{"id":17515,"date":"2012-12-10T16:22:29","date_gmt":"2012-12-10T14:22:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17515"},"modified":"2012-12-10T16:22:29","modified_gmt":"2012-12-10T14:22:29","slug":"v-r-70-06-minderung-der-provision-einer-einkaufsgenossenschaft-fuer-leistungen-gegenueber-den-warenlieferanten-aufgrund-skontogewaehrung-an-deren-kunden-zugleich-mitglieder-der-einkaufsgenossenschaf-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-70-06-minderung-der-provision-einer-einkaufsgenossenschaft-fuer-leistungen-gegenueber-den-warenlieferanten-aufgrund-skontogewaehrung-an-deren-kunden-zugleich-mitglieder-der-einkaufsgenossenschaf-2\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;70\/06 &#8211; Minderung der Provision einer Einkaufsgenossenschaft f&uuml;r Leistungen gegen&uuml;ber den Warenlieferanten aufgrund Skontogew&auml;hrung an deren Kunden (zugleich Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2008, V R 70\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Minderung der Provision einer Einkaufsgenossenschaft f&uuml;r Leistungen gegen&uuml;ber den Warenlieferanten aufgrund Skontogew&auml;hrung an deren Kunden (zugleich Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Preisnachl&auml;sse, die eine Einkaufsgenossenschaft (Zentralregulierer) ihren Mitgliedern &#8211;zus&auml;tzlich zu dem von den Warenlieferanten an die Mitglieder einger&auml;umten Skonto&#8211; f&uuml;r den Warenbezug gew&auml;hrt (&quot;Zusatzskonto&quot;), mindern die Bemessungsgrundlage des Umsatzes der von der Einkaufsgenossenschaft gegen&uuml;ber den Warenlieferanten erbrachten Leistungen (Zentralregulierung, B&uuml;rgschafts&uuml;bernahme etc.).<\/p>\n<p>Fortf&uuml;hrung des BFH-Urteils vom 12. Januar 2006 V R 3\/04 (BFHE 213, 69, BStBl II 2006, 479).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt in der Rechtsform einer Genossenschaft das Zentralregulierungsgesch&auml;ft. Ihr sind als Mitglieder zahlreiche Fachh&auml;ndler angeschlossen, f&uuml;r deren Warenbestellungen sie den gesamten Abrechnungs- und Zahlungsverkehr (sog. Zentralregulierung) einschlie&szlig;lich einer B&uuml;rgschaft &uuml;bernimmt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Rechtsbeziehungen zwischen Mitgliedern, Lieferanten und Kl&auml;gerin gestalteten sich im Streitjahr (1995) wie folgt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Verh&auml;ltnis: Mitglieder &#8211; Lieferanten      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Mitglieder bestellten die Waren unmittelbar bei den Lieferanten, die diese an die Mitglieder auslieferten. Die Rechnungen wurden auf den Namen der Mitglieder erstellt und &uuml;ber die Kl&auml;gerin an die Mitglieder versandt, um die Kl&auml;gerin in die Lage zu versetzen, die Kaufpreisforderungen zentral zu regulieren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Verh&auml;ltnis: Kl&auml;gerin &#8211; Lieferanten      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin &uuml;bernahm nach den vom Finanzgericht (FG) in Bezug genommenen sog. &quot;Kooperationsvertr&auml;gen&quot; gegen&uuml;ber den Lieferanten das Delkredere (selbstschuldnerische B&uuml;rgschaft) und die Zentralregulierung f&uuml;r die Auftr&auml;ge ihrer Mitglieder sowie Ma&szlig;nahmen zur Verkaufsf&ouml;rderung. Als Gegenleistung erhielt sie eine &quot;Leistungs-Provision&quot; in H&ouml;he von 4 % des Warenpreises. Die Kl&auml;gerin erteilte &uuml;ber ihre Leistungen den Lieferanten eine Rechnung in H&ouml;he der vereinbarten Provision zuz&uuml;glich gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer. Die Rechnungen der Lieferanten bezahlte die Kl&auml;gerin den Lieferanten vereinbarungsgem&auml;&szlig; nach Abzug von 3 % Skonto.