{"id":17672,"date":"2012-12-19T14:40:10","date_gmt":"2012-12-19T12:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17672"},"modified":"2012-12-19T14:40:41","modified_gmt":"2012-12-19T12:40:41","slug":"iii-r-10-06-kindergeldanspruch-fuer-ein-arbeitsuchendes-kind-nur-bei-meldung-als-arbeitsuchender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-10-06-kindergeldanspruch-fuer-ein-arbeitsuchendes-kind-nur-bei-meldung-als-arbeitsuchender\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;10\/06 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r ein arbeitsuchendes Kind nur bei Meldung als Arbeitsuchender"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2008, III R 10\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch f&uuml;r ein arbeitsuchendes Kind nur bei Meldung als Arbeitsuchender<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin) Kindergeld f&uuml;r ihre Tochter (T) f&uuml;r den Zeitraum August bis Oktober 2004 zusteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                T besuchte bis Juli 2004 eine Berufsfach- und Fachschule. Noch vor Ablauf der Schulausbildung meldete sie sich am 11. M&auml;rz 2004 bei der Agentur f&uuml;r Arbeit arbeitsuchend. Im Oktober 2004 vollendete T das 21. Lebensjahr. Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) teilte der Kl&auml;gerin im November 2004 mit, dass das Kindergeld evtl. zu Unrecht gezahlt worden sei, da die T ihr Bewerberangebot ab August 2004 nicht erneuert habe. T meldete sich daraufhin wieder arbeitslos. Die Familienkasse hob f&uuml;r die Zeit nach der Schulausbildung bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres die Kindergeldfestsetzung auf. Dagegen richtete sich nach erfolglosem Einspruch die Klage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage durch Urteil vom 17. August 2005&nbsp;&nbsp;2 K 120\/05 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2006, 435) statt. Es war der Auffassung, arbeitsuchend sei ein Kind, das eine Besch&auml;ftigung als Arbeitnehmer suche. Die Meldung als &quot;Arbeitssuchender&quot; ende nicht nach drei Monaten, wenn kein neues sog. &quot;Bewerberangebot&quot; erfolge. Denn &sect; 38 Abs. 4 Satz 2 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) richte sich vor allem an die Arbeitsvermittlung der jeweiligen Arbeitsagentur und f&uuml;hre nicht dazu, dass das Kind nach Ablauf von drei Monaten nicht mehr als arbeitsuchend anzusehen sei. Auch ein Kind, das nicht ausdr&uuml;cklich weitere Bem&uuml;hungen des Arbeitsamts verlange, stehe dessen Bem&uuml;hungen noch zur Verf&uuml;gung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Familienkasse einen Versto&szlig; gegen &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der f&uuml;r das Jahr 2004 geltenden Fassung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG reicht die einmalige Meldung bei der Arbeitsvermittlung der Agentur f&uuml;r Arbeit f&uuml;r den Kindergeldanspruch des arbeitsuchenden Kindes nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG wird ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, beim Kindergeld ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat, nicht in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis steht und bei der Agentur f&uuml;r Arbeit im Inland als Arbeitsuchender gemeldet ist. Wie der Senat mit Urteil vom 19. Juni 2008 III R 68\/05 (BFH\/NV 2008, 1610, BFHE 222, 349) entschieden hat, wirkt die Meldung eines vollj&auml;hrigen, aber noch nicht 21 Jahre alten Kindes als arbeitsuchend bei der Agentur f&uuml;r Arbeit nur drei Monate fort. Nach Ablauf dieser Frist muss sich das Kind erneut als Arbeitsuchender melden, da sonst der Kindergeldanspruch ab dem Folgemonat entf&auml;llt. Wegen der Einzelheiten der Begr&uuml;ndung nimmt der Senat Bezug auf sein Urteil in BFH\/NV 2008, 1610.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG wird mit dieser Auslegung nicht die im Jahr 1999 gestrichene Vorschrift des &sect; 122 Abs. 2 Nr. 3 SGB III wieder eingef&uuml;hrt; denn in dieser Vorschrift waren die Bedingungen f&uuml;r die Zahlung von Entgeltersatzleistungen (Arbeitslosengeld) geregelt, w&auml;hrend &sect; 38 Abs. 4 Satz 2 SGB III die hier einschl&auml;gigen Regelungen f&uuml;r die Arbeitsvermittlung betrifft (Senatsurteil in BFH\/NV 2008, 1610).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der zum 1. Januar 2003 geltenden Neufassung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG gen&uuml;gt &#8211;ist aber auch erforderlich&#8211; die Meldung als Arbeitsuchender; die &uuml;brigen Merkmale der Arbeitslosigkeit i.S. des &sect; 119 Abs. 1 SGB III, wie Eigenbem&uuml;hungen und Verf&uuml;gbarkeit, brauchen nicht mehr nachgewiesen zu werden (Senatsurteil in BFH\/NV 2008, 1610). Auf das eigene Bem&uuml;hen des Kindes zur Erlangung eines Arbeitsplatzes kommt es nach der gesetzlichen Neuregelung entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin daher nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat sich T am 11. M&auml;rz 2004 bei der Arbeitsvermittlung der Agentur f&uuml;r Arbeit als arbeitsuchend gemeldet und diese Meldung sp&auml;ter nicht erneuert, so dass der Kindergeldanspruch jedenfalls f&uuml;r den Streitzeitraum August bis Oktober 2004 entfallen ist. Die von der Kl&auml;gerin vorgetragene Arbeitsplatzsuche der T auf eigene Initiative ohne gleichzeitige Beteiligung der Agentur f&uuml;r Arbeit reicht nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2008, III R 10\/06 Kindergeldanspruch f&uuml;r ein arbeitsuchendes Kind nur bei Meldung als Arbeitsuchender Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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