{"id":17512,"date":"2012-12-10T16:26:22","date_gmt":"2012-12-10T14:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17512"},"modified":"2012-12-10T16:26:22","modified_gmt":"2012-12-10T14:26:22","slug":"ix-r-77-06-kein-gestaltungsmissbrauch-bei-veraeusserung-von-gmbh-anteilen-an-beteiligungsidentische-gmbh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-77-06-kein-gestaltungsmissbrauch-bei-veraeusserung-von-gmbh-anteilen-an-beteiligungsidentische-gmbh\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;77\/06 &#8211; Kein Gestaltungsmissbrauch bei Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an beteiligungsidentische GmbH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.5.2008, IX R 77\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Gestaltungsmissbrauch bei Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an beteiligungsidentische GmbH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an eine von den Gesellschaftern der GmbH neu gegr&uuml;ndete, beteiligungsidentische GmbH ist nicht deshalb rechtsmissbr&auml;uchlich i.S. des &sect; 42 AO, weil die Anteile zu einem Zeitpunkt ver&auml;u&szlig;ert wurden, als die Ver&auml;u&szlig;erung noch nicht dem Halbeink&uuml;nfteverfahren unterlag, oder weil sich die T&auml;tigkeit der neu gegr&uuml;ndeten GmbH auf das Halten der ver&auml;u&szlig;erten Anteile beschr&auml;nkte.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden als Eheleute im Streitjahr 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger, die Kl&auml;gerin und die Mutter des Kl&auml;gers waren an der X-GmbH zu 41 %, zu 35 % und zu 24 % beteiligt. Am 13. Dezember 2001 errichteten sie die Y-GmbH &#8211;die am 11. Januar 2002 in das Handelsregister eingetragen wurde&#8211; und &uuml;bernahmen entsprechend ihrer Beteiligung an der X-GmbH Stammeinlagen in H&ouml;he von 41 %, 35 % und 24 % des Stammkapitals der Y-GmbH. Am gleichen Tag ver&auml;u&szlig;erten sie mit Wirkung zum 28. Dezember 2001 ihre Anteile an der X-GmbH zu einem Kaufpreis von insgesamt 50 000 DM an die Y-GmbH; der Kaufpreis stand ihnen im Verh&auml;ltnis ihrer Beteiligung an der X-GmbH zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In ihrer Einkommensteuerkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2001 machten die Kl&auml;ger einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust des Kl&auml;gers i.S. des &sect; 17 Abs. 1 und Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte den Ver&auml;u&szlig;erungsverlust nicht, da ein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten (&sect; 42 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) vorliege. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg; das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 1302, ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung des &sect; 42 AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2001 dahin gehend zu &auml;ndern, dass die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung von negativen Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers nach &sect; 17 EStG in H&ouml;he von 425 528 DM festgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht hat das FG die Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile des Kl&auml;gers an der X-GmbH an die Y-GmbH nicht der Besteuerung nach &sect; 17 Abs. 1 und 2 EStG zugrunde gelegt; die Ver&auml;u&szlig;erung dieser Anteile ist kein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts (&sect; 42 Abs. 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Aus den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG ergeben sich keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Kl&auml;ger seine Anteile an der X-GmbH nur zum Schein an die Y-GmbH ver&auml;u&szlig;ert hat (&sect; 117 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches) und die Ver&auml;u&szlig;erung deshalb als Scheingesch&auml;ft gem&auml;&szlig; &sect; 41 Abs. 2 AO steuerrechtlich nicht zu ber&uuml;cksichtigen ist (vgl. zur Pr&uuml;fung, ob ein Scheingesch&auml;ft vorliegt, z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. September 2004 IX R 5\/03, BFH\/NV 2005, 498, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG ist die Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile an der X-GmbH an die Y-GmbH kein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts i.S. des &sect; 42 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Gestaltungsmissbrauch i.S. von &sect; 42 AO ist gegeben, wenn eine rechtliche Gestaltung gew&auml;hlt wird, die &#8211;gemessen an dem erstrebten Ziel&#8211; unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gr&uuml;nde nicht zu rechtfertigen ist (BFH-Urteil&nbsp;&nbsp;vom 29. August 2007 IX R 17\/07, BFH\/NV 2008, 426, m.w.N.). Das Motiv, Steuern zu sparen, macht eine steuerliche Gestaltung noch nicht unangemessen. Eine rechtliche Gestaltung ist erst dann unangemessen, wenn der Steuerpflichtige die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Gestaltung zum Erreichen eines bestimmten wirtschaftlichen Ziels nicht gebraucht, sondern daf&uuml;r einen ungew&ouml;hnlichen Weg w&auml;hlt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers das Ziel nicht erreichbar sein soll (BFH-Urteil vom 17. Dezember 2003 IX R 56\/03, BFHE 205, 70, BStBl II 2004, 648, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es stand dem Kl&auml;ger frei, ob, wann und an wen er seine Anteile an der X-GmbH ver&auml;u&szlig;ert. Dies gilt auch dann, wenn die Ver&auml;u&szlig;erung zu einem Verlust f&uuml;hrt. Die Ber&uuml;cksichtigung eines Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts steht im Einklang mit &sect; 17 EStG. Die Vorschrift soll den durch die Ver&auml;u&szlig;erung des Anteils an einer Kapitalgesellschaft eingetretenen Zuwachs an finanzieller Leistungsf&auml;higkeit erfassen (BFH-Urteil vom 13. Juli 1999 VIII R 72\/98, BFHE 190, 87, BStBl II 1999, 820). Die Aussch&ouml;pfung von Verlusten entspricht dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit (vgl. BFH-Urteil vom 19. August 1999 I R 77\/96, BFHE 189, 342, BStBl II 2001, 43). Nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 1 EStG ist ein Verlust anzusetzen, wenn die Anschaffungskosten den Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten &uuml;bersteigen; die Ber&uuml;cksichtigung von Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten ist zudem durch &sect; 17 Abs. 2 Satz 4 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr 2001 geltenden Fassung besonders geregelt. Der Kl&auml;ger hat mit der Ver&auml;u&szlig;erung seiner Anteile nicht gegen eine vom Gesetzgeber vorgegebene Wertung versto&szlig;en, sondern lediglich von einer ihm durch das Gesetz einger&auml;umten M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht. Stimmt die Gestaltung mit den gesetzlichen Zielen &uuml;berein, bedarf es weiterer, insbesondere au&szlig;ersteuerlicher Motive hierf&uuml;r grunds&auml;tzlich nicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 189, 342, BStBl II 2001, 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Kl&auml;ger hat auch nicht dadurch gegen gesetzliche Wertungen versto&szlig;en, dass er seine Anteile zu einem Zeitpunkt ver&auml;u&szlig;erte, als die Ver&auml;u&szlig;erung noch nicht dem Halbeink&uuml;nfteverfahren (vgl. &sect; 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. c und &sect; 3c Abs. 2 EStG i.d.F. des Art. 1 des Steuersenkungsgesetzes &#8211;StSenkG&#8211; vom 23. Oktober 2000, BGBl I 2000, 433) unterlag. Dem zeitlichen Anwendungsbereich des Halbeink&uuml;nfteverfahrens liegen Entscheidungen des Gesetzgebers (vgl. &sect; 52 Abs. 4a Nr. 2 und 8a EStG i.d.F. des Art. 1 StSenkG) zugrunde, die durch die Anwendung des &sect; 42 AO nicht korrigiert werden d&uuml;rfen. Der Kl&auml;ger umging kein Steuergesetz, sondern nutzte die M&ouml;glichkeit einer g&uuml;nstigeren Steuergestaltung (vgl. BFH-Urteil vom 10. Oktober 1978 VIII R 126\/75, BFHE 126, 206, BStBl II 1979, 77).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenteiliges ergibt sich nicht daraus, dass der Kl&auml;ger seine Anteile ver&auml;u&szlig;erte anstatt die X-GmbH aufzul&ouml;sen. Es trifft zwar zu, dass der Kl&auml;ger bei der Anteilsver&auml;u&szlig;erung &#8211;anders als bei der Aufl&ouml;sung&#8211; mit dem Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt den Zeitpunkt der Entstehung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns (-verlusts) bestimmen konnte (zur Entstehung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns, BFH-Urteil vom 18. Dezember 2001 VIII R 5\/00, BFH\/NV 2002, 640; zur Entstehung des Aufl&ouml;sungsverlusts, BFH-Urteil vom 19. April 2005 VIII R 45\/04, BFH\/NV 2005, 1545, m.w.N.). Ein Gestaltungsmissbrauch k&ouml;nnte daher gegeben sein, wenn der Kl&auml;ger wirtschaftlich seine Anteile nicht ver&auml;u&szlig;ern, sondern die X-GmbH aufl&ouml;sen wollte. Hierf&uuml;r bestehen aber nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG keine Anhaltspunkte. Dass sich die X-GmbH &#8211;nach dem Vortrag des Kl&auml;gers im finanzgerichtlichen Verfahren&#8211; zum Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung in einer schweren Krise befunden hat, gen&uuml;gt nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Gestaltung wird schlie&szlig;lich nicht dadurch rechtsmissbr&auml;uchlich, dass der Kl&auml;ger seine