{"id":17406,"date":"2012-12-10T16:20:45","date_gmt":"2012-12-10T14:20:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17406"},"modified":"2012-12-10T16:20:45","modified_gmt":"2012-12-10T14:20:45","slug":"iv-r-31-06-negative-kuerzungen-nach-par-9-nr-3-gewstg-auch-bei-anwendung-von-par-32c-abs-2-satz-2-nr-1-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-31-06-negative-kuerzungen-nach-par-9-nr-3-gewstg-auch-bei-anwendung-von-par-32c-abs-2-satz-2-nr-1-estg\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;31\/06 &#8211; Negative K&uuml;rzungen nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG auch bei Anwendung von &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2008, IV R 31\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Negative K&uuml;rzungen nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG auch bei Anwendung von &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Negative gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. der Tarifbegrenzungsvorschrift des &sect; 32c EStG a.F., die ein Kommanditist aus einer Beteiligung an einer Seeschifffahrtsgesellschaft erzielt, sind nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG um 80 v.H. zu k&uuml;rzen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten darum, ob negative Eink&uuml;nfte i.S. der Tarifbeg&uuml;nstigungsvorschrift des &sect; 32c des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr 1999 geltenden Fassung (EStG) um gewerbesteuerliche K&uuml;rzungsbetr&auml;ge i.S. des &sect; 9 Nr. 3 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) zu mindern sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG, deren Unternehmensgegenstand der Bau und Betrieb eines Containerschiffs im internationalen Verkehr ist. Neben der Komplement&auml;r-GmbH sind an ihr 84 Kommanditisten beteiligt. Die Kl&auml;gerin erzielt aus dem Betrieb des Schiffes Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG und ermittelt den Gewinn nach &sect;&sect; 5, 4 Abs. 1 EStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitjahr erzielte die Kl&auml;gerin einen Verlust, der sich nach den im Rahmen einer Betriebspr&uuml;fung getroffenen &#8211;nicht mehr streitigen&#8211; Feststellungen auf 5 180 261 DM belief. Dieser Verlust war nach &sect; 15a EStG lediglich verrechenbar. Die Summe der Sonderbetriebseinnahmen der Gesellschafter &uuml;bertrafen deren Sonderbetriebsausgaben um 345 207,88 DM. Die H&ouml;he der &quot;gewerblichen Eink&uuml;nfte, die der Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect; 32c EStG unterliegen&quot; ermittelte der Pr&uuml;fer in der Weise, dass er, soweit die Gesellschafter positive Eink&uuml;nfte aus dem Bereich der Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben erzielten, diese im Hinblick auf die gewerbesteuerliche K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 3 Satz 2 GewStG nur in H&ouml;he von 20 v.H. ansetzte. Soweit demgegen&uuml;ber andere Gesellschafter negative Eink&uuml;nfte aus diesem Bereich bezogen, setzte der Pr&uuml;fer negative tarifbeg&uuml;nstigte Eink&uuml;nfte in voller H&ouml;he an. Der Saldo der positiven und negativen tarifbeg&uuml;nstigten Eink&uuml;nfte belief sich nach dieser Berechnung auf 55 645 DM, also lediglich 16 v.H. der Gewinne aus dem Bereich der Sonderbetriebseinnahmen\/Sonderbetriebsausgaben. Der Pr&uuml;fer begr&uuml;ndete sein Vorgehen damit, dass zwar die tarifbeg&uuml;nstigten Eink&uuml;nfte nach &sect; 32c Abs. 2 Nr. 1 EStG um die K&uuml;rzungsbetr&auml;ge nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG zu vermindern seien, dass jedoch im Verlustfall bei Anwendung des &sect; 32c EStG eine negative K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG nicht vorgenommen werden d&uuml;rfe; denn die Vorschrift des &sect; 32c Abs. 2 EStG beziehe sich nur auf positive K&uuml;rzungsbetr&auml;ge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf der Grundlage dieser Pr&uuml;fungsfeststellungen &auml;nderte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 1999.