{"id":17525,"date":"2012-12-10T16:26:25","date_gmt":"2012-12-10T14:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17525"},"modified":"2012-12-10T16:26:25","modified_gmt":"2012-12-10T14:26:25","slug":"i-r-30-07-keine-begruendung-einer-betriebsstaette-durch-blosses-taetigwerden-in-den-raeumen-des-vertragspartners","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-30-07-keine-begruendung-einer-betriebsstaette-durch-blosses-taetigwerden-in-den-raeumen-des-vertragspartners\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;30\/07 &#8211; Keine Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte durch blo&szlig;es T&auml;tigwerden in den R&auml;umen des Vertragspartners"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.6.2008, I R 30\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte durch blo&szlig;es T&auml;tigwerden in den R&auml;umen des Vertragspartners<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Betriebsst&auml;tte i.S. von &sect; 12 Satz 1 AO erfordert, dass der Unternehmer eine nicht nur vor&uuml;bergehende Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die von ihm genutzte Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage hat (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Das blo&szlig;e T&auml;tigwerden in den R&auml;umlichkeiten des Vertragspartners gen&uuml;gt f&uuml;r sich genommen selbst dann nicht zur Begr&uuml;ndung der erforderlichen Verf&uuml;gungsmacht, wenn die T&auml;tigkeit &uuml;ber mehrere Jahre hinweg erbracht wird. Neben der zeitlichen Komponente m&uuml;ssen zus&auml;tzliche Umst&auml;nde auf eine auch &ouml;rtliche Verfestigung der T&auml;tigkeit schlie&szlig;en lassen (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 14. Juli 2004 I R 106\/03, BFH\/NV 2005, 154).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) in Deutschland eine Betriebsst&auml;tte unterhalten hat und welchem Steuersatz der Betriebsst&auml;ttengewinn gegebenenfalls zu unterwerfen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ist eine im Jahr 1978 gegr&uuml;ndete Kapitalgesellschaft niederl&auml;ndischen Rechts. Ihren statutarischen Sitz hatte sie zum Gr&uuml;ndungszeitpunkt in G (Niederlande). Ausweislich eines Auszugs aus dem niederl&auml;ndischen Handelsregister vom 24. Juni 1999 hatte sie sp&auml;ter ihre Anschrift in B (Niederlande). Alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin ist die C-GmbH mit Sitz und Gesch&auml;ftsleitung in Deutschland. Gesellschafter der C-GmbH und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer beider Gesellschaften ist C, der seinen Wohnsitz seit 1977 in Deutschland hat. Gegenstand des Unternehmens der Kl&auml;gerin war die Reinigung von Geb&auml;uden, Maschinen und Anlagen. In den Niederlanden f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin Reinigungsarbeiten an Geb&auml;uden sowie seit Juli 1991 Reinigungsarbeiten an Flugzeugen auf einem niederl&auml;ndischen Flughafen durch.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In Deutschland f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin seit Juli 1990 auf einem NATO-Flughafen Reinigungsarbeiten an milit&auml;risch genutzten Flugzeugen durch. Sie war dabei als Subunternehmerin der A t&auml;tig, die die Hauptauftragnehmerin der NATO f&uuml;r Reinigungsarbeiten auf dem Flughafen war. Hierzu hat die Kl&auml;gerin einen umfangreichen Vertrag mit der A geschlossen, in dem u.a. die Rechte und Pflichten ihrer Mitarbeiter auf dem Flughafengel&auml;nde geregelt sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung den Inhalt eines Aktenvermerks &uuml;ber eine am 15. Februar 2005 durchgef&uuml;hrte Ortsbesichtigung auf dem Flughafengel&auml;nde zugrunde gelegt, nach dem f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin &uuml;bernommenen Arbeiten folgende Regelungen galten: Das Personal der Kl&auml;gerin wurde zun&auml;chst von dieser ausgesucht, dann einer umfangreichen Sicherheitsuntersuchung durch Beh&ouml;rden in den Niederlanden und in Deutschland unterzogen und, soweit diese keine Sicherheitsbedenken ergab, von der Kl&auml;gerin eingestellt. Das gesamte auf dem Flughafen mit der Flugzeugreinigung befasste Personal war bei verschiedenen Unternehmen besch&auml;ftigt. Neben der Kl&auml;gerin waren noch zwei