{"id":17559,"date":"2012-12-10T16:23:43","date_gmt":"2012-12-10T14:23:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17559"},"modified":"2012-12-10T16:23:43","modified_gmt":"2012-12-10T14:23:43","slug":"vi-r-66-05-ermittlung-der-fahrtkosten-im-rahmen-einer-laengerfristigen-jedoch-voruebergehenden-beruflichen-bildungsmassnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-66-05-ermittlung-der-fahrtkosten-im-rahmen-einer-laengerfristigen-jedoch-voruebergehenden-beruflichen-bildungsmassnahme\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;66\/05 &#8211; Ermittlung der Fahrtkosten im Rahmen einer l&auml;ngerfristigen, jedoch vor&uuml;bergehenden beruflichen Bildungsma&szlig;nahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2008, VI R 66\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlung der Fahrtkosten im Rahmen einer l&auml;ngerfristigen, jedoch vor&uuml;bergehenden beruflichen Bildungsma&szlig;nahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;hrt ein vollbesch&auml;ftigter Arbeitnehmer eine l&auml;ngerfristige, jedoch vor&uuml;bergehende berufliche Bildungsma&szlig;nahme durch, so wird der Veranstaltungsort im Allgemeinen nicht zu einer weiteren regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. Die Fahrtkosten des Arbeitnehmers zu der Bildungseinrichtung sind deshalb nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tats&auml;chlicher H&ouml;he als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden zur Einkommensteuer des Streitjahres (2003) zusammen veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr als technischer Angestellter Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Neben dieser Vollbesch&auml;ftigung nahm er an einer Bildungsma&szlig;nahme zum Werkzeugkonstrukteur an der Beruflichen Schule in X teil. Die Bildungsma&szlig;nahme hatte am 1. August 2000 begonnen und sollte Ende Juli 2004 beendet sein. Der Kl&auml;ger besuchte die Bildungsst&auml;tte dienstags und freitags nach Feierabend jeweils von 17.30 Uhr bis 21.00 Uhr und samstags von 8.30 Uhr bis 15.15 Uhr.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Einkommensteuer-Erkl&auml;rung des Streitjahres machte der Kl&auml;ger im Zusammenhang mit dieser Bildungsma&szlig;nahme Aufwendungen in H&ouml;he von 2 672 EUR als Werbungskosten geltend und zwar Fahrtkosten nach reisekostenrechtlichen Grunds&auml;tzen in H&ouml;he von 2 480 EUR (106 Tage x 78 km x 0,30 EUR) sowie Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung in H&ouml;he von 192 EUR (32 Samstage x 6 EUR).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah die Bildungseinrichtung als weitere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG a.F.) an. Das FA ber&uuml;cksichtigte deshalb nur die Entfernungspauschale in H&ouml;he von 1 612 EUR. Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung lie&szlig; es au&szlig;er Ansatz. Derartige Aufwendungen k&ouml;nnten nur f&uuml;r die ersten drei Monate der Bildungsma&szlig;nahme ber&uuml;cksichtigt werden; der Dreimonatszeitraum sei aber bereits im Kalenderjahr 2000 abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage blieb mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 101 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden erfolglos. Ein Arbeitnehmer k&ouml;nne mehrere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tten haben. Die Bildungseinrichtung in X sei eine weitere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision bringen die Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, entgegen der Auffassung des Finanzgerichts (FG) seien die Fahrtkosten zu der ausw&auml;rtigen Bildungsst&auml;tte auch &uuml;ber die ersten drei Monate hinaus mit den tats&auml;chlichen Aufwendungen als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Er &#8211;der Kl&auml;ger&#8211; habe nur eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte als dauerhaften Mittelpunkt seiner beruflichen Arbeit gehabt. Der Veranstaltungsort in X f&uuml;r die von vornherein bis Juli 2004 befristete Bildungsma&szlig;nahme sei nur zeitweilig hinzugetreten und begr&uuml;nde keine weitere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 21. April 2005 zus&auml;tzliche Fahrtkosten in H&ouml;he von 868 EUR und Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung in H&ouml;he von 192 EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zur &uuml;berwiegenden Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kosten f&uuml;r die Fahrten des Kl&auml;gers zur Beruflichen Schule in X sind gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he als Werbungskosten abziehbar. Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen sind hingegen nicht zu ber&uuml;cksichtigen (&sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 i.V.m. &sect; 9 Abs. 5 EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Aufwendungen f&uuml;r eine Bildungsma&szlig;nahme k&ouml;nnen, wenn sie beruflich veranlasst sind, Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sein. Im Streitfall hat das FG zutreffend entschieden, dass die Kosten des Kl&auml;gers f&uuml;r die Bildungsma&szlig;nahme beruflich veranlasst sind. Diese Frage ist zwischen den Beteiligten auch nicht im Streit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Als Werbungskosten abziehbar sind s&auml;mtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Bildungsma&szlig;nahme stehen. Hierzu geh&ouml;ren auch Fahrt- bzw. Mobilit&auml;tskosten. Sie sind grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen (Vorlagebeschluss des Senats vom 10. Januar 2008 VI R 17\/07, BStBl II 2008, 234 ff.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Im Interesse der verfassungsrechtlich gebotenen steuerlichen Lastengleichheit hat sich der Gesetzgeber daf&uuml;r entschieden, im Einkommensteuerrecht die objektive finanzielle Leistungsf&auml;higkeit nach dem Saldo aus den Erwerbseinnahmen einerseits und den beruflichen Erwerbsaufwendungen andererseits zu bemessen (objektives Nettoprinzip). Auch Kosten f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sind nach Auffassung des Senats beruflich veranlasst und damit Erwerbsaufwendungen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; in BStBl II 2008, 234, 244 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das objektive Nettoprinzip erfuhr allerdings durch &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. insoweit eine Einschr&auml;nkung, als die Fahrtkosten zwischen Wohnung und (regelm&auml;&szlig;iger) Arbeitsst&auml;tte nicht im tats&auml;chlichen Umfang steuerlich abziehbar waren, sondern nur nach Ma&szlig;gabe einer Entfernungspauschale. Diese Begrenzung ist nach Ansicht des Senats im Grundsatz sachlich gerechtfertigt (BFH-Urteil vom 11. Mai 2005 VI R 7\/02, BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782). Denn liegt eine auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte vor, so kann sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise auf die immer gleichen Wege einstellen und so auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken. Dies kann etwa durch Bildung von Fahrgemeinschaften und Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und ggf. durch eine entsprechende Wohnsitznahme geschehen. F&uuml;r diesen Grundfall erweist sich die Regelung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip (z.B. BFH-Urteil vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Liegt jedoch keine auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte vor, auf die sich der Arbeitnehmer typischerweise in der aufgezeigten Weise einstellen kann, ist eine Durchbrechung der Abziehbarkeit beruflich veranlasster Mobilit&auml;tskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sachlich nicht gerechtfertigt. Dies gilt nicht nur f&uuml;r Ausw&auml;rtst&auml;tigkeiten (vgl. BFH-Urteile in BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782; vom 11. Mai 2005 VI R 70\/03, BFHE 209, 508, BStBl II 2005, 785), sondern u.a. auch dann, wenn ein vollbesch&auml;ftigter Arbeitnehmer mit regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte eine &#8211;zeitlich befristete bzw. nicht auf Dauer angelegte&#8211; Bildungseinrichtung an einem anderen Ort aufsucht (vgl. auch FG M&uuml;nster, Urteil vom 27. August 2002&nbsp;&nbsp;1 K 5930\/01 E, EFG 2002, 1588). Ein solcher Arbeitnehmer hat typischerweise nicht die vorbezeichneten M&ouml;glichkeiten, seine Wegekosten gering zu halten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Nach diesen Grunds&auml;tzen und den im Streitfall vorliegenden Umst&auml;nden ist die Berufliche Schule in X nicht als weitere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte anzusehen. Die in der Freizeit ausge&uuml;bte (Fort-)Bildungsma&szlig;nahme des Kl&auml;gers erstreckte sich zwar &uuml;ber vier Jahre und war damit l&auml;ngerfristig; sie war indessen vor&uuml;bergehend und nicht auf Dauer angelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Entgegen der Ansicht des FA wurde die Bildungseinrichtung in X auch nicht mit Ablauf von drei Monaten zur regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte. Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 19. Dezember 2005 VI R 30\/05 (BFHE 212, 218, BStBl II 2006, 378) ausgef&uuml;hrt, dass eine ausw&auml;rtige T&auml;tigkeitsst&auml;tte durch blo&szlig;en Zeitablauf von drei Monaten nicht zur regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte wird (vgl. auch Schmidt\/Drenseck, EStG, 26. Aufl., &sect; 19 Rz 60, Stichwort: Reisekosten (Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit); Niermann\/Plenker, Der Betrieb 2007, 1885, 1886; Hartmann, Deutsches Steuerrecht 2007, 2239, 2246). Eine Dreimonatsfrist sieht das Gesetz nur bei Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung vor (vgl. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 S&auml;tze 5 und 6 EStG i.V.m. &sect; 9 Abs. 5 EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Diese Beurteilung steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats, wonach der Begriff der &quot;regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&quot; i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG dem Begriff des &quot;T&auml;tigkeitsmittelpunkts&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2 EStG (zum Verpflegungsmehraufwand) entspricht (u.a. BFH-Urteil vom 11. Mai 2005 VI R 16\/04, BFHE 209, 518, BStBl II 2005, 789; Schmidt\/Drenseck, a.a.O., &sect; 19 Rz 60, Stichwort: Reisekosten (Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit)). Ein Arbeitnehmer ist nicht am T&auml;tigkeitsmittelpunkt (regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte), sondern auch dann ausw&auml;rts besch&auml;ftigt, wenn er &#8211;wie hier&#8211; einer &quot;l&auml;ngerfristigen vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit an derselben T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; nachgeht (vgl. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 5 EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Mit dieser Entscheidung setzt sich der erkennende Senat nicht in Widerspruch zu seinem Urteil vom 29. April 2003 VI R 86\/99 (BFHE 202, 299, BStBl II 2003, 749). Bei Erwerbsaufwendungen f&uuml;r eine Bildungsma&szlig;nahme (Vollstudium) k&ouml;nnen die an eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte ankn&uuml;pfenden Rechtsfolgen des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. bzw. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG zum Zuge kommen (vgl. auch BFH-Urteil vom 22. Juli 2003 VI R 190\/97, BFHE 203, 111, BStBl II 2004, 886 &#8211; Bildungsma&szlig;nahme mit Vollzeitunterricht). Dies ist jedoch dann anders, wenn ein Arbeitnehmer &#8211;wie hier&#8211; neben seiner Vollbesch&auml;ftigung mit regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte eine zeitlich befristete Bildungsma&szlig;nahme an einem anderen Ort absolviert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Vorentscheidung erweist sich allerdings hinsichtlich der rechtlichen Beurteilung der Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung als zutreffend. Nach der Sonderregelung des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 9 Abs. 5 EStG beschr&auml;nkt sich der Abzug der Pauschbetr&auml;ge nach Satz 2 der erstgenannten Vorschrift auf &quot;die ersten drei Monate&quot; der streitbefangenen Bildungsma&szlig;nahme. Der Dreimonatszeitraum war indessen im Streitjahr 2003 seit langem abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist spruchreif. Zugunsten des Kl&auml;gers sind zus&auml;tzliche Fahrtkosten in H&ouml;he von 868 EUR als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Das zu versteuernde Einkommen von (bisher) 35 794 EUR ist um 868 EUR auf 34 926 EUR zu mindern und die Einkommensteuer f&uuml;r 2003 auf 5 044 EUR festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2008, VI R 66\/05 Ermittlung der Fahrtkosten im Rahmen einer l&auml;ngerfristigen, jedoch vor&uuml;bergehenden beruflichen Bildungsma&szlig;nahme Leits&auml;tze F&uuml;hrt ein vollbesch&auml;ftigter Arbeitnehmer eine l&auml;ngerfristige, jedoch vor&uuml;bergehende berufliche Bildungsma&szlig;nahme durch, so wird der Veranstaltungsort im Allgemeinen nicht zu einer weiteren regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG a.F. 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