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Gewerbesteuermessbetrag und die Gewerbesteuer setzte das FA mit inzwischen bestandskr&auml;ftigem Gewerbesteuermess- und Gewerbesteuerbescheid f&uuml;r 1999 auf Null fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen den Gewinnfeststellungsbescheid wandte sich die Kl&auml;gerin nach erfolglosem Einspruch mit der Klage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie vertrat die Auffassung, das FA habe zu Unrecht bei den Kommanditisten, bei denen nach Anwendung des &sect; 15a EStG laufende negative Eink&uuml;nfte festgestellt worden seien, eine K&uuml;rzung dieser Eink&uuml;nfte nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG unterlassen. Das f&uuml;hre dazu, dass den betroffenen Kommanditisten die Privilegierung des &sect; 32c EStG &#8211;zumindest f&uuml;r einen Teil ihrer Eink&uuml;nfte&#8211; in einem &uuml;berh&ouml;hten Ma&szlig; genommen werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Die Entscheidung vom 10. M&auml;rz 2006 VII 165\/05 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 1680 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision, mit der das FA die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat zu Recht entschieden, dass, soweit die Kommanditisten der Kl&auml;gerin aus ihrer Beteiligung negative gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 32c EStG erzielt haben, diese nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG um 80 v.H. zu &quot;k&uuml;rzen&quot; sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 32c Abs. 1 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung ist, wenn in dem zu versteuernden Einkommen gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. des Abs. 2 enthalten sind, deren Anteil am zu versteuernden Einkommen mindestens 93 744 DM betr&auml;gt, von der tariflichen Einkommensteuer ein Entlastungsbetrag nach Abs. 4 abzuziehen. Nach &sect; 32c Abs. 2 Satz 1 EStG sind gewerbliche Eink&uuml;nfte im Sinne dieser Vorschrift vorbehaltlich des Satzes 2 Gewinne oder Gewinnanteile, die nach &sect; 7 oder &sect; 8 Nr. 4 GewStG der Gewerbesteuer unterliegen. Ausgenommen sind gem&auml;&szlig; &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG insbesondere Gewinne und Gewinnanteile, die nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG zu k&uuml;rzen sind. Die Regelung, die dazu dienen soll, mit der Senkung des Tarifs f&uuml;r gewerbliche Eink&uuml;nfte einen Ausgleich f&uuml;r die Gewerbesteuerbelastung zu schaffen, ist nicht verfassungswidrig (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 BvL 2\/99, BVerfGE 116, 164).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Unter der Summe der beg&uuml;nstigten gewerblichen Gewinne i.S. des &sect; 32c Abs. 1 EStG ist nur eine positive Gr&ouml;&szlig;e zu verstehen, weil nur aus ihr &#8211;wie in &sect; 32c Abs. 1 EStG verlangt&#8211; ein positiver Anteil am zu versteuernden Einkommen in einer Mindesth&ouml;he von 93 744 DM ermittelt werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Allerdings ist zur Ermittlung des gewerblichen Gewinns i.S. des &sect; 32c Abs. 2 Satz 1 EStG insoweit eine Saldierung vorzunehmen, als alle nach &sect; 7 und &sect; 8 Nr. 4 GewStG der Gewerbesteuer &quot;unterliegenden&quot; Gewinne und Verluste zusammengefasst werden (siehe Schmidt\/Glanegger, EStG, 27. Aufl., &sect; 32c Rz 7, 8). Das ist dann von Bedeutung, wenn Eink&uuml;nfte aus mehreren Gewerbebetrieben bzw. gewerblichen Beteiligungen bezogen werden und diese mindestens in einem Fall positiv sind. Zwar lie&szlig;e sich gegen diese Betrachtung einwenden, dass auf Grund einer solchen Saldierung Gewinne, die der Gewerbesteuer unterlegen haben, gleichwohl von der Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect; 32c EStG ausgenommen werden. Letztlich ausschlaggebend erscheint demgegen&uuml;ber, dass Ma&szlig;stab f&uuml;r die Tarifbegrenzung die nach einkommensteuerlichen Grunds&auml;tzen ermittelten Eink&uuml;nfte