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Verh&auml;ltnis: Kl&auml;gerin &#8211; Mitglieder      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern verpflichtete sich die Kl&auml;gerin, m&ouml;glichst g&uuml;nstige Konditionen mit den Lieferanten auszuhandeln und das gesamte Abrechnungs- und Zahlungsgesch&auml;ft zu &uuml;bernehmen. Hierf&uuml;r zahlten die Mitglieder der Kl&auml;gerin ein pauschales Monatsentgelt sowie einen umsatzbezogenen Verwaltungsbeitrag. Die Kl&auml;gerin gab nicht nur das von den Warenlieferanten einger&auml;umte Skonto von 3 % an ihre Mitglieder, die Empf&auml;nger der Warenlieferungen, weiter, sondern gew&auml;hrte diesen zus&auml;tzlich einen Preisnachlass von 1 % des Warenpreises. Die Mitglieder hatten danach nur einen um insgesamt 4 % geminderten Warenpreis zuz&uuml;glich Umsatzsteuer zu bezahlen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin behandelte die &quot;Leistungs-Provision&quot; von 4 % als Entgelt f&uuml;r steuerpflichtige Ums&auml;tze. Die von den Lieferanten einger&auml;umten Skontobetr&auml;ge in H&ouml;he von 3 % ber&uuml;cksichtigte sie durch eine entsprechende &quot;Vorsteuerk&uuml;rzung&quot; und die den Mitgliedern gew&auml;hrten &quot;Skontobetr&auml;ge&quot; von insgesamt 4 % (das weitergeleitete Lieferantenskonto und der von ihr zus&auml;tzlich gew&auml;hrte Preisnachlass von 1 %) erkl&auml;rte sie als &quot;negativen Umsatz&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung zun&auml;chst die Rechtsauffassung, dass die den Mitgliedern insgesamt einger&auml;umten Skontobetr&auml;ge (4 %) bei der Kl&auml;gerin lediglich durchlaufende Posten ohne umsatzsteuerrechtliche Auswirkung seien; dementsprechend erh&ouml;hte sich die Umsatzsteuer entsprechend dem von der Kl&auml;gerin den Mitgliedern zus&auml;tzlich gew&auml;hrten Preisnachlass von 1 % des Warenpreises (von den Beteiligten als &quot;Skontounterschuss&quot; bezeichnet). Daraus ergab sich eine Erh&ouml;hung der Umsatzsteuer um 28 648,20 DM (14 647,60 EUR).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Verlauf des Einspruchsverfahrens &auml;nderte das FA seine Rechtsauffassung und vertrat nunmehr die Meinung, bei der Gew&auml;hrung des zus&auml;tzlichen &quot;Skontobetrages&quot; von 1 % durch die Kl&auml;gerin an die Mitglieder handele es sich um die Gegenleistung f&uuml;r eine Leistung der Mitglieder an die Kl&auml;gerin (Verpflichtung zur Abrechnung von Warenbestellungen &uuml;ber die Kl&auml;gerin). Da die Mitglieder der Kl&auml;gerin &uuml;ber diese Leistung jedoch keine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis erteilt h&auml;tten, sei insoweit &#8211;noch&#8211; kein Vorsteuerabzug m&ouml;glich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage, mit der die Kl&auml;gerin in richtlinienkonformer Auslegung des &sect; 17 Abs. 1 Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) begehrte, in den &quot;Skontountersch&uuml;ssen&quot; negative Ums&auml;tze zu sehen, wies das FG aus den in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2006, 1620 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision bringt die Kl&auml;gerin vor, bei zutreffender W&uuml;rdigung der Leistungsbeziehungen ergebe sich, dass das von ihr gew&auml;hrte &quot;Zusatzskonto&quot; von 1 % als Minderung ihrer Provision f&uuml;r ihre Leistungen an die Lieferanten (u.a. Delkredere) nach &sect; 17 UStG ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;sse.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Ansicht des FG und des FA h&auml;tten nicht ihre Mitglieder Leistungen an sie, die Kl&auml;gerin, erbracht. Vielmehr erbringe sie selbst gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern durch die Zentralregulierung entgeltliche Leistungen an die Mitglieder.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung des Urteils der Vorinstanz und der Einspruchsentscheidung vom 22. November 2005 die im Umsatzsteuerbescheid 1995 vom 10. September 2003 festgesetzte Umsatzsteuer von 1 773 645,97 EUR um 14 647,60 EUR auf 1 758 998,37 EUR herabzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur antragsgem&auml;&szlig;en Herabsetzung der Steuer (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), denn die Kl&auml;gerin begehrt zu Recht die Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r ihre Leistungen an die Warenlieferanten aufgrund des ihren Mitgliedern gew&auml;hrten zus&auml;tzlichen Preisnachlasses (&sect;&sect; 10, 17 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Satz 