;tten. Denn die Verlegung des gemeinsamen Hausstandes beiderseits berufst&auml;tiger Ehegatten h&auml;tte nicht zu einer Beendigung der beruflich begr&uuml;ndeten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung gef&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. Art. 6 Abs. 1 GG gebietet es, Aufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung bei der Bemessung der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit zu ber&uuml;cksichtigen, soweit es sich um zwangsl&auml;ufigen Mehraufwand beiderseits berufst&auml;tiger Ehegatten handelt, der dadurch anf&auml;llt, dass ein gemeinsamer Wohnsitz bei dem Besch&auml;ftigungsort des einen Ehegatten besteht und zugleich die Unterhaltung eines weiteren Wohnsitzes durch die Berufst&auml;tigkeit des anderen Ehegatten an einem anderen Ort veranlasst ist (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Dezember 2002&nbsp;&nbsp;2 BvR 400\/98 und 1735\/00, BStBl II 2003, 534). Werden bei beiderseits berufst&auml;tigen Ehegatten Aufwendungen f&uuml;r doppelte Haushaltsf&uuml;hrung zwangsl&auml;ufig zur Gew&auml;hrleistung der Berufst&auml;tigkeit beider erbracht, so sind sie zeitlich unbeschr&auml;nkt als Minderung finanzieller Leistungsf&auml;higkeit steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. Dabei ist es unerheblich, ob der gemeinsame Wohnsitz der Ehegatten &uuml;ber die Jahre gleich bleibt oder ver&auml;ndert wird. Ma&szlig;geblich ist allein, dass die Unterhaltung eines weiteren Wohnsitzes durch die Berufst&auml;tigkeit des anderen Ehegatten an einem anderen Ort veranlasst ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Sollte das FG zu der Feststellung kommen, dass die Kl&auml;ger erstmals im Streitjahr 2002 einen gemeinsamen Haushalt, und zwar am Besch&auml;ftigungsort des Kl&auml;gers (A), errichtet haben, steht dies ebenfalls nicht einer beruflichen Veranlassung einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der BFH hat im Hinblick auf den aus Art. 6 Abs. 1 GG resultierenden Schutz von Ehe und Familie eine aus beruflichem Anlass begr&uuml;ndete doppelte Haushaltsf&uuml;hrung, wie erw&auml;hnt, dann angenommen, wenn beide Ehegatten im Zeitpunkt der Eheschlie&szlig;ung an verschiedenen Orten beruflich t&auml;tig sind, jeweils dort wohnen und anl&auml;sslich ihrer Heirat eine der beiden Wohnungen oder eine neue Wohnung an einem dritten Ort zum Familienhaushalt machen. Ma&szlig;gebend f&uuml;r diese Rechtsprechung ist, dass bei Heirat zweier an verschiedenen Orten beruflich t&auml;tigen Steuerpflichtigen diese sich nicht mit einem einzigen Wohnsitz am Ort der Berufsaus&uuml;bung eines von ihnen begn&uuml;gen k&ouml;nnen, ohne die Berufst&auml;tigkeit des anderen zu beeintr&auml;chtigen (BFH-Urteil in BFHE 217, 453, BStBl II 2007, 533, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Auffassung des Senats ist es unter Ber&uuml;cksichtigung dieses in Art. 6 Abs. 1 GG niedergelegten Wertungsma&szlig;stabes nicht zu rechtfertigen, den Werbungskostenabzug zu versagen, wenn die beiderseits berufst&auml;tigen Eheleute erst nachtr&auml;glich einen Familienwohnsitz begr&uuml;nden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 1 EStG sind nur notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlass begr&uuml;ndeten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung entstehen, Werbungskosten. In diesem Sinn sind Unterkunftskosten am Besch&auml;ftigungsort notwendig, soweit sie den Durchschnittsmietzins einer 60 qm-Wohnung am Besch&auml;ftigungsort nicht &uuml;berschreiten (Senatsentscheidung in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2008, VI R 10\/07 Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung beiderseits berufst&auml;tiger Ehegatten bei Wechsel oder nachtr&auml;glicher Begr&uuml;ndung des Familienwohnsitzes Leits&auml;tze Bei beiderseits berufst&auml;tigen Ehegatten sind die Aufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung zeitlich unbeschr&auml;nkt als Minderung finanzieller Leistungsf&auml;higkeit steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. 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