{"id":17445,"date":"2012-12-10T16:22:38","date_gmt":"2012-12-10T14:22:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17445"},"modified":"2012-12-10T16:22:38","modified_gmt":"2012-12-10T14:22:38","slug":"viii-r-5-06-berechtigung-und-verpflichtung-der-strafverfolgungsbehoerden-zur-einleitung-eines-strafverfahrens-nach-eingang-einer-selbstanzeige-festsetzung-von-hinterziehungszinsen-anlaufhemmung-gemaes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-06-berechtigung-und-verpflichtung-der-strafverfolgungsbehoerden-zur-einleitung-eines-strafverfahrens-nach-eingang-einer-selbstanzeige-festsetzung-von-hinterziehungszinsen-anlaufhemmung-gemaes\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;5\/06 &#8211; Berechtigung und Verpflichtung der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zur Einleitung eines Strafverfahrens nach Eingang einer Selbstanzeige &#8211; Festsetzung von Hinterziehungszinsen &#8211; Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO &#8211; Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO &#8211; Vor-Ermittlungen und Anfangsverdacht &#8211; Vollendung einer Steuerhinterziehung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 5\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Berechtigung und Verpflichtung der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zur Einleitung eines Strafverfahrens nach Eingang einer Selbstanzeige &#8211; Festsetzung von Hinterziehungszinsen &#8211; Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO &#8211; Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO &#8211; Vor-Ermittlungen und Anfangsverdacht &#8211; Vollendung einer Steuerhinterziehung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nach dem das Strafverfahren beherrschenden Legalit&auml;tsprinzip sind die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden grunds&auml;tzlich berechtigt und verpflichtet, nach Eingang einer Selbstanzeige ein Strafverfahren zum Zwecke der Pr&uuml;fung der Straffreiheit gem&auml;&szlig; &sect; 371 Abs. 1 und 3 AO einzuleiten. Eine derartige Strafverfahrenseinleitung hemmt den Anlauf der Frist zur Festsetzung von Hinterziehungszinsen gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO.<\/p>\n<p>2. Ausnahmsweise hemmt aber eine Strafverfahrenseinleitung, die sich nach den f&uuml;r die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zum Zeitpunkt der Einleitung bekannten oder ohne Weiteres erkennbaren Umst&auml;nden als greifbar rechtswidrig darstellt, den Anlauf der Festsetzungsfrist nicht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist, ob der Beginn der Frist zur Festsetzung von Hinterziehungszinsen durch ein eingeleitetes Strafverfahren gehemmt wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wandte sich mit Schreiben vom 14. September 1998 an den Beklagten und Revisionsbeklagten (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;), um seine Einkommensteuererkl&auml;rungen der Jahre 1987 bis 1996 zu berichtigen. Er gab bislang nicht erfasste Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen an und legte berichtigte Anlagen KSO sowie Bankbescheinigungen vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA behandelte das Schreiben vom 14. September 1998 als Selbstanzeige und gab es am n&auml;chsten Tag urschriftlich an die zust&auml;ndige Steuerfahndungsstelle (Steufa) mit der Bitte um Kenntnisnahme und weitere Veranlassung weiter. Mit Ermittlungsauftrag vom 30. September 1998 begann die Steufa, die steuerlichen Verh&auml;ltnisse des Kl&auml;gers im Rahmen seiner Selbstanzeige zu pr&uuml;fen. Die Steufa ihrerseits unterrichtete die Straf- und Bu&szlig;geldsachenstelle (Strabu) am 8. Oktober 1998 &uuml;ber die Selbstanzeige und f&uuml;gte eine Kopie derselben bei. Die Strabu verf&uuml;gte daraufhin am 13. Oktober 1998 die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Kl&auml;ger wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung ab 1987.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Steufa hielt in einem Aktenvermerk vom 5. Januar 1999 fest, dass die gemachten Angaben ohne nennenswerte Beanstandungen &uuml;berpr&uuml;ft worden seien. Die Selbstanzeige sei ihres Erachtens wirksam. Von ihrer Seite habe man kein Verfahren eingeleitet. Die Strabu wurde von der Steufa entsprechend unterrichtet. Jene stellte mit Verf&uuml;gung vom 24. M&auml;rz 1999 das Verfahren wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung 1989 bis 1992 mit der Begr&uuml;ndung ein, dass eine wirksame Selbstanzeige vorliege.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Noch w&auml;hrend der Pr&uuml;fung durch die Steufa hatte das FA mit Bescheiden vom 12. Oktober 1998 die Einkommensteuerfestsetzungen 1987 bis 1996 auf der Grundlage der Angaben des Kl&auml;gers ge&auml;ndert, der die Bescheide bestandskr&auml;ftig werden lie&szlig; und die Mehrsteuern bezahlte. Die von der Steufa f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1992 vorgenommenen Korrekturen ber&uuml;cksichtigte das FA durch eine nochmalige Bescheid&auml;nderung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 31. M&auml;rz 2000 setzte das FA Hinterziehungszinsen in H&ouml;he von 33 332 DM fest. Berechnungsgrundlage der Festsetzung waren die in den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheiden vom 12. Oktober 1998 festgesetzten Mehrsteuern. Den Beginn des Zinslaufs bestimmte das FA dergestalt, dass es &#8211;abgesehen von der hinterzogenen Einkommensteuer 1989&#8211; jeweils auf das Datum des Erlasses des Erstbescheids abstellte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Einspruch und Klage, die jeweils erfolglos blieben, wandte sich der Kl&auml;ger gegen die Zinsfestsetzung. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er an, dass das FA im M&auml;rz 2000 keine Zinsen mehr habe festsetzen d&uuml;rfen, weil die einj&auml;hrige Zinsfestsetzungsfrist bereits abgelaufen gewesen sei. Zu einer Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 der Abgabenordnung (AO) sei es nicht gekommen, weil kein Strafverfahren im Sinne dieser Vorschrift eingeleitet worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 474 ver&ouml;ffentlichtem Urteil die Klage ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine Verletzung des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO. Weder die f&ouml;rmliche Verf&uuml;gung der Verfahrenseinleitung noch die Pr&uuml;fungshandlungen der Steufa seien das Strafverfahren einleitende Ma&szlig;nahmen gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei den Pr&uuml;fungshandlungen der Steufa habe es sich allenfalls um Vorfeldermittlungen zur Pr&uuml;fung der Frage gehandelt, ob die Strafverfahrenseinleitung gerechtfertigt sei. Allgemeine Vorermittlungen oder die blo&szlig;e &Uuml;berpr&uuml;fung einer Selbstanzeige seien keine einleitenden Ma&szlig;nahmen, wenn &#8211;wie vorliegend&#8211; kein ernstlicher Anhaltspunkt f&uuml;r die Unwirksamkeit der Selbstanzeige gegeben sei. Dass der zust&auml;ndige Fahndungspr&uuml;fer noch zweimal mit seinem Steuerberater habe telefonieren m&uuml;ssen, sei unsch&auml;dlich. Denn die Selbstanzeige m&uuml;sse nur soviel Material enthalten, dass das FA ohne Weiteres in der Lage sei, sich durch geringf&uuml;gige eigene Aufkl&auml;rungsarbeit Klarheit zu verschaffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die f&ouml;rmliche Verf&uuml;gung der Strabu vom 13. Oktober 1998 k&ouml;nne nur als Scheinma&szlig;nahme qualifiziert werden, die nicht das Ziel gehabt habe, gegen jemanden wegen einer Steuerstraftat strafrechtlich vorzugehen. Die rein formale Handlungsweise komme bereits darin zum Ausdruck, dass zwar ein Verfahren f&uuml;r die Zeitr&auml;ume ab 1987 eingeleitet, die Einstellungsverf&uuml;gung sich aber nur auf die Jahre 1989 bis 1992 bezogen habe. Mehr als das Ausf&uuml;llen eines Formularvordrucks sei nicht geschehen, eigene Pr&uuml;fungshandlungen der Strabu seien nicht ersichtlich. Die Einleitung sei im &Uuml;brigen rechtswidrig gewesen, weil die Selbstanzeige Straffreiheit begr&uuml;ndet habe. Die Strabu sei deshalb gehalten gewesen, die Selbstanzeige vor f&ouml;rmlicher Einleitung des Strafverfahrens zun&auml;chst einer Vorpr&uuml;fung zu unterziehen. Verzichte sie auf die gebotene Vorpr&uuml;fung, dann handele sie &#8211;auch nach der vom FG D&uuml;sseldorf (Urteil vom 24. Februar 1994&nbsp;&nbsp;10 K 468\/89) vertretenen Auffassung&#8211; ermessens- und rechtswidrig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 13. Dezember 2005 sowie den Hinterziehungszinsbescheid vom 31. M&auml;rz 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. Juli 2003 aufzuheben.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Pr&uuml;fungen der Steufa seien, selbst wenn es sich um Vorfeldermittlungen gehandelt haben w&uuml;rde, Handlungen strafprozessualer Natur und damit ein Vorgehen i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die Selbstanzeige des Kl&auml;gers zun&auml;chst noch nicht wirksam gewesen sei, habe die Strabu mit der f&ouml;rmlichen Einleitung des Strafverfahrens nicht rechtswidrig gehandelt. Denn die Selbstanzeige habe zum einen noch der &Uuml;berpr&uuml;fung bedurft, zum anderen seien die hinterzogenen Steuern zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung noch nicht entrichtet gewesen. Letzteres sei erst am 10. November 1998 geschehen. Der Sachverhalt sei vorliegend also wesentlich anders gelagert als in dem wiederholt vom Kl&auml;ger zitierten Fall des FG D&uuml;sseldorf. Dort seien die nachgemeldeten Steuerbetr&auml;ge bereits vor Einleitung des Strafverfahrens bezahlt gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur teilweisen Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Festsetzung von Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996 war dem Grunde nach rechtm&auml;&szlig;ig, weil die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen war. Allerdings hat das FA den Beginn des Zinslaufs unzutreffend bestimmt und dadurch die Hinterziehungszinsen &#8211;geringf&uuml;gig&#8211; zu hoch angesetzt (nachfolgend unter II.2. der Gr&uuml;nde dieses Urteils).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dahingegen waren die Anspr&uuml;che auf Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1987 bis 1991 zum Zeitpunkt des Erlasses des streitgegenst&auml;ndlichen Zinsbescheids bereits verj&auml;hrt. Das 1998 eingeleitete Strafverfahren f&uuml;hrte nicht zur Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO, weil die Einleitungsverf&uuml;gung der Strabu vom 13. Oktober 1998 greifbar rechtswidrig war, soweit sie auch die strafrechtlich bereits verj&auml;hrten Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1987 bis 1991 erfasste (hierzu nachfolgend unter II.3. der Gr&uuml;nde dieses Urteils).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 235 Abs. 1 Satz 1 AO sind hinterzogene Steuern zu verzinsen. Auf die Zinsen sind die f&uuml;r die Steuern geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, jedoch betr&auml;gt die Festsetzungsfrist nur ein Jahr (&sect; 239 Abs. 1 Satz 1 AO). Folge dieser Verweisung auf die steuerlichen Vorschriften ist, dass die Festsetzung von Zinsen nicht mehr zul&auml;ssig ist, wenn die einj&auml;hrige Festsetzungsfrist abgelaufen ist (&sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Zinsfestsetzungsfrist beginnt nach &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Festsetzung der hinterzogenen Steuern unanfechtbar geworden ist, jedoch nicht vor Ablauf des Kalenderjahres, in dem ein eingeleitetes Strafverfahren rechtskr&auml;ftig abgeschlossen worden ist. Aus dem Wortlaut und dem Zweck dieser den Anlauf der Festsetzungsfrist hemmenden Bestimmung folgt, dass das Strafverfahren bereits in demjenigen Jahr eingeleitet worden sein muss, in dem die Festsetzung der hinterzogenen Steuern unanfechtbar geworden ist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. August 2001 VI R 42\/94, BFHE 196, 26, BStBl II 2001, 782).