{"id":17819,"date":"2012-12-19T14:24:55","date_gmt":"2012-12-19T12:24:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17819"},"modified":"2012-12-19T14:24:55","modified_gmt":"2012-12-19T12:24:55","slug":"ii-r-9-08-anforderungen-an-ordnungsgemaesse-anzeige-eines-erwerbsvorgangs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-9-08-anforderungen-an-ordnungsgemaesse-anzeige-eines-erwerbsvorgangs\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;9\/08 &#8211; Anforderungen an ordnungsgem&auml;&szlig;e Anzeige eines Erwerbsvorgangs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2008, II R 9\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an ordnungsgem&auml;&szlig;e Anzeige eines Erwerbsvorgangs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) und seine Schwester (S) waren in unterschiedlicher H&ouml;he an einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) mit Grundbesitz in Hamburg sowie einer weiteren GbR mit Grundbesitz in Schleswig-Holstein beteiligt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben vom 30. Dezember 1994 k&uuml;ndigte S s&auml;mtliche Gesellschaftsvertr&auml;ge zum 31. Dezember 1995. Der Kl&auml;ger wurde aufgrund vertraglicher Fortsetzungsklauseln mit Wirksamwerden der K&uuml;ndigungen durch Anwachsung entsprechend &sect; 738 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches Inhaber der Gesellschaftsverm&ouml;gen der beiden GbR.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit einem Schreiben vom 29. Oktober 1996, das an den Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) adressiert war, teilte der Kl&auml;ger die K&uuml;ndigungen der S und ferner mit, dass neben der S allein er an den Gesellschaften beteiligt gewesen sei und &uuml;ber die Bewertung der Grundst&uuml;cke zum 31. Dezember 1995 noch kein Einvernehmen zwischen den Beteiligten bestehe. In dem Schreiben wird auf die Aktenzeichen der Bewertungsstelle, die die Einheitsbewertung der Grundst&uuml;cke in Hamburg betrafen, hingewiesen. Das FA ist f&uuml;r die Grunderwerbsteuerfestsetzung zust&auml;ndig; zu ihm geh&ouml;rt ferner die Bewertungsstelle. Innerhalb des FA wurde das Schreiben an die Bewertungsstelle weitergeleitet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA setzte gegen den Kl&auml;ger durch Bescheid vom 24. Januar 2002, ge&auml;ndert durch Bescheid vom 27. Februar 2007, Grunderwerbsteuer f&uuml;r die Kraft Anwachsung erworbenen Grundst&uuml;cke in Hamburg fest. Der hiergegen nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) mit der Begr&uuml;ndung statt, es sei mit Ablauf des Jahres 2000 Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Der Kl&auml;ger habe den Erwerbsvorgang dem FA mit Schreiben vom 29. Oktober 1996 ordnungsgem&auml;&szlig; angezeigt. Es sei unsch&auml;dlich, dass die Anzeige nicht ausdr&uuml;cklich an die Grunderwerbsteuerstelle des FA gerichtet gewesen sei. Die Anzeige h&auml;tte schon wegen des klar und deutlich bezeichneten Grundst&uuml;cks&uuml;bergangs innerhalb des FA an die Grunderwerbsteuerstelle geleitet werden m&uuml;ssen. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1978 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA fehlerhafte Anwendung des &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) sowie der &sect;&sect; 18 und 19 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG steht dem angegriffenen Steuerbescheid Festsetzungsverj&auml;hrung nicht entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 1 AO beginnt die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist (&sect; 169 Abs. 2 Nr. 2 AO) mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Abweichend hiervon bestimmt &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO u.a. f&uuml;r F&auml;lle, in denen eine Anzeige zu erstatten ist, dass die Festsetzungsfrist erst mit Ablauf des Kalenderjahres beginnt, in dem die Anzeige eingereicht wird, sp&auml;testens jedoch mit Ablauf des dritten auf die Steuerentstehung folgenden Kalenderjahres.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 2 GrEStG haben Steuerschuldner alle Erwerbsvorg&auml;nge anzuzeigen, &uuml;ber die ein Gericht, eine Beh&ouml;rde oder ein Notar eine Anzeige nach &sect; 18 GrEStG nicht zu erstatten hat. Dieser Anzeigepflicht unterliegt auch der &Uuml;bergang des Gesellschaftsverm&ouml;gens einer Personengesellschaft in das Alleineigentum des verbleibenden Gesellschafters (Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 8. Aufl., &sect; 19 Rz 7). Die Anzeige ist gem&auml;&szlig; &sect; 19 Abs. 4 Satz 1 GrEStG an das f&uuml;r die Besteuerung zust&auml;ndige Finanzamt zu richten. Nach &sect; 19 Abs. 5 GrEStG ist die Anzeige eine Steuererkl&auml;rung im Sinne der AO; sie kann jedoch formlos abgegeben werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteile vom 21. Juni 1995 II R 11\/92, BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802; vom 1. Dezember 2004 II R 10\/02, BFH\/NV 2005, 1365; vom 11. Juni 2008 II R 55\/06, BFH\/NV 2008, 1876) wird die Anzeigepflicht nur durch &Uuml;bermittlung der Anzeige an die Grunderwerbsteuerstelle des zust&auml;ndigen Finanzamts erf&uuml;llt. Diese Rechtsprechung rechtfertigt sich aus dem mit &sect;&sect; 18, 19 GrEStG verfolgten Zweck, der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde die Ermittlung grunderwerbsteuerrechtlich relevanter Erwerbsvorg&auml;nge zu erm&ouml;glichen. Dies setzt eine positive Kenntnis der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde von dem Rechtsvorgang voraus, wobei die Kenntnis bei der f&uuml;r die Verwaltung der Grunderwerbsteuer zust&auml;ndigen Organisationseinheit der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde vorhanden sein muss. Eine Information, die lediglich potentiell die M&ouml;glichkeit f&uuml;r ein Grunderwerbsteuer-Festsetzungsverfahren er&ouml;ffnet, konkret aber nicht dazu f&uuml;hren kann, da sie lediglich einer anderen Stelle der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde vorliegt, die deren grunderwerbsteuerrechtliche Relevanz aber nicht erkennt, ist kein positives Wissen in diesem Sinne (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1876).