{"id":17574,"date":"2012-12-19T14:29:49","date_gmt":"2012-12-19T12:29:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17574"},"modified":"2012-12-19T14:29:49","modified_gmt":"2012-12-19T12:29:49","slug":"iii-r-92-07-kuerzung-des-deutschen-kindergeldes-im-wohnland-um-die-im-beschaeftigungsland-vorgesehenen-aber-nicht-beantragten-familienleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-92-07-kuerzung-des-deutschen-kindergeldes-im-wohnland-um-die-im-beschaeftigungsland-vorgesehenen-aber-nicht-beantragten-familienleistungen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;92\/07 &#8211; K&uuml;rzung des deutschen Kindergeldes im Wohnland um die im Besch&auml;ftigungsland vorgesehenen, aber nicht beantragten Familienleistungen?"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 30.10.2008, III R 92\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">K&uuml;rzung des deutschen Kindergeldes im Wohnland um die im Besch&auml;ftigungsland vorgesehenen, aber nicht beantragten Familienleistungen?<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dem EuGH werden folgende Rechtsfragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<p>1. Ist die Regelung in Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 entsprechend auf Art. 10 Buchst. a VO Nr. 574\/72 anzuwenden in F&auml;llen, in denen der anspruchsberechtigte Elternteil die ihm im Besch&auml;ftigungsland zustehenden Familienleistungen nicht beantragt?<\/p>\n<p>2. F&uuml;r den Fall, dass Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 entsprechend anwendbar ist: Aufgrund welcher Ermessenserw&auml;gungen kann der f&uuml;r Familienleistungen zust&auml;ndige Tr&auml;ger des Wohnlandes Art. 10 Buchst. a VO Nr. 574\/72 anwenden, als ob Leistungen im Besch&auml;ftigungsland gew&auml;hrt w&uuml;rden? Kann das Ermessen, den Erhalt von Familienleistungen im Besch&auml;ftigungsland zu unterstellen, eingeschr&auml;nkt sein, wenn der Anspruchsberechtigte im Besch&auml;ftigungsland die ihm zustehenden Familienleistungen bewusst nicht beantragt, um der Kindergeldberechtigten im Wohnland zu schaden?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wohnt mit zwei ihrer 1992 und 1995 geborenen Kinder in Deutschland. Sie begann 2005 eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit im Rahmen von Hausverwaltungen, Hausmeister- und Reinigungsdiensten. Ab Mai 2006 war sie geringf&uuml;gig bei einer Firma besch&auml;ftigt. Die Kl&auml;gerin entrichtete im streitigen Zeitraum freiwillig Beitr&auml;ge zur Deutschen Rentenversicherung (DRV) sowie Beitr&auml;ge zur Kranken- und Pflegeversicherung bei der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK). Der Vater der Kinder, von dem die Kl&auml;gerin seit 1997 geschieden ist, arbeitet in der Schweiz. Die ihm nach Schweizer Recht zustehenden Familienleistungen von 109,75 EUR je Kind beantragte er nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Durch Bescheid vom 21. M&auml;rz 2006 setzte die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) f&uuml;r die beiden Kinder ab Januar 2006 Kindergeld nur in H&ouml;he eines Teilbetrages von 44,25 EUR je Kind fest, soweit das deutsche Kindergeld von 154 EUR die in der Schweiz dem Vater zustehende Familienleistung von 109,75 EUR je Kind &uuml;berstieg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Familienkasse und das Finanzgericht (FG) sind der Auffassung, ma&szlig;gebend f&uuml;r die H&ouml;he des Kindergeldanspruchs der Kl&auml;gerin seien die Konkurrenzregeln der Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer, Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO Nr. 1408\/71) sowie der dazu ergangenen Verordnung (EWG) Nr. 574\/72 des Rates vom 21. M&auml;rz 1972 &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der VO Nr. 1408\/71 (VO Nr. 574\/72), jeweils in der ge&auml;nderten und aktualisierten Fassung. Da die Kl&auml;gerin keine Berufst&auml;tigkeit i.S. des Art. 10 Abs. 1 Buchst. b i VO Nr. 574\/72 ausge&uuml;bt habe, sei nach Art. 10 Abs. 1 Buchst. a VO Nr. 574\/72 der Anspruch