{"id":17786,"date":"2012-12-19T14:24:48","date_gmt":"2012-12-19T12:24:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17786"},"modified":"2012-12-19T14:24:48","modified_gmt":"2012-12-19T12:24:48","slug":"v-b-110-07-richterablehnung-als-verfahrensfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-110-07-richterablehnung-als-verfahrensfehler\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;110\/07 &#8211; Richterablehnung als Verfahrensfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, V B 110\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Richterablehnung als Verfahrensfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Nachdem die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (eine in Liquidation befindliche GmbH) f&uuml;r die Streitjahre 1995 bis 1999 in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen keine Ums&auml;tze erkl&auml;rt hatte, stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung fest, dass die Kl&auml;gerin die von ihr verwalteten Wohnungen vermietet hatte und sich vor dem Objekt ein Lichtwerbemast mit der Aufschrift &quot;Hotel&quot; befand. Zudem war das Objekt in Messepl&auml;nen und Autoatlanten als Hotelappartement beworben worden, das Mietentgelt wurde tageweise berechnet und es wurden Fr&uuml;hst&uuml;cksleistungen in Rechnung gestellt. Das FA sah die Leistungen deshalb als steuerpflichtige kurzfristige Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen nach &sect; 4 Nr. 12 Abs. 2 des Umsatzsteuergesetzes 1993\/1999 (UStG) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren, in dem die Kl&auml;gerin die Auffassung vertrat, es handele sich um langfristige Wohnraumvermietung, kam die Kl&auml;gerin trotz Ausschlussfrist nach &sect; 79b der Finanzgerichtsordnung (FGO) der gerichtlichen Aufforderung nicht nach, zu den Modalit&auml;ten der Vermietung Schriftverkehr sowie die gesamte Buchf&uuml;hrung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung und Verk&uuml;ndung des Beschlusses, eine Entscheidung werde zugestellt, &auml;u&szlig;erte der Vorsitzende Richter am Finanzgericht (FG) A: &quot;Das wird wahrscheinlich ein Urteil sein und wie die Sache vermutlich ausgehen wird, k&ouml;nnen Sie sich ja wohl ausrechnen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf lehnte die Kl&auml;gerin durch ihren Liquidator, den Vorsitzenden Richter am FG A, wegen Besorgnis der Befangenheit ab, weil dieser mit seiner &Auml;u&szlig;erung den Eindruck erweckt habe, der Inhalt des Urteils stehe schon vor der Beratung fest. Dar&uuml;ber hinaus &auml;u&szlig;erte der Liquidator bei Verlassen des Sitzungssaales, &quot;dass auch der Berichterstatter und der Mitberichterstatter befangen und gegen ihn seien und dass die ehrenamtlichen Richter ja blo&szlig; Statisten&quot; seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin wies das FG ohne Beteiligung des Vorsitzenden den Ablehnungsantrag hinsichtlich des Vorsitzenden Richters am FG A mit Beschluss vom selben Tage als &quot;jedenfalls unbegr&uuml;ndet&quot; zur&uuml;ck. Es habe sich bei der Aussage des Vorsitzenden um eine zul&auml;ssige Meinungs&auml;u&szlig;erung und eine erkennbar aus seiner Sicht vorgenommene Zusammenfassung des Verhandlungsergebnisses gehandelt. Der &Auml;u&szlig;erung k&ouml;nne nicht entnommen werden, dass das Urteil schon vor der Beratung festgestanden habe. Da die Ablehnungsgr&uuml;nde offensichtlich nicht zur Begr&uuml;ndung einer Befangenheit geeignet seien, er&uuml;brige es sich auch, die dienstliche &Auml;u&szlig;erung dem (inzwischen abwesenden) Kl&auml;ger zur Stellungnahme zu &uuml;bersenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Noch am Sitzungstag ging per Telefax ein Schriftsatz des Liquidators ein, in dem dieser erkl&auml;rte, den Vorsitzenden Richter am FG A und die beisitzenden Richter B und C wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt zu haben. Ablehnungsgrund sei, dass sie A nicht abgehalten h&auml;tten, als dieser den Liquidator &quot;beschimpft und aus dem Sitzungssaal geschmissen&quot; habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage ab, weil die Kl&auml;gerin Wohn- und Schlafr&auml;ume zur kurzfristigen Vermietung bereitgehalten habe (&sect; 4 Nr. 12 Satz 2 UStG). Dies ergebe sich aus den Umst&auml;nden wie der Hotelwerbung, dem tageweise berechneten Mietzins und der Berechnung von