sind; denn nach der in Abs. 3 vorgegebenen Gesetzestechnik werden die beg&uuml;nstigten gewerblichen Eink&uuml;nfte zur Summe der Eink&uuml;nfte ins Verh&auml;ltnis gesetzt, um den gewerblichen Anteil und damit die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Tarifentlastung zu ermitteln (Wendt in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 32c EStG Rz 29). Ob der Betrag i.S. von &sect; 32c Abs. 1 EStG erreicht wird, kann nicht auf der Feststellungsebene der Gesellschaft, sondern nur auf der Ebene eines jeden Gesellschafters beurteilt werden. Das f&uuml;hrt dazu, dass im Gewinnfeststellungsverfahren gegebenenfalls auch Verluste nach &sect; 32c EStG gesondert festzustellen sind. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) zu den seinerzeit ebenfalls tarifbeg&uuml;nstigten Eink&uuml;nften aus dem Betrieb von Handelsschiffen im internationalen Verkehr (&sect; 34c Abs. 4 EStG a.F.) ausdr&uuml;cklich entschieden (BFH-Urteil vom 8. Februar 1995 I R 17\/94, BFHE 177, 79, BStBl II 1995, 692).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Geht man dementsprechend davon aus, dass positive (gewerbesteuerbelastete) gewerbliche Eink&uuml;nfte um negative gewerbliche Eink&uuml;nfte zu mindern sind, so dr&auml;ngt sich die Konsequenz auf, dass die entsprechenden negativen Eink&uuml;nfte ihrerseits um&nbsp;&nbsp;K&uuml;rzungsbetr&auml;ge i.S. des &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG zu mindern sind. Das gilt jedenfalls f&uuml;r K&uuml;rzungsbetr&auml;ge nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG. Der BFH hat in seinem Urteil vom 21. April 1971 I R 200\/67 (BFHE 102, 524, BStBl II 1971, 743) entschieden, dass der Teil des Gewerbeertrags i.S. des &sect; 9 Nr. 3 GewStG, um den die Summe des Gewinns zu k&uuml;rzen ist, auch ein auf die inl&auml;ndische Betriebsst&auml;tte entfallender Verlust sein kann (ebenso BFH-Urteil vom 10. Juli 1974 I R 248\/71, BFHE 113, 242, BStBl II 1974, 752). Ein gewerbesteuerlicher Verlust mindert sich demnach um die Anteile, die nicht auf eine im Inland belegene Betriebsst&auml;tte entfallen. Dass es naheliegt, auch im Bereich des &sect; 32c EStG so zu verfahren, zeigt der Streitfall. Geht man n&auml;mlich von der M&ouml;glichkeit aus, dass die Gesellschafter, f&uuml;r die das FA negative Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 32c EStG festgestellt hat, aus einer anderen Schifffahrtsbeteiligung positive Eink&uuml;nfte erzielen, so sind diese nach dem Wortlaut des &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG (i.V.m. &sect; 9 Nr. 3 Satz 2 GewStG) nur in H&ouml;he von 20 v.H. tarifbeg&uuml;nstigt. Gleichwohl sollen sie nach der Vorstellung des FA um Verluste aus der Beteiligung an der Kl&auml;gerin in voller H&ouml;he gek&uuml;rzt werden. Die Kl&auml;gerin weist zutreffend darauf hin, dass unter Zugrundelegung der Auffassung des FA positive Eink&uuml;nfte aus Schifffahrtsbeteiligungen, die f&uuml;nfmal so hoch sind wie die festgestellten Verluste, von der Tarifbeg&uuml;nstigung ausgenommen blieben, obwohl sie in H&ouml;he von 20 v.H. mit Gewerbesteuer belastet waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die hiergegen vom FA vorgetragenen Gesichtspunkte, die sich im Wesentlichen auf das rechtskr&auml;ftige Urteil des FG M&uuml;nster vom 9. Juli 2004&nbsp;&nbsp;4 K 2157\/01 F (EFG 2004, 1845) st&uuml;tzen, lassen nicht erkennen, warum eine andere Betrachtung geboten sein k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Es mag zutreffen, dass &sect; 32c Abs. 2 EStG nicht versucht, eine spiegelbildliche Behandlung im gewerbesteuerlichen Bereich einerseits und im Bereich der einkommensteuerlichen Tarifbegrenzung andererseits herzustellen. Das FA leitet diese Schlussfolgerung in &Uuml;bereinstimmung mit dem FG M&uuml;nster (Urteil in EFG 2004, 1845) daraus her, dass &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG nicht auf alle K&uuml;rzungstatbest&auml;nde des &sect; 9 GewStG Bezug nimmt. Das spricht aber nicht dagegen, dort