auf Familienleistungen in der Schweiz gegen&uuml;ber dem deutschen Kindergeldanspruch vorrangig. Darauf, ob die Familienleistungen in der Schweiz tats&auml;chlich in Anspruch genommen w&uuml;rden, komme es nach dem entsprechend anwendbaren Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 nicht an. Das einger&auml;umte Ermessen k&ouml;nne nur so interpretiert werden, dass lediglich in begr&uuml;ndeten Ausnahmef&auml;llen anzunehmen sei, dass im Besch&auml;ftigungsland keine Familienleistungen gew&auml;hrt w&uuml;rden mit der Folge, dass das Wohnland die Familienleistung in vollem Umfang zu erbringen habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin wendet dagegen ein, ihr stehe schon aufgrund ihrer Erwerbst&auml;tigkeit in Deutschland das volle Kindergeld zu. Die Familienkasse und das FG h&auml;tten den Begriff der Erwerbst&auml;tigkeit zu eng ausgelegt. Geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte seien versicherungspflichtigen Arbeitnehmern gleichzustellen. Zwar w&uuml;rden bei einem &quot;versicherungsfreien&quot; Minijob keine Sozialabgaben vom Bruttolohn einbehalten. Aber ihr Arbeitgeber habe zus&auml;tzlich zum Bruttolohn 13 % Krankenversicherungsbeitrag, 15 % Rentenversicherungsbeitrag und 2 % Pauschsteuer sowie Umlagen f&uuml;r Krankheitsaufwendungen und Mutterschaftsaufwendungen abf&uuml;hren m&uuml;ssen. Der geringf&uuml;gig besch&auml;ftigte Arbeitnehmer sei somit ebenfalls versicherungspflichtig. Unabh&auml;ngig davon stehe ihr das Kindergeld auch deshalb in voller H&ouml;he zu, weil der Vater der Kinder in der Schweiz bewusst keinen Antrag auf Familienleistungen stelle, um ihr zu schaden. Der Fall, dass der Vater in dem zust&auml;ndigen Besch&auml;ftigungsland Kindergeld absichtlich nicht beantrage, sei in Art. 10 Abs. 1 VO Nr. 574\/72 nicht geregelt. Insoweit liege eine offensichtliche Regelungsl&uuml;cke vor, die durch eine analoge Anwendung des Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 zu schlie&szlig;en sei. Das Ermessen sei im Streitfall in der Weise auszu&uuml;ben, dass das Kindergeld im Wohnland in voller H&ouml;he auszuzahlen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Senat setzt das Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; &sect; 121 i.V.m. &sect; 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aus und legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) gem&auml;&szlig; Art. 234 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft die im Tenor bezeichneten Fragen zur Vorabentscheidung vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Entscheidung des Streitfalles h&auml;ngt von der Beantwortung der vorgelegten Fragen ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Art. 10 Abs. 1 Buchst. a VO Nr. 574\/72 steht der Kl&auml;gerin das Kindergeld im Wohnland Deutschland ungek&uuml;rzt zu, weil in dem an sich vorrangigen Besch&auml;ftigungsland mangels Antrags des Vaters keine Familienleistungen geschuldet werden. Ist jedoch Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 entsprechend anwendbar, kann die Familienkasse Art. 10 Abs. 1 Buchst. a VO Nr. 574\/72 anwenden, als ob Leistungen im Besch&auml;ftigungsland Schweiz gew&auml;hrt w&uuml;rden, mit der Folge, dass sie deutsches Kindergeld nur zu zahlen braucht, soweit es h&ouml;her als die Familienleistungen in der Schweiz ist. Da Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 eine Ermessensentscheidung ist (&quot;kann&quot;), kommt es bei dessen entsprechender Anwendung weiter darauf an, welche Ermessenserw&auml;gungen anzustellen sind und welche Ermessenserw&auml;gungen es rechtfertigen, die Leistung nicht beantragter Familienleistungen im Besch&auml;ftigungsland zu unterstellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der EuGH ist f&uuml;r die Beantwortung der vorgelegten Fragen zust&auml;ndig. Denn die Vorlage betrifft die Auslegung der VO Nr. 1408\/71 und der VO Nr. 574\/72 und damit die Auslegung von Gemeinschaftsrecht. Unerheblich ist, dass das Gemeinschaftsrecht im Verh&auml;ltnis zur Schweiz