{"id":17652,"date":"2012-12-18T16:19:59","date_gmt":"2012-12-18T14:19:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17651"},"modified":"2012-12-18T16:19:59","modified_gmt":"2012-12-18T14:19:59","slug":"x-b-120-08-zeugeneinvernahme-gebot-der-einzelvernehmung-einwendungen-gegen-die-richtigkeit-des-im-fg-urteil-festgestellten-tatbestands-zulassung-der-revision-wegen-objektiver-willkuer-in-schaetzungsfa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-120-08-zeugeneinvernahme-gebot-der-einzelvernehmung-einwendungen-gegen-die-richtigkeit-des-im-fg-urteil-festgestellten-tatbestands-zulassung-der-revision-wegen-objektiver-willkuer-in-schaetzungsfa\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;120\/08 &#8211; Zeugeneinvernahme &#8211; Gebot der Einzelvernehmung &#8211; Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands &#8211; Zulassung der Revision wegen objektiver Willk&uuml;r in Sch&auml;tzungsf&auml;llen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, X B 120\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeugeneinvernahme &#8211; Gebot der Einzelvernehmung &#8211; Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands &#8211; Zulassung der Revision wegen objektiver Willk&uuml;r in Sch&auml;tzungsf&auml;llen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Verfahrensfehler liegen nicht vor bzw. wurden nicht entsprechend den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ger&uuml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das Finanzgericht (FG) hat verfahrensfehlerfrei B als Zeugen vernommen, obwohl dieser vor Beginn seiner Vernehmung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung anwesend war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der nach &sect; 82 FGO im finanzgerichtlichen Verfahren sinngem&auml;&szlig; anzuwendende &sect; 394 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) ordnet lediglich an, dass jeder Zeuge einzeln und in Abwesenheit der sp&auml;ter anzuh&ouml;renden Zeugen zu vernehmen ist. Dies verbietet jedoch nicht die Anwesenheit von Zeugen vor dem Beginn der Vernehmung des ersten von ihnen (vgl. auch Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 82 FGO Rz 118). &sect; 243 Abs. 2 der Strafprozessordnung, demzufolge die Zeugen unmittelbar nach der Feststellung ihres Erscheinens durch den Vorsitzenden den Sitzungssaal verlassen, findet im finanzgerichtlichen Verfahren keine Entsprechung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen ist das Gebot der Einzelvernehmung in &sect; 394 ZPO nur eine Ordnungsvorschrift; eine Verletzung k&ouml;nnte die Revision nicht begr&uuml;nden (Z&ouml;ller\/Greger, ZPO, 26. Aufl., &sect; 394 Rz 1).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Unschl&uuml;ssig ist die sinngem&auml;&szlig; erhobene weitere R&uuml;ge, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) verletzt, weil es &#8211;trotz eines entsprechenden Beweisangebots&#8211; die Zeugen S und K nicht geh&ouml;rt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Wird mit der R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung geltend gemacht, das FG habe Beweisantr&auml;ge &uuml;bergangen, so muss der Beschwerdef&uuml;hrer nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), da es sich bei der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes um einen sog. verzichtbaren Mangel i.S. von &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 ZPO handelt, vortragen, dass die Nichterhebung der angebotenen Beweise in der (n&auml;chsten) m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ger&uuml;gt wurde oder &#8211;wenn dies nicht geschehen sein sollte&#8211; aus welchen (entschuldbaren) Gr&uuml;nden dem Beschwerdef&uuml;hrer dieses nicht m&ouml;glich war. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;wie hier der Kl&auml;ger&#8211; vor dem FG sachkundig vertreten war (vgl. die Nachweise aus der Rechtsprechung des BFH bei Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 69).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Daran fehlt es im Streitfall. Auch aus den Protokollen &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vor dem FG vom 22. Februar 2008 bzw. 15. April 2008 ergibt sich nicht, dass der Kl&auml;ger das &Uuml;bergehen seiner Beweisantr&auml;ge beanstandet hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestandes sind nicht als Verfahrensmangel im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren zu r&uuml;gen, sondern m&uuml;ssen gegebenenfalls zum Gegenstand eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung (&sect; 108 FGO) gemacht werden (BFH-Beschluss vom 7. Mai 1999 IX B 20\/99, BFH\/NV 1999, 1369). Der ablehnende Beschluss ist nicht anfechtbar (&sect; 108 Abs. 2 Satz 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die R&uuml;ge der falschen Rechtsanwendung und tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung des Streitfalles durch das FG im Rahmen einer Sch&auml;tzung ist im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren grunds&auml;tzlich unbeachtlich (Senatsbeschluss vom 17. Februar 2004 X B 142\/03, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;). Dies gilt insbesondere f&uuml;r Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit von Steuersch&auml;tzungen (Verst&ouml;&szlig;e gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze sowie materielle Rechtsfehler, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 31. Juli 2007 X B 36\/07, n.v.). Ein zur Zulassung der Revision berechtigender erheblicher Rechtsfehler aufgrund objektiver Willk&uuml;r kann allenfalls in F&auml;llen bejaht werden, in denen das Sch&auml;tzungsergebnis des FG wirtschaftlich unm&ouml;glich und damit schlechthin unvertretbar ist (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 69, m.w.N.). Ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze f&uuml;hrt bei Sch&auml;tzungen erst zur Zulassung der Revision wegen willk&uuml;rlich falscher Rechtsanwendung, wenn sich das Ergebnis der Sch&auml;tzung als offensichtlich realit&auml;tsfremd darstellt (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 69, m.w.N.). Das Vorliegen dieser besonderen Umst&auml;nde ist in der Beschwerdeschrift darzulegen (Senatsbeschluss vom 9. August 2007 X B 218\/06, BFH\/NV 2007, 2273).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dies ist nicht geschehen. Im &Uuml;brigen hat das FG auf S. 33 des Urteils zahlenm&auml;&szlig;ig dargestellt, weshalb es zu einer Minderung der Ums&auml;tze in den Jahren 1990 und 1991 gekommen ist, der Gewinn aus Gewerbebetrieb sich aber dennoch nicht verringert hat. Zudem beruht die Minderung der Umsatzsteuer &#8211;zumindest teilweise&#8211; auf dem Umstand, dass das FG trotz Nichterf&uuml;llung der Aufzeichnungspflichten als Voraussetzung f&uuml;r die Differenzbesteuerung nach &sect; 25a Abs. 3 Satz 2 i.V.m. &sect; 22 des Umsatzsteuergesetzes es f&uuml;r sachgerecht erachtet hat, im Rahmen der Sch&auml;tzung die Differenzbesteuerung vorzunehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, X B 120\/08 Zeugeneinvernahme &#8211; Gebot der Einzelvernehmung &#8211; Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands &#8211; Zulassung der Revision wegen objektiver Willk&uuml;r in Sch&auml;tzungsf&auml;llen Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Verfahrensfehler liegen nicht vor bzw. wurden nicht entsprechend &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-120-08-zeugeneinvernahme-gebot-der-einzelvernehmung-einwendungen-gegen-die-richtigkeit-des-im-fg-urteil-festgestellten-tatbestands-zulassung-der-revision-wegen-objektiver-willkuer-in-schaetzungsfa\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;120\/08 &#8211; Zeugeneinvernahme &#8211; Gebot der Einzelvernehmung &#8211; Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands &#8211; Zulassung der Revision wegen objektiver Willk&uuml;r in Sch&auml;tzungsf&auml;llen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17652\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}