1 UStG wird der Umsatz bei Lieferungen und sonstigen Leistungen nach dem Entgelt bemessen. Hat sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r einen steuerpflichtigen Umsatz ge&auml;ndert, so hat der Unternehmer, der einen Umsatz ausgef&uuml;hrt hat, den daf&uuml;r geschuldeten Steuerbetrag zu berichtigen (&sect; 17 Abs. 1 Nr. 1 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Kl&auml;gerin hat als Einkaufsgenossenschaft gegen&uuml;ber den Lieferanten sonstige Leistungen (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG) erbracht. Sie hat zugunsten der Lieferanten eine B&uuml;rgschaft f&uuml;r die Zahlungsverpflichtungen ihrer Mitglieder sowie die Zentralregulierung &uuml;bernommen und Verkaufsf&ouml;rderungsaktionen der Lieferanten unterst&uuml;tzt. Als Gegenleistung hierf&uuml;r erhielt sie die als steuerpflichtig behandelten Provisionen in H&ouml;he von 4 % des Warenpreises (&sect;&sect; 4 Nr. 8 Buchst. g, 9 Abs. 1 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass die Kl&auml;gerin als Einkaufsgenossenschaft zugleich auch Leistungen an ihre Mitglieder erbrachte (s. unter II. 2.), steht dieser Beurteilung nicht entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die gegen&uuml;ber den Warenlieferanten ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin hat sich ge&auml;ndert, weil die Kl&auml;gerin deren Kunden, den Mitgliedern der Kl&auml;gerin, einen zus&auml;tzlichen Preisnachlass von 1 % des Kaufpreises gew&auml;hrt und sich hierdurch ihre Provision gemindert hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Wie der Bundesfinanzhof (BFH) bereits im Zusammenhang mit der Vermittlungsprovision eines Reiseb&uuml;ros (Urteil vom 12. Januar 2006 V R 3\/04, BFHE 213, 69, BStBl II 2006, 479) und eines Telefonvermittlers (Urteil vom 13. Juli 2006 V R 46\/05, BFHE 214, 463, BStBl II 2007, 186) im Anschluss an die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; (Urteile vom 15. Oktober 2002 C-427\/98, Kommission gegen Bundesrepublik Deutschland, Slg. 2002, I-8315, BStBl II 2004, 328, und vom 24. Oktober 1996 C-317\/94, Elida Gibbs, Slg. 1996, I-5339, BStBl II 2004, 324 zu Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a und Teil C Abs. 1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;) entschieden hat, ist es nicht erforderlich, dass ein Preisnachlass oder eine Preiserstattung vom leistenden Unternehmer an den Empf&auml;nger seiner Leistung gew&auml;hrt werden muss, um sich entgeltmindernd nach den &sect;&sect; 10, 17 UStG auszuwirken. Denn nach der Rechtsprechung des EuGH (Urteile Kommission gegen Bundesrepublik Deutschland in Slg. 2002, I-8315, BStBl II 2004, 328, und Elida Gibbs in Slg. 1996, I-5339, BStBl II 2004, 324) ist der Grundsatz der Neutralit&auml;t der Umsatzsteuer innerhalb der Unternehmerkette &#8211;ggf. einschlie&szlig;lich etwaiger Vermittlungsstufen&#8211; zu beachten. Erstattet deshalb z.B. der erste Unternehmer in einer Leistungskette dem Endverbraucher einen Teil des von diesem gezahlten Leistungsentgelts oder gew&auml;hrt er ihm einen Preisnachlass, mindert sich dadurch die Bemessungsgrundlage f&uuml;r den Umsatz des ersten Unternehmers an den ersten Abnehmer in der Leistungskette. Der erste Unternehmer hat deshalb den f&uuml;r seinen Umsatz geschuldeten Steuerbetrag zu berichtigen. Gleiches gilt, wenn der erste Unternehmer in der Kette nicht dem Endverbraucher, sondern einem Zwischenh&auml;ndler den Preisnachlass gew&auml;hrt. Beim Empf&auml;nger des Preisnachlasses mindert sich allerdings auch im entsprechenden Umfang der Vorsteuerabzug bzw. ist im entsprechenden Umfang zu berichtigen (&sect; 17 Abs. 1 UStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze auf den Streitfall vermindert sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Leistung der Kl&auml;gerin an die Warenlieferanten (Delkredere und Zentralregulierung). Die Provision in H&ouml;he von 4 % der Warenpreise vermindert sich um den zus&auml;tzlich den Mitgliedern f&uuml;r den Bezug der Waren gew&auml;hrten Preisnachlass in H&ouml;he von 1 %. Die Rechnung der Kl&auml;gerin an die Warenlieferanten wird durch diese &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage (bei der Kl&auml;gerin) nicht unrichtig, so dass sie die Umsatzsteuer nach &sect; 14 Abs. 2 UStG (jetzt: &sect; 14c UStG 2005) schulden w&uuml;rde (vgl. BFH-Urteil in BFHE 213, 69, BStBl II 2006, 479, unter II. 2.