nur aufgrund des Abkommens zwischen der Europ&auml;ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit vom 21. Juni 1999 (BGBl II 2001, 811) gilt (Anhang II, BGBl II 2001, 822), das am 2. September 2001 als Gesetz beschlossen worden (BGBl II 2001, 810) und am 1. Juni 2002 (BGBl II 2002, 1692) in Kraft getreten ist. Denn es besteht ein klares Interesse der Gemeinschaft daran, dass die Vorschriften unabh&auml;ngig davon, unter welchen Voraussetzungen sie angewendet werden sollen, einheitlich ausgelegt werden, um in der Zukunft voneinander abweichende Auslegungen zu verhindern (vgl. EuGH-Urteil vom 16. Juni 1998 C-53\/96, Slg. 1998, I-3603, Rz 32, m.w.N.; Streinz\/Ehricke, EUV\/EGV, Art. 234 Rz 15).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Sowohl die Kl&auml;gerin als auch der Vater der Kinder haben Anspruch auf Familienleistungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Kl&auml;gerin steht f&uuml;r ihre minderj&auml;hrigen Kinder in Deutschland Kindergeld zu, da sie hier ihren Wohnsitz hat und die Kinder in ihrem Haushalt leben (&sect; 62 Abs. 1 Nr. 1, &sect; 63 Abs. 1 i.V.m. &sect; 32 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Vater, der in der Schweiz besch&auml;ftigt ist und wahrscheinlich dort auch seinen Wohnsitz hat, hat Anspruch auf Familienleistungen nach Schweizer Recht. Die kantonalen Kinder- und Ausbildungszulagen in der Schweiz geh&ouml;ren &#8211;ebenso wie das deutsche Kindergeld&#8211; zu den Familienleistungen i.S. des Art. 1 Buchst. u VO Nr. 1408\/71 (Senatsurteil vom 24. M&auml;rz 2006 III R 41\/05, BFHE 212, 551, BStBl II 2008, 369, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Bestehen sowohl im Wohnland als auch im Besch&auml;ftigungsland Anspr&uuml;che auf Familienleistungen, ist nach den Bestimmungen der VO Nr. 1408\/71 und der VO Nr. 574\/72 zu entscheiden, welche Leistungen vorrangig sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                H&auml;ngt der Anspruch auf Kindergeld im Wohnland der Kinder &#8211;wie in Deutschland&#8211; nicht von einer Versicherung, Besch&auml;ftigung oder selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit ab, ruht er nach Art. 10 Abs. 1 Buchst. a VO Nr. 574\/72 bis zur H&ouml;he der Leistungen, die allein aufgrund innerstaatlicher Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats oder z.B. nach Art. 73 VO Nr. 1408\/71 aufgrund der Arbeitnehmert&auml;tigkeit eines Elternteils in einem anderen Mitgliedstaat geschuldet werden. &Uuml;bt der anspruchsberechtigte Elternteil im Wohnland aber eine Berufst&auml;tigkeit aus, ruht der Anspruch auf Familienleistungen im Besch&auml;ftigungsland bis zur H&ouml;he der im Wohnland geschuldeten Leistungen (Art. 10 Abs. 1 Buchst. b i VO Nr. 574\/72).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Die Konkurrenz der Anspr&uuml;che auf Familienleistungen ist im Streitfall nach Art. 10 Buchst. a VO Nr. 574\/72 zu l&ouml;sen, da die Kl&auml;gerin in Deutschland keine Berufst&auml;tigkeit i.S. des Art. 10 Abs. 1 Buchst. b i VO Nr. 574\/72 aus&uuml;bte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach dem Beschluss Nr. 207 der Verwaltungskommission der Europ&auml;ischen Gemeinschaften f&uuml;r die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer vom 7. April 2006 zur Auslegung des Art. 76 und des Art. 79 Abs. 3 VO Nr. 1408\/71 sowie des Art. 10 Abs. 1 VO Nr. 574\/72 bez&uuml;glich des Zusammentreffens von Familienleistungen oder -beihilfen ist die Formulierung in Art. 10 Abs. 1 Buchst. b i VO Nr. 574\/72 &quot;Wird &#8230; eine Berufst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt&quot; als tats&auml;chliche Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit als Arbeitnehmer oder Selbst&auml;ndiger zu verstehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Arbeitnehmer oder Selbst&auml;ndiger ist nach den Begriffsbestimmungen in Art. 1 VO Nr. 1408\/71 u.a. eine Person, die gegen ein Risiko oder gegen mehrere Risiken, die von den Zweigen eines Systems der sozialen Sicherheit f&uuml;r