{"id":17811,"date":"2012-12-19T14:49:10","date_gmt":"2012-12-19T12:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17811"},"modified":"2012-12-19T14:49:10","modified_gmt":"2012-12-19T12:49:10","slug":"vi-r-66-06-arbeitslohn-bei-leistungen-aus-gruppenunfallversicherung-zur-absicherung-beruflicher-unfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-66-06-arbeitslohn-bei-leistungen-aus-gruppenunfallversicherung-zur-absicherung-beruflicher-unfaelle\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;66\/06 &#8211; Arbeitslohn bei Leistungen aus Gruppenunfallversicherung zur Absicherung beruflicher Unf&auml;lle"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2008, VI R 66\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Arbeitslohn bei Leistungen aus Gruppenunfallversicherung zur Absicherung beruflicher Unf&auml;lle<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde im Streitjahr (2000) mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Seit 1. M&auml;rz 1993 ist der Kl&auml;ger in einem Krankenhaus als Arzt besch&auml;ftigt und erzielt aus dieser T&auml;tigkeit Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2000 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger auch &quot;Eink&uuml;nfte aus Notarzteins&auml;tzen (DRK)&quot; in H&ouml;he von 7 050 DM, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterworfen wurden. In seinem Einkommensteuerbescheid 2000 vom 3. April 2001 erfasste der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Eink&uuml;nfte aus den Notarzteins&auml;tzen als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach den Feststellungen einer im Dezember 2003 beim DRK durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung unterh&auml;lt das DRK bei der X Versicherung als Versicherungsnehmer eine Gruppenunfallversicherung. Versicherte Personen sind &quot;Not&auml;rzte im Einsatz&quot;. Zum Versicherungsumfang ist u.a. ausgef&uuml;hrt: &quot;Versichert gilt ein durch die Rettungsleitstelle eingesetzter Notarzt.&quot; Das DRK unterwarf die Beitr&auml;ge seit dem 1. Januar 1999 nicht dem Lohnsteuerabzug.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Weiter wurde festgestellt, dass das DRK am 2. Februar 2000 eine Versicherungsleistung aus der vorgenannten Unfallversicherung in H&ouml;he von 120 000 DM in voller H&ouml;he an den Kl&auml;ger ausgezahlt hatte. Auf Anfrage des FA gab der Kl&auml;ger hierzu an, dass der Unfall bei einem Notfalleinsatz f&uuml;r das DRK eingetreten sei. Als Notarzt sei er im Auftrag seines Arbeitgebers, des Krankenhauses, im Rahmen des regul&auml;ren Notarztdienstes t&auml;tig gewesen. Unfalltag sei der &#8230; April 1999 gewesen, Unfallort die damalige Baustelle der Z auf der Autobahn. Nach Absturz eines Baukranes von der Br&uuml;cke sei bei Dunkelheit und Regen versucht worden, die Aufschlagstelle durch Abstieg &uuml;ber eine steile Waldb&ouml;schung zu erreichen. Dabei habe er &#8211;der Kl&auml;ger&#8211; sich eine Handverletzung zugezogen, die im weiteren Verlauf nach Behandlung und Begutachtung zur Auszahlung der Unfallversicherungssumme gef&uuml;hrt habe. Bei Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung 2000 h&auml;tte er den zust&auml;ndigen Sachbearbeiter darauf hingewiesen, Leistungen aus einer Unfallversicherung erhalten zu haben. Daraufhin sei ihm mitgeteilt worden, Leistungen aus einer Unfallversicherung seien steuerrechtlich nicht relevant und m&uuml;ssten bei der Einkommensteuererkl&auml;rung nicht angegeben werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 22. Juni 2004 &auml;nderte das FA die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2000 wegen neuer Tatsachen nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO). Dabei wurden die vom DRK an den Kl&auml;ger ausgekehrten Leistungen aus der Gruppenunfallversicherung zus&auml;tzlich als Arbeitslohn nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes erfasst.