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Anforderungen einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Anzeige gen&uuml;gt auch eine zwar nicht ausdr&uuml;cklich an die Grunderwerbsteuerstelle des zust&auml;ndigen Finanzamts adressierte Anzeige, die sich aber nach ihrem Inhalt eindeutig an die Grunderwerbsteuerstelle des zust&auml;ndigen Finanzamts richtet. Dazu ist erforderlich, dass die Anzeige als eine solche nach dem GrEStG gekennzeichnet ist und ihrem Inhalt nach ohne weitere Sachpr&uuml;fung &#8211;insbesondere ohne dass es insoweit einer n&auml;heren Aufkl&auml;rung &uuml;ber den Anlass der Anzeige und ihre grunderwerbsteuerrechtliche Relevanz bed&uuml;rfte&#8211; an die Grunderwerbsteuerstelle weiterzuleiten ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Diese Grunds&auml;tze hat das FG verkannt. Entgegen seiner Auffassung ist den Anforderungen einer Anzeigeerstattung nicht gen&uuml;gt, wenn die Anzeige weder ausdr&uuml;cklich an die Grunderwerbsteuerstelle adressiert noch als eine solche nach dem GrEStG gekennzeichnet ist und f&uuml;r das FA lediglich die M&ouml;glichkeit bestand, die Anzeige auf ihren grunderwerbsteuerrechtlichen Inhalt hin zu &uuml;berpr&uuml;fen und erforderlichenfalls an die Grunderwerbsteuerstelle weiterzuleiten. Aus diesem Grund war die Vorentscheidung aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Sache ist spruchreif.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der angegriffene Bescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig und verletzt den Kl&auml;ger nicht in seinen Rechten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 GrEStG unterliegt der &Uuml;bergang des Eigentums an einem inl&auml;ndischen Grundst&uuml;ck, wenn kein den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndendes Rechtsgesch&auml;ft vorausgegangen ist und es auch keiner Auflassung bedarf, der Grunderwerbsteuer. Ein solcher Sachverhalt ist vorliegend mit dem durch Anwachsung bewirkten &Uuml;bergang der zuvor im Gesamthandsverm&ouml;gen befindlichen Grundst&uuml;cke in das Alleineigentum des Kl&auml;gers erf&uuml;llt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Kl&auml;ger ist mit seinem Schreiben vom 29. Oktober 1996 seiner Pflicht, diesen Erwerbsvorgang gem&auml;&szlig; &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GrEStG anzuzeigen, nicht nachgekommen. Das Schreiben war nicht ausdr&uuml;cklich an die Grunderwerbsteuerstelle des FA, sondern ganz allgemein an das &quot;Finanzamt f&uuml;r Verkehrsteuern und Grundbesitz&quot; gerichtet. Es gen&uuml;gte daher, da sich die Zust&auml;ndigkeit dieses FA nicht auf die Grunderwerbsteuer beschr&auml;nkte und die Grunderwerbsteuerstelle keine Kenntnis vom Inhalt dieses Schreibens erlangt hat, nicht den an die Anzeigeerstattung zu stellenden Anforderungen. Ein Ausnahmefall, in dem eine erkennbar und ausdr&uuml;cklich f&uuml;r die Grunderwerbsteuerstelle bestimmte Information innerhalb des FA versehentlich fehlgeleitet wurde (dazu BFH-Urteil in BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802), ist vorliegend schon mangels erforderlicher Adressierung des Schreibens an die Grunderwerbsteuerstelle nicht gegeben. Auch nach dem Inhalt des Schreibens konnte das FA nicht ohne weitere Sachpr&uuml;fung erkennen, dass das Schreiben f&uuml;r die Grunderwerbsteuerstelle bestimmt war. Es enthielt keinen ausdr&uuml;cklichen Hinweis auf die Grunderwerbsteuer; ein Zusammenhang mit der Grunderwerbsteuer lag aufgrund der angegebenen Aktenzeichen der Bewertungsstelle auch nicht ohne weiteres nahe. Der Umstand, dass &#8211;wie das FG meint&#8211; das FA die grunderwerbsteuerrechtliche Bedeutung des Schreibens bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung des mitgeteilten Sachverhalts h&auml;tte erkennen k&ouml;nnen, bewirkt f&uuml;r sich allein nicht die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Anzeige.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Demgem&auml;&szlig; ist der angegriffene Grunderwerbsteuerbescheid unter Ber&uuml;cksichtigung der sich aus &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO ergebenden Anlaufhemmung noch innerhalb offener Festsetzungsfrist ergangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.10.2008, II R 9\/08 Anforderungen an ordnungsgem&auml;&szlig;e Anzeige eines Erwerbsvorgangs Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) und seine Schwester (S) waren in unterschiedlicher H&ouml;he an einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) mit Grundbesitz in Hamburg sowie einer weiteren GbR mit Grundbesitz in Schleswig-Holstein beteiligt. 2&nbsp; Mit Schreiben vom 30. 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