{"id":17787,"date":"2012-12-19T14:24:49","date_gmt":"2012-12-19T12:24:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17787"},"modified":"2012-12-19T14:24:49","modified_gmt":"2012-12-19T12:24:49","slug":"vii-b-46-08-duldungsbescheid-wegen-schenkweiser-ueberlassung-von-geld-zum-erwerb-eines-hausgrundstuecks-ruegeverlust-eines-nicht-anwaltlich-vertretenen-beteiligten-unzulaessigkeit-neuen-tatsaechlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-46-08-duldungsbescheid-wegen-schenkweiser-ueberlassung-von-geld-zum-erwerb-eines-hausgrundstuecks-ruegeverlust-eines-nicht-anwaltlich-vertretenen-beteiligten-unzulaessigkeit-neuen-tatsaechlichen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;46\/08 &#8211; Duldungsbescheid wegen schenkweiser &Uuml;berlassung von Geld zum Erwerb eines Hausgrundst&uuml;cks &#8211; R&uuml;geverlust eines nicht anwaltlich vertretenen Beteiligten &#8211; Unzul&auml;ssigkeit neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren &#8211; Revisionszulassung wegen Rechtsanwendungsfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, VII B 46\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Duldungsbescheid wegen schenkweiser &Uuml;berlassung von Geld zum Erwerb eines Hausgrundst&uuml;cks &#8211; R&uuml;geverlust eines nicht anwaltlich vertretenen Beteiligten &#8211; Unzul&auml;ssigkeit neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren &#8211; Revisionszulassung wegen Rechtsanwendungsfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Vertreten durch ihre Mutter erwarb die minderj&auml;hrige Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ein Hausgrundst&uuml;ck, in dem sie zwischenzeitlich mit ihrer Mutter wohnt. In dem notariellen Kaufvertrag verpflichtete sich die Mutter, der Kl&auml;gerin einen Betrag in H&ouml;he des Kaufpreises zu &uuml;berlassen. Die Kl&auml;gerin trat diesen Anspruch auf Erf&uuml;llung des Schenkungsversprechens an den Verk&auml;ufer sicherungshalber ab, verpflichtete sich, das Grundst&uuml;ck zu Lebzeiten der Mutter ohne deren Zustimmung nicht zu ver&auml;u&szlig;ern und nicht zu belasten und r&auml;umte ihr ein unbeschr&auml;nktes Nutzungs- und Nie&szlig;brauchsrecht auf Lebenszeit ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wegen Abgabenr&uuml;ckst&auml;nden der Mutter erlie&szlig; der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen die Kl&auml;gerin einen Duldungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 191 der Abgabenordnung i.V.m. &sect; 4 des Anfechtungsgesetzes (AnfG). Darin wurde die Kl&auml;gerin aufgefordert, wegen der schenkweisen &Uuml;berlassung des Kaufpreises zum Erwerb des Hausgrundst&uuml;cks die Zwangsvollstreckung in das erworbene Grundst&uuml;ck bis zu dem von der Mutter geschuldeten Abgabenbetrag zu dulden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage, zu deren Begr&uuml;ndung die Kl&auml;gerin erstmals vortrug, das Geld f&uuml;r den Kauf des Grundst&uuml;cks habe nicht aus den Eigenmitteln ihrer Mutter, sondern aus Zuwendungen von (namentlich benannten) Verwandten an sie, die Kl&auml;gerin, gestammt, blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) sah die Voraussetzungen des &sect; 4 AnfG als erf&uuml;llt an. Das Vorbringen zur Herkunft des als Kaufpreis entrichteten Betrags hielt es f&uuml;r unsubstantiiert, da die Kl&auml;gerin auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung weder genau den jeweiligen Schenker, noch die Zeit und den Betrag der Barschenkungen habe darlegen k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus seien die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung abgegebenen Erkl&auml;rungen unglaubhaft. Es handele sich um situationsangepasste und nicht durch belastbare Dokumente belegte Schutzbehauptungen, da von Eigenmitteln der Kl&auml;gerin im Einspruchsverfahren keine Rede gewesen sei. Angesichts der v&ouml;lligen Substanzlosigkeit des Vortrages gebe es keine Anhaltspunkte f&uuml;r weitere Ermittlungen oder Beweisaufnahmen des Gerichts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ihre Nichtzulassungsbeschwerde begr&uuml;ndet die Kl&auml;gerin mit erheblichen Verfahrensm&auml;ngeln des angegriffenen Urteils i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die behaupteten Verfahrensfehler rechtfertigen die Zulassung der Revision nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Wenn die Kl&auml;gerin in der Beschwerde erstmals vortr&auml;gt, ihre Mutter habe ihr Schenkungsversprechen im Grundst&uuml;ckskaufvertrag &#8211;nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Steuernachforderungen und der darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hrenden Kontopf&auml;ndung&#8211; nicht erf&uuml;llt, und Prolongationsbescheinigungen und Kontoausz&uuml;ge zu einem auf ihren Namen gef&uuml;hrten Festgeldkonto vorlegt, aus denen sich die &Uuml;berweisung des Kaufpreises auf das Notarkonto ergibt, so handelt es sich um neues, im Verfahren wegen einer Nichtzulassungsbeschwerde gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO unzul&auml;ssiges tats&auml;chliches Vorbringen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. September 2002 IX B 20\/02, BFH\/NV 2003, 186, m.w.N.). Entsprechende Feststellungen hat das FG nicht getroffen, sondern im Gegenteil festgestellt, dass die