{"id":17823,"date":"2012-12-18T16:20:16","date_gmt":"2012-12-18T14:20:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17823"},"modified":"2012-12-18T16:20:16","modified_gmt":"2012-12-18T14:20:16","slug":"vii-b-17-08-aufrechnung-mit-steuerforderungen-im-insolvenzverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-17-08-aufrechnung-mit-steuerforderungen-im-insolvenzverfahren\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;17\/08 &#8211; Aufrechnung mit Steuerforderungen im Insolvenzverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2008, VII B 17\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufrechnung mit Steuerforderungen im Insolvenzverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter in dem im Februar 2000 er&ouml;ffneten Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Schuldnerin. Im Januar 2004 gab der Kl&auml;ger f&uuml;r die Schuldnerin eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2001 ab, mit der (u.a.) wegen Berichtigung von vor Insolvenzer&ouml;ffnung entstandener uneinbringlicher Forderungen negative Ums&auml;tze erkl&auml;rt wurden. Aus der Erkl&auml;rung ergab sich nach Abzug bereits an den Kl&auml;ger geleisteter Zahlungen ein Erstattungsbetrag in H&ouml;he von &#8230; EUR, den der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit r&uuml;ckst&auml;ndiger Umsatzsteuer f&uuml;r Oktober 1999 verrechnete. Nachdem der Kl&auml;ger insoweit Einwendungen erhoben hatte, erlie&szlig; das FA einen entsprechenden Abrechnungsbescheid.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage, mit der der Kl&auml;ger geltend machte, dass der verrechnete Erstattungsbetrag in H&ouml;he von &#8230; EUR aus gem&auml;&szlig; &sect; 131 Abs. 1 Nr. 1 und 2 der Insolvenