{"id":17434,"date":"2012-12-10T16:22:37","date_gmt":"2012-12-10T14:22:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17434"},"modified":"2012-12-10T16:22:37","modified_gmt":"2012-12-10T14:22:37","slug":"viii-r-62-06-erweiterung-der-ansparruecklage-nach-par-7g-estg-fuer-bereits-angeschaffte-wirtschaftsgueter-zweck-der-ansparruecklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-62-06-erweiterung-der-ansparruecklage-nach-par-7g-estg-fuer-bereits-angeschaffte-wirtschaftsgueter-zweck-der-ansparruecklage\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;62\/06 &#8211; Erweiterung der Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG f&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Zweck der Ansparr&uuml;cklage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 62\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Erweiterung der Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG f&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Zweck der Ansparr&uuml;cklage<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter kann wegen fehlenden Finanzierungszusammenhangs zwischen R&uuml;cklage und Investition eine Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG nicht gebildet werden, wenn die R&uuml;cklage erst nach dem Anschaffungsjahr allein wegen zwischenzeitlicher &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Investitionsjahr gebildet wird, um die aufgrund des &Auml;nderungsbescheids &uuml;berschrittene Einkommensgrenze f&uuml;r die Beg&uuml;nstigung nach &sect; 10e EStG erneut zu unterschreiten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob eine nach &sect; 7g Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gebildete Ansparr&uuml;cklage im dritten Jahr nach ihrer Bildung &#8211;im Zusammenhang mit der Anfechtung eines Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides&#8211; zur Wahrung der Einkommensgrenze f&uuml;r den Abzugsbetrag nach &sect; 10e EStG erh&ouml;ht werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 1998 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin ermittelt ihren Gewinn aus der T&auml;tigkeit als selbst&auml;ndige praktische &Auml;rztin nach &sect; 4 Abs. 3 EStG und bildete im Streitjahr f&uuml;r k&uuml;nftige Investitionen eine gewinnmindernde Ansparr&uuml;cklage gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 3 EStG, die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; ber&uuml;cksichtigte. Ebenso ber&uuml;cksichtigte das FA die geltend gemachte Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect; 10e EStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem das FA die Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect; 10e EStG durch Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr wegen der aus dem Gewerbebetrieb des Kl&auml;gers erzielten (einheitlich und gesondert festgestellten) geringeren Verluste und dadurch gegebener &Uuml;berschreitung der Einkommensgrenze f&uuml;r den Abzugsbetrag nach &sect; 10e EStG au&szlig;er Ansatz gelassen hatte, machten die Kl&auml;ger mit ihrem Einspruch vom 27. M&auml;rz 2001 &#8211;erstmals&#8211; geltend, die bisherige Ansparabschreibung der Kl&auml;gerin m&uuml;sse um einen Betrag in H&ouml;he von 4 650 DM (auf 24 650 DM) erh&ouml;ht werden. Beigef&uuml;gt war eine Liste geplanter Investitionen von Wirtschaftsg&uuml;tern, die die Kl&auml;gerin in ihrer bisher f&uuml;r das Streitjahr gebildeten R&uuml;cklage nicht erfasst, aber tats&auml;chlich im Jahr 2000 beschafft hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA lehnte die Erh&ouml;hung der Ansparabschreibung im Streitjahr wegen fehlenden Finanzierungszusammenhangs zur bereits vorher erfolgten Anschaffung der Wirtschaftsg&uuml;ter ab. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 913 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zu Unrecht gehe das FG davon aus, dass eine Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG nur f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter gebildet werden k&ouml;nne, die durch Aufstellung oder &Auml;nderung einer Bilanz vor dem Zeitpunkt konkretisiert w&uuml;rden, zu dem die R&uuml;cklage wieder aufgel&ouml;st werden m&uuml;sse. Nach der Rechtsprechung komme es nur darauf an, dass die Investition im Zeitpunkt der R&uuml;cklagenbildung tats&auml;chlich noch m&ouml;glich sei. Dementsprechend sei es aus der Sicht des Streitjahres 1998 objektiv m&ouml;glich und realistisch gewesen, die im Jahre 2000 tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrten &#8211;und am 27. M&auml;rz 2001 dokumentierten&#8211; Investitionen durchzuf&uuml;hren. Die