Arbeitnehmer oder Selbst&auml;ndige erfasst werden, im Rahmen eines f&uuml;r Arbeitnehmer oder Selbst&auml;ndige geschaffenen Systems der sozialen Sicherheit eines Mitgliedstaats freiwillig versichert ist (Art. 1 Buchst. a iv VO Nr. 1408\/71). Auch nach Auffassung der Familienkasse erf&uuml;llte die Kl&auml;gerin ab Januar 2006 diese Voraussetzungen, da sie w&auml;hrend ihrer zun&auml;chst selbst&auml;ndigen und sp&auml;ter nicht selbst&auml;ndigen Besch&auml;ftigung freiwillig Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Bestimmungen der Begriffe &quot;Arbeitnehmer&quot; und &quot;Selbst&auml;ndiger&quot; in Art. 1 VO Nr. 1408\/71 werden jedoch durch Anhang I Teil I Buchst. E VO Nr. 1408\/71 f&uuml;r die Konkurrenzregeln in Titel III Kapitel 7 VO Nr. 1408\/71 eingeschr&auml;nkt. Da Art. 10 VO Nr. 574\/72 die Konkurrenzregeln in Titel III Kapitel 7 erg&auml;nzt (vgl. Schuler in: Fuchs (Hg.), Europ&auml;isches Sozialrecht, 4. Aufl., Art. 12 Rz 14), gilt die Einschr&auml;nkung auch f&uuml;r die Begriffe in Art. 10 VO Nr. 574\/72.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ist ein deutscher Tr&auml;ger der zust&auml;ndige Tr&auml;ger f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Familienleistungen gem&auml;&szlig; Titel III Kapitel 7 VO Nr. 1408\/71, so ist nach Anhang I Teil I Buchst. E a VO Nr. 1408\/71 als Arbeitnehmer i.S. des Art. 1 Buchst. a ii VO Nr. 1408\/71 anzusehen, wer f&uuml;r den Fall der Arbeitslosigkeit pflichtversichert ist oder im Anschluss an diese Versicherung Krankengeld oder entsprechende Leistungen erh&auml;lt. Als Selbst&auml;ndiger gilt nach Anhang I Teil I Buchst. E b VO Nr. 1408\/71, wer eine T&auml;tigkeit als Selbst&auml;ndiger aus&uuml;bt und in einer Versicherung der selbst&auml;ndig Erwerbst&auml;tigen f&uuml;r den Fall des Alters versicherungs- oder beitragspflichtig ist oder in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Diese Voraussetzungen erf&uuml;llt die Kl&auml;gerin nicht. Sie war w&auml;hrend ihrer selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit nicht in einer Versicherung der selbst&auml;ndig Erwerbst&auml;tigen f&uuml;r den Fall des Alters versicherungs- oder beitragspflichtig; sie war auch nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Denn aufgrund ihrer geringf&uuml;gigen selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit war sie nach &sect; 5 Abs. 2 des Sechsten Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;Gesetzliche Rentenversicherung&#8211; (SGB VI) i.V.m. &sect; 8 Abs. 3 SGB IV &#8211;Gemeinsame Vorschriften f&uuml;r die Sozialversicherung&#8211; (SGB IV) versicherungsfrei. Sie war in der gesetzlichen Rentenversicherung lediglich freiwillig versichert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend ihrer geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung war sie auch nicht f&uuml;r den Fall der Arbeitslosigkeit pflichtversichert. Das sind nur solche Personen, die in einem Versicherungspflichtverh&auml;ltnis zur Bundesagentur f&uuml;r Arbeit i.S. von &sect; 24 SGB III &#8211;Arbeitsf&ouml;rderung&#8211; (SGB III) stehen. Dazu geh&ouml;ren aber nicht Personen, die &#8211;wie die Kl&auml;gerin als geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte&#8211; nach &sect; 27 Abs. 2 SGB III i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 SGB IV versicherungsfrei sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der Rechtsprechung des EuGH kann sich die Kl&auml;gerin nicht darauf berufen, dass sie aufgrund ihrer freiwilligen Rentenversicherung die Merkmale des Art. 1 Buchst. a iv VO Nr. 1408\/71 als Arbeitnehmerin oder Selbst&auml;ndige erf&uuml;llt, da andernfalls der Anhang im Ergebnis praktisch unwirksam w&auml;re (vgl. EuGH-Urteile vom 30. Januar 1997 C-4\/95, St&ouml;ber, Pereira, Slg. 1997, I-511, und vom 12. Juni 1997 C-266\/95, Garcia, Slg. 1997, I-3279).