{"id":17791,"date":"2012-12-19T14:24:50","date_gmt":"2012-12-19T12:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17791"},"modified":"2012-12-19T14:24:50","modified_gmt":"2012-12-19T12:24:50","slug":"i-b-160-08-auslegung-von-aeusserungen-der-finanzbehoerde-umfang-der-haftung-fuer-bauabzugsteuer-vereinbarkeit-von-parpar-48-ff-estg-mit-dem-gemeinschaftsrecht-steuergeheimnis-voraussetzung-fuer-das-vo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-160-08-auslegung-von-aeusserungen-der-finanzbehoerde-umfang-der-haftung-fuer-bauabzugsteuer-vereinbarkeit-von-parpar-48-ff-estg-mit-dem-gemeinschaftsrecht-steuergeheimnis-voraussetzung-fuer-das-vo\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;160\/08 &#8211; Auslegung von &Auml;u&szlig;erungen der Finanzbeh&ouml;rde &#8211; Umfang der Haftung f&uuml;r Bauabzugsteuer &#8211; Vereinbarkeit von &sect;&sect; 48 ff. EStG mit dem Gemeinschaftsrecht &#8211; Steuergeheimnis &#8211; Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen eines verfassungswidrigen Vollzugsdefizits &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Antrag nach &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, I B 160\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Auslegung von &Auml;u&szlig;erungen der Finanzbeh&ouml;rde &#8211; Umfang der Haftung f&uuml;r Bauabzugsteuer &#8211; Vereinbarkeit von &sect;&sect; 48 ff. EStG mit dem Gemeinschaftsrecht &#8211; Steuergeheimnis &#8211; Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen eines verfassungswidrigen Vollzugsdefizits &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Antrag nach &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob die Antragstellerin und Beschwerdegegnerin (Antragstellerin) nach &sect; 48a Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) f&uuml;r eine von ihr nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Steuer haftet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Rahmen einer bei der Antragstellerin durchgef&uuml;hrten Betriebspr&uuml;fung stellte der Pr&uuml;fer fest, dass die Antragstellerin in den Streitjahren (2003 und 2005) von der Firma M, einer Kapitalgesellschaft bosnischen Rechts, Bauleistungen erhalten und in diesem Zusammenhang keine Abzugsteuer einbehalten hatte. Die Firma M habe eine Gesch&auml;ftsanschrift im Inland besessen; f&uuml;r den Zeitraum vom 17. Juli 2003 bis zum 31. Dezember 2003 habe der Antragstellerin eine gef&auml;lschte Freistellungsbescheinigung vorgelegen. Der Pr&uuml;fer nahm an, dass die Antragstellerin verpflichtet gewesen sei, die Freistellungsbescheinigung zu &uuml;berpr&uuml;fen; da sie diese Verpflichtung nicht erf&uuml;llt habe, hafte sie f&uuml;r die nicht einbehaltene Steuer. Den Haftungsbetrag bezifferte der Pr&uuml;fer mit 247 788,30 EUR.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf dieser Basis erlie&szlig; der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;das Finanzamt (FA)&#8211; gegen&uuml;ber der Antragstellerin einen Haftungsbescheid &uuml;ber den genannten Betrag. Die Antragstellerin focht diesen Bescheid mit einem Einspruch an, &uuml;ber den nach Aktenlage noch nicht entschieden worden ist. Einen Antrag der Antragstellerin, die Vollziehung des Haftungsbescheids auszusetzen, lehnte das FA ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daraufhin beantragte die Antragstellerin beim Finanzgericht (FG) eine Aussetzung der Vollziehung (AdV) des Haftungsbescheids. Im Verlauf des deshalb gef&uuml;hrten Verfahrens setzte das FA die Vollziehung dieses Bescheids in H&ouml;he von 61 477,20 EUR aus. Nachdem die Antragstellerin an ihrem weiter gehenden Antrag festhielt, setzte das FG die Vollziehung des Haftungsbescheids in H&ouml;he der Restsumme (186 311,10 EUR) ebenfalls aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner vom FG zugelassenen Beschwerde r&uuml;gt das FA sinngem&auml;&szlig; eine fehlerhafte Anwendung des &sect; 69 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Es beantragt, die angefochtene Entscheidung aufzuheben und den Antrag auf AdV in dem noch verbliebenen Umfang abzulehnen, hilfsweise die AdV nur gegen Sicherheitsleistung zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an die Einlegung der Beschwerde hat das FA der Antragstellerin mit Schreiben vom 18. August 2008 mitgeteilt, dass es die Vollziehung des angefochtenen Bescheids in vollem Umfang ohne Sicherheitsleistung aussetze. In dem Schreiben hei&szlig;t es weiter, die AdV erfolge &quot;auf Grund des Beschlusses des Finanzgerichts&quot; und ende &quot;einen Monat nach Bekanntgabe der Entscheidung &uuml;ber den Einspruch&quot;. Die Bearbeitung des Einspruchs werde &quot;nach Entscheidung des BFH &uuml;ber die &#8230; gegen den &#8230; FG-Beschluss erhobene Beschwerde&quot; erfolgen. Nach Erhalt dieses Schreibens hat die Antragstellerin den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt. Das FA hat der Erledigungserkl&auml;rung widersprochen. Daraufhin hat die Antragstellerin hilfsweise beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Durch die Verf&uuml;gung des FA vom 18. August 2008 hat sich der Rechtsstreit wegen AdV nicht erledigt. Daher ist &uuml;ber die Beschwerde in der Sache zu entscheiden. Diese Entscheidung geht dahin, dass der angefochtene Beschluss des FG aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Antragstellerin begehrt in erster Linie eine Entscheidung des Inhalts, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt ist. Eine solche Feststellung kann zwar grunds&auml;tzlich auch im Verfahren des einstweiligen Rechtschutzes getroffen werden (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 138 FGO Rz 43). Im Streitfall ist die von der Antragstellerin angenommene Erledigung aber nicht eingetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Ein Rechtsstreit ist in der Hauptsache erledigt, wenn nach Rechtsh&auml;ngigkeit ein Ereignis eingetreten ist, durch das das gesamte im Klageantrag zum Ausdruck kommende, in dem betreffenden Verfahren streitige Klagebegehren objektiv gegenstandslos geworden ist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Oktober 2004 II R 74\/00, BFHE 207, 355, BStBl II 2005, 99, 100, m.w.N.). Das gilt im Verfahren wegen AdV entsprechend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall richtet sich das Begehren der Antragstellerin auf eine AdV des angefochtenen Haftungsbescheids ohne Sicherheitsleistung. Es w&auml;re gegenstandslos, wenn dem Schreiben des FA vom 18. August 2008 entnommen werden k&ouml;nnte, dass das FA diese Ma&szlig;nahme nunmehr von sich aus &#8211;ohne gerichtliche Entscheidung&#8211; angeordnet hat. So kann das Schreiben aber nicht verstanden werden. Es enth&auml;lt vielmehr nur Aussagen dazu, dass und mit welchen Folgen die zuvor vom FG ausgesprochene AdV nunmehr vom FA kassentechnisch nachvollzogen werde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Allerdings mag das genannte Schreiben auf den ersten Blick den Eindruck vermitteln k&ouml;nnen, das FA habe dem Antrag auf AdV abgeholfen. In diese Richtung weist vor allem sein Eingangssatz, der lautet: &quot;&#8230; ich setze die Vollziehung des &#8230; Haftungsbescheides &#8230; unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs &#8230; aus&quot;. Ebenso mag die daran anschlie&szlig;ende Wendung, die AdV werde &quot;ohne Sicherheitsleistung bewilligt&quot;, f&uuml;r das Vorliegen einer abhelfenden Verf&uuml;gung sprechen. Doch werden diese Faktoren schon dadurch relativiert, dass es sodann hei&szlig;t, die AdV erfolge &quot;auf Grund des Beschlusses des FG&quot;; diese Bezugnahme l&auml;sst erkennen, dass das FA nicht eine eigenst&auml;ndige Entscheidung treffen, sondern nur die zuvor vom FG getroffene Entscheidung umsetzen wollte. Entscheidend f&uuml;r eine solche Deutung spricht aber vor allem der das Schreiben abschlie&szlig;ende Hinweis, die weitere Bearbeitung des Einspruchs werde &quot;nach Entscheidung des BFH &uuml;ber die &#8230; Beschwerde&quot; erfolgen; er macht deutlich, dass das FA sich nicht etwa dem FG in der Sache anschlie&szlig;en wollte, sondern eine AdV weiterhin f&uuml;r unzul&auml;ssig hielt und dazu nach wie vor eine Entscheidung des BFH anstrebte. Angesichts dessen ist das Schreiben bei der gebotenen verst&auml;ndigen W&uuml;rdigung seines gesamten Inhalts dahin zu verstehen, dass das FA nicht dem Begehren der Antragstellerin abhelfen wollte, sondern an seinem bisherigen Standpunkt festhielt und es &#8211;&auml;hnlich wie bei einer Mitteilung i.S. des &sect; 100 Abs. 2 Satz 3 FGO (vgl. dazu BFH-Urteil vom 18. November 2004 V R 37\/03, BFHE 208, 98, BStBl II 2005, 217)&#8211; nur um die Umsetzung der Entscheidung des FG ging. Damit aber war der bisherige Streitstoff erkennbar nicht beseitigt. F&uuml;r eine Feststellung des Inhalts, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt sei, ist deshalb kein Raum.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Antragstellerin hat hilfsweise ihren Antrag auf Zur&uuml;ckweisung der Beschwerde wiederholt. Ein solches Vorgehen ist zul&auml;ssig (BFH-Urteil in BFHE 207, 355, BStBl II 2005, 99, 101; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 138 FGO Rz 36, m.w.N.). Es f&uuml;hrt dazu, dass nunmehr &uuml;ber den Gegenstand der Beschwerde inhaltlich zu entscheiden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass die Vollziehung des Haftungsbescheids aus gemeinschaftsrechtlichen Gr&uuml;nden in vollem Umfang auszusetzen ist. Inwieweit der Antragstellerin eine AdV gew&auml;hrt werden kann, kann aber auf der Basis des derzeitigen Erkenntnisstandes nicht abschlie&szlig;end beurteilt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 FGO kann das Gericht die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Die AdV soll erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen (&sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO). Solche Zweifel bestehen dann, wenn bei summarischer &Uuml;berpr&uuml;fung des Verwaltungsakts neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zu Tage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (Senatsbeschluss vom 26. September 2007 I B 53, 54\/07, BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall ist nicht zweifelhaft, dass der angefochtene Bescheid insoweit der Gesetzeslage entspricht, als die Antragstellerin f&uuml;r die dort genannten Betr&auml;ge haftet. Denn nach &sect; 48a Abs. 3 EStG haftet der Empf&auml;nger einer Bauleistung (&sect; 48 Abs. 1 Satz 1 EStG) f&uuml;r den von ihm abzuf&uuml;hrenden Steuerabzugsbetrag (&sect; 48a Abs. 1 EStG) in H&ouml;he von 15 % des Leistungsentgelts (&sect; 48 Abs. 1 Satz 1 EStG). Die Voraussetzungen f&uuml;r eine solche Haftung sind, wie auch das FG angenommen hat, im Streitfall erf&uuml;llt. Ebenso ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass das FA die hiernach bestehende Haftung durch einen Haftungsbescheid geltend machen durfte; das ergibt sich mit hinreichender Klarheit aus &sect; 48a Abs. 3 Satz 4 EStG, der die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den Erlass eines solchen Bescheids regelt. Der Senat verzichtet auf weitere Ausf&uuml;hrungen zu diesen Punkten, da die Antragstellerin insoweit keine Einwendungen erhoben hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das FG hat diese Einsch&auml;tzung geteilt. Es hat dem Antrag dennoch stattgegeben, da es angenommen hat, dass die in &sect;&sect; 48 ff. EStG getroffenen Regelungen mit der gemeinschaftsrechtlichen Dienstleistungsfreiheit (Art. 49 f. des Vertrages von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrages &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte) nicht vereinbar seien. Dem ist nicht beizupflichten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das in &sect;&sect; 48 ff. EStG angeordnete Steuerabzugsverfahren ist in systematischer Hinsicht mit demjenigen vergleichbar, das &sect; 50a Abs. 4 EStG und &sect; 50d EStG im Zusammenhang mit der Besteuerung ausl&auml;ndischer K&uuml;nstler und Sportler vorsehen. Dazu hat der Senat entschieden, dass die Vereinbarkeit jener Regelungen mit dem Gemeinschaftsrecht nach den im Jahr 2007 gegebenen Verh&auml;ltnissen nicht i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO ernstlich zweifelhaft ist (Senatsbeschluss vom 29. November 2007 I B 181\/07, BFHE 219, 214, BStBl II 2008, 195). Das FG zieht die Richtigkeit dieser Entscheidung zwar in Zweifel. Der Senat h&auml;lt aber die dort angestellten &Uuml;berlegungen, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird, weiterhin f&uuml;r tragf&auml;hig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Im Hinblick auf die hier in Rede stehenden Vorschriften kommt hinzu, dass &sect;&sect; 48 ff. EStG nicht danach unterscheiden, ob die Bauleistung durch einen inl&auml;ndischen oder einen ausl&auml;ndischen Unternehmer erbracht wird. Die mit dem Steuerabzug verbundenen Verpflichtungen des Leistungsempf&auml;ngers kn&uuml;pfen vielmehr ausschlie&szlig;lich an die in &sect; 48 EStG genannten Merkmale an, zu denen die Ans&auml;ssigkeit des leistenden Unternehmers nicht geh&ouml;rt. Darin unterscheiden sich die ma&szlig;geblichen Regelungen namentlich von denjenigen des belgischen Rechts, die der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) f&uuml;r mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbar erachtet hat (EuGH-Urteil vom 9. November 2006 Rs. C-433\/04, &quot;Kommission vs. Belgien&quot;, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2007, 655); jene Entscheidung kann daher auf den Streitfall nicht &uuml;bertragen werden. Die Erstreckung der Abzugsregelungen auf alle Leistenden schlie&szlig;t eine dem Gemeinschaftsrecht widerstreitende Diskriminierung ausl&auml;ndischer Unternehmer im Grundsatz aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es mag dahingestellt bleiben, ob gleichwohl f&uuml;r die Annahme Raum ist, dass die gesetzliche Regelung ausl&auml;ndische Anbieter von Bauleistungen gegen&uuml;ber ihren inl&auml;ndischen Konkurrenten benachteiligen kann. Selbst wenn man diese Frage im Hinblick auf m&ouml;gliche Unterschiede im Verwaltungsvollzug oder in anderen tats&auml;chlichen Gegebenheiten bejahen wollte (vgl. dazu Gosch in Kirchhof, Einkommensteuergesetz, 8. Aufl., &sect; 48 Rz 4; Ebling in Bl&uuml;mich, Einkommensteuergesetz, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, &sect; 48 EStG Rz 47 f.; Fuhrmann in Korn, Einkommensteuergesetz, &sect; 48 Rz 13 ff.), w&auml;re eine solche Benachteiligung jedenfalls deutlich geringer als diejenige, der Steuerausl&auml;nder im Bereich der Besteuerung von