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein Strafverfahren ist dann eingeleitet, sobald die Finanzbeh&ouml;rde, die Polizei, die Staatsanwaltschaft, eine ihrer Ermittlungspersonen oder der Strafrichter eine Ma&szlig;nahme trifft, die erkennbar darauf abzielt, gegen jemanden wegen einer Steuerstraftat strafrechtlich vorzugehen (&sect; 397 Abs. 1 AO). Die f&ouml;rmliche Einleitung des Strafverfahrens ist der Regelfall einer einleitenden Ma&szlig;nahme. F&uuml;r das Steuerstrafrecht gelten diesbez&uuml;glich keine anderen Grunds&auml;tze als im allgemeinen Strafverfahren. Somit ist auch die f&ouml;rmliche Einleitungsverf&uuml;gung der Staatsanwaltschaft &#8211;als solche&#8211; eine einleitende erkennbare Ma&szlig;nahme i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO (BFH-Beschluss vom 13. Dezember 1995 X B 50\/95, BFH\/NV 1996, 451, m.w.N.; a.A. Wannemacher\/Seipl in Beermann\/Gosch, AO, &sect; 397 Rz 35).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die f&ouml;rmliche Einleitungsverf&uuml;gung der Finanzbeh&ouml;rde gilt nichts anderes (vgl. Scheurmann-Kettner in Koch\/Scholtz, AO, 5. Aufl., &sect; 397 Rz 6; Rolletschke, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Steuerstrafrecht &#8211;wistra&#8211; 2007, 89). Denn f&uuml;hrt die Finanzbeh&ouml;rde das Ermittlungsverfahren aufgrund des &sect; 386 Abs. 2 AO selbstst&auml;ndig durch, so nimmt sie die Rechte und Pflichten wahr, die der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren zustehen (&sect; 399 Abs. 1 AO). Von den gesetzlich bestimmten Ausnahmen (vgl. &sect; 386 Abs. 2 AO i.V.m. &sect;&sect; 400, 401 AO) abgesehen, hat die Finanzbeh&ouml;rde im Ermittlungsverfahren eine Stellung inne, die sich von der der Staatsanwaltschaft nicht unterscheidet. Sie ist, solange das Verfahren nicht an die Staatsanwaltschaft abgegeben oder von dieser an sich gezogen wurde (&sect; 386 Abs. 4 AO), das allein zust&auml;ndige Strafverfolgungsorgan und als solches Herrin des Ermittlungsverfahrens (vgl. Klein\/Gast-de Haan, AO, 9. Aufl., &sect; 386 Rz 2). Ma&szlig;nahmen der zur selbstst&auml;ndigen Erforschung des Sachverhalts berufenen Finanzbeh&ouml;rde haben damit kein minderes rechtliches Gewicht als strafprozessuale Ma&szlig;nahmen der Staatsanwaltschaft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein eingeleitetes Steuerstrafverfahren ist dann i.S. von &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO abgeschlossen, wenn der f&ouml;rmliche Verfahrensabschluss, sei es durch Erlass eines rechtskr&auml;ftigen Strafurteils oder eines Strafbefehls, sei es durch Einstellungsverf&uuml;gung der Strafverfolgungsbeh&ouml;rde oder gerichtlichen Einstellungsbeschluss gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 170 Abs. 2, 153 ff. der Strafprozessordnung &#8211;StPO&#8211;, erfolgt ist (vgl. BFH-Beschluss vom 11. Juli 2000 VIII B 102\/99, juris).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Festsetzung von Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Gemessen an den vorstehend dargestellten Ma&szlig;st&auml;ben war die einj&auml;hrige Frist zur Festsetzung der rechtlich selbstst&auml;ndigen Anspr&uuml;che auf Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996 noch nicht abgelaufen. Denn die Strabu des FA X hatte am 13. Oktober 1998 unter Bezugnahme auf die Selbstanzeige des Kl&auml;gers f&ouml;rmlich die Einleitung des Strafverfahrens wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung ab 1987 verf&uuml;gt. Mit dieser Ma&szlig;nahme war im Hinblick auf die f&uuml;nf Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1992 bis 1996 in rechtm&auml;&szlig;iger Weise ein Strafverfahren im Sinne des &sect; 397 Abs. 1 AO eingeleitet worden, was den Anlauf der Frist zur Festsetzung der Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996 hemmte. Da das Strafverfahren erst im folgenden Jahr durch Einstellungsverf&uuml;gung gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 StPO abgeschlossen wurde, begann die einj&auml;hrige Festsetzungsfrist mit Ablauf des Jahres 1999. Der Hinterziehungszinsbescheid vom 31. M&auml;rz 2000 erging damit in offener Festsetzungsfrist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass die Einstellungsverf&uuml;gung ausweislich ihres Tenors &#8211;m&ouml;glicherweise in Folge eines Versehens&#8211; lediglich die Einkommensteuerhinterziehungen 1989 bis 1992 erfasste, hat in Bezug auf die Festsetzungsverj&auml;hrung keine f&uuml;r den Kl&auml;ger g&uuml;nstigen Auswirkungen. Denn der Lauf der einj&auml;hrigen Festsetzungsfrist begann jedenfalls nicht Ende 1998, weil zu diesem Zeitpunkt das wirksam eingeleitete Strafverfahren noch lief. Durch den unvollst&auml;ndigen Verfahrensabschluss im M&auml;rz 1999 wurde der Fristbeginn allenfalls noch weiter hinausgeschoben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Angriffe der Revision gegen diese rechtliche Beurteilung gehen fehl.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Einleitung des Strafverfahrens war im Hinblick auf die Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1992 bis 1996 rechtm&auml;&szlig;ig. Es war insbesondere zul&auml;ssig, das Strafverfahren allein zur Pr&uuml;fung der Frage einzuleiten, ob der Kl&auml;ger mit Abgabe seiner Berichtigungserkl&auml;rungen Straffreiheit gem&auml;&szlig; &sect; 371 AO erlangen konnte. Auch in einem solchen Fall tritt eine Anlaufhemmung i.S. des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO ein (a.A. Krieger, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2002, 750; Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 235 AO Rz 50; vgl. auch Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 24. Februar 1994&nbsp;&nbsp;10 K 468\/89, juris).