{"id":17560,"date":"2012-12-10T16:23:45","date_gmt":"2012-12-10T14:23:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17560"},"modified":"2012-12-10T16:23:45","modified_gmt":"2012-12-10T14:23:45","slug":"vii-b-216-07-besteuerung-des-biokraftstoffanteils-in-mischungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-216-07-besteuerung-des-biokraftstoffanteils-in-mischungen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;216\/07 &#8211; Besteuerung des Biokraftstoffanteils in Mischungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, VII B 216\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung des Biokraftstoffanteils in Mischungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die in &sect; 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG getroffene Regelung, mit der ab dem 1. Januar 2007 eine Mineral&ouml;lsteuerentlastung grunds&auml;tzlich nur noch f&uuml;r reine, mit anderen Kraftstoffen unvermischte, Biokraftstoffe gew&auml;hrt wird, mit den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben in Einklang steht. Insbesondere verst&ouml;&szlig;t die Besteuerung des in Mischungen mit herk&ouml;mmlichen Kraftstoffen enthaltenen Biokraftstoffanteils nicht gegen die Biokraftstoffrichtlinie 2003\/30\/EG.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Antragstellerin und Beschwerdegegnerin (Antragstellerin) vertreibt seit etwa drei Jahren zwei verschiedene Biokraftstoff-Produkte. Zum einen stellt sie in ihrem Steuerlager einen Biokraftstoff her, der zu 98 % aus reinem Pflanzen&ouml;l der Pos. 1507 bis 1508 der Kombinierten Nomenklatur und zu 2 % aus Additiven besteht; zum anderen mischt sie herk&ouml;mmlichen Dieselkraftstoff mit reinem Pflanzen&ouml;l und Additiven. In dieser Mischung betr&auml;gt der Anteil an reinem Pflanzen&ouml;l ca. 60 %; sie gilt in diesem Umfang als Biokraftstoff i.S. von &sect; 50 Abs. 4 Satz 2 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) in der ab 1. Januar 2007 geltenden Fassung. Nach der bis zum 31. Dezember 2006 bestehenden Rechtslage konnte der Antragstellerin sowohl hinsichtlich des reinen Biokraftstoffs als auch hinsichtlich des Biokraftstoffanteils der im Steuerlager hergestellten Mischungen eine Steuerentlastung nach &sect; 50 Abs. 2 Satz 3 Nr. 2 EnergieStG gew&auml;hrt werden. Aufgrund einer &Auml;nderung des &sect; 50 EnergieStG wird ab dem 1. Januar 2007 eine Steuerentlastung nur noch f&uuml;r reine, d.h. mit anderen Kraftstoffen unvermischte, Biokraftstoffe gew&auml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen ihre als Steuerbescheid wirkende Steueranmeldung f&uuml;r den Monat Mai 2007 legte die Antragstellerin Einspruch ein. F&uuml;r den Monat Juni 2007 setzte der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Energiesteuer in der gesetzlich vorgeschriebenen H&ouml;he fest, indem er mit Steuerbescheid vom Juli 2007 die von der Antragstellerin abgegebene Steueranmeldung entsprechend &auml;nderte. Auch gegen diesen Steuerbescheid legte die Antragstellerin Einspruch ein. &Uuml;ber beide Rechtsbehelfe ist noch nicht entschieden worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Ablehnung der Antr&auml;ge auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) ersuchte die Antragstellerin das Finanzgericht (FG) um Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes. Der Antrag hatte Erfolg. Mit der Begr&uuml;ndung, dass ernstliche Zweifel an der Gemeinschaftsrechtskonformit&auml;t des neu gefassten &sect; 50 EnergieStG best&uuml;nden, setzte das FG die Vollziehung der angefochtenen Steuerbescheide aus. Zur Begr&uuml;ndung verwies das FG auf die Vorgaben der Richtlinie 2003\/30\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 8. Mai 2003 zur F&ouml;rderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor &#8211;Biokraftstoffrichtlinie&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr. L 123\/42), auf die Ausf&uuml;hrungen der Europ&auml;ischen Kommission in ihrer Mitteilung &quot;Aktionsplan f&uuml;r Biomasse&quot; vom 7. Dezember 2005 (KOM (2005) 628 endg&uuml;ltig), im Fortschrittsbericht Biokraftstoffe vom 10. Januar 2007 (KOM (2006) 845 endg&uuml;ltig) sowie auf &Auml;u&szlig;erungen von Abgeordneten des Deutschen Bundestages im Rahmen einer &uuml;ber das Gesetz zur Einf&uuml;hrung einer Biokraftstoffquote durch &Auml;nderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes und zur &Auml;nderung energie- und stromsteuerrechtlicher Vorschriften (BioKraftQuG) gef&uuml;hrten Debatte vom 20. September 2007.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Biokraftstoffrichtlinie und die Mitteilungen der Europ&auml;ischen Kommission belegten, dass s&auml;mtliche Optionen offengehalten werden sollten, die einen auch nur teilweisen Ersatz von fossilen Brennstoffen durch aus Biomasse hergestellte Energietr&auml;ger erm&ouml;glichten. Da die volle Besteuerung des in Mischungen enthaltenen Biokraftstoffanteils die Wettbewerbsf&auml;higkeit dieser Energieerzeugnisse am Markt verhindere, sei die zum 1. Januar 2007 in Kraft getretene Neuregelung der Steuerbeg&uuml;nstigung mit dem geltenden Gemeinschaftsrecht nicht in Einklang zu bringen. Die vorgenommene &Auml;nderung des &sect; 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG stehe einer Umsetzung der Vorgaben der Biokraftstoffrichtlinie entgegen, so dass ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der auf diese Vorschrift gest&uuml;tzten Verwaltungsentscheidungen best&uuml;nden. Zudem sei aus Wortbeitr&auml;gen von Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu erkennen, dass die amtliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r die R&uuml;ckf&uuml;hrung der steuerlichen F&ouml;rderung von Biokraftstoffen nicht schl&uuml;ssig sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen die Entscheidung des FG hat das HZA Beschwerde eingelegt. Es ist der Ansicht, dass die Biokraftstoffrichtlinie der vom Gesetzgeber beschlossenen R&uuml;ckf&uuml;hrung der f&uuml;r Biokraftstoffe gew&auml;hrten Subvention nicht entgegenstehe. Denn die Biokraftstoffrichtlinie er&ouml;ffne den Mitgliedstaaten einen weiten Gestaltungsspielraum, den die Bundesregierung zur Einf&uuml;hrung eines Beimischungszwangs genutzt habe. Durch die Biokraftstoffquote werde die Zielvorgabe der Biokraftstoffrichtlinie voll erf&uuml;llt. Zudem sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass Art. 16 Abs. 3 der Richtlinie 2003\/96\/EG des Rates vom 27. Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom &#8211;Energiesteuerrichtlinie&#8211; (ABlEU Nr. L 283\/51) die Mitgliedstaaten zur Vermeidung einer &Uuml;berkompensation verpflichte. Eine solche habe die Bundesregierung festgestellt, so dass eine vollst&auml;ndige steuerliche Entlastung von Biokraftstoffen nicht mehr habe aufrechterhalten werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. An der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Verwaltungsakte bestehen nach der im Aussetzungsverfahren gebotenen und ausreichenden summarischen Pr&uuml;fung keine ernstlichen Zweifel, so dass der Antrag auf AdV abzulehnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) soll das Gericht die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen, wenn ernstliche Zweifel an dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit bestehen oder wenn die Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. Ernstliche Zweifel sind anzunehmen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des Verwaltungsakts neben Umst&auml;nden, die f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechen, gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der Rechtsfragen oder Unsicherheit in der Beurteilung der Tatfragen ausl&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Solche gewichtigen Gr&uuml;nde sind f&uuml;r den Senat nicht ersichtlich. Bei summarischer Betrachtung begegnet die Besteuerung des Biokraftstoffanteils in Mischungen mit normalem Kraftstoff gem&auml;&szlig; &sect; 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG keinen rechtlichen Bedenken. Entgegen der Rechtsauffassung des FG steht das Gemeinschaftsrecht der vom Gesetzgeber mit Wirkung vom 1. Januar 2007 getroffenen Regelung nicht entgegen, so dass ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerbescheide nicht bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit Inkrafttreten des BioKraftQuG vom 18. Dezember 2006 ist die Mineral&ouml;lwirtschaft ab dem 1. Januar 2007 verpflichtet worden, Otto- und Dieselkraftstoffen einen Mindestanteil an Biokraftstoffen beizumischen. Bereits im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 hatten die Fraktionen der Regierungskoalition in Ziffer 5.3 vereinbart, die Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Biokraftstoffe durch eine F&ouml;rderung des Verbrauchs von Biokraftstoffen mittels einer Beimischungspflicht zu ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung des BioKraftQuG (BTDrucks 16\/2709) diente die Einf&uuml;hrung des