K&uuml;nstlern und Sportlern unterliegen. Sie m&uuml;sste daher zur Erreichung des vom Gesetzgeber verfolgten Ziels, einen gleichm&auml;&szlig;igen Vollzug der Steuergesetze zu erm&ouml;glichen, umso mehr hingenommen werden. Angesichts dessen muss im Streitfall auf die &Uuml;berlegungen des FG dazu, dass die Rechtsprechung des Senats zu &sect; 50a EStG der &Uuml;berpr&uuml;fung bed&uuml;rfe, nicht n&auml;her eingegangen werden; im Bereich der Bauabzugsteuer besteht jedenfalls kein Anlass, die Vereinbarkeit der gesetzlichen Regelung mit dem Gemeinschaftsrecht f&uuml;r ernstlich zweifelhaft zu halten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Die Antragstellerin hat jedoch weiterhin geltend gemacht, dass der ihr gegen&uuml;ber angesetzte Haftungsbetrag die Steuerschulden der M deutlich &uuml;bersteige, was hinsichtlich des Differenzbetrags zur Rechtswidrigkeit des angefochtenen Bescheids f&uuml;hre. Dieser Einwand ist erheblich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die Haftung des Leistungsempf&auml;ngers nach &sect; 48a Abs. 3 EStG der H&ouml;he nach durch die zu sichernde Steuerforderung gegen&uuml;ber dem Leistenden begrenzt ist. F&uuml;r eine solche Annahme k&ouml;nnte zum einen die allgemein anerkannte Akzessoriet&auml;t einer Haftungsschuld gegen&uuml;ber der Steuerschuld (vgl. dazu z.B. &sect; 191 Abs. 5 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) sprechen. Zum anderen k&ouml;nnte sie sich auf die &Uuml;berlegung st&uuml;tzen lassen, dass die Haftung nach &sect; 48a Abs. 3 EStG Schadensersatzcharakter hat (so z.B. FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 27. Mai 2008&nbsp;&nbsp;4 K 1300\/06, nicht ver&ouml;ffentlicht). Schlie&szlig;lich ist zu bedenken, dass nach &sect; 48d EStG eine auf einem Doppelbesteuerungsabkommen beruhende Steuerbefreiung des Leistenden der Anwendung der &sect;&sect; 48 ff. EStG nicht entgegensteht; daraus k&ouml;nnte sich der Gegenschluss ziehen lassen, dass der Leistungsempf&auml;nger nicht haftet, wenn und soweit eine Steuerschuld des Leistenden aus anderen Gr&uuml;nden nicht besteht. Diese Frage ist bei summarischer Betrachtung ungekl&auml;rt. Dasselbe gilt f&uuml;r die weitere Frage, ob als &quot;zu sichernde Steuerforderung&quot; ggf. die Gesamtheit aller Steuerbetr&auml;ge i.S. des &sect; 48c Abs. 1 Satz 1 EStG anzusehen oder ob ein bestimmter Zusammenhang mit der die Abzugspflicht begr&uuml;ndenden Leistung zu fordern ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es kann nicht Aufgabe des Verfahrens wegen einstweiligen Rechtsschutzes sein, die damit angesprochenen Fragen abschlie&szlig;end zu kl&auml;ren. Bezogen auf den Streitfall h&auml;lt der Senat es jedoch f&uuml;r ernstlich m&ouml;glich, dass der angefochtene Bescheid als rechtswidrig anzusehen w&auml;re, wenn und soweit zwischen der Verletzung der Abzugspflicht einerseits und einer Steuerforderung gegen&uuml;ber dem Leistenden andererseits erkennbar kein Zusammenhang best&uuml;nde. Diese &Uuml;berlegung k&ouml;nnte namentlich dann durchgreifen, wenn die Steuerschuld der M &#8211;zur G&auml;nze oder teilweise&#8211; erst nach dem Ende der Gesch&auml;ftsbeziehungen zwischen der Antragstellerin und M begr&uuml;ndet worden ist. Das FG ist dem, von seinem Rechtsstandpunkt aus folgerichtig, nicht nachgegangen. Das muss deshalb nachgeholt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Einer weiteren Aufkl&auml;rung des Sachverhalts in dieser Richtung steht das vom FA angesprochene Steuergeheimnis (&sect; 30 Abs. 1 AO) nicht entgegen. Denn wenn und soweit zwischen Steuerforderung und Haftungsschuld ein rechtlicher Zusammenhang