{"id":17709,"date":"2012-12-19T14:39:08","date_gmt":"2012-12-19T12:39:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17709"},"modified":"2012-12-19T14:39:08","modified_gmt":"2012-12-19T12:39:08","slug":"ii-r-10-08-aenderung-eines-grunderwerbsteuerbescheides-nach-par-173-abs-1-nr-2-ao-veraeusserung-einer-tankstelle-mitveraeusserung-von-betriebsvorrichtungen-als-nachtraeglich-bekannt-gewordene-neue-tat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-10-08-aenderung-eines-grunderwerbsteuerbescheides-nach-par-173-abs-1-nr-2-ao-veraeusserung-einer-tankstelle-mitveraeusserung-von-betriebsvorrichtungen-als-nachtraeglich-bekannt-gewordene-neue-tat\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;10\/08 &#8211; &Auml;nderung eines Grunderwerbsteuerbescheides nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung einer Tankstelle &#8211; Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen als nachtr&auml;glich bekannt gewordene neue Tatsache"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2008, II R 10\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung eines Grunderwerbsteuerbescheides nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung einer Tankstelle &#8211; Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen als nachtr&auml;glich bekannt gewordene neue Tatsache<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarben durch notariell beurkundeten Vertrag vom 22. Januar 2001 in Miteigentum je zur H&auml;lfte ein Grundst&uuml;ck mit Tankstelle. Der Kaufgegenstand war wie folgt umschrieben:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>                            a) Grundbesitz nebst Aufbauten;            <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>                            b) alle wesentlichen Bestandteile und etwa vorhandenes gesetzliches Grundst&uuml;ckszubeh&ouml;r;            <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>                            c) die in einer Anlage aufgef&uuml;hrten, zum Betrieb der Tankstelle und Werkstatt z&auml;hlenden Gegenst&auml;nde.            <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die unter c) genannte Anlage z&auml;hlte eine Reihe beweglicher Gegenst&auml;nde und deren einzelnen Werte auf. In der Summe ergab sich ein Betrag von 30 000 DM. In &sect; 7 des Vertrages hie&szlig; es zum Kaufpreis, er betrage f&uuml;r die unter a) und b) genannten Gegenst&auml;nde 1 250 000 DM und f&uuml;r die unter c) genannten Gegenst&auml;nde 30 000 DM. Au&szlig;erdem enthielt der Vertrag die Bewilligung einer Grunddienstbarkeit zu Gunsten eines Nachbargrundst&uuml;cks, deren Wert auf 5 000 DM beziffert wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte durch getrennte Bescheide vom 12. M&auml;rz 2001 gegen jeden der Kl&auml;ger eine Grunderwerbsteuer von 21 962 DM fest. Die Steuer war nach der H&auml;lfte des Betrages von (1 280 000 DM plus 5 000 DM minus 30 000 DM =) 1 255 000 DM bemessen. Die Bescheide wurden bestandskr&auml;ftig. Nachdem bei der Veranlagung zu den Ertragsteuern f&uuml;r den Grund und Boden sowie die aufstehenden Geb&auml;ude lediglich ein (Verkehrs-)Wert von 496 000 DM zu Grunde gelegt und im &Uuml;brigen Betriebsvorrichtungen i.S. von &sect; 68 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 des Bewertungsgesetzes (BewG) angenommen worden waren, beantragten die Kl&auml;ger mit Schreiben vom 8. Dezember 2004, die Bescheide gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) zu ihren Gunsten dahin zu &auml;ndern, dass die Steuern jeweils nach der H&auml;lfte eines Betrages von (496 000 DM plus 5 000 DM =) 501 000 DM bemessen wird. Der mittlerweile bekannt gewordene Verkehrswert des Grundst&uuml;cks mit Geb&auml;uden stelle eine neue Tatsache dar. Das FA lehnte die &Auml;nderung mit Verf&uuml;gungen vom 29. M&auml;rz 2005 ab. Es verneinte das Vorliegen einer aufzuteilenden Gegenleistung, weil f&uuml;r den Grundbesitz samt den Aufbauten, den wesentlichen Bestandteilen und eventuellem Zubeh&ouml;r einerseits und f&uuml;r die &quot;zum Betrieb der