wo es der Gesetzeswortlaut zul&auml;sst, dem gesetzgeberischen Ziel der Tarifbeg&uuml;nstigung, n&auml;mlich der Kompensation der Gewerbesteuerbelastung in gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichem Umfang Rechnung zu tragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Gegen die Verminderung negativer Eink&uuml;nfte um die in &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG aufgef&uuml;hrten K&uuml;rzungsbetr&auml;ge l&auml;sst sich auch nicht die Gesetzessystematik ins Feld f&uuml;hren (so aber FG M&uuml;nster, Urteil in EFG 2004, 1845; ebenso Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion Frankfurt vom 9. Februar 2001 S 2283a A-2-St II 25, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2001, 839; Schmidt\/Glanegger, a.a.O., &sect; 32c Rz 17; Paus, Betriebs-Berater 1994, 2389, 2397; a.A. M&uuml;ller, DB, Beilage 3\/1998, 8). Es trifft zwar zu, dass &quot;gewerbliche Eink&uuml;nfte&quot; i.S. des &sect; 32c EStG nur positive Betr&auml;ge sein k&ouml;nnen (s.o. unter II.1.a bb). Daraus l&auml;sst sich jedoch nicht der Satz ableiten, &quot;im Rahmen des &sect; 32c EStG&quot; seien nur positive Eink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen. Im Rahmen der Saldierung (s.o. unter II.1.a bb) spielen auch negative Eink&uuml;nfte aus einzelnen Gewerbebetrieben oder gewerblichen Beteiligungen eine Rolle. Sie werden bei gewerblichen Beteiligungen gesondert und einheitlich festgestellt, ohne dass bereits auf der Ebene des Feststellungsbescheides eine Saldierung m&ouml;glich w&auml;re. Die derart festgestellten Betr&auml;ge mindern jedoch im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung der betreffenden Gesellschafter deren tarifbeg&uuml;nstigte Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 32c EStG, und zwar gerade auch dann, wenn Letztere mit Gewerbesteuer belastet waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Schlie&szlig;lich l&auml;sst sich die Auffassung des FA auch nicht aus dem Wortlaut des &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG herleiten, wenn dieser unter Nr. 1 f&uuml;r die Tatbest&auml;nde des &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 und Nr. 3 etc. GewStG von &quot;Gewinnen und Gewinnanteilen&quot; und nicht &#8211;wie unter Nr. 3 f&uuml;r die Tatbest&auml;nde nach &sect; 9 Nr. 2 GewStG&#8211; von &quot;K&uuml;rzungsbetr&auml;gen&quot; spricht. In &sect; 32c EStG ist &uuml;berhaupt stets nur von Gewinnen und nicht von Verlusten die Rede. Gleichwohl spielen &#8211;wie mehrfach erw&auml;hnt&#8211; die Verluste aus einzelnen Gewerbebetrieben oder gewerblichen Beteiligungen im Rahmen der Saldierung eine Rolle. Nur wegen dieser &#8211;nicht aus dem Wortlaut, sondern aus der Gesetzessystematik herzuleitenden&#8211; Bedeutung der Verluste ergibt sich &uuml;berhaupt die Notwendigkeit, die negativen Eink&uuml;nfte um die in &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 EStG aufgef&uuml;hrten K&uuml;rzungsbetr&auml;ge zu vermindern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2008, IV R 31\/06 Negative K&uuml;rzungen nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG auch bei Anwendung von &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG Leits&auml;tze Negative gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. der Tarifbegrenzungsvorschrift des &sect; 32c EStG a.F., die ein Kommanditist aus einer Beteiligung an einer Seeschifffahrtsgesellschaft erzielt, sind nach &sect; 9 Nr. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-31-06-negative-kuerzungen-nach-par-9-nr-3-gewstg-auch-bei-anwendung-von-par-32c-abs-2-satz-2-nr-1-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;31\/06 &#8211; Negative K&uuml;rzungen nach &sect; 9 Nr. 3 GewStG auch bei Anwendung von &sect; 32c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17406","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17406"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17406\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}