besteht, dienen Angaben zur H&ouml;he der Steuerforderung der Durchf&uuml;hrung des Haftungsverfahrens (&sect; 30 Abs. 4 Nr. 1 AO). Dem entsprechend geht auch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) davon aus, dass bei der Frage nach der Inanspruchnahme des Leistungsempf&auml;ngers die H&ouml;he bestehender Steuerforderungen gegen&uuml;ber dem Leistenden jedenfalls im Rahmen der Ermessensbet&auml;tigung zu ber&uuml;cksichtigen ist (BMF-Schreiben vom 27. Dezember 2002, BStBl I 2002, 1399, Tz. 73). In &Uuml;bereinstimmung damit m&uuml;ssen im Streitfall die Erkenntnisse der Finanzbeh&ouml;rden &uuml;ber die steuerlichen Verh&auml;ltnisse der M in die W&uuml;rdigung des angefochtenen Bescheids einbezogen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, die hiernach notwendige weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts dem FG zu &uuml;berlassen. Er verweist deshalb zu diesem Zweck die Sache zur&uuml;ck, was auch im Beschwerdeverfahren zul&auml;ssig ist (Ruban in Gr&auml;ber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 132 Rz 10, m.w.N.). Sofern das FG feststellen sollte, dass der Haftungsbetrag die von M geschuldeten Steuern der in &sect; 48c Abs. 1 EStG bezeichneten Art &uuml;bersteigt oder die Steuerforderung gegen&uuml;ber M keinesfalls mit der Verletzung der Abf&uuml;hrungspflicht zusammenh&auml;ngen kann, w&auml;re der Antragstellerin die begehrte AdV zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Die &uuml;brigen Einwendungen der Antragstellerin gegen den Haftungsbescheid greifen bei summarischer Betrachtung zweifelsfrei nicht durch.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das gilt zum einen f&uuml;r den Vortrag, im Bereich der Bauabzugsteuer bestehe ein &quot;strukturelles Vollzugsdefizit&quot; und deshalb ein verfassungswidriger Zustand (vgl. dazu Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 9. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/02, BStBl II 2005, 56), da die Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen nicht hinreichend &uuml;berpr&uuml;ft werde. Dem ist schon deshalb nicht zu folgen, weil nicht erkennbar ist, dass die Erf&uuml;llung der sich aus &sect;&sect; 48 ff. EStG ergebenden Verpflichtungen in deutlich geringerem Umfang sichergestellt ist als die Beachtung anderer steuerrechtlicher Vorgaben; nur dann k&ouml;nnte jedoch ein verfassungsrechtlich relevantes Vollzugsdefizit vorliegen (vgl. dazu auch BFH-Urteil vom 7. September 2005 VIII R 90\/04, BFHE 211, 183, BStBl II 2006, 61).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die R&uuml;ge, das FA habe durch die Freigabe gepf&auml;ndeter Forderungen der M einen m&ouml;glichen Steuerausfall mitverschuldet, geht ebenfalls fehl. Denn die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners kann nur dann unter dem Gesichtspunkt des beh&ouml;rdlichen Mitverschuldens ganz oder teilweise ausgeschlossen sein, wenn die anderweitige Beitreibung der Steuer in Folge einer besonders groben Pflichtverletzung der Beh&ouml;rde unterblieben ist (Senatsurteil vom 29. Juli 1992 I R 112\/91, BFH\/NV 1994, 357; Jatzke in Beermann\/Gosch, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 69 AO Rz 63, m.w.N.), und ein solcher Sachverhalt ergibt sich aus dem Vortrag der Antragstellerin nicht. Vielmehr w&auml;re es in erster Linie Sache der Antragstellerin gewesen, dem Fehlen einer Freistellungsbescheinigung i.S. des &sect; 48b EStG durch eine korrekte Durchf&uuml;hrung des Steuerabzugs Rechnung zu tragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Soweit die Antragstellerin schlie&szlig;lich beanstandet, dass die Finanzverwaltung