Fr&uuml;hst&uuml;ckslieferungen. Unterlagen, aus denen sich die Absicht einer l&auml;ngerfristigen Vermietung ergebe, habe die Kl&auml;gerin trotz Ausschlussfrist ebenso wenig vorgelegt wie die Buchf&uuml;hrung. Au&szlig;erdem &auml;u&szlig;erte sich das FG in den Urteilsgr&uuml;nden zu den erhobenen Besetzungsr&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich das Ablehnungsgesuch der Kl&auml;gerin gegen den Vorsitzenden Richter am FG A richte, sei hier&uuml;ber bereits in dem unanfechtbaren Beschluss vom Sitzungstage entschieden worden. Dieser habe den Liquidator auch nicht &quot;beschimpft und aus dem Sitzungssaal geschmissen&quot;. Zu der Verweisung aus dem Sitzungssaal sei es gekommen, nachdem der Kl&auml;gervertreter dem Vorsitzenden st&auml;ndig lautstark ins Wort gefallen sei, sodass dieser trotz mehrfacher Ermahnungen M&uuml;he gehabt habe, einen Satz zu Ende zu bringen. Den Befangenheitsantrag habe der Kl&auml;gervertreter &quot;laut schreiend&quot; vorgetragen. Nachdem auch ein Versuch einer Erkl&auml;rung seiner umstrittenen &Auml;u&szlig;erung wegen des &quot;fortgesetzten Geschreis&quot; unm&ouml;glich gewesen sei, habe der Vorsitzende den Liquidator wegen seines ungeb&uuml;hrlichen Verhaltens des Saales verwiesen. Der m&uuml;ndlich gestellte Ablehnungsantrag hinsichtlich der Richter am FG B und C sei als offensichtlich unzul&auml;ssig zur&uuml;ckzuweisen, da die Ablehnungsgr&uuml;nde nicht substantiiert dargelegt worden seien. Der nach Abschluss der Beratung angebrachte schriftliche Ablehnungsantrag sei rechtsmissbr&auml;uchlich, da es dem Kl&auml;gervertreter mit seinen Ablehnungen lediglich darum gegangen sei, eine ung&uuml;nstige Sachentscheidung zu verhindern oder hinauszuschieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG wendet sich die Kl&auml;gerin mit der auf Verfahrensfehler gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde. An dem Urteil habe der wirksam abgelehnte Vorsitzende Richter am FG A mitgewirkt. Dieser habe dem Liquidator vor Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung mitgeteilt, er k&ouml;nne von einer &quot;Verurteilung&quot; ausgehen. Ein weiterer Verfahrensfehler liege darin, dass das FG in seinem zur&uuml;ckweisenden Beschluss eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung aufgenommen habe, da ein Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs nicht unanfechtbar, sondern nach &sect; 46 Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) mit der sofortigen Beschwerde angreifbar sei. Auch die beisitzenden Richter seien abgelehnt worden, weil sie die Verhaltensweise des Vorsitzenden &quot;hingenommen&quot; h&auml;tten. Diese h&auml;tten pflichtwidrig keine dienstliche Stellungnahme abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet, weil in der Begr&uuml;ndung die Voraussetzungen f&uuml;r die begehrte Zulassung der Revision wegen Verfahrensm&auml;ngeln entweder i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO nicht hinreichend darlegt worden sind oder nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO wegen der im &Uuml;brigen allein als verfahrensfehlerhaft ger&uuml;gten Ablehnung der Befangenheitsgesuche gegen den Vorsitzenden Richter am FG A und der Richter am FG B und C kommt nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Beschl&uuml;sse &uuml;ber die Ablehnung von Gerichtspersonen sind seit dem 1. Januar 2001 nur noch eingeschr&auml;nkt nachpr&uuml;fbar. Dies ergibt sich daraus, dass seither die Beschwerde gegen die Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs gegen Richter ausgeschlossen ist (&sect; 128 Abs. 2 FGO i.d.F. durch das Zweite Gesetz zur &Auml;nderung der Finanzgerichtsordnung und anderer Gesetze vom 19. Dezember 2000, BGBl I 2000, 1757). Insoweit verdr&auml;ngt &sect; 128 Abs. 2 FGO als speziellere Regelung &sect; 51 i.V.m. &sect; 46 Abs. 2 ZPO. Die Rechtsbehelfsbelehrung des FG in dem ohne Mitwirkung des abgelehnten Vorsitzenden Richters am FG A gefassten Beschluss vom 18. April 2007 war deshalb zutreffend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Da nach &sect; 124 Abs. 2 FGO die dem Endurteil vorausgegangenen unanfechtbaren Entscheidungen nicht der Beurteilung der Revision unterliegen, kann die Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs nur noch als Verletzung des Verfahrensgrundrechts auf den gesetzlichen Richter nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes und damit als Verfahrensmangel nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3, &sect; 119 Nr. 1 FGO geltend gemacht werden. Hierbei besteht nach dem Gesetzeszweck des &sect; 124 Abs. 2 FGO kein Unterschied, ob die unanfechtbare Entscheidung in Form eines gesonderten Beschlusses ergeht oder &#8211;wie bei unzul&auml;ssigen Ablehnungsgesuchen&#8211; erst in den Urteilsgr&uuml;nden erfolgt (Urteil des Bundesgerichtshofes &#8211;BGH&#8211; vom 17. Oktober 1966 II ZR 230\/64, BGHZ 46, 112; Ruban in Gr&auml;ber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 124 Rz 2).