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach erfolglosem Vorverfahren gab das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) mit Urteil vom 28. September 2006&nbsp;&nbsp;1 K 1854\/05 (juris) der Klage statt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es beantragt, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass das FA zu Unrecht die Leistungen aus der Gruppenunfallversicherung als steuerpflichtigen Arbeitslohn erfasst hat. Soweit die vom DRK geleisteten Beitr&auml;ge zur Unfallversicherung im Streitfall als Arbeitslohn zu erfassen sind, sind sie Werbungskostenersatz und berechtigten deshalb den Kl&auml;ger in gleicher H&ouml;he zum Werbungskostenabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Leistungen aus einer vom Arbeitgeber als Versicherung f&uuml;r fremde Rechnung abgeschlossenen Gruppenunfallversicherung sind kein Arbeitslohn. Der erkennende Senat hat mit Urteil vom heutigen Tage in der Sache VI R 9\/05, BFHE 224, 70, entschieden, dass die aufgrund einer vom Arbeitgeber abgeschlossenen Gruppenunfallversicherung an den Arbeitnehmer ausgezahlte Versicherungsleistung nicht zu Arbeitslohn f&uuml;hrt. Zum Zufluss von Arbeitslohn im Zeitpunkt der Auszahlung einer Versicherungsleistung an den Arbeitnehmer f&uuml;hren vielmehr die vom Arbeitgeber zur Erlangung des Versicherungsschutzes des Arbeitnehmers bis zur Auskehrung der Versicherungsleistung erbrachten Beitragsleistungen, der H&ouml;he nach begrenzt auf die an den Arbeitnehmer ausgezahlte Versicherungsleistung. Bei dem auf das Risiko beruflicher Unf&auml;lle entfallenden Teil der vom Arbeitgeber geleisteten Beitr&auml;ge zu einer Gruppenunfallversicherung handelt es sich um Werbungskostenersatz. Der als Werbungskostenersatz anzusehende Beitragsanteil f&uuml;hrt deshalb auch zu &#8211;fiktiv anzusetzenden&#8211; Werbungskosten des Arbeitnehmers, mit denen der entsprechende steuerpflichtige Arbeitslohn saldiert werden kann. Zur Vermeidung von Wiederholungen verweist der Senat auf die Gr&uuml;nde seines Urteils vom 11. Dezember 2008 VI R 9\/05, BFHE 224, 70.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat das FA in seinem angefochtenen &Auml;nderungsbescheid zu Unrecht weitere 120 000 DM als Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt. Die Versicherungsleistung selbst f&uuml;hrt nicht zu Arbeitslohn. Nach den mit Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffenen und deshalb den Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindenden Feststellungen waren versicherte Personen ausschlie&szlig;lich &quot;Not&auml;rzte im Einsatz&quot;, denn als versichert galt ein durch die Rettungsleitstelle eingesetzter Notarzt. Mithin bezog sich die Gruppenunfallversicherung im Streitfall ausschlie&szlig;lich auf das Risiko beruflicher Unf&auml;lle. Deshalb bedarf es im Streitfall keiner weiteren Feststellungen zur H&ouml;he der entrichteten Beitr&auml;ge. Der Senat kann vielmehr selbst entscheiden, dass die Beitr&auml;ge Werbungskostenersatz bildeten und deshalb &#8211;soweit sie zu steuerpflichtigem Arbeitslohn f&uuml;hrten&#8211; mit Werbungskosten in gleicher H&ouml;he zu saldieren w&auml;ren. Schon deshalb f&uuml;hrt die Revision des FA nicht zum Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Offen bleiben kann, ob das FG &#8211;was zweifelhaft ist&#8211; zu Recht die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO bejaht hat. Dahingestellt bleiben kann auch, ob Arbeitgeber des Kl&auml;gers im Rahmen der Notarzteins&auml;tze das DRK gewesen ist, wof&uuml;r die vom DRK an den Kl&auml;ger geleisteten Verg&uuml;tungen sprechen, oder das Krankenhaus mit der Folge, dass es sich bei der Zuwendung der Versicherungsbeitr&auml;ge durch das DRK um Lohnzahlungen eines Dritten gehandelt h&auml;tte. Ebenso ist nicht mehr von Bedeutung, dass das FG nicht gepr&uuml;ft hat, ob der Abschluss der Gruppenunfallversicherung unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalles im ganz &uuml;berwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers des Kl&auml;gers gelegen hat. Schlie&szlig;lich braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob &#8211;worauf die Feststellungen des FG hindeuten&#8211; bereits der Lohnsteuer unterworfene Beitragsleistungen bei der Bemessung des bei Auszahlung der Versicherungsleistung zugeflossenen Arbeitslohns auszuscheiden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2008, VI R 66\/06 Arbeitslohn bei Leistungen aus Gruppenunfallversicherung zur Absicherung beruflicher Unf&auml;lle Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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