Kl&auml;gerin keine Unterlagen der Bank bez&uuml;glich des Festgeldkontos vorgelegt hat und nach eigenen Angaben auch nicht mehr vorlegen konnte. Die Beschwerde l&auml;sst weder erkennen, was die Kl&auml;gerin an einem rechtzeitigen Beweisantritt gehindert haben soll noch welche Aufkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten sich dem FG h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, obwohl die von der Kl&auml;gerin jetzt vorgelegten Ausz&uuml;ge seinerzeit nicht mehr in ihrem Besitz waren und erst jetzt von der Bank erstellt worden sind. Abgesehen davon ergibt sich aus den Bankunterlagen auch keineswegs, aus wessen Verm&ouml;gen das auf dem Festgeldkonto angelegte Geld, insbesondere der am Tag der Kaufpreisf&auml;lligkeit gutgeschriebene Erl&ouml;s aus Wertpapierverk&auml;ufen, stammt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Mit der R&uuml;ge, das FG sei irrig davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin beweisen m&uuml;sse, dass die Voraussetzungen des &sect; 4 AnfG nicht vorliegen, sondern richtigerweise das FA zu beweisen habe, dass die Mutter das Schenkungsversprechen erf&uuml;llt habe, macht die Kl&auml;gerin keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO geltend, sondern behauptet Rechtsanwendungsfehler des FG. Ein solcher Fehler k&ouml;nnte die Revisionszulassung allenfalls dann rechtfertigen, wenn die Rechtsanwendung bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung nicht mehr verst&auml;ndlich ist und sich daher der Schluss aufdr&auml;ngen muss, dass sie auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht (vgl. BFH-Beschluss vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116). Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass das Urteil des FG auf solchen sachfremden Erw&auml;gungen beruht oder greifbar gesetzwidrig ist, sind jedoch nicht erkennbar. Vielmehr ist die W&uuml;rdigung des FG, dass die Mutter der Kl&auml;gerin den Kaufpreis f&uuml;r das Grundst&uuml;ck geschenkt hat, durchaus nachvollziehbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ein Verfahrensfehler liegt auch nicht darin, dass das FG die Personen, von denen das Geld auf dem Festgeldkonto der Kl&auml;gerin angeblich stammen soll, nicht als Zeugen vernommen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur schl&uuml;ssigen Darlegung des Verfahrensmangels eines vom FG &uuml;bergangenen Beweisantrags geh&ouml;rt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (u.a.) auch der Vortrag, dass die Nichterhebung des Beweises in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt wurde oder weshalb diese R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 20. April 1989 IV R 299\/83, BFHE 157, 106, BStBl II 1989, 727, und BFH-Beschluss vom 17. November 1997 VIII B 16\/97, BFH\/NV 1998, 608). Da der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung ein Beteiligter &#8211;ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge&#8211; verzichten kann (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung), hat die unterlassene rechtzeitige R&uuml;ge den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust, so z.B. auch zur Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde, zur Folge (vgl. Senatsbeschluss vom 17. Dezember 1999 VII B 183\/99, BFH\/NV 2000, 597). An entsprechenden Darlegungen der Beschwerde, dass die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG das &Uuml;bergehen eines zuvor schrifts&auml;tzlich gestellten Beweisantrags ger&uuml;gt hat oder weshalb diese R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war, fehlt es im Streitfall. Auch ist weder den Schrifts&auml;tzen der Kl&auml;gerin noch dem Verhandlungsprotokoll ein entsprechender Beweisantrag zu entnehmen. Auch wenn die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht anwaltlich vertreten war, ist ihr der R&uuml;geverzicht zuzurechnen. Denn ihrer &#8211;nach Aktenlage im Rechtsverkehr nicht unkundigen&#8211; Mutter, die f&uuml;r sie aufgetreten ist, musste sich nach dem Verlauf der Verhandlung aufdr&auml;ngen, dass es auf den Nachweis der Herkunft der f&uuml;r den Hauskauf aufgewendeten Gelder streitentscheidend ankam.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Abgesehen davon ist dem Vorbringen der Kl&auml;gerin kein Sachverhalt zu entnehmen, der Anlass zu einer Zeugenvernehmung gegeben h&auml;tte. Nach dem Verhandlungsprotokoll hat sie zu den Geldgeschenken ihrer Gro&szlig;eltern zu ihrer Taufe vorgetragen. Das FG hat dazu festgestellt, dass die Zahlungsvorg&auml;nge unsubstantiiert geblieben und keine nachvollziehbaren Angaben zu den angeblich mit diesem Geld er&ouml;ffneten Konten gemacht worden seien. Es bleibt offen, welchen entscheidungserheblichen Sachverhalt die Zeugen h&auml;tten best&auml;tigen sollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, VII B 46\/08 Duldungsbescheid wegen schenkweiser &Uuml;berlassung von Geld zum Erwerb eines Hausgrundst&uuml;cks &#8211; R&uuml;geverlust eines nicht anwaltlich vertretenen Beteiligten &#8211; Unzul&auml;ssigkeit neuen tats&auml;chlichen Vorbringens im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren &#8211; Revisionszulassung wegen Rechtsanwendungsfehler Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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