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Voraussetzung f&uuml;r eine schl&uuml;ssige Verfahrensr&uuml;ge ist deshalb, dass sich dem Beschwerdevorbringen entnehmen l&auml;sst, dass der Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs nicht nur fehlerhaft, sondern greifbar gesetzwidrig und damit willk&uuml;rlich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. Februar 2008 XI B 205\/07, BFH\/NV 2008, 1210; vom 14. M&auml;rz 2007 VIII B 103\/06, BFH\/NV 2007, 1330, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Aus welchen Gr&uuml;nden der Ablehnungsentscheidung gegen den Vorsitzenden Richter am FG A im Beschluss des FG vom 18. April 2007 derart schwerwiegende M&auml;ngel anhaften k&ouml;nnten, dass sie greifbar gesetzwidrig und willk&uuml;rlich w&auml;re, ergibt sich aus den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Soweit die Kl&auml;gerin insoweit r&uuml;gt, das FG habe ihr vor Ergehen des Beschlusses &uuml;ber ihr Ablehnungsgesuch gegen den Vorsitzenden Richter am FG A dessen dienstliche &Auml;u&szlig;erung nicht mitgeteilt, r&uuml;gt sie die Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs (BGH-Urteil vom 6. April 2005 V ZB 25\/04, Neue Juristische Wochenschrift 2005, 2233, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht 2005, 1016; Z&ouml;ller\/Vollkommer, ZPO, 26. Aufl. &sect; 46 Rz 3). Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs erfordert, dass im Einzelnen dargelegt wird, wozu der Beschwerdef&uuml;hrer sich nicht hat &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen und was er bei ausreichender Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs noch vorgetragen h&auml;tte (z.B. BFH-Beschluss vom 11. Februar 2003 V B 157\/02, BFH\/NV 2003, 929). Hieran fehlt es, denn die Kl&auml;gerin hat nicht vorgetragen, was sie bei Kenntnis des Inhalts der dienstlichen &Auml;u&szlig;erung, auf deren Inhalt sie sich bei Glaubhaftmachung der Befangenheit beruft, vorgetragen h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die &Auml;u&szlig;erung des Vorsitzenden Richters am FG A &quot;Wie die Sache vermutlich ausgehen wird, k&ouml;nnen Sie sich ja wohl ausrechnen&quot;, ist nicht in diesem Sinne greifbar gesetzwidrig und willk&uuml;rlich, dass die &Auml;u&szlig;erung einen Schluss auf eine unsachliche Einstellung gegen&uuml;ber dem Liquidator der Kl&auml;gerin zulassen w&uuml;rde. Die Bemerkung war zwar &uuml;berfl&uuml;ssig, da sie ausweislich des insoweit ma&szlig;geblichen (&sect; 94 FGO i.V.m &sect; 165 ZPO) Sitzungsprotokolls nach Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung ge&auml;u&szlig;ert wurde und deshalb nach Inhalt und Zeitpunkt nicht mehr dazu dienen konnte, dem Liquidator Gelegenheit zur Ausr&auml;umung von Bedenken gegen den Rechtsstandpunkt der Kl&auml;gerin zu geben (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 25. Januar 1996 X B 130\/95, BFH\/NV 1996, 561). Sie l&auml;sst aber auch nicht den von der Kl&auml;gerin gezogenen Schluss zu, dass der Vorsitzende Richter am FG A damit zum Ausdruck gebracht habe, er sei eventuellen Gegenargumenten in der bevorstehenden Beratung durch die beisitzenden Berufsrichter oder die ehrenamtlichen Richter nicht mehr zug&auml;nglich gewesen. Hiergegen spricht schon die Formulierung, dass sich die Kl&auml;gerin ausrechnen k&ouml;nne, wie der Rechtsstreit &quot;vermutlich&quot; ausgehen werde. Aufgrund dieser Einschr&auml;nkung konnte der Liquidator der Kl&auml;gerin der &Auml;u&szlig;erung gerade nicht die Bedeutung entnehmen, das Urteil stehe auch ohne Abstimmung mit den ehrenamtlichen Richtern bereits fest und der Vorsitzende Richter am FG A sei etwaigen Einw&auml;nden der &uuml;brigen Richter nicht mehr