{"id":17597,"date":"2012-12-10T16:28:17","date_gmt":"2012-12-10T14:28:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17597"},"modified":"2012-12-10T16:28:17","modified_gmt":"2012-12-10T14:28:17","slug":"ix-b-46-08-zur-einkuenfteerzielungsabsicht-auf-anteilseignerebene-bei-geschlossenem-immobilienfonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-46-08-zur-einkuenfteerzielungsabsicht-auf-anteilseignerebene-bei-geschlossenem-immobilienfonds\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;46\/08 &#8211; Zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf Anteilseignerebene bei geschlossenem Immobilienfonds"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.7.2008, IX B 46\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf Anteilseignerebene bei geschlossenem Immobilienfonds<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Soll nach dem Konzept eines geschlossenen Immobilienfonds in der Rechtsform einer Personengesellschaft die Vermietungst&auml;tigkeit des Fonds nur 20 Jahre umfassen, ist sie nicht auf Dauer ausgerichtet und die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht muss auf beiden Ebenen (auf der Ebene der Personengesellschaft wie auf der Ebene des Gesellschafters) &uuml;berpr&uuml;ft werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) erwarb mittelbar &uuml;ber eine Treuhand GmbH im Streitjahr 1998 eine Kommanditbeteiligung in H&ouml;he von 600 000 DM an der A-Fonds KG (geschlossener Immobilienfonds, im Folgenden: KG). Die KG kaufte ebenfalls im Streitjahr 1998 f&uuml;r 41,8 Mio. DM ein Grundst&uuml;ck mit einem von der Verk&auml;uferin, die B-AG zu errichtenden und in den Jahren 1997 und 1998 errichteten Multiplex-Kino und vermietete dieses Grundst&uuml;ck auf zwanzig Jahre an die B-GmbH &#038; Co. KG (B-KG) f&uuml;r eine j&auml;hrliche Miete von 2 981 500 DM. Die KG verpflichtete sich, das Grundst&uuml;ck zum 31. Dezember 2018 der Verk&auml;uferin zum Verkehrswert zum Verkauf anzubieten. Nachdem Ende 2002 das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-KG er&ouml;ffnet wurde, setzte der Insolvenzverwalter das Mietverh&auml;ltnis mit gek&uuml;rzten Mietbetr&auml;gen fort. In ihrem Prospekt ermittelte die KG f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2018 einen Einnahme&uuml;berschuss von 61,62 % des nominellen Eigenkapitals von 29 Mio. DM, dem das pr&uuml;fende Finanzamt f&uuml;r Gro&szlig;- und Konzernbetriebspr&uuml;fung (Gro&szlig;-Bp) im Rahmen einer f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2001 durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung folgte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller finanzierte seine Beteiligung durch ein Darlehen von 600 000 DM (Konditionen: Jahreszins 5 % bis 30. Dezember 2008, Tilgung ab 30. M&auml;rz 1999&nbsp;&nbsp;1 % j&auml;hrlich; Laufzeitende voraussichtlich 31. Dezember 2010; keine Sondertilgungen) und sicherte die Darlehenssumme durch Abtretung seiner Rechte und Anspr&uuml;che aus einer Risiko-Lebensversicherung sowie der Forderungen aus dem Fonds. Ebenfalls im Streitjahr 1998 schloss er eine Rentenversicherung ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Gro&szlig;-Bp ging bei ihrer Au&szlig;enpr&uuml;fung davon aus, der Antragsteller habe ohne Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt. Unter Ansatz der urspr&uuml;nglichen Darlehenskonditionen w&uuml;rden sich bis zum Jahr 2018 Sonderwerbungskosten in H&ouml;he von 85,7 % der vom Antragsteller gezeichneten Beteiligung ergeben und damit &#8211;weil der Antragsteller bis 2018 nur Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung von 61,6 % seiner Beteiligung zu erwarten habe&#8211; ein Totalverlust. Der Antrags- und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der Gro&szlig;-Bp und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre 1998 bis 2001 ge&auml;nderte und f&uuml;r die Streitjahre 2002 und 2003 erstmalige Feststellungsbescheide, in denen er Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung mangels Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Antragstellers nicht ber&uuml;cksichtigte. &Uuml;ber die nach erfolglosen Einspr&uuml;chen erhobene Klage ist noch nicht entschieden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die f&uuml;r das Klageverfahren beantragte Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Feststellungsbescheide f&uuml;r die Streitjahre lehnte das Finanzgericht (FG) ab. Es sei nicht davon auszugehen, dass die als Sonderwerbungskosten zu behandelnden Finanzierungsaufwendungen des Antragstellers &#8211;wie von diesem geltend gemacht&#8211; im Zeitraum bis zum Jahr 2018&nbsp;&nbsp;55,6 % des gezeichneten Kapitals betragen w&uuml;rden und deshalb geringer w&auml;ren als die von der KG voraussichtlich erzielten Eink&uuml;nfte von 61,6 % des gezeichneten Kapitals. Der Antragsteller habe nicht glaubhaft dargelegt, das Darlehen bereits zum 30. Dezember 2010 vollst&auml;ndig zu tilgen. Insbesondere habe keine Verpflichtung zur Sondertilgung bestanden. Die Umst&auml;nde des Streitfalls spr&auml;chen auch dagegen, der Antragsteller habe die zur Sicherheit gegebenen Versicherungen ebenso wie Eigenmittel in die Tilgung mit einbeziehen wollen. Der Antragsteller habe sich vielmehr allein wegen der zu erwartenden langj&auml;hrigen Verlustzuweisungen und der damit verbundenen Steuerersparnisse f&uuml;r eine vollst&auml;ndige Fremdfinanzierung entschieden. Bei der Berechnung der voraussichtlichen Finanzierungsaufwendungen sei mangels gegenteiliger Umst&auml;nde von den anf&auml;nglichen Konditionen auch f&uuml;r die Zeit &uuml;ber die Zinsbindungsfrist hinaus auszugehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde des Antragstellers. Das FG habe die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht unzutreffend verneint. Bei einer auf Dauer ausgerichteten Vermietung sei auch bei l&auml;ngeren Verlustperioden von der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auszugehen. Bei einem Finanzierungskonzept, das anf&auml;ngliche Verluste auch &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum bedinge, aber nach planm&auml;&szlig;iger vollst&auml;ndiger Tilgung des Darlehens eine Kompensationswirkung erwarten lasse, k&ouml;nne ein besonderer Umstand gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nicht gegeben sein (Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. April 2005 IX R 15\/04, BFHE 210, 24, BStBl II 2005, 754). Im Streitfall sei ein derartiger &quot;Gesamtplan&quot; zur Tilgung des Darlehens festzustellen. Es habe von Anfang an ein konzeptioneller Zusammenhang zwischen dem Darlehen und der Rentenversicherung bestanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die AdV f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2003 zu gew&auml;hren.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 S&auml;tze 2 bis 6 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Die Vollziehung soll ausgesetzt werden, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen (&sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO). Das ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH der Fall, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des Verwaltungsakts gewichtige Umst&auml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Februar 2006 I B 145\/05, BFHE 213, 29, BStBl II 2006, 546, und vom 3. Februar 2005 I B 208\/04, BFHE 209, 204, BStBl II 2005, 351, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Zutreffend hat das FG entschieden, dass bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage im Streitfall keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Feststellungsbescheide bestehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zu Recht hat es die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Antragstellers verneint.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht musste aufgrund einer Prognose gepr&uuml;ft werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach dem Regelungszweck des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist nur bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend &#8211;wenn also keine besonderen Umst&auml;nde dagegen sprechen&#8211; davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahme&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 10. Mai 2007 IX R 7\/07, BFHE 218, 160, BStBl II 2007, 873, und in BFHE 210, 24, BStBl II 2005, 754, m.w.N. insbesondere zu Ausnahmef&auml;llen). Von einer auf Dauer ausgerichteten Vermietung ist nur auszugehen, wenn sie nach den bei ihrem Beginn ersichtlichen Umst&auml;nden keiner Befristung unterliegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 9. Juli 2002 IX R 57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, und vom 29. M&auml;rz 2007 IX R 7\/06, BFH\/NV 2007, 1847).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall fehlt es an einer auf Dauer angelegten Vermietung. Denn nach dem Konzept der KG sollte die Vermietungst&auml;tigkeit des Fonds nur 20 Jahre umfassen. Liegen schon deshalb die gesetzlichen Typisierungsvoraussetzungen nicht vor und muss die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht anhand einer Prognose &uuml;berpr&uuml;ft werden, kommt es im Streitfall nicht darauf an, ob der Sachverhalt zugleich die Voraussetzungen einer Ausnahme erf&uuml;llt, die als Beweisanzeichen gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht spricht und die ebenfalls in eine Prognose m&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das FG hat die als Werbungskosten abziehbaren Finanzierungsaufwendungen in nicht zu beanstandender Weise in die Prognose einbezogen, wodurch es bezogen auf die Beteiligung beim Antragsteller zu einem Werbungskosten&uuml;berschuss kommt. Nach summarischer Pr&uuml;fung ergeben sich keine Zweifel, dass der Antragsteller danach nicht mit einem Total&uuml;berschuss rechnen kann. Das FG ist dabei zutreffend von den Darlehensbedingungen ausgegangen, wie sie der Antragsteller und seine Bank im Streitjahr 1998 vereinbart haben (vgl. dazu auch BFH-Urteil vom 16. September 2004 X R 25\/01, BFHE 207, 515, BStBl II 2006, 228). F&uuml;r zinsg&uuml;nstigere Konditionen nach der Zinsbindungsphase hat das FG keinerlei Indizien feststellen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es hat &uuml;berdies in zumindest m&ouml;glicher W&uuml;rdigung des Sachverhalts keine Anhaltspunkte daf&uuml;r feststellen k&ouml;nnen, der Antragsteller habe von vornherein eine (teilweise) Tilgung des Darlehens durch den Einsatz der Rentenversicherung oder von Eigenmitteln beabsichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar bedarf es entgegen der Beschwerdeerwiderung nicht eines von vornherein geschaffenen Finanzierungskonzepts, z.B. derart, dass die zun&auml;chst erh&ouml;hten Schuldzinsen durch den bei F&auml;lligkeit des Darlehens vorgesehenen Einsatz von parallel laufenden Lebensversicherungen abgel&ouml;st werden. Der BFH hat ein derartiges Konzept in einem &#8211;hier nicht vorliegenden&#8211; Fall als notwendige Erg&auml;nzung eines wirtschaftlichen Verhaltens herausgestellt, das zun&auml;chst darauf abzielt, auch die anfallenden Schuldzinsen fremd zu finanzieren und somit Zinsen auflaufen zu lassen und das &#8211;wenn nicht durch ein Finanzierungskonzept von vornherein eine Kompensation durch sp&auml;tere positive Ergebnisse vorgesehen ist&#8211; auch bei auf einem auf Dauer angelegten Vermieten gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht spricht (BFH-Urteile in BFHE 218, 160, BStBl II 2007, 873, und in BFHE 210, 24, BStBl II 2005, 754).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die hier mangels eines auf Dauer ausgerichteten Vermietens schon deshalb zu pr&uuml;fende Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hat das FG zwar zutreffend nicht ein von vornherein geschaffenes Finanzierungskonzept f&uuml;r notwendig gehalten. Es ist nach summarischer Pr&uuml;fung indes davon ausgegangen, dass der Antragsteller statt der ihm nach den Feststellungen der Vorinstanz ohnehin jederzeit m&ouml;glichen Eigenfinanzierung seine Beteiligung allein deshalb im vollen Umfang fremd finanziert hat, um damit wegen der zu erwartenden langj&auml;hrigen Verlustzuweisungen Steuerersparnisse zu erzielen. Zu diesem zumindest m&ouml;glichen Schluss ist das FG gelangt, weil es im Wesentlichen im Ermessen des Antragstellers gestanden hat, in welcher Weise er Fremd- und Eigenmittel einsetzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.7.2008, IX B 46\/08 Zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf Anteilseignerebene bei geschlossenem Immobilienfonds Leits&auml;tze Soll nach dem Konzept eines geschlossenen Immobilienfonds in der Rechtsform einer Personengesellschaft die Vermietungst&auml;tigkeit des Fonds nur 20 Jahre umfassen, ist sie nicht auf Dauer ausgerichtet und die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht muss auf beiden Ebenen (auf der Ebene der Personengesellschaft wie auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-46-08-zur-einkuenfteerzielungsabsicht-auf-anteilseignerebene-bei-geschlossenem-immobilienfonds\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;46\/08 &#8211; Zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf Anteilseignerebene bei geschlossenem Immobilienfonds<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17597","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17597"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17597\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}