Unterlagen beschlagnahmt habe und sie &#8211;die Antragstellerin&#8211; diese Unterlagen nunmehr nicht auf darin befindliche Freistellungsbescheinigungen durchsuchen k&ouml;nne, ist sie auf die M&ouml;glichkeit der Akteneinsicht zu verweisen. Wenn sie davon keinen Gebrauch machen oder ihr eine Akteneinsicht rechtm&auml;&szlig;ig verwehrt werden sollte (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 4. Juni 2003 VII B 138\/01, BFHE 202, 231, BStBl II 2003, 790), k&ouml;nnte dies nicht zu Zweifeln an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids f&uuml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                f) Nach &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO soll die Vollziehung auch dann ausgesetzt werden, wenn sie f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. Diese Regelung greift im Streitfall nicht ein. Denn sie setzt voraus, dass eine unbillige Folge nicht durch die Vollziehung des Steueranspruchs als solche, sondern gerade durch die Vollziehung vor Unanfechtbarkeit des Bescheids ausgel&ouml;st wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 3. Dezember 1968 II B 39\/68, BFHE 94, 352, BStBl II 1969, 170; vom 11. Dezember 1969 II B 51\/69, BFHE 97, 296, BStBl II 1970, 132; Koch in Gr&auml;ber, a.a.O., &sect; 69 Rz 105). Anhaltspunkte f&uuml;r das Vorliegen eines solchen Sachverhalts sind im Streitfall nicht erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Im Ergebnis bleibt es deshalb dabei, dass ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids nur bestehen k&ouml;nnten, wenn und soweit die Steuerforderungen gegen&uuml;ber M eindeutig nicht mit dem Versto&szlig; der Antragstellerin gegen ihre Verpflichtung zum Steuerabzug zusammenh&auml;ngen. Nur in diesem Umfang w&auml;re, wenn das FG bei seinen weiteren Ermittlungen einen solchen Sachverhalt feststellen sollte, die Vollziehung des Bescheids auszusetzen. Ob dann die AdV von einer Sicherheitsleistung abh&auml;ngig gemacht werden m&uuml;sste, hinge davon ab, ob und inwieweit die streitige Steuerforderung bei einem etwaigen Unterliegen der Antragstellerin in der Hauptsache gef&auml;hrdet w&auml;re; auch dazu hat das FG keine Feststellungen getroffen, was im zweiten Rechtsgang ggf. nachgeholt werden muss.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2008, I B 160\/08 Auslegung von &Auml;u&szlig;erungen der Finanzbeh&ouml;rde &#8211; Umfang der Haftung f&uuml;r Bauabzugsteuer &#8211; Vereinbarkeit von &sect;&sect; 48 ff. EStG mit dem Gemeinschaftsrecht &#8211; Steuergeheimnis &#8211; Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen eines verfassungswidrigen Vollzugsdefizits &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Antrag nach &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-160-08-auslegung-von-aeusserungen-der-finanzbehoerde-umfang-der-haftung-fuer-bauabzugsteuer-vereinbarkeit-von-parpar-48-ff-estg-mit-dem-gemeinschaftsrecht-steuergeheimnis-voraussetzung-fuer-das-vo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;160\/08 &#8211; Auslegung von &Auml;u&szlig;erungen der Finanzbeh&ouml;rde &#8211; Umfang der Haftung f&uuml;r Bauabzugsteuer &#8211; Vereinbarkeit von &sect;&sect; 48 ff. EStG mit dem Gemeinschaftsrecht &#8211; Steuergeheimnis &#8211; Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen eines verfassungswidrigen Vollzugsdefizits &#8211; Aussetzung der Vollziehung auf Antrag nach &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17791","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17791"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17791\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}