zug&auml;nglich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Zudem steht der Annahme einer auf Willk&uuml;r deutenden Unsachlichkeit entgegen, dass diese Aussage vor dem Hintergrund get&auml;tigt wurde, dass die Kl&auml;gerin die Feststellungslast f&uuml;r die tats&auml;chlichen Umst&auml;nde der Steuerbefreiung der Vermietungsums&auml;tze nach &sect; 4 Nr. 12 UStG trug und trotz Ausschlussfrist nach &sect; 79b FGO die in der gerichtlichen Aufforderung genannten Unterlagen zum Nachweis der Modalit&auml;ten der Vermietung nicht vorgelegt hatte und auch die Bewerbung der Wohnungen als &quot;Hotelappartement&quot; nicht streitig war. &Auml;u&szlig;erungen eines Richters k&ouml;nnen nur dann Anlass zur Besorgnis der Befangenheit geben, wenn sie unter Ber&uuml;cksichtigung eines Verhaltensspielraums des Richters und auch unter Einbeziehung der Prozessgeschichte (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 13. Januar 2003 III B 51\/02, BFH\/NV 2003, 640; vom 30. Juni 1989 VIII B 86\/88, BFH\/NV 1990, 175; vom 22. Mai 1991 IV B 104\/90, BFH\/NV 1992, 476) ohne jeden Sachbezug sind. Das ist aus den genannten Gr&uuml;nden nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Im &Uuml;brigen gibt auch eine besonders freim&uuml;tige Ausdrucksweise eines Richters erst dann einen Anlass f&uuml;r eine objektiv begr&uuml;ndete Besorgnis der Befangenheit, wenn sich der Richter einer evident unsachlichen, unangemessenen oder beleidigenden Sprache bedient hat (vgl. BFH-Beschluss vom 16. November 1999 IV B 63\/99, BFH\/NV 2000, 724, 725, m.w.N.). Das hat die Kl&auml;gerin nicht substantiiert vorgetragen. Die Verweisung des Liquidators aus dem Sitzungssaal war kein Hinweis auf eine evident unsachliche Einstellung des Vorsitzenden, weil sie durch die sich aus den Akten ergebenden Gesamtumst&auml;nde geboten war, nach denen eine Er&ouml;rterung der Sache in sachlicher Form in geh&ouml;riger Lautst&auml;rke nicht mehr m&ouml;glich war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Zur Entscheidung &uuml;ber das nach Abschluss der Urteilsberatung bei Gericht eingegangene schrifts&auml;tzliche Ablehnungsgesuch vom 18. April 2007 gegen den Vorsitzenden Richter am FG A sowie die Richter am FG B und C, das das FG als rechtsmissbr&auml;uchlich beurteilt und &uuml;ber das das FG im Urteil entschieden hat, hat die Kl&auml;gerin nichts zum Ablehnungsgrund dargelegt, sondern lediglich vorgetragen, es fehle deren dienstliche &Auml;u&szlig;erung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Ist ein Ablehnungsgesuch rechtsmissbr&auml;uchlich oder offensichtlich unzul&auml;ssig, entscheidet das Gericht dar&uuml;ber in der nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan vorgesehenen Besetzung, ohne dass es einer vorherigen dienstlichen &Auml;u&szlig;erung der abgelehnten Richter nach &sect; 51 FGO i.V.m. &sect; 44 Abs. 3 ZPO bedarf (BFH-Beschluss vom 1. April 2003 VII S 7\/03, BFH\/NV 2003, 1331). In diesem Fall kann &uuml;ber den Antrag im Urteil mitentschieden werden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. Februar 2003 VII B 330\/02, BFHE 201, 483, BStBl II 2003, 422; vom 21. November 2002 VII B 58\/02, BFH\/NV 2003, 485, und vom 31. August 1999 V B 53\/97, V S 13\/99, BFH\/NV 2000, 244).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Da sich aus dem Schweigen der beisitzenden Richter zur &Auml;u&szlig;erung des Vorsitzenden ersichtlich kein Schluss auf ihre Unparteilichkeit ergibt, vermag der Senat in der Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs in der vorliegenden Form keine greifbar gesetzwidrige Ma&szlig;nahme zu sehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, V B 110\/07 Richterablehnung als Verfahrensfehler Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Nachdem die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (eine in Liquidation befindliche GmbH) f&uuml;r die Streitjahre 1995 bis 1999 in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen keine Ums&auml;tze erkl&auml;rt hatte, stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung fest, dass die Kl&auml;gerin die von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-110-07-richterablehnung-als-verfahrensfehler\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;110\/07 &#8211; Richterablehnung als Verfahrensfehler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}