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das Vorbringen des Kl&auml;gers, bei der Einleitung des Strafverfahrens habe es sich um eine Scheinma&szlig;nahme gehandelt, geht an den Feststellungen des FG vorbei. Welche Vorstellung der Kl&auml;ger auch immer mit dem Begriff &quot;Scheinma&szlig;nahme&quot; verbindet, so ist im Streitfall doch zu konstatieren, dass die Einleitung tats&auml;chlich erfolgt ist und es vom Einleitungszeitpunkt an ein Strafverfahren in der Rechtswirklichkeit gab, das seine Wirkung auf den Lauf der Festsetzungsfrist zu entfalten vermochte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Das FA war entgegen einer in Literatur und Rechtsprechung vertretenen Auffassung (vgl. R&uuml;ping in HHSp, &sect; 371 AO Rz 114; H&uuml;bner in HHSp, &sect; 397 AO Rz 22; Klein\/Gast-de Haan, a.a.O., &sect; 371 Rz 9 und 16; Krieger, DStR 2002, 750; vgl. auch Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 24. Februar 1994&nbsp;&nbsp;10 K 468\/89, juris) nicht gehalten, die Wirksamkeit der Selbstanzeige au&szlig;erhalb des regul&auml;ren Ermittlungsverfahrens einer Art Vorpr&uuml;fung zu unterziehen und zun&auml;chst die Einleitung des Strafverfahrens zur&uuml;ckzustellen. Eine solche Verfahrensweise w&auml;re mit dem das Strafverfahren beherrschenden Legalit&auml;tsprinzip nicht zu vereinbaren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Nach dem in &sect; 385 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 152 Abs. 2, &sect; 160 Abs. 1 StPO niedergelegten Legalit&auml;tsprinzip sind die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden verpflichtet, wegen aller verfolgbaren Straftaten einzuschreiten, sofern zureichende tats&auml;chliche Anhaltspunkte vorliegen (sog. Anfangsverdacht). Erh&auml;lt das Strafverfolgungsorgan Kenntnis von dem Anfangsverdacht einer Straftat, dann hat es den Sachverhalt zu erforschen, also zu ermitteln. Es besteht &#8211;abgesehen von den in &sect;&sect; 153 ff. StPO geregelten F&auml;llen des Opportunit&auml;tsprinzips&#8211; kein Ermessen, ob eingeschritten werden soll oder nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es steht auch nicht im Belieben des Strafverfolgungsorgans, blo&szlig;e Vor-Ermittlungen anzustellen. Denn diese im Gesetz nicht ausdr&uuml;cklich geregelten, aber zul&auml;ssigen Ma&szlig;nahmen dienen in der Strafverfolgungspraxis der Kl&auml;rung der Frage, ob ein Anfangsverdacht vorliegt oder nicht (vgl. Wache in Karlsruher Kommentar, Strafprozessordnung, 5. Aufl., &sect; 158 Rz 1 und &sect; 160 Rz 11; Schoreit in Karlsruher Kommentar, a.a.O., &sect; 152 Rz 3; Meyer-Go&szlig;ner, Strafprozessordnung, 50. Aufl., &sect; 152 Rz 4a). Ist ein solcher aber unzweifelhaft gegeben, so ist kein Raum f&uuml;r Vor-Ermittlungen. Vielmehr sind die Ermittlungen i.S. des &sect; 160 StPO aufzunehmen und es ist ein &quot;regul&auml;res&quot; Ermittlungsverfahren einzuleiten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit dem Merkmal der verfolgbaren Straftat zeigt das Gesetz allerdings auf, dass die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden nur dann zum Einschreiten aufgerufen sind, wenn zwingende Verfahrenshindernisse nicht gegeben sind. Mit anderen Worten: Die Einleitung des Strafverfahrens darf nicht erfolgen, wenn von vornherein feststellbar ist, dass ein nicht ausr&auml;umbares Verfahrenshindernis, z.B. bereits eingetretene Strafverfolgungsverj&auml;hrung, besteht (Wache in Karlsruher Kommentar, a.a.O., &sect; 160 Rz 16; J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, Steuerstrafrecht, 6. Aufl., &sect; 397 Rz 55; Dumke in Schwarz, AO, &sect; 371 Rz 15).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Im vorliegenden Fall erlangte die Strabu durch die Selbstanzeige Kenntnis von zureichenden tats&auml;chlichen Anhaltspunkten f&uuml;r verfolgbare Steuerstraftaten. Die Strabu war daher zum Einschreiten berechtigt und auch verpflichtet (Urteil des Landgerichts Hamburg vom 4. M&auml;rz 1987 (50) 187\/86 Ns, wistra 1988, 317; Blesinger, wistra 1994, 48; Rolletschke, wistra 2007, 89; Dumke in Schwarz, a.a.O., &sect; 371 Rz 11, 12; J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect; 397 Rz 48).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kenntniserlangung von zureichenden tats&auml;chlichen Anhaltspunkten ergibt sich schon daraus, dass alle beteiligten Dienststellen &#8211;und auch das FG&#8211; wie selbstverst&auml;ndlich die beim Veranlagungsteilbezirk eingegangenen Berichtigungserkl&auml;rungen als Selbstanzeige bewertet und bezeichnet haben. Eine Eingabe im Besteuerungsverfahren als Selbstanzeige zu bewerten, zu bezeichnen und sie sodann gerade an die Steufa oder die Strabu abzugeben, ist nichts anderes als die Sch&ouml;pfung des Anfangsverdachts, dass in der Vergangenheit Steuerstraftaten begangen wurden (vgl. Dumke in Schwarz, a.a.O., &sect; 371 Rz 5, 6 und 11; J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect; 397 Rz 48).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Verfolgbarkeit der Tat war zum Zeitpunkt der Einleitung des Strafverfahrens in Bezug auf die rechtlich selbstst&auml;ndigen Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1992 bis 1996 gegeben. Denn die Selbstanzeige beseitigt als pers&ouml;nlicher Strafaufhebungsgrund die Straf- und damit Verfolgbarkeit der Tat erst dann, wenn sie sich &#8211;nach gegebenenfalls intensiver &Uuml;berpr&uuml;fung&#8211; als wirksam erwiesen hat und die hinterzogenen Betr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 371 Abs. 3 AO entrichtet wurden (allgemeine Meinung vgl. Hoyer in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 371 Rz 52, m.w.N.). Liegen die Voraussetzungen einer wirksamen Selbstanzeige einschlie&szlig;lich der Zahlung der hinterzogenen Betr&auml;ge in atypischen F&auml;llen bereits im Zeitpunkt der Sch&ouml;pfung des Anfangsverdachts erkennbar vor, dann hat die Einleitung des Strafverfahrens zu unterbleiben (vgl. Dumke in Schwarz, a.a.O., &sect; 371 Rz 15; Rolletschke, wistra 2007, 89). Da nach den Feststellungen des FG zum Zeitpunkt der Einleitung des Ermittlungsverfahrens weder die inhaltliche &Uuml;berpr&uuml;fung der Selbstanzeige abgeschlossen noch die Nachzahlung der hinterzogenen Betr&auml;ge erfolgt war, handelte die Strabu unter diesem Gesichtspunkt im Rahmen der Gesetze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Abgesehen davon, dass das Gesetz eine Ausnahme vom Verfolgungszwang im Falle der Erstattung von Selbstanzeigen nicht