Anteile an die mit der X-GmbH beteiligungsidentische Y-GmbH ver&auml;u&szlig;erte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Gestaltungsmissbrauch ist regelm&auml;&szlig;ig nicht gegeben, wenn ein Steuerpflichtiger &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer&#8211; auf Dauer zwischen sich und eine Einkunftsquelle eine inl&auml;ndische Kapitalgesellschaft schaltet und alle sich daraus ergebenden Konsequenzen zieht (vgl. BFH-Urteil vom 23. Oktober 1996 I R 55\/95, BFHE 181, 490, BStBl II 1998, 90, m.w.N.). Eine abweichende Beurteilung ergibt sich nicht daraus, dass die Y-GmbH zumindest im ersten Jahr nach ihrer Gr&uuml;ndung nur die Anteile an der X-GmbH hielt und keine weiteren Gesch&auml;fte t&auml;tigte. Denn es obliegt der Entscheidung des Gesellschafters, den Umfang des unternehmerischen Tuns abzustecken (BFH-Urteil vom 20. M&auml;rz 2002 I R 63\/99, BFHE 198, 506, BStBl II 2003, 50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG ist im Streitfall durch die Anteilsver&auml;u&szlig;erung nicht nur formal ein Rechtstr&auml;gerwechsel eingetreten. Die Anteile an der X-GmbH dienten nach der Ver&auml;u&szlig;erung nur noch der Y-GmbH zur Eink&uuml;nfteerzielung; ein Durchgriff auf diese Gesellschaft kommt grunds&auml;tzlich nicht in Betracht. Eine Kapitalgesellschaft ist ein selbst&auml;ndiges Steuersubjekt (vgl. &sect; 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes), das die von ihr aus der Beteiligung erzielten Eink&uuml;nfte unabh&auml;ngig vom Gesellschafter zu versteuern hat (sog. Trennungsprinzip). Der Anteilseigner hat unmittelbar keinen Gewinn aus der T&auml;tigkeit der Kapitalgesellschaft zu versteuern. Diese Abschirmung der Verm&ouml;genssph&auml;re einer Kapitalgesellschaft gegen&uuml;ber ihren Anteilseignern bewirkt, dass in der abgeschirmten Verm&ouml;genssph&auml;re eine eigenst&auml;ndige Leistungsf&auml;higkeit entsteht, die von derjenigen der hinter der Kapitalgesellschaft stehenden Personen getrennt und unabh&auml;ngig von ihr besteuert werden darf (BFH-Urteil vom 4. M&auml;rz 2008 IX R 78\/06, BFHE 222, 446, BStBl II 2008, 575, BFH\/NV 2008, 1039).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch hat sich durch die Anteilsver&auml;u&szlig;erung die wirtschaftliche Situation des Kl&auml;gers ge&auml;ndert. Denn der Kl&auml;ger konnte nunmehr eigenkapitalersetzende Finanzierungsma&szlig;nahmen zugunsten der X-GmbH nicht mehr steuerlich geltend machen. Die &Uuml;bernahme von eigenkapitalersetzenden B&uuml;rgschaften f&uuml;r eine Gesellschaft, an welcher der Anteilseigner nur mittelbar beteiligt ist, f&uuml;hrt nicht zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten der (unmittelbaren) wesentlichen Beteiligung (BFH-Urteil in BFH\/NV 208, 1039).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen; das angefochtene Urteil ist daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat &#8211;von seinem Standpunkt aus zu Recht&#8211; nicht festgestellt, ob der vereinbarte Kaufpreis dem Wert der Anteile an der X-GmbH entsprochen hat. Sollte der vereinbarte Kaufpreis hinter dem Wert der Anteile zur&uuml;ckgeblieben sein, l&auml;ge eine gemischte verdeckte Einlage vor (hierzu Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 27. Aufl., &sect; 17 Rz 110). Die verdeckte Einlage steht der Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile gleich, wobei der gemeine Wert der Anteile an die Stelle des Ver&auml;u&szlig;erungspreises tritt (vgl. &sect; 17 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Satz 2 EStG). Das FG wird daher im zweiten Rechtsgang den Wert der Anteile an der X-GmbH zu ermitteln haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.5.2008, IX R 77\/06 Kein Gestaltungsmissbrauch bei Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an beteiligungsidentische GmbH Leits&auml;tze Die Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an eine von den Gesellschaftern der GmbH neu gegr&uuml;ndete, beteiligungsidentische GmbH ist nicht deshalb rechtsmissbr&auml;uchlich i.S. des &sect; 42 AO, weil die Anteile zu einem Zeitpunkt ver&auml;u&szlig;ert wurden, als die Ver&auml;u&szlig;erung noch nicht dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-77-06-kein-gestaltungsmissbrauch-bei-veraeusserung-von-gmbh-anteilen-an-beteiligungsidentische-gmbh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;77\/06 &#8211; Kein Gestaltungsmissbrauch bei Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen an beteiligungsidentische GmbH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17512","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17512\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}