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                6. Nach dem Wortlaut des Art. 10 Buchst. a VO Nr. 574\/72 steht der Kl&auml;gerin in Deutschland das volle Kindergeld zu. Denn der Anspruch auf Kindergeld im Wohnland ruht nur, soweit im Besch&auml;ftigungsland Familienleistungen geschuldet werden. Geschuldet werden Familienleistungen aber nur, wenn alle Voraussetzungen f&uuml;r deren Auszahlung erf&uuml;llt sind. Dazu geh&ouml;rt, dass der Anspruchsberechtigte bei antragsabh&auml;ngigen Leistungen einen Antrag stellt. Da der Vater die ihm in der Schweiz zustehenden, einen Antrag erfordernden Familienleistungen aber nicht beantragt hat, schuldete ihm die Schweiz keine Familienleistungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                7. Zweifelhaft ist aber, ob in F&auml;llen, in denen die im Besch&auml;ftigungsland vorgesehenen Familienleistungen nicht beantragt werden, Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 entsprechend anzuwenden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der EuGH war zu Art. 76 VO Nr. 1408\/71 a.F. der Auffassung, im Wohnland aufgrund der Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit vorgesehene, aber mangels Antrag nicht gezahlte Familienleistungen f&uuml;hrten nicht zu einer Aussetzung der in einem anderen Mitgliedstaat geschuldeten Familienleistungen, weil die Regelung nur die Kumulierung von Leistungen verhindern solle (EuGH-Urteile vom 13. November 1984 C-191\/83, Salzano, Slg. 1984, 3741; vom 23. April 1986 C-153\/84, Ferraioli, Slg. 1986, 1401, und vom 4. Juli 1990 C-117\/89, Kracht, Slg. 1990, I-2781).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Als Reaktion auf diese Rechtsprechung wurde Art. 76 VO Nr. 1408\/71 a.F. ge&auml;ndert. Werden im Wohnland keine Familienleistungen beantragt, &quot;kann&quot; nach dem &#8211;seit 1. Mai 1990 geltenden&#8211; Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 der zust&auml;ndige Tr&auml;ger des anderen Landes &quot;Absatz 1 anwenden&quot;, als ob Leistungen im Wohnland gew&auml;hrt w&uuml;rden. Er braucht daher, wenn der Anspruch auf Familienleistungen im Wohnland geringer ist, nur den Differenzbetrag auszuzahlen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach dem Urteil des EuGH in Slg. 1990, I-2781 ist durch die Einf&uuml;gung des Abs. 2 in Art. 76 VO Nr. 1408\/71 die bisherige Rechtslage nicht klargestellt, sondern erstmals geregelt worden. Da Art. 10 VO Nr. 574\/72 nicht in gleicher Weise erg&auml;nzt wurde, beschr&auml;nkt sich die Regelung auf die F&auml;lle, in denen das Kindergeld im Wohnland von einer Erwerbst&auml;tigkeit abh&auml;ngt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Umstritten ist aber, ob Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 auf die F&auml;lle des Art. 10 VO Nr. 574\/72 entsprechend anzuwenden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r eine entsprechende Anwendung des Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 soll sprechen, dass die Regelung dazu diene, die Lasten zwischen den Mitgliedsstaaten gerecht zu verteilen. Eine unterlassene Antragstellung solle nicht zu Lasten des nachrangig verpflichteten Landes gehen (Trinkl, Die gemeinschaftsrechtliche Koordinierung deutscher Familienleistungen, 2001, S. 244; Igl in: Fuchs, a.a.O., Art. 76 Rz 7). Auch solle die Regelung den Missbrauch eines sonst gew&auml;hrten Wahlrechts verhindern (Trinkl, a.a.O., S. 244). Es sei kein Grund erkennbar, warum bei der Konkurrenz mit einem erwerbsabh&auml;ngigen Anspruch ein unterbliebener Antrag fingiert werde, bei einem erwerbsunabh&auml;ngigen Anspruch dagegen nicht (Trinkl, a.a.O., S. 248).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen eine entsprechende Anwendung wird vorgebracht, dem Verordnungsgeber sei bekannt gewesen, dass ein unterbliebener Antrag auch bei der Konkurrenz erwerbsunabh&auml;ngiger Kindergeldanspr&uuml;che Probleme aufwerfe. Wenn er gleichwohl keine vergleichbare Regelung getroffen habe, sei daraus zu folgern, dass kein Regelungswille und somit keine Regelungsl&uuml;cke bestanden habe, die eine entsprechende Anwendung rechtfertige (Fischer, Die Sozialgerichtsbarkeit &#8211;SGb&#8211; 1991, 432, 438; Becker, SGb 1998, 553, 557; Trinkl, a.a.O., S. 249).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Auffassung des Senats l&auml;sst sich der fehlende Regelungswille auch aus den in beiden Regelungen verwendeten, unterschiedlichen Begriffen folgern. Sind im Wohnland Familienleistungen &quot;vorgesehen&quot;, ruht nach Art. 76 Abs. 1 VO Nr. 1408\/71 der Anspruch in dem anderen Land. Nach Art. 10 Abs. 1 Buchst. a VO Nr. 574\/72 ruht dagegen der Anspruch im Wohnland, wenn im Besch&auml;ftigungsland Familienleistungen &quot;geschuldet&quot; werden. Reicht es aus, dass Familienleistungen nur &quot;vorgesehen&quot; sind, ist es folgerichtig, den Anspruch in dem anderen Land auch dann ruhen zu lassen, wenn der Berechtigte keinen Antrag gestellt hat. Ruhen die Leistungen in dem anderen Land nur dann, wenn die Leistungen &quot;geschuldet&quot; werden, w&auml;re die Anordnung eines Ruhens, auch wenn die Leistungen nicht beantragt worden sind, widersinnig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                8. Da es sich bei der Befugnis nach Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 um eine Ermessensentscheidung handelt (&quot;kann&quot;; vgl. Kummer in Schulte\/Zacher, Wechselwirkungen zwischen dem Europ&auml;ischen Sozialrecht und dem Sozialrecht der Bundesrepublik Deutschland, S. 217) w&uuml;rde sich bei einer entsprechenden Anwendung die weitere Frage stellen, welche Ermessenserw&auml;gungen es rechtfertigen, nicht beantragte Familienleistungen im Besch&auml;ftigungsland zu fingieren. Ist die Ermessensentscheidung in dem Sinne vorgepr&auml;gt, dass bei einem an sich bestehenden, aber nicht geltend gemachten Anspruch Familienleistungen im Besch&auml;ftigungsland stets zu unterstellen sind oder kann es darauf ankommen, aus welchen Gr&uuml;nden die Leistungen nicht beantragt werden?      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ist die gerechte Lastenverteilung zwischen den Mitgliedstaaten vorrangig, ist der Grund f&uuml;r die Nicht-Beantragung unerheblich. Soll dagegen die Regelung in Art. 10 Buchst. a VO Nr. 574\/72 &#8211;wie der EuGH zu der Regelung in Art. 76 VO Nr. 1408\/71 a.F. angenommen hat (s.o. unter II. 7. a)&#8211; die Kumulierung von Leistungen verhindern, k&ouml;nnte bei der Ermessensentscheidung ber&uuml;cksichtigt werden, dass der Vater die ihm im Besch&auml;ftigungsland zustehenden Familienleistungen bewusst nicht beantragt, um der Kl&auml;gerin zu schaden, zumal ohne seinen Antrag die Familienleistungen auch nicht &#8211;wie in Art. 75 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 vorgesehen&#8211; &uuml;ber die Familienkasse an die Kl&auml;gerin ausgezahlt werden k&ouml;nnen. Diese M&ouml;glichkeit besteht nur, wenn der Vater die Familienleistungen beantragt, aber nicht f&uuml;r den Unterhalt der Kinder verwendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Auffassung des Senats darf die mit Art. 76 Abs. 2 VO Nr. 1408\/71 bezweckte gerechte Lastenverteilung zwischen den Mitgliedstaaten nicht dazu f&uuml;hren, dass das Besch&auml;ftigungsland mangels Antrags des Vaters zwar entlastet wird, diese Entlastung aber zu Lasten der alleinerziehenden Mutter geht, der das Kindergeld im Wohnland gek&uuml;rzt wird, obwohl weder sie noch der Vater Familienleistungen vom Besch&auml;ftigungsland erhalten haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die Kl&auml;gerin die Voraussetzungen f&uuml;r das deutsche Kindergeld erf&uuml;llt und ihr Anspruch nur aufgrund der gemeinschaftsrechtlichen Konkurrenzregeln gemindert wird, ist es auch nicht gerechtfertigt, sie darauf zu verweisen, die Antragstellung durch den Vater auf dem Zivilrechtsweg durchzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 30.10.2008, III R 92\/07 K&uuml;rzung des deutschen Kindergeldes im Wohnland um die im Besch&auml;ftigungsland vorgesehenen, aber nicht beantragten Familienleistungen? Leits&auml;tze Dem EuGH werden folgende Rechtsfragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. 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