erforderliche Investitionsabsicht sei mit der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung der Investition nachgewiesen. Weiter gehende Anforderungen an die Glaubhaftmachung der Investitionsabsicht seien nur gerechtfertigt, wenn die R&uuml;cklage nach dem Beg&uuml;nstigungszeitraum gebildet werde&nbsp;&nbsp;und&nbsp;&nbsp;die Investition tats&auml;chlich nicht vorgenommen werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Auffassung des FG bestehe auch der erforderliche Finanzierungszusammenhang zwischen Ansparabschreibung und Investition. Nachdem aufgrund der &Auml;nderung des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids die Einkommensgrenze des &sect; 10e Abs. 5a EStG &uuml;berschritten worden sei, stelle erst die nachtr&auml;gliche Erh&ouml;hung der Ansparr&uuml;cklage das Finanzierungsgleichgewicht wieder her. Der Finanzierungszusammenhang bestehe auch dann, wenn die R&uuml;cklage erst &#8211;kurze Zeit&#8211; nach Durchf&uuml;hrung der Investition gebildet werde, weil die damit verbundene Liquidit&auml;tsersparnis in die Gesamtfinanzierung des Unternehmens einflie&szlig;e.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, die Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 1998 unter Ber&uuml;cksichtigung einer um 4 650 DM erh&ouml;hten Ansparr&uuml;cklage bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus selbst&auml;ndiger Arbeit zu mindern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Finanzierungszusammenhang zwischen Ansparr&uuml;cklage und Investition fehle, wenn die R&uuml;cklage &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach Ablauf der Investitionsjahre erh&ouml;ht werde. Dies gelte entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger selbst dann, wenn die Investition sp&auml;ter tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zu Recht hat das FG die Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Ansparabschreibung abgelehnt, soweit sie im Einspruchsverfahren erh&ouml;ht wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 3 EStG (in der f&uuml;r das Streitjahr 1998 geltenden Fassung) k&ouml;nnen Steuerpflichtige f&uuml;r die k&uuml;nftige Anschaffung oder Herstellung eines neuen beweglichen Wirtschaftsguts des Anlageverm&ouml;gens eine den Gewinn mindernde R&uuml;cklage bilden (Ansparabschreibung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die R&uuml;cklage darf 50 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des beg&uuml;nstigten Wirtschaftsguts nicht &uuml;berschreiten, das der Steuerpflichtige voraussichtlich bis zum Ende des zweiten auf die Bildung der R&uuml;cklage folgenden Wirtschaftsjahrs anschaffen oder herstellen wird. Sie ist gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 4 EStG in H&ouml;he von 50 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufzul&ouml;sen, sobald f&uuml;r das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut Abschreibungen vorgenommen werden d&uuml;rfen. Gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 6 EStG ist im Fall der Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG die R&uuml;cklage als Betriebsausgabe zu behandeln.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Tatbestand des &sect; 7g Abs. 3 EStG stellt auf die k&uuml;nftige Anschaffung ab und verwendet den Begriff der Ansparabschreibung. Diese hat den Zweck, die Wettbewerbssituation kleiner und mittlerer Betriebe dadurch zu verbessern, dass deren Liquidit&auml;t und Eigenkapitalbildung unterst&uuml;tzt und deren Investitions- und Innovationskraft gest&auml;rkt werden (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. August 2001 XI R 18\/01, BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; vom 27. Oktober 2004 VIII R 35\/04, BFHE 207, 318; vgl. auch BTDrucks 10\/336, S. 13, 25\/26; BTDrucks 11\/257, S. 8 f.). Mit Hilfe der R&uuml;cklage, die zu einer Steuerstundung f&uuml;hrt, sollen Mittel angespart werden k&ouml;nnen, um dem Unternehmen die Finanzierung der Investition zu erleichtern (BTDrucks 12\/4487, S. 33). Die R&uuml;cklage nach &sect; 7g Abs. 3 EStG bewirkt die Vorverlagerung des Abschreibungspotentials und f&ouml;rdert die Innenfinanzierung einer Investition, indem der Kreditbedarf verringert wird (vgl. Lambrecht, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 7g Rz A 1). Der durch die Vorverlagerung des Aufwands entstehende Steuerstundungseffekt erh&ouml;ht die Liquidit&auml;t und den finanziellen Spielraum des Steuerpflichtigen. W&auml;hrend der Steuerstundung k&ouml;nnen die liquiden Mittel produktiv verwendet oder zur