weitere Unternehmen mit den Reinigungsarbeiten betraut. Die Kl&auml;gerin setzte in den Streitjahren durchschnittlich 18 gr&ouml;&szlig;tenteils in Deutschland ans&auml;ssige Mitarbeiter ein. Die Einteilung des Reinigungspersonals sowie die &Uuml;berwachung und &Uuml;berpr&uuml;fung der Reinigungsarbeiten erfolgte nicht durch die Kl&auml;gerin bzw. die anderen beiden Unternehmen, sondern ausschlie&szlig;lich durch einen Mitarbeiter der A. Dieser sorgte auch in Krankheits- oder Urlaubsf&auml;llen f&uuml;r Ersatz, indem er bei den zur Verf&uuml;gung stehenden Mitarbeitern der drei Vertragsunternehmen anrief. Eine Meldung an die Kl&auml;gerin erfolgte nur, wenn ein Arbeitnehmer auff&auml;llig wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin besa&szlig;en Sicherheitsausweise, mit denen sie &#8211;nach Durchf&uuml;hrung einer Sicherheitskontrolle durch das Flughafenpersonal&#8211; Zutritt zu den Sicherheitsbereichen des Flughafengel&auml;ndes hatten. Ferner verf&uuml;gten sie &uuml;ber einen sog. &quot;RA-Pass&quot;, um Reinigungsarbeiten in bestimmten Sicherheitszonen aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen. Es waren keine R&auml;umlichkeiten auf dem Flughafengel&auml;nde an die Kl&auml;gerin vermietet. Die NATO stellte jedoch dem Reinigungspersonal einen Aufenthaltsraum mit K&uuml;cheneinrichtung, verschlie&szlig;baren Schr&auml;nken und Duschvorrichtungen zur Verf&uuml;gung, der als Umkleide- und Pausenraum, aber auch f&uuml;r einen Bereitschaftsdienst genutzt wurde. F&uuml;r diesen Geb&auml;udeteil erhielt jeder Mitarbeiter der Kl&auml;gerin einen Schl&uuml;ssel, mit dem er sich w&auml;hrend der Bereitschaftsdienstzeit von 6.00 Uhr bis 23.00 Uhr Zugang zu den R&auml;umlichkeiten verschaffen konnte. Die Reinigungsarbeiten an den Flugzeugen wurden in einer hierf&uuml;r vorgesehenen Reinigungshalle auf dem Flughafengel&auml;nde vorgenommen, zu der die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin ebenfalls Zutritt hatten. Die f&uuml;r die Reinigung der Flugzeuge erforderlichen Fahrzeuge, Reinigungsmaschinen und Putzmittel stellte die NATO zur Verf&uuml;gung. Auch zu den Lagerr&auml;umen, in denen sich diese befanden, hatten die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin Schl&uuml;ssel. Die Kl&auml;gerin unterhielt kein B&uuml;ro auf dem Flughafengel&auml;nde. In dem Aufenthaltsraum befand sich nur ein Telefon- und Faxanschluss, der von den Mitarbeitern bei Bedarf genutzt werden konnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwischen den Beteiligten bestand Streit dar&uuml;ber, wo sich in den Jahren 1990 bis 1993 (Streitjahre) der Ort der Gesch&auml;ftsleitung der Kl&auml;gerin befand. Insbesondere war streitig, ob und ggf. zu welchem Zeitpunkt die Gesch&auml;ftsleitung von den Niederlanden nach Deutschland verlegt wurde. F&uuml;r die Jahre 1992 und 1993 behandelte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;gerin zun&auml;chst &#8211;den abgegebenen Steuererkl&auml;rungen entsprechend&#8211; als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig. Sp&auml;ter nahm das FA an, die Kl&auml;gerin habe in den Streitjahren weder ihren Sitz noch ihre Gesch&auml;ftsleitung im Inland gehabt. Seit der Aufnahme der Reinigungsarbeiten auf dem NATO-Flughafen im Juli 1990 habe sie aber eine inl&auml;ndische Betriebsst&auml;tte unterhalten. Sie sei mit den auf diese Betriebsst&auml;tte entfallenden Eink&uuml;nften gem&auml;&szlig; &sect; 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes (EStG 1990) i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 1984\/1991) beschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen. Auf dieser Grundlage hob das FA die zuvor f&uuml;r 1992 und 1993 ergangenen Bescheide auf. Stattdessen erlie&szlig; es f&uuml;r die Streitjahre Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer sowie, ab dem Jahr 1991, &uuml;ber Feststellungen gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991, in denen es die Kl&auml;gerin als beschr&auml;nkt steuerpflichtig veranlagte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen gerichtete Klage hatte nur zu einem geringen Teil Erfolg. Das FG entschied, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren beschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen sei. Jedoch d&uuml;rfe ihr zu versteuerndes Einkommen aus gemeinschaftsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht den gesetzlich vorgesehenen Steuers&auml;tzen, sondern nur Steuers&auml;tzen von 43,21 % (1990 und 1991) und 40,01 % (1992 und 1993) unterworfen werden (FG K&ouml;ln, Urteil vom 24. Januar 2007&nbsp;&nbsp;13 K 336\/07, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2007, 1349). Die Klage gegen den Feststellungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991 f&uuml;r das Streitjahr 1992 wies das FG als unzul&auml;ssig ab, da insoweit kein Vorverfahren durchgef&uuml;hrt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung formellen und materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG, den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 1990, die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide und die Feststellungsbescheide gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991 f&uuml;r 1991 bis 1993 sowie die Einspruchsentscheidung des FA aufzuheben, hilfsweise, die angefochtenen Bescheide im Hinblick auf die darin angesetzten Steuers&auml;tze abzu&auml;ndern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist, soweit sie die gesonderte Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991 f&uuml;r das Jahr 1992 betrifft, unbegr&uuml;ndet und deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Hinsichtlich der &uuml;brigen Streitgegenst&auml;nde ist die Revision begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils und zur Entscheidung in der Sache selbst (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG ist davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren weder ihren Sitz noch ihre Gesch&auml;ftsleitung im Inland hatte und daher nicht unbeschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig war. Diese Beurteilung ist aus revisionsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden. Insbesondere ist der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO an die insoweit vom FG vorgenommene tats&auml;chliche W&uuml;rdigung gebunden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Zu Unrecht hat das FG aber angenommen, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren gem&auml;&szlig; &sect; 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG 1990 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 KStG 1984\/1991 beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig war. Anders als vom FG angenommen, unterhielt die Kl&auml;gerin auf dem NATO-Flughafen keine Betriebsst&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Begriff der Betriebsst&auml;tte i.S. des &sect; 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG 1990 bestimmt sich nach &sect; 12 der Abgabenordnung (AO). Die in dieser Vorschrift genannten Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Die von der Kl&auml;gerin genutzten Einrichtungen auf dem NATO-Flughafen m&ouml;gen zwar als Gesch&auml;ftseinrichtungen oder Anlagen i.S. des &sect; 12 Satz 1 AO anzusehen sein. Eine solche wird aber nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur dann zur Betriebsst&auml;tte des Unternehmers, wenn dieser eine nicht nur vor&uuml;bergehende Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die von ihm genutzte Einrichtung hat (Senatsurteile vom 3. Februar 1993 I R 80-81\/91, BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462; vom 16. Mai 1990 I R 113\/87, BFHE 161, 358, BStBl II 1990, 983; vom 11. Oktober 1989 I R 77\/88, BFHE 158, 499, BStBl II 1990, 166; vom 14. Juli 2004 I R 106\/03, BFH\/NV 2005, 154, jeweils m.w.N.). Daran fehlt es im Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Eine hinreichende Verf&uuml;gungsmacht besteht nur dann, wenn der Steuerpflichtige eine Rechtsposition inne hat, die ihm ohne seine Mitwirkung nicht mehr ohne weiteres entzogen oder die ohne seine Mitwirkung nicht ohne weiteres ver&auml;ndert werden kann (Senatsurteile in BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462; in BFH\/NV 2005, 154). Ob sie auf Eigentum oder auf einer entgeltlichen bzw. unentgeltlichen Nutzungs&uuml;berlassung beruht, ist gleichg&uuml;ltig (Senatsurteil in BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462). Die blo&szlig;e Berechtigung zur Nutzung eines Raumes im Interesse eines anderen sowie eine rein tats&auml;chliche Nutzungsm&ouml;glichkeit gen&uuml;gen jedoch nicht (Senatsurteile in BFHE 161, 358, BStBl II 1990, 983; in BFHE 158, 499, BStBl II 1990, 166).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) In j&uuml;ngerer Zeit hat der BFH wiederholt entschieden, dass die in Frage kommende Rechtsposition weder ausdr&uuml;cklich vereinbart noch auf einen bestimmten Raum oder Arbeitsplatz bezogen sein muss; es gen&uuml;gt vielmehr, wenn aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden anzunehmen ist, dass dem Unternehmer irgendein f&uuml;r seine T&auml;tigkeit geeigneter Raum zur st&auml;ndigen Nutzung zur Verf&uuml;gung steht (Senatsurteile in BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462; in BFH\/NV 2005, 154; s. auch BFH-Urteil vom 23. Mai 2002 III R 8\/00, BFHE 198, 325, BStBl II 2002, 512; Senatsbeschluss vom 10. November 1998 I B 80\/97, BFH\/NV 1999, 665). Diese Fortentwicklung der Rechtsprechung &auml;ndert aber nichts daran, dass das blo&szlig;e T&auml;tigwerden in R&auml;umlichkeiten des Vertragspartners f&uuml;r sich genommen nicht gen&uuml;gt, um die erforderliche Verf&uuml;gungsmacht zu begr&uuml;nden. Das gilt selbst dann, wenn die T&auml;tigkeit zeitlich wiederholt oder sogar dauerhaft erbracht wird. Neben der zeitlichen Komponente m&uuml;ssen vielmehr zus&auml;tzliche Umst&auml;nde auf eine &ouml;rtliche Verfestigung der T&auml;tigkeit schlie&szlig;en lassen. Denn f&uuml;r die Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte ist letztlich entscheidend, ob eine unternehmerische T&auml;tigkeit in einer Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage mit fester &ouml;rtlicher Bindung ausge&uuml;bt wird und sich in der Bindung eine gewisse &quot;Verwurzelung&quot; des Unternehmens mit dem Ort der Aus&uuml;bung der unternehmerischen T&auml;tigkeit ausdr&uuml;ckt (Senatsurteil in BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach diesen Grunds&auml;tzen kann im Streitfall nicht von einer Verf&uuml;gungsmacht der Kl&auml;gerin &uuml;ber die von ihr genutzten R&auml;umlichkeiten ausgegangen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Nach den vom FG getroffenen Feststellungen f&uuml;hrten die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin die Reinigungsarbeiten in einer Halle auf dem NATO-Flughafen durch. Zudem nutzten sie einen Aufenthaltsraum als Pausen- und Umkleideraum sowie f&uuml;r einen Bereitschaftsdienst. Die von der Kl&auml;gerin genutzten Reinigungsmaschinen und Putzmittel wurden von der NATO zur Verf&uuml;gung gestellt und in Lagerr&auml;umen auf dem Flughafengel&auml;nde aufbewahrt. Weder die Reinigungshalle noch die &uuml;brigen R&auml;umlichkeiten waren an die Kl&auml;gerin vermietet oder ihr in vergleichbarer Weise zur Nutzung &uuml;berlassen. Vertragliche Beziehungen bestanden nur zwischen der NATO und der A. Zwar war die NATO nach der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung durch das FG aufgrund dieser vertraglichen Beziehungen verpflichtet, den Mitarbeitern der Kl&auml;gerin Zugang zur Reinigungshalle sowie den weiteren R&auml;umlichkeiten zu gew&auml;hren. Die damit verbundene Nutzungsberechtigung der Kl&auml;gerin bestand aber nur insoweit, als dort die vereinbarten Reinigungsarbeiten zu erbringen waren. Es handelte sich nur um eine vertragliche Obliegenheit der NATO, die keinen selbst&auml;ndigen Anspruch der Kl&auml;gerin auf Zutritt zu den R&auml;umen der NATO begr&uuml;ndete. Im Ergebnis ersch&ouml;pften sich die Aktivit&auml;ten der Kl&auml;gerin auf dem Flughafengel&auml;nde daher in einem blo&szlig;en T&auml;tigwerden in den R&auml;umlichkeiten der NATO. Das reicht auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Umstands, dass die Arbeiten &uuml;ber mehrere Jahre hinweg erbracht wurden, f&uuml;r das Vorliegen einer Verf&uuml;gungsmacht der Kl&auml;gerin nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Weitere Umst&auml;nde, die auf eine dar&uuml;ber hinausgehende &ouml;rtliche Verfestigung der T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin schlie&szlig;en lassen k&ouml;nnten, sind auf der Grundlage der den Senat bindenden (&sect; 118 Abs. 2 FGO) Feststellungen des FG nicht ersichtlich. Im Gegenteil spricht