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Ums&auml;tze der Lieferanten an ihre Kunden (die Mitglieder der Kl&auml;gerin) ist der um das Skonto von 3 % geminderte Kaufpreis. Den Kunden steht der Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der Lieferanten jedoch nur vermindert um das Lieferantenskonto von 3 % und den zus&auml;tzlich von der Kl&auml;gerin einger&auml;umten Preisnachlass von 1 %, also insgesamt vermindert um 4 % zu. Dass der zus&auml;tzliche Preisnachlass von 1 % nicht in der unmittelbaren Leistungsbeziehung zwischen den Warenlieferanten und deren Kunden, den Mitgliedern der Kl&auml;gerin, sondern von einem anderen Unternehmer in der Vorstufe, der Kl&auml;gerin, gew&auml;hrt wird, ist, wie unter II. 1. b aa ausgef&uuml;hrt, nicht entscheidend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Im Gesamtergebnis wirkt sich die Behandlung in der Unternehmerkette neutral aus und das FA erh&auml;lt schlie&szlig;lich die Umsatzsteuer, die beim Weiterverkauf der an die Mitglieder der Kl&auml;gerin (Zwischenh&auml;ndler) gelieferten Waren an Endkunden enthalten ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Aus den vorstehend genannten Gr&uuml;nden folgt der Senat nicht der Auffassung des FG und des FA, der von der Kl&auml;gerin ihren Mitgliedern gew&auml;hrte zus&auml;tzliche Preisnachlass sei Entgelt f&uuml;r eine Leistung der Mitglieder an die Kl&auml;gerin, n&auml;mlich daf&uuml;r, dass die Mitglieder ihre Bestellungen bei den Warenlieferanten &uuml;ber die Kl&auml;gerin abrechnen (im Ergebnis bereits BFH-Urteil vom 24. Februar 1966 V 77\/63, BFHE 85, 553, BStBl III 1966, 471). Dies verdreht die tats&auml;chliche Leistungsbeziehung. Vorliegend ist es die Kl&auml;gerin, die als Einkaufsgenossenschaft eine Leistung an ihre Mitglieder erbringt &#8211;die F&ouml;rderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder durch gemeinschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb (vgl. &sect; 1 des Gesetzes betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften)&#8211; und hierf&uuml;r als Gegenleistung monatliche Mitgliedsbeitr&auml;ge sowie eine umsatzabh&auml;ngige Verwaltungsprovision erh&auml;lt (&sect; 9 der vom FG in Bezug genommenen &quot;Gesch&auml;ftsbedingungen der Kl&auml;gerin&quot;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Danach waren das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung aufzuheben und die Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Leistungen der Kl&auml;gerin an die Warenlieferanten durch antragsgem&auml;&szlig;e Herabsetzung der Umsatzsteuer f&uuml;r 1995 zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2008, V R 70\/06 Minderung der Provision einer Einkaufsgenossenschaft f&uuml;r Leistungen gegen&uuml;ber den Warenlieferanten aufgrund Skontogew&auml;hrung an deren Kunden (zugleich Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft) Leits&auml;tze Preisnachl&auml;sse, die eine Einkaufsgenossenschaft (Zentralregulierer) ihren Mitgliedern &#8211;zus&auml;tzlich zu dem von den Warenlieferanten an die Mitglieder einger&auml;umten Skonto&#8211; f&uuml;r den Warenbezug gew&auml;hrt (&quot;Zusatzskonto&quot;), mindern die Bemessungsgrundlage des Umsatzes &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-70-06-minderung-der-provision-einer-einkaufsgenossenschaft-fuer-leistungen-gegenueber-den-warenlieferanten-aufgrund-skontogewaehrung-an-deren-kunden-zugleich-mitglieder-der-einkaufsgenossenschaf-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;70\/06 &#8211; Minderung der Provision einer Einkaufsgenossenschaft f&uuml;r Leistungen gegen&uuml;ber den Warenlieferanten aufgrund Skontogew&auml;hrung an deren Kunden (zugleich Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17515\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}