Beimischungszwangs auch der Umsetzung der Biokraftstoffrichtlinie in nationales Recht. Nach Art. 3 Abs. 1 der Biokraftstoffrichtlinie sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass ein Mindestanteil an Biokraftstoffen und anderen erneuerbaren Kraftstoffen auf ihren M&auml;rkten in Verkehr gebracht wird. Als Bezugswert f&uuml;r die von den Mitgliedstaaten festzulegenden nationalen Richtwerte wird in dieser Vorschrift ein Anteil von 5,75 % aller im Verkehrsbereich verwendeten Otto- und Dieselkraftstoffe ausgewiesen, der bis zum 31. Dezember 2010 erreicht werden soll. Die Art und Weise der Quotenerf&uuml;llung wird in den gemeinschaftsrechtlichen Regelungen nicht n&auml;her festgelegt. Ein Hinweis auf die in Betracht kommenden Ma&szlig;nahmen ist der in Abs. 19 der Erw&auml;gungsgr&uuml;nde in Bezug genommenen Entschlie&szlig;ung des Europ&auml;ischen Parlaments vom 18. Juni 1998 zu entnehmen. In dieser Entschlie&szlig;ung hat das Europ&auml;ische Parlament dazu aufgefordert, durch ein &#8211;unter anderem aus Steuerbefreiungen, Beihilfen und einer obligatorischen Biokraftstoffquote bestehendes&#8211; Ma&szlig;nahmenpaket den Anteil an Biokraftstoffen innerhalb von f&uuml;nf Jahren auf 2 % zu erh&ouml;hen. Aus der Begr&uuml;ndung und den Bestimmungen der Biokraftstoffrichtlinie erhellt, dass den Mitgliedstaaten ein gewisser Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung des nur in seinen Zielen verbindlichen Gemeinschaftsrechtsakts verbleiben sollte. Entgegen der Auffassung des FG kann der Richtlinie eine Pflicht zur Einf&uuml;hrung oder Beibehaltung einer Steuerbeg&uuml;nstigung von Biokraftstoffen nicht entnommen werden. &Uuml;ber die steuerliche F&ouml;rderung von Biokraftstoffen trifft die auf Art. 175 Abs. 1 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EG) &#8211;und nicht ausdr&uuml;cklich auf Art. 93 EG&#8211; gest&uuml;tzte Biokraftstoffrichtlinie keine verbindliche Aussage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass sich die Bundesregierung zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung und der Zielvorgaben der Biokraftstoffrichtlinie zu einem Ma&szlig;nahmenb&uuml;ndel von steuerlicher F&ouml;rderung und Quotenvorgabe entschlossen hat, ist gemeinschaftsrechtlich nicht zu beanstanden. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass hinsichtlich der Aufrechterhaltung der bis zum 31. Dezember 2006 bestehenden umfassenden steuerlichen F&ouml;rderung von Biokraftstoffen die Restriktionen der Energiesteuerrichtlinie zu beachten waren, deren Bestimmungen das FG bei seiner Begr&uuml;ndung g&auml;nzlich au&szlig;er Acht gelassen hat. Danach haben die Mitgliedstaaten die von ihnen gew&auml;hrten Steuerbeg&uuml;nstigungen entsprechend der Entwicklung der Rohstoffpreise so auszugestalten, dass die steuerliche F&ouml;rderung von Biokraftstoffen nicht zu einer &#8211;insbesondere aus beihilferechtlichen Gr&uuml;nden zu beanstandenden&#8211; &Uuml;berkompensation f&uuml;hrt (Art. 16 Abs. 3 der Energiesteuerrichtlinie). Eine offensichtlich vom FG angenommene Ermessensreduzierung hinsichtlich der Umsetzung der Biokraftstoffrichtlinie, die im Ergebnis dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass ein Mitgliedstaat an einer einmal gew&auml;hrten Steuerbefreiung auf unbestimmte Zeit festhalten m&uuml;sste, w&uuml;rde im Falle einer dadurch eintretenden &Uuml;berkompensation den Vorgaben der Energiesteuerrichtlinie und des gemeinschaftsrechtlichen Beihilferegimes zuwiderlaufen. Der Bericht der Bundesregierung zur Steuerbeg&uuml;nstigung von Biokraft- und Bioheizstoffen 2007 (BTDrucks 16\/8309) weist f&uuml;r den Zeitraum von Januar 2006 bis Juni 2007 sowohl beim Biodiesel- als auch beim Pflanzen&ouml;leinsatz als Reinkraftstoff eine deutliche &Uuml;berkompensation bei Gro&szlig;anlagen auf, die je nach Anlagenart von 32,1 bis 2,66 Cent je Liter schwankt. Vor diesem Hintergrund kann der Ansicht des FG nicht gefolgt werden, dass es keinen sachlichen Grund f&uuml;r die Einschr&auml;nkung der steuerlichen Entlastungsm&ouml;glichkeiten gegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass sich dem Wortlaut von Art. 3 Abs. 1 der Biokraftstoffrichtlinie ein unbedingter Zwang zur Sicherstellung eines Mindestanteils an Biokraftstoffen nicht entnehmen l&auml;sst. Vielmehr hat der Gemeinschaftsgesetzgeber mit dem Wort &quot;sollten&quot; (in der englischen bzw. franz&ouml;sischen Sprachfassung &quot;should&quot; bzw. &quot;devraient&quot;) eine Formulierung