gegen eine solche Verfestigung, dass der Ablauf der Arbeiten auf dem Flughafen nicht durch die Kl&auml;gerin bestimmt und koordiniert wurde, sondern ausschlie&szlig;lich durch die A. Im Ergebnis hat die Kl&auml;gerin ihre Mitarbeiter nur im Sinne einer Personalgestellung zur Verf&uuml;gung gestellt. Dementsprechend unterhielt sie auf dem Flughafen auch kein B&uuml;ro. Dass ihre Mitarbeiter sich im Anschluss an die Sicherheitskontrollen mit Hilfe von ihnen ausgeh&auml;ndigten Schl&uuml;sseln Zutritt zu einzelnen R&auml;umlichkeiten verschaffen konnten, gen&uuml;gt f&uuml;r die notwendige &ouml;rtliche Verfestigung ebenso wenig wie die M&ouml;glichkeit, den im Aufenthaltsraum vorhandenen Telefon- und Faxanschluss zu nutzen. Daher k&ouml;nnen mangels ausreichender Verf&uuml;gungsmacht weder der NATO-Flughafen als solcher noch einzelne dort befindliche Einrichtungen als Betriebsst&auml;tten der Kl&auml;gerin i.S. des &sect; 12 AO angesehen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Diese Beurteilung steht nicht im Widerspruch zum Urteil des Senats in BFH\/NV 2005, 154. Dort ging der Senat vom Bestehen der erforderlichen Verf&uuml;gungsmacht in einem Fall aus, in dem eine Gesellschaft von der US-Armee mit dem Betrieb und der Wartung eines Kampf-Simulationssystems betraut worden und dazu mit ihren Mitarbeitern &uuml;ber mehrere Jahre hinweg auf dem Milit&auml;rgel&auml;nde t&auml;tig war. Die Arbeiten f&uuml;hrten die Mitarbeiter in zwei bestimmten Geb&auml;uden aus, die mit Vorrichtungen und einer Ausr&uuml;stung ausgestattet waren, die f&uuml;r die vertraglich geschuldete T&auml;tigkeit erforderlich waren. Der Senat ging angesichts dieser Umst&auml;nde von einer vertraglichen Verpflichtung der US-Armee aus, &uuml;ber die gesamte Vertragsdauer hinweg f&uuml;r die zu erbringenden Arbeiten geeignete R&auml;umlichkeiten auf dem Gel&auml;nde zur Verf&uuml;gung zu stellen. Die in dem damaligen Verfahren in Rede stehenden Arbeiten sowie die weiteren Umst&auml;nde ihrer Erbringung lie&szlig;en, anders als im Streitfall, &uuml;ber den zeitlichen Aspekt hinaus den Schluss auf eine auch &ouml;rtliche Verfestigung der T&auml;tigkeit zu. Soweit jener Entscheidung weitergehende Aussagen zu entnehmen sein sollten, h&auml;lt der Senat daran nicht fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Vorinstanz ist von einer abweichenden Rechtsauffassung ausgegangen. Ihr Urteil ist deshalb hinsichtlich der angefochtenen K&ouml;rperschaftsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1990 bis 1993 aufzuheben; insoweit ist der Klage stattzugeben. Dasselbe gilt im Hinblick auf die gesonderten Feststellungen gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991 f&uuml;r die Jahre 1991 und 1993, die die Kl&auml;gerin unabh&auml;ngig von ihren konkreten Auswirkungen anfechten konnte. Hinsichtlich der Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 KStG 1991 f&uuml;r das Jahr 1992 hat das FG die Klage allerdings zu Recht mangels Durchf&uuml;hrung eines Vorverfahrens f&uuml;r unzul&auml;ssig gehalten (&sect; 44 FGO); insoweit ist die Revision daher unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.6.2008, I R 30\/07 Keine Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte durch blo&szlig;es T&auml;tigwerden in den R&auml;umen des Vertragspartners Leits&auml;tze 1. Eine Betriebsst&auml;tte i.S. von &sect; 12 Satz 1 AO erfordert, dass der Unternehmer eine nicht nur vor&uuml;bergehende Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die von ihm genutzte Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage hat (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung). 2. Das blo&szlig;e &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-30-07-keine-begruendung-einer-betriebsstaette-durch-blosses-taetigwerden-in-den-raeumen-des-vertragspartners\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;30\/07 &#8211; Keine Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte durch blo&szlig;es T&auml;tigwerden in den R&auml;umen des Vertragspartners<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17525","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17525"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17525\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}