{"id":17696,"date":"2012-12-19T14:40:45","date_gmt":"2012-12-19T12:40:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17696"},"modified":"2012-12-19T14:40:45","modified_gmt":"2012-12-19T12:40:45","slug":"xi-b-222-07-vorliegen-einer-verfahrensfehlerhaften-ueberraschungsentscheidung-zeugenvernehmung-im-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-222-07-vorliegen-einer-verfahrensfehlerhaften-ueberraschungsentscheidung-zeugenvernehmung-im-ausland\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;222\/07 &#8211; Vorliegen einer verfahrensfehlerhaften &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Zeugenvernehmung im Ausland"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2008, XI B 222\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorliegen einer verfahrensfehlerhaften &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Zeugenvernehmung im Ausland<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Revision ist nicht wegen eines Verfahrensfehlers des Finanzgerichts (FG) zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Entgegen der R&uuml;ge der Kl&auml;gerin ist das angefochtene Urteil mit Gr&uuml;nden versehen. Ein Versto&szlig; gegen &sect; 119 Nr. 6 FGO liegt nicht vor. Soweit sie, die Kl&auml;gerin, r&uuml;gt, das FG habe nicht dazu Stellung genommen, ob es sich bei der X um eine Domizilgesellschaft handele, war dies f&uuml;r das FG aufgrund seiner tatrichterlichen W&uuml;rdigung, in Wirklichkeit sei E unter seiner damaligen inl&auml;ndischen Anschrift der Leistungsempf&auml;nger gewesen, nicht entscheidungserheblich (vgl. zur Zurechnung bei Domizilgesellschaften z.B. das Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26. April 2001 V R 50\/99, BFHE 194, 536).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrem Vorbringen, das FG habe zu Unrecht unterstellt, die nicht gestempelte oder amtlich beglaubigte Urkunde des Y sei m&ouml;glicherweise lediglich eine Kopie, r&uuml;gt die Kl&auml;gerin keinen Verfahrensfehler, sondern beanstandet die Beweisw&uuml;rdigung des FG. Diese ist revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzurechnen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 18. Juli 2002 V B 107\/01, BFH\/NV 2003, 49).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Auch die von der Kl&auml;gerin behauptete Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. von Art. 103 des Grundgesetzes i.V.m. &sect; 119 Nr. 3 FGO ist nicht gegeben. Insbesondere liegt keine unzul&auml;ssige sog. &Uuml;berraschungsentscheidung vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine verfahrensfehlerhafte &Uuml;berraschungsentscheidung ist nur zu bejahen, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste. Auf naheliegende rechtliche oder tats&auml;chliche Gesichtspunkte braucht es zumindest dann nicht ausdr&uuml;cklich hinweisen, wenn die Beteiligten fachkundig vertreten sind (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. April 2002 X B 56\/01, BFH\/NV 2002, 947; vom 11. Februar 2003 XI B 4\/02, BFH\/NV 2003, 802, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrt hierzu aus, das FG gehe in den Entscheidungsgr&uuml;nden seines Urteils davon aus, dass in Wirklichkeit E unter seiner damaligen inl&auml;ndischen Anschrift der Leistungsempf&auml;nger der Brillengestelle gewesen sei. Dieses sei f&uuml;r sie vollkommen &uuml;berraschend gewesen, da die Frage des Wohnsitzes von E nie Gegenstand des Verfahrens gewesen sei. Vielmehr habe in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nach der Er&ouml;rterung der wirtschaftlichen Existenz der X die Frage der Zurechnung der Ums&auml;tze im Vordergrund gestanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dies begr&uuml;ndet jedoch keine &Uuml;berraschungsentscheidung. Denn bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung nach &sect; 6a des Umsatzsteuergesetzes war Gegenstand des Verfahrens auch die Frage, wer der Empf&auml;nger der Brillengestelle war. Der Kl&auml;gerin war bekannt, dass der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) und das FG Zweifel hatten, ob die Lieferungen der X zuzurechnen seien oder dem E als dem Teilhaber der X, der zugleich als einzige Kontaktperson zwischen ihr, der Kl&auml;gerin, und der X aufgetreten war. Sie wusste auch, dass E unter einer &#8230; Anschrift als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X im Register der zust&auml;ndigen Handelskammer eingetragen war. Denn sie hatte den Auszug aus dem Register mit Schriftsatz vom 7. Juli 2007 selbst zu den Gerichtsakten gereicht. Danach konnte die Annahme eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes des E durch das FG nicht &uuml;berraschen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Revision ist auch nicht deswegen zuzulassen, weil das FG den Sachverhalt unzureichend aufgekl&auml;rt h&auml;tte und einen Beweisantrag der Kl&auml;gerin &uuml;bergangen hat (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO), weil es die Zeugeneinvernahme des E vor einem Konsul in &Ouml;sterreich unterlassen hat. Angesichts der Art der zu kl&auml;renden Umst&auml;nde war es f&uuml;r das FG unerl&auml;sslich, dass es sich im Falle einer Vernehmung des E einen pers&ouml;nlichen Eindruck von dessen Glaubw&uuml;rdigkeit h&auml;tte verschaffen k&ouml;nnen. Es war deshalb nicht ermessensfehlerhaft, dass es eine Vernehmung durch einen Angeh&ouml;rigen des Konsulats im Ausland nicht veranlasst hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist nicht wegen der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Um die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache darzulegen, ist schl&uuml;ssig und substantiiert darauf einzugehen, dass die als grunds&auml;tzlich angesehene und hinreichend bestimmte Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rbar ist. Soweit die Kl&auml;gerin hierzu vortr&auml;gt, &quot;das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der Kl&auml;rung der hier strittigen Rechtsfrage, Behandlung von innergemeinschaftlichen Lieferungen an Domizil- bzw. Briefkastengesellschaften, ist offensichtlich&quot;, ist der Beschwerdebegr&uuml;ndung bereits nicht zu entnehmen, welche konkrete Rechtsfrage durch den BFH gekl&auml;rt werden soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Des weiteren geht die &quot;Fragestellung&quot; vom Vorliegen einer innergemeinschaftlichen Lieferung aus. Das FG hat im Streitfall aber festgestellt, dass die Brillengestelle von der Kl&auml;gerin an E im Inland geliefert wurden und deswegen eine innergemeinschaftliche Lieferung verneint. Mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Verfahrensr&uuml;gen gegen diese Feststellungen ist der BFH hieran gebunden. Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Rechtsfrage betreffend eine Lieferung der Kl&auml;gerin an die X w&auml;re damit im Revisionsverfahren nicht kl&auml;rbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2008, XI B 222\/07 Vorliegen einer verfahrensfehlerhaften &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Zeugenvernehmung im Ausland Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. Die Revision ist nicht wegen eines Verfahrensfehlers des Finanzgerichts (FG) zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). 3&nbsp; a) Entgegen der R&uuml;ge der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-222-07-vorliegen-einer-verfahrensfehlerhaften-ueberraschungsentscheidung-zeugenvernehmung-im-ausland\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;222\/07 &#8211; Vorliegen einer verfahrensfehlerhaften &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Zeugenvernehmung im Ausland<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17696\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}