gew&auml;hlt, die auch als nachdr&uuml;ckliche Empfehlung gedeutet werden k&ouml;nnte. Die diesbez&uuml;glichen Zweifel an der Verbindlichkeit der Quotenvorgabe k&ouml;nnen jedoch im Rahmen dieses Verfahrens auf sich beruhen. Selbst bei Annahme einer unbedingten Verpflichtung zum Erreichen der in Art. 3 Abs. 1 der Biokraftstoffrichtlinie ausgewiesenen Quoten begegnet die R&uuml;ckf&uuml;hrung der steuerlichen F&ouml;rderung unter gleichzeitiger Einf&uuml;hrung eines Beimischungszwangs keinen gemeinschaftsrechtlichen Bedenken, zumal der in der Biokraftstoffrichtlinie ausgewiesene und bis zum 31. Dezember 2010 zu erreichende Mindestanteil nach Einsch&auml;tzung des Gesetzgebers allein durch den Beimischungszwang erreicht werden soll (BTDrucks 16\/2709), so dass es einer flankierenden steuerlichen Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahme zur Verfolgung des Richtlinienziels eigentlich nicht bed&uuml;rfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Abbau der Steuersubvention greift auch nicht in verfassungswidriger Weise in gesch&uuml;tzte Rechtspositionen der betroffenen Wirtschaftsbeteiligten ein. Wie das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in seinem Beschluss vom 25. Juli 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 1031\/07 (BFH\/NV 2007, Beilage 4, 441) entschieden hat, sind selbst die in &sect; 50 Abs. 1 Satz 4 und 5 EnergieStG getroffenen &#8211;und vom FG ebenfalls in Frage gestellten&#8211; Regelungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, mit denen Biokraftstoffe &uuml;bergangslos in dem Umfang von der Steuerbefreiung ausgenommen werden, in dem sie zur Erf&uuml;llung der Beimischungsquote nach &sect; 37a Abs. 3 des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingesetzt werden oder jedenfalls eingesetzt werden k&ouml;nnten. Dar&uuml;ber hinaus hat das BVerfG auf die anzuerkennenden Ziele des Gesetzgebers verwiesen, mit dem BioKraftQuG einerseits den weiteren Ausbau der Biokraftstoffe auf eine tragf&auml;hige Basis zu stellen und dadurch die mit der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen verfolgten energie- und umweltpolitischen Ziele &#8211;Versorgungssicherheit und Klimaschutz&#8211; zu sichern, andererseits aber auch einen Beitrag zum Subventionsabbau zu leisten, und ausgef&uuml;hrt, dass sich der Gesetzgeber mit dem Systemwechsel bei der F&ouml;rderung der Biokraftstoffe hin zur Beimischungspflicht innerhalb des ihm zukommenden weiten Gestaltungsspielraums halte. In diesem Zusammenhang vermag der Senat die insbesondere auf Wortbeitr&auml;ge von Bundestagsabgeordneten gest&uuml;tzte Auffassung des FG nicht zu teilen, dass der vom Gesetzgeber angef&uuml;hrte Grund des Subventionsabbaus nicht schl&uuml;ssig sei und daher nicht &uuml;berzeuge. Vielmehr wird die von der Bundesregierung vorgenommene Einsch&auml;tzung in Bezug auf eine &Uuml;berf&ouml;rderung von Biokraftstoffen, die den Subventionsabbau zus&auml;tzlich motiviert hat, durch den Bericht zur Steuerbeg&uuml;nstigung von Bio- und Bioheizstoffen 2007 (BTDrucks 16\/8309) best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Festlegungen im Koalitionsvertrag weisen auf das ernsthafte Bem&uuml;hen um eine R&uuml;ckf&uuml;hrung der steuerlichen F&ouml;rderung und damit auf einen beschlossenen Subventionsabbau hin. Im &Uuml;brigen vermag eine aus nationaler Sicht nicht tragf&auml;hige Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine Gesetzes&auml;nderung f&uuml;r sich allein keinen Versto&szlig; der gesetzlichen Bestimmung gegen gemeinschaftsrechtliche Vorgaben zu indizieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem kann im Rahmen der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung der Ansicht des FG nicht gefolgt werden, dass die in &sect; 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG getroffene Regelung gegen die Vorgaben der Biokraftstoffrichtlinie verst&ouml;&szlig;t. Da somit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der auf diese Vorschrift gest&uuml;tzten Steuerbescheide nicht bestehen, ist die Vorentscheidung aufzuheben und der Antrag auf AdV der angefochtenen Bescheide abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, VII B 216\/07 Besteuerung des Biokraftstoffanteils in Mischungen Leits&auml;tze Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die in &sect; 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG getroffene Regelung, mit der ab dem 1. 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