Tilgung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden (BFH-Urteil in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Dieser Zweck der R&uuml;cklage verlangt in zeitlicher Hinsicht, dass die R&uuml;cklage die ihr zugedachte Funktion der Finanzierungserleichterung erf&uuml;llen kann. Zwischen der Bildung der R&uuml;cklage und der Investition muss ein &quot;Finanzierungszusammenhang&quot; bestehen (BFH-Urteile in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; vom 29. November 2007 IV R 82\/05, BStBl II 2008, 471). Dieser kann im Hinblick auf die Frist von zwei Jahren f&uuml;r die Anschaffung oder Herstellung der Wirtschaftsg&uuml;ter, f&uuml;r die die R&uuml;cklage gebildet wurde, zwar auch dann noch gegeben sein, wenn die Bilanz f&uuml;r das Jahr der R&uuml;cklage erst nach der Anschaffung oder Herstellung aufgestellt wird. Voraussetzung daf&uuml;r ist aber, dass auch diese nach der Anschaffung gebildete R&uuml;cklage der Investitionserleichterung dient (BFH-Urteil in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht das Vorliegen der Voraussetzungen f&uuml;r eine Erweiterung der Ansparabschreibung auf die Anschaffungskosten der nachtr&auml;glich im Einspruchsverfahren bezeichneten Wirtschaftsg&uuml;ter wegen des fehlenden Finanzierungszusammenhangs verneint.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Dieser Zusammenhang fehlt nach der Rechtsprechung des BFH bei typisierender Betrachtung unter anderem, wenn die Bildung der R&uuml;cklage &#8211;im Streitfall der Betriebsausgabenabzug&#8211; erstmals sp&auml;ter als zwei Jahre nach Anschaffung der Wirtschaftsg&uuml;ter geltend gemacht wird (BFH-Urteil in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181). Aber auch dann, wenn &#8211;wie im Streitfall nach den bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG und der Revisionsbegr&uuml;ndung&#8211; die Entscheidung f&uuml;r die Bildung der R&uuml;cklage erst nach der Anschaffung getroffen wird und daf&uuml;r nach dem Anschaffungszeitpunkt entstandene und nicht investitionsbezogene Gr&uuml;nde ma&szlig;geblich sind, kann der erforderliche Finanzierungszusammenhang nicht bejaht werden; denn auch in diesem Fall beruht die Investition nicht &#8211;wie von &sect; 7g EStG vorausgesetzt&#8211; auf dem Zweck der Ansparabschreibung, diese Investition zu erleichtern (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; in BFHE 207, 318). Dies gilt insbesondere f&uuml;r den Streitfall, in dem die R&uuml;cklage nach Durchf&uuml;hrung der Investition erst im Folgejahr und nach den bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG allein im Hinblick auf die zwischenzeitliche &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Streitjahr erfolgte, um die Einkommensgrenze f&uuml;r die Beg&uuml;nstigung der Kl&auml;ger nach &sect; 10e EStG zu wahren, nachdem diese Grenze aufgrund der ge&auml;nderten Steuerfestsetzung &uuml;berschritten worden war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Diese Beurteilung beruht auf den materiell-rechtlichen Voraussetzungen des &sect; 7g EStG und wird deshalb durch den Grundsatz, dass verfahrensrechtlich Wahlrechte bis zur Bestandskraft der jeweiligen Bescheide ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteile vom 6. September 2000 XI R 18\/00, BFHE 193, 279, BStBl II 2001, 106; in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181) nicht ber&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 62\/06 Erweiterung der Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG f&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Zweck der Ansparr&uuml;cklage Leits&auml;tze F&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter kann wegen fehlenden Finanzierungszusammenhangs zwischen R&uuml;cklage und Investition eine Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG nicht gebildet werden, wenn die R&uuml;cklage erst nach dem Anschaffungsjahr allein wegen zwischenzeitlicher &Auml;nderung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-62-06-erweiterung-der-ansparruecklage-nach-par-7g-estg-fuer-bereits-angeschaffte-wirtschaftsgueter-zweck-der-ansparruecklage\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;62\/06 &#8211; Erweiterung der Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG f&uuml;r bereits angeschaffte Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Zweck der Ansparr&uuml;cklage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17434","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17434"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17434\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}