kennt, ist auch im &Uuml;brigen kein Grund ersichtlich, die stets gebotene &Uuml;berpr&uuml;fung einer Selbstanzeige irgendwo au&szlig;erhalb eines regul&auml;ren Strafverfahrens anzusiedeln und hierdurch eine Grauzone zwischen Besteuerungs- und Strafverfahren zu schaffen. Das von Teilen der Literatur ins Feld gef&uuml;hrte Argument, es widerspreche dem fiskalischen Zweck des &sect; 371 AO, im Falle von Selbstanzeigen sogleich ein Strafverfahren einzuleiten (vgl. Klein\/Gast-de Haan, a.a.O., &sect; 371 Rz 9 und 16), vermag nicht zu &uuml;berzeugen. Dem fiskalischen Zweck wird bereits dadurch hinreichend entsprochen, dass der Steuerstraft&auml;ter im Falle einer wirksamen Selbstanzeige vollst&auml;ndige Straffreiheit erlangt, eine im deutschen Strafrecht ohnehin einmalige Privilegierung der t&auml;tigen Reue. Ihn dar&uuml;ber hinaus noch dadurch zu beg&uuml;nstigen, dass schon kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist weder geboten noch sachgerecht. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung von BFH und Bundesgerichtshof (BGH) ist die Selbstanzeige &#8211;nicht zuletzt aufgrund der systematischen Stellung des &sect; 371 AO im Abschnitt Strafvorschriften des achten Teils der AO&#8211; als ein rein strafrechtliches Institut zu bewerten (BFH-Urteil vom 17. Dezember 1981 IV R 94\/77, BFHE 135, 145, BStBl II 1982, 352, zur Rechtsnatur der Frist gem&auml;&szlig; &sect; 371 Abs. 3 AO; BGH-Urteil vom 5. Mai 2004&nbsp;&nbsp;5 StR 548\/03, BGHSt 49, 136, BFH\/NV 2004, Beilage 4, 380, zum pers&ouml;nlichen Strafaufhebungsgrund gem&auml;&szlig; &sect; 371 Abs. 1 AO). Die Ermittlungen zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Frage, ob die Selbstanzeige Straffreiheit verschafft, sind damit strafrechtlicher Natur. Das regul&auml;re Strafverfahren ist nach alledem als das ad&auml;quate Verfahren zur Pr&uuml;fung einer Selbstanzeige zu betrachten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Dass sich dieses Strafverfahren in der Praxis h&auml;ufig darin ersch&ouml;pft, zun&auml;chst nur die Wirksamkeit der Selbstanzeige zu &uuml;berpr&uuml;fen, macht die Einleitung nicht zu einem rein formalen Akt, der f&uuml;r die Anwendung des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO nicht gen&uuml;gen w&uuml;rde (a.A. Krieger, DStR 2002, 750; Heuermann in HHSp, &sect; 235 AO Rz 50).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Gegenauffassung liegt die gedankliche Unterscheidung zwischen einem blo&szlig; formal wirksam eingeleiteten und einem &quot;materiellen&quot; Strafverfahren zugrunde. Eine solche Differenzierung zwischen verschiedenen Formen von Strafverfahren kennt das Gesetz aber nicht. Das Eingreifen der Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO davon abh&auml;ngig zu machen, dass das Strafverfahren auch in einem &quot;materiellen&quot; Sinne eingeleitet sein m&uuml;sse, also die blo&szlig; formale Strafverfahrenseinleitung zum Zwecke der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Selbstanzeige als ungen&uuml;gend zu betrachten sei, ist der Rechtssicherheit, der gerade im Verj&auml;hrungsrecht besondere Bedeutung zukommt, abtr&auml;glich. Denn es muss zum Zeitpunkt der Einleitung des Strafverfahrens feststehen, ob die Strafverfahrenseinleitung Einfluss auf den Beginn der Festsetzungsverj&auml;hrung nimmt oder nicht. Die Gegenauffassung f&uuml;hrt zu Rechtsunsicherheit, wenn sich bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Selbstanzeige im Rahmen eines blo&szlig; formal eingeleiteten Strafverfahrens nach einigen Wochen oder Monaten herausstellen sollte, dass die Selbstanzeige unwirksam ist oder dem Anzeigenden schlicht die Geldmittel fehlen, um s&auml;mtliche hinterzogene Steuern zu bezahlen. Auch nach der Gegenauffassung m&uuml;sste das blo&szlig; formal eingeleitete Strafverfahren sp&auml;testens zu diesem Zeitpunkt in ein &quot;echtes&quot; Strafverfahren &uuml;bergeleitet werden. Von derartigen k&uuml;nftigen, nicht vorhersehbaren Entwicklungen darf die Frage aber nicht abh&auml;ngen, ob die einj&auml;hrige Frist zur Festsetzung von Hinterziehungszinsen wegen der zun&auml;chst blo&szlig; &quot;formalen&quot; Strafverfahrenseinleitung bereits zu laufen begonnen hat oder nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erg&auml;nzend ist darauf hinzuweisen, dass die in &sect; 397 Abs. 1 AO enthaltene Formulierung, es m&uuml;sse gegen jemanden wegen einer Steuerstraftat vorgegangen werden, nicht in dem Sinne interpretiert werden darf, dass stets ein aktives auf die Bestrafung des Beschuldigten ausgerichtetes Verhalten der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zu fordern sei, woran es bei der blo&szlig;en &Uuml;berpr&uuml;fung der Wirksamkeit einer Selbstanzeige fehle. Wird ein Anfangsverdacht gesch&ouml;pft, dann besteht das Ziel der daraufhin eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungen darin, den Sachverhalt umfassend zugunsten wie zuungunsten des Beschuldigten zu erforschen, um den Strafverfolgungsorganen die Entschlie&szlig;ung dar&uuml;ber zu erm&ouml;glichen, ob die Erhebung der &ouml;ffentlichen Klage geboten erscheint oder das Verfahren einzustellen ist (vgl. &sect; 160 Abs. 1 und 2 StPO; Meyer-Go&szlig;ner, a.a.O., &sect; 160 Rz 11). Ma&szlig;nahme i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO ist damit jede Handlung, die geeignet ist, dem Ziel der Bestrafung des Verd&auml;chtigen oder der Beseitigung des Verdachts n&auml;herzukommen (J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect; 397 Rz 67). Dementsprechend sind Ermittlungen zur Pr&uuml;fung der Frage, ob der Verd&auml;chtige durch eine Selbstanzeige Straffreiheit erlangen kann oder nicht, erkennbar strafrechtliche Ma&szlig;nahmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Weil auch Strafverfahren generell zielgerichtet, effektiv und verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig zu f&uuml;hren sind, ist es auch nicht zu beanstanden, dass sich in der Praxis die strafrechtlichen Ermittlungen zun&auml;chst auf die &Uuml;berpr&uuml;fung der Wirksamkeit der Selbstanzeige konzentrieren (vgl. Dumke in Schwarz, a.a.O., &sect; 371 Rz 13). Denn &quot;unn&ouml;tige&quot; Ermittlungen, etwa zur Frage des Vorsatzes, k&ouml;nnen selbstverst&auml;ndlich zur&uuml;ckgestellt werden, wenn im Raume steht, dass die erstattete Selbstanzeige zur Straflosigkeit der Tat f&uuml;hren wird (vgl. Nr. 5 Abs. 1 Satz 1 der &#8211;vornehmlich f&uuml;r den Staatsanwalt bestimmten&#8211; Richtlinien f&uuml;r das Strafverfahren und das Bu&szlig;geldverfahren &#8211;RiStBV&#8211;: &quot;Die Ermittlungen sind zun&auml;chst nicht weiter auszudehnen, als n&ouml;tig ist, um eine schnelle Entscheidung &uuml;ber die Erhebung der &ouml;ffentlichen Klage oder die Einstellung des Verfahrens zu erm&ouml;glichen&quot;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                ee) Schlie&szlig;lich ist eine Einschr&auml;nkung des in &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO enthaltenen Hemmungstatbestands im speziellen Falle der strafrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung einer Selbstanzeige gerade auch nach dem Sinn und Zweck dieser Verj&auml;hrungsregelung nicht geboten. Der Zweck der Anlaufhemmung besteht darin, dem FA die Ber&uuml;cksichtigung der im Strafverfahren gewonnenen Erkenntnisse bei der Festsetzung der Hinterziehungszinsen zu erm&ouml;glichen (Entwurf einer Abgabenordnung [AO 1974], BTDrucks VI\/1982, S. 173; BFH-Urteil vom 13. Juli 1994 XI R 21\/93, BFHE 175, 13, BStBl II 1994, 885). Dieser Zweck kommt auch bei Strafverfahren zur Geltung, die nach Eingang von Selbstanzeigen eingeleitet werden. Denn der strafrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung der Berichtigungserkl&auml;rung auf Vollst&auml;ndigkeit und Richtigkeit (zeitliche Zuordnung, subjektive Zurechnung, H&ouml;he der bislang verschwiegenen Einnahmen) kann ohne Weiteres Bedeutung f&uuml;r die Festsetzung der Hinterziehungszinsen zukommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der angegriffene Bescheid konnte in Bezug auf die H&ouml;he der Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996 keinen Bestand haben als dieser von einem zu fr&uuml;hen Beginn des Zinslaufs ausgeht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Nach &sect; 235 Abs. 2 Satz 1 AO beginnt der Zinslauf mit dem Eintritt der Verk&uuml;rzung oder der Erlangung des Steuervorteils, es sei denn, dass die hinterzogenen Betr&auml;ge ohne die Steuerhinterziehung erst sp&auml;ter f&auml;llig geworden w&auml;ren. In diesem Fall ist der sp&auml;tere Zeitpunkt ma&szlig;gebend (&sect; 235 Abs. 2 Satz 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Diesen gesetzlichen Vorgaben wird der Zinsbescheid vom 31. M&auml;rz 2003 nicht gerecht. Denn das FA hat zur Bestimmung des Beginns des Zinslaufs jeweils auf die Daten des Erlasses der einzelnen Steuerbescheide abgestellt, die aufgrund der unrichtigen Steuererkl&auml;rungen des Kl&auml;gers ergingen. Mit dieser rechtlichen Beurteilung wird jedoch zum einen au&szlig;er Acht gelassen, dass eine vollendete Steuerhinterziehung und damit ein Hinterzogensein der Einkommensteuerbetr&auml;ge erst dann vorliegt, wenn der &quot;falsche&quot; Bescheid dem Steuerpflichtigen &#8211;ggf. i.S. des &sect; 122 Abs. 2 Nr. 1 AO&#8211; bekannt gegeben wird (vgl. Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect; 235 Rz 22; K&ouml;gel in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 235 Rz 31 f.). Zum anderen verschiebt sich der Beginn des Zinslaufs zeitlich dann noch weiter nach vorne, wenn die Steuerbetr&auml;ge ohne die Hinterziehung erst sp&auml;ter f&auml;llig geworden w&auml;ren (hierzu K&ouml;gel in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 235 Rz 35). So liegt der Fall hier. Der Kl&auml;ger h&auml;tte bei wahrheitsgem&auml;&szlig;er Angabe seiner Kapitaleink&uuml;nfte jeweils Abschlusszahlungen zu leisten gehabt, die nach &sect; 36 Abs. 4 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erst einen Monat nach Bekanntgabe der Bescheide f&auml;llig gewesen w&auml;ren. Hieraus folgt etwa f&uuml;r die hinterzogene Einkommensteuer 1992, dass der Beginn des Zinslaufs nicht, wie im Zinsbescheid angegeben, auf den 17. Dezember 1993, sondern auf den 20. Januar 1994 f&auml;llt (Bescheiddatum: 17. Dezember 1993; Bekanntgabe gem&auml;&szlig; &sect; 122 Abs. 2 Nr. 1 AO: 20. Dezember 1993; F&auml;lligkeit der Abschlusszahlung gem&auml;&szlig; &sect; 36 Abs. 4 Satz 1 EStG: 20. Januar 1994). Der Zinszeitraum ist daher f&uuml;r die Steuerabschnitte 1992 bis 1996 jeweils um einen Monat zu verringern. Die betragsm&auml;&szlig;igen Auswirkungen des k&uuml;rzeren Zinszeitraumes summieren sich auf 998 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Im Wege der Saldierung war ein weiterer Fehler, der sich in H&ouml;he von 108,50 DM zugunsten des Kl&auml;gers ausgewirkt hat, mit den soeben dargestellten &Auml;nderungen zu verrechnen. Daraus folgt, dass gegen&uuml;ber dem Ansatz im Zinsbescheid im Ergebnis ein um 889,50 DM verringerter Gesamtbetrag der Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 bis 1996 anzusetzen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r das Jahr 1992 ist nach den Ermittlungen der Steufa von einem Hinterziehungsbetrag von 33 500 DM auszugehen. Zudem ist ein verl&auml;ngerter Zinslauf in Rechnung zu stellen, weil die vollst&auml;ndige Bezahlung der hinterzogenen Steuern erst 1999 erfolgt war (vgl. &sect; 235 Abs. 3 Satz 1 AO). Die Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1992 sind daher um 396,50 DM zu erh&ouml;hen, was unter Einbeziehung der gem&auml;&szlig; &sect; 235 Abs. 4 AO anzurechnenden Nachzahlungszinsen von 288 DM, zu einem verbleibenden Betrag von 108,50 DM f&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Festsetzung von Hinterziehungszinsen zur Einkommensteuer 1987 bis 1991      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Einleitung des Strafverfahrens war in Bezug auf die Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1987 bis 1991 greifbar rechtswidrig und vermochte das Hinausschieben des Beginns der Frist zur Festsetzung der Hinterziehungszinsanspr&uuml;che 1987 bis 1991, die wegen ihrer rechtlichen Selbstst&auml;ndigkeit einer gesonderten Verj&auml;hrungspr&uuml;fung unterzogen werden m&uuml;ssen, nicht zu bewirken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Damit beantwortet der Senat die vom BFH bislang offen gelassene Frage, ob nur eine rechtm&auml;&szlig;ige Einleitung des Strafverfahrens geeignet ist, den Beginn der Frist zur Festsetzung von Hinterziehungszinsen hinauszuschieben (vgl. BFH-Urteil in BFHE 196, 26, BStBl II 2001, 782), dahingehend, dass eine Strafverfahrenseinleitung, die sich nach den f&uuml;r die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zum Zeitpunkt der Einleitung bekannten oder ohne Weiteres erkennbaren Umst&auml;nden (ex ante Betrachtung) als greifbar rechtswidrig darstellt, nicht geeignet ist, Einfluss auf die Frist zur Festsetzung von Hinterziehungszinsen zu nehmen. Die blo&szlig;e Wirksamkeit der Strafverfahrenseinleitung gen&uuml;gt damit nicht, um den Hemmungstatbestand auszul&ouml;sen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Aus dem Wortlaut des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO geht nicht klar hervor, ob mit der dort erw&auml;hnten Einleitung des Strafverfahrens eine blo&szlig; wirksame oder weitergehend auch eine rechtm&auml;&szlig;ige Ma&szlig;nahme gefordert wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die an Sinn und Zweck des &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO (hierzu oben unter II.2.b ee der Gr&uuml;nde dieses Urteils) orientierte Auslegung zeigt, dass ein zwar wirksames, aber greifbar rechtswidriges Strafverfahren nicht gen&uuml;gend ist, um den Fristbeginn hinauszuschieben. Denn ein Strafverfahren, das nach den bereits zum Einleitungszeitpunkt deutlich erkennbaren Umst&auml;nden niemals h&auml;tte eingeleitet werden d&uuml;rfen und daher umgehend gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 StPO wieder einzustellen ist, kann typischerweise nicht dazu f&uuml;hren, dass die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden bei ihren Ermittlungen Erkenntnisse &#8211;etwa zum subjektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung&#8211; zu Tage f&ouml;rdern, die von der zur Festsetzung der Hinterziehungszinsen berufenen Finanzbeh&ouml;rde sinnvoll verwertet werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Die zu anderen den An- oder den Ablauf der Verj&auml;hrung hemmenden Regelungen der AO ergangene Rechtsprechung und Literatur, die davon ausgehen, dass es grunds&auml;tzlich, soweit der Erlass von Verwaltungsakten oder die Vornahme von Verfahrenshandlungen Bedeutung f&uuml;r den Beginn oder den Ablauf von Verj&auml;hrungsfristen haben, nur auf die Wirksamkeit, nicht aber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts oder der Verfahrenshandlung ankommt (vgl. BFH-Urteile vom 21. April 1993 X R 112\/91, BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649; vom 16. April 1997 XI R 61\/94, BFHE 183, 13, BStBl II 1997, 595; vom 14. Januar 1997 VII R 66\/96, BFHE 182, 262, zur Unterbrechung der Zahlungsverj&auml;hrung gem&auml;&szlig; &sect; 231 AO; Hartmann in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 171, Rz 2; Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 171 AO Rz 4 und Rz 81a; Pahlke\/Koenig\/ Fritsch, Abgabenordnung, &sect; 231 Rz 9), sind auf &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO nicht &uuml;bertragbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der Rechtsprechung des BFH hemmt eine Au&szlig;enpr&uuml;fung, die auf einer unwirksamen Pr&uuml;fungsanordnung fu&szlig;t, den Ablauf der Festsetzungsfrist nach &sect; 171 Abs. 4 AO nicht. Die gleichen Folgen treten ein, wenn eine wirksame, aber rechtswidrige Pr&uuml;fungsanordnung erfolgreich angefochten und aufgehoben wird. Denn mit der Aufhebung des Verwaltungsakts entfallen die an seine Wirksamkeit gekn&uuml;pften Rechtsfolgen, einschlie&szlig;lich der Wirkung, die Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 171 Abs. 4 AO herbeizuf&uuml;hren (BFH-Urteil in BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649). Die tats&auml;chlich begonnene und dem Steuerpflichtigen erkennbar gewordene Steuerfahndungspr&uuml;fung erf&uuml;llt den Tatbestand des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO. Die gegen&uuml;ber einem Handlungsunf&auml;higen vorgenommene Steuerfahndungspr&uuml;fung ist dahingegen unwirksam und vermag deshalb keine Ablaufhemmung herbeizuf&uuml;hren (BFH-Urteil in BFHE 183, 13, BStBl II 1997, 595). Dieser BFH-Rechtsprechung liegt jeweils die Vorstellung zugrunde, dass der Steuerpflichtige entweder f&ouml;rmliche Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten besitzt, um die Rechtswidrigkeit des Verwaltungshandelns geltend zu machen, dass ihm die Ma&szlig;nahme bekannt wird und er sich gegen sie in sonstiger Weise wehren kann oder dass seiner &quot;Wehrlosigkeit&quot; im Fall der Handlungsunf&auml;higkeit Rechnung getragen wird. Nur wenn der Steuerpflichtige es vers&auml;umt, den rechtswidrigen Verwaltungsakt anzufechten, muss er zum Schutz des Rechtsinstituts der Bestandskraft den rechtswidrigen Verwaltungsakt und seine verj&auml;hrungsrechtlichen Folgen hinnehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Steuerpflichtige, der sich mit einem Hinterziehungszinsanspruch konfrontiert sieht, befindet sich demgegen&uuml;ber in einer anderen, und zwar deutlich ung&uuml;nstigeren Lage. Es fehlt sowohl an Anfechtungsm&ouml;glichkeiten als auch an der Erkennbarkeit der eingetretenen Hemmung. Ihm ist daher die Berufung auf die greifbare Rechtswidrigkeit der &#8211;wirksamen&#8211; Einleitungsma&szlig;nahme zu gestatten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum einen ist darauf hinzuweisen, dass die Einleitung des Ermittlungsverfahrens nicht angefochten werden kann. Denn Rechtsschutz gegen die Einleitung und Durchf&uuml;hrung eines Ermittlungsverfahrens stellt die Rechtsordnung nicht zur Verf&uuml;gung (vgl. Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 19. Dezember 1983&nbsp;&nbsp;2 BvR 1731\/82, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1984, 1676; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats des BVerfG vom 2. Oktober 2003&nbsp;&nbsp;2 BvR 660\/03, BVerfGK 2, 27; J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect; 397 Rz 7; Dumke in Schwarz, a.a.O., &sect; 397 Rz 13). Der durch die Strafverfahrenseinleitung zum Beschuldigten gewordene Steuerpflichtige hat damit im Unterschied zum Adressaten einer Pr&uuml;fungsanordnung oder eines anderen &quot;verj&auml;hrungsrelevanten&quot; Verwaltungsakts keine M&ouml;glichkeit, die Rechtswidrigkeit der strafrechtlichen Ermittlungen in einem f&ouml;rmlichen Verfahren geltend zu machen und deren Aufhebung zu erreichen. Zum anderen ist er in vielen F&auml;llen noch nicht einmal in der Lage, rein faktisch auf den Gang des Strafverfahrens Einfluss zu nehmen, wenn er, wie auch im Streitfall geschehen, von der erfolgten Einleitung zun&auml;chst nicht &#8211;oder auch nie&#8211; Kenntnis erlangt. Im Unterschied zu den Hemmungstatbest&auml;nden des &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO, der eine dem Steuerpflichtigen erkennbare Steuerfahndungspr&uuml;fung voraussetzt (BFH-Urteil in BFHE 183, 13, BStBl II 1997, 595), des &sect; 171 Abs. 5 Satz 2 AO, der die Bekanntgabe der Einleitung des Strafverfahrens vorsieht, und des &sect; 171 Abs. 4 AO, der eine wirksam bekannt gegebene Pr&uuml;fungsanordnung fordert, muss dem Schuldner von Hinterziehungszinsen die Einleitung des Strafverfahrens und damit der Eintritt der Anlaufhemmung nicht bekannt gegeben oder sonst erkennbar geworden sein. W&auml;re er jedoch in einer dem &sect; 171 Abs. 4 und 5 AO entsprechenden Weise ins Bild zu setzen, so k&ouml;nnte er sich wenigstens dergestalt gegen das Ermittlungsverfahren und seine verj&auml;hrungsrechtlichen Folgen zur Wehr setzen, indem er etwa die evidente Verj&auml;hrung der Straftaten geltend macht und formlos die sofortige Einstellung des Ermittlungsverfahrens beantragt. Einem derartigen &quot;Antrag&quot; h&auml;tte die an Recht und Gesetz gebundene Strafverfolgungsbeh&ouml;rde umgehend zu entsprechen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Einleitung des Strafverfahrens war in Bezug auf die Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1987 bis 1991 greifbar rechtswidrig. Eine Anlaufhemmung ist daher nicht eingetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Zureichende tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r Vergehen der Einkommensteuerhinterziehung 1987 bis 1991 ergaben sich aus der Selbstanzeige des Kl&auml;gers. Bei der Pr&uuml;fung des Anfangsverdachts sind der Strabu keine Fehler unterlaufen, zumal ihr diesbez&uuml;glich ein Beurteilungsspielraum zustand (Meyer-Go&szlig;ner, a.a.O., &sect; 152 Rz 4, m.w.N.; J&auml;ger in Franzen\/Gast\/Joecks, a.a.O., &sect; 397 Rz 63, m.w.N.), den sie nicht &uuml;berschritten hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die Taten der Einkommensteuerhinterziehung 1987 bis 1991 waren aber verj&auml;hrt und deshalb nicht mehr verfolgbar. Das Vorliegen dieses Verfahrenshindernisses war bereits im Zeitpunkt der Kenntniserlangung von zureichenden tats&auml;chlichen Anhaltspunkten leicht und eindeutig feststellbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Verj&auml;hrungsfrist betr&auml;gt bei Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect; 369 Abs. 2 AO i.V.m. &sect; 78 Abs. 3 Nr. 5 des Strafgesetzbuchs (StGB) f&uuml;nf Jahre. Die Frist beginnt mit Bekanntgabe des &quot;falschen&quot; Einkommensteuerbescheids an den Steuerpflichtigen (&sect; 78a StGB; BFH-Urteil vom 7. Oktober 1997 VIII R 52\/94, BFH\/NV 1998, 1059). &Uuml;bertragen auf die dem Zinsbescheid zugrundeliegenden Straftaten bedeutet dies f&uuml;r die Einkommensteuerhinterziehung 1991, dass Strafverfolgungsverj&auml;hrung mit Ablauf des 17. Dezember 1997 eintrat, weil die Bekanntgabe des &quot;falschen&quot; Einkommensteuerbescheids 1991 auf den 18. Dezember 1992 datiert. Die noch &auml;lteren Taten waren ohnehin verj&auml;hrt. Die Einkommensteuerhinterziehung 1992 war dahingegen im Zeitpunkt der Einleitung des Strafverfahrens im Oktober 1998 noch verfolgbar, weil der &quot;falsche&quot; Bescheid am 20. Dezember 1993 bekannt gegeben worden war und die Straftat folglich erst im Dezember 1998 verj&auml;hrte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.4.2008, VIII R 5\/06 Berechtigung und Verpflichtung der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zur Einleitung eines Strafverfahrens nach Eingang einer Selbstanzeige &#8211; Festsetzung von Hinterziehungszinsen &#8211; Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO &#8211; Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO &#8211; Vor-Ermittlungen und Anfangsverdacht &#8211; Vollendung einer Steuerhinterziehung Leits&auml;tze 1. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-06-berechtigung-und-verpflichtung-der-strafverfolgungsbehoerden-zur-einleitung-eines-strafverfahrens-nach-eingang-einer-selbstanzeige-festsetzung-von-hinterziehungszinsen-anlaufhemmung-gemaes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;5\/06 &#8211; Berechtigung und Verpflichtung der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zur Einleitung eines Strafverfahrens nach Eingang einer Selbstanzeige &#8211; Festsetzung von Hinterziehungszinsen &#8211; Anlaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect; 239 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO &#8211; Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect; 397 Abs. 1 AO &#8211; Vor-Ermittlungen und Anfangsverdacht &#8211; Vollendung einer Steuerhinterziehung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17445","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17445","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17445"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17445\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}