Tankstelle und der Werkstatt z&auml;hlenden Gegenst&auml;nde&quot; andererseits getrennte Kaufpreise vereinbart worden seien und der Kaufpreis f&uuml;r Letzteres bereits unber&uuml;cksichtigt geblieben sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wurde abgewiesen. Das Finanzgericht (FG) vertrat mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 984 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Ansicht, es fehle an einer dem damals zust&auml;ndigen Bearbeiter des FA noch nicht bekannten Tatsache. Zwar sei einzur&auml;umen, dass unter den oben zu b) genannten Kaufgegenst&auml;nden Betriebsvorrichtungen seien, deren Erwerb nicht der Grunderwerbsteuer unterliege; dieser Umstand sei dem FA aber schon deshalb bekannt gewesen oder h&auml;tte ihm zumindest bekannt sein m&uuml;ssen, da es gem&auml;&szlig; dem Vertragstext um den Erwerb einer Tankstelle mit ihren wesentlichen Bestandteilen gegangen sei, wozu Betriebsvorrichtungen geh&ouml;ren m&uuml;ssten. Ob der Bearbeiter dies zur Kenntnis genommen habe, sei ebenso unerheblich, wie der Umstand, dass bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht bekannt geworden sei, welche der erworbenen wesentlichen Bestandteile im Einzelnen Betriebsvorrichtungen seien. Ferner k&ouml;nne auf sich beruhen, ob das FA seine Amtsermittlungspflicht verletzt habe. Diese Frage stelle sich im Rahmen des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO anders als bei der Anwendung der Nr. 1 der Vorschrift nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger fehlerhafte Anwendung des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO. Dem FA sei erst nachtr&auml;glich bekannt geworden, dass auch Betriebsvorrichtungen &uuml;bertragen worden seien, auf die ein Teil des Kaufpreises entfalle. Daran treffe sie, die Kl&auml;ger, kein grobes Verschulden. Sollte der Kaufpreis auch einen Firmen- oder Gesch&auml;ftswert abgegolten haben, stelle er auch insoweit keine Gegenleistung i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, unter Aufhebung der Vorentscheidung sowie der Ablehnungsverf&uuml;gungen vom 29. M&auml;rz 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 26. Juli 2005 das FA zu verpflichten, die Grunderwerbsteuerbescheide vom 12. M&auml;rz 2001 dahin zu &auml;ndern, dass die Steuer auf jeweils 4 482,75 EUR (8 767 DM) herabgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dem Bearbeiter sei bekannt gewesen, dass wesentliche Bestandteile und Betriebsvorrichtungen ver&auml;u&szlig;ert worden seien; er habe lediglich eine andere rechtliche Wertung vorgenommen, weil er davon ausgegangen sei, die Bezeichnungen im Kaufvertrag seien eindeutig und ein Aufkl&auml;rungsbedarf bestehe deshalb nicht. Im &Uuml;brigen h&auml;tten die Kl&auml;ger ein etwaiges nachtr&auml;gliches Bekanntwerden zu vertreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zwar zutreffend angenommen, dass nicht der Verkehrswert des &uuml;bertragenen Grundst&uuml;cks samt Geb&auml;uden, sondern nur die Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen als nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache in Betracht kommt; es hat jedoch zu Unrecht einen Anspruch der Kl&auml;ger auf &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Grunderwerbsteuerbescheide aus dem Jahr 2001 gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO verneint, ohne sich festzulegen &#8211;und damit auch ohne festgestellt zu haben&#8211;, dem Bearbeiter des FA sei im M&auml;rz 2001 positiv bekannt gewesen, dass Betriebsvorrichtungen mitver&auml;u&szlig;ert wurden, auf die ein Teil des Kaufpreises entfiel. Ein blo&szlig;es Kennenk&ouml;nnen oder Kennenm&uuml;ssen schlie&szlig;t aber einen &Auml;nderungsanspruch nicht aus. Daher war die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 i.V.m. &sect; 169 Abs. 1 Satz 1 AO sind Steuerbescheide zu &auml;ndern, soweit nachtr&auml;glich, aber noch innerhalb der Festsetzungsfrist Tatsachen bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren, und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen erst nachtr&auml;glich bekannt wurden. Eine Tatsache ist dann nachtr&auml;glich bekannt geworden, wenn sie dem zust&auml;ndigen Bediensteten des FA bei Abschluss der Willensbildung in Bezug auf den zu &auml;ndernden Steuerbescheid nicht bekannt war. Anders als bei einer &Auml;nderung zu Lasten des Steuerpflichtigen nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO kann eine Tatsache nicht als bekannt angesehen werden, die der zust&auml;ndige Bedienstete lediglich h&auml;tte kennen k&ouml;nnen oder kennen m&uuml;ssen. Die Beh&ouml;rde kann sich nicht zum Nachteil des Steuerpflichtigen auf ein eigenes Vers&auml;umnis oder Verschulden berufen (so Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26. November 1996 IX R 77\/95, BFHE 182, 2, BStBl II 1997, 422, sowie vom 11. Dezember 1997 V R 56\/94, BFHE 185, 98, BStBl II 1998, 367 unter II.1.b). Allerdings gelten alle diejenigen Tatsachen als bekannt, die sich aus den von der zust&auml;ndigen Stelle gef&uuml;hrten Akten ergeben (Urteil des BFH vom 31. Juli 2002 X R 49\/00, BFH\/NV 2003, 2 unter II.3.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG hat zwar zun&auml;chst zu Recht eine Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO nicht im vorgetragenen Verkehrswert des Grundst&uuml;cks, sondern darin gesehen, dass der Grundst&uuml;ckskaufvertrag unter den wesentlichen Bestandteilen auch Betriebsvorrichtungen betraf (&sect; 68 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BewG), auf die ein Teil des Betrages von 1 250 000 DM als Gegenleistung entfiel. Es hat aber dieser Tatsache zu Unrecht die Eigenschaft abgesprochen, erst nachtr&auml;glich bekannt geworden zu sein. Soweit es sich dabei auf das Urteil des BFH in BFH\/NV 2003, 2 gest&uuml;tzt hat, geht dies fehl. Der dieser Entscheidung zu Grunde liegende Sachverhalt war dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerbeh&ouml;rde die Rechtserheblichkeit einer aus den Akten hervorgehenden Tatsache nicht erkannt und deshalb aus der bekannten Tatsache keine Rechtsfolgen gezogen hat. Im Streitfall geht aber aus den Akten nicht hervor, dass sich unter den wesentlichen Bestandteilen auch Betriebsvorrichtungen, auf die ein Teil der 1 250 000 DM entfiel, befunden haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG setzt vielmehr umgekehrt beim damaligen Bearbeiter des FA die Rechtskenntnis voraus, dass bei Tankstellenbetrieben u.a. die Platzbefestigungen als Betriebsvorrichtungen anzusehen sind (BFH-Urteil vom 23. Februar 1962 III 222\/58 U, BFHE 74, 474, BStBl III 1962, 179; vgl. auch Textziffer 4.2 Abs. 3 des Abgrenzungserlasses vom 15. M&auml;rz 2006, BStBl I 2006, 314), und folgert daraus, ihm sei bekannt gewesen oder h&auml;tte zumindest bekannt sein m&uuml;ssen, dass mit der Tankstelle auch Betriebsvorrichtungen &uuml;bergegangen sind. Geht aber aus den Akten das Vorhandensein von Betriebsvorrichtungen (und deren Umfang) nicht hervor, reicht ein blo&szlig;es Kennenk&ouml;nnen oder Kennenm&uuml;ssen nicht aus, um ein nachtr&auml;gliches Bekanntwerden der ma&szlig;geblichen Tatsache auszuschlie&szlig;en. Nur bei positiver Kenntnis des Bearbeiters w&auml;re die ma&szlig;gebliche Tatsache nicht mehr neu. Die M&ouml;glichkeit, dass es an dieser positiven Kenntnis gefehlt hat, wird vom FG jedoch nicht ausger&auml;umt. Da das FG im &Uuml;brigen auch die Frage des groben Verschuldens der Kl&auml;ger an einem etwaigen nachtr&auml;glichen Bekanntwerden der Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen offen gelassen hat, tragen seine Feststellungen die Vorentscheidung nicht. Sie war daher aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist nicht spruchreif. Es ist noch aufzukl&auml;ren, ob dem Bearbeiter bei Erlass der Grunderwerbsteuerbescheide im M&auml;rz 2001 positiv bekannt war, dass und ggf. welche Betriebsvorrichtungen mitver&auml;u&szlig;ert worden sind, auf die ein Teil des Kaufpreises entfiel. Dabei kann sich ergeben, dass die Kenntnis des Bearbeiters &#8211;wenn &uuml;berhaupt vorhanden&#8211; nur einen Teil der mitver&auml;u&szlig;erten Betriebsvorrichtungen umfasst. Bei der solcherma&szlig;en gebotenen Aufkl&auml;rung des Sachverhalts sollte ber&uuml;cksichtigt werden, dass die Ausf&uuml;hrungen des FA in der Revisionserwiderung zur Neuheit der Mit&uuml;bertragung von Betriebsvorrichtungen durch die Vorentscheidung bestimmt sind. Dem tats&auml;chlichen Geschehensablauf k&ouml;nnte der letzte Satz unter Nr. 1 auf Seite 2 der Revisionserwiderung n&auml;her kommen, wonach der Bearbeiter davon ausgegangen sei, &quot;dass die Bezeichnung im Vertrag eindeutig war und ein weiterer Bedarf an Nachforschungen bez&uuml;glich des Werts nicht bestand&quot;. Danach h&auml;tte der Bearbeiter nicht erkannt und damit nicht gewusst, dass sich unter den im Vertrag zu b) genannten wesentlichen Bestandteilen auch Betriebsvorrichtungen befunden haben. Darauf deutet auch der Inhalt der Ablehnungsverf&uuml;gungen vom 29. M&auml;rz 2005 hin. Auch auf Seite 2 seiner Stellungnahme zur Nichtzulassungsbeschwerde vom 22. Mai 2007 r&auml;umte das FA noch ein, dass der Bearbeiter keine positive Kenntnis von der ma&szlig;geblichen Tatsache hatte; es hielt dies nur unter Berufung auf das BFH-Urteil vom 28. April 1998 IX R 49\/96 (BFHE 185, 370, BStBl II 1998, 458 unter II.2.a) f&uuml;r unerheblich, da jeder Stelle der Finanzverwaltung das bekannt sei, was sich aus dem Inhalt der von ihr gef&uuml;hrten Akte ergebe, ohne dass es auf die individuelle Kenntnis des Bearbeiters ankomme. Im Streitfall war aber bis zum Eingang des &Auml;nderungsantrags der Kl&auml;ger in den Grunderwerbsteuerakten im Zusammenhang mit der Nr. 1 Buchstabe b des &sect; 2 des Kaufvertrages von Betriebsvorrichtungen keine Rede, sondern lediglich von wesentlichen Bestandteilen. Diese k&ouml;nnen, m&uuml;ssen aber nicht Betriebsvorrichtungen sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ggf. erforderlichen Pr&uuml;fung des groben Verschuldens der Kl&auml;ger ist auf die nach ihren pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten und Verh&auml;ltnissen zumutbare Sorgfalt abzustellen. Diese Sorgfalt muss in einem ungew&ouml;hnlichen, nicht entschuldbaren Ma&szlig; verletzt sein (BFH-Urteil vom 22. Mai 1992 VI R 17\/91, BFHE 168, 221, BStBl II 1993, 80, unter II.1.b). Die Unkenntnis steuerlicher Bestimmungen &#8211;hier des &sect; 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 GrEStG und des &sect; 68 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BewG&#8211; reicht bei einem Steuerpflichtigen regelm&auml;&szlig;ig nicht aus, den Vorwurf groben Verschuldens zu begr&uuml;nden (BFH-Urteil vom 10. August 1988 IX R 219\/84, BFHE 154, 481, BStBl II 1989, 131). Sollte eine Aufteilung der Gegenleistung erforderlich werden, h&auml;tte diese nach der sog. Boruttau&#8217;schen Formel zu erfolgen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2008, II R 10\/08 &Auml;nderung eines Grunderwerbsteuerbescheides nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung einer Tankstelle &#8211; Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen als nachtr&auml;glich bekannt gewordene neue Tatsache Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarben durch notariell beurkundeten Vertrag vom 22. Januar 2001 in Miteigentum je zur H&auml;lfte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-10-08-aenderung-eines-grunderwerbsteuerbescheides-nach-par-173-abs-1-nr-2-ao-veraeusserung-einer-tankstelle-mitveraeusserung-von-betriebsvorrichtungen-als-nachtraeglich-bekannt-gewordene-neue-tat\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;10\/08 &#8211; &Auml;nderung eines Grunderwerbsteuerbescheides nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung einer Tankstelle &#8211; Mitver&auml;u&szlig;erung von Betriebsvorrichtungen als nachtr&auml;glich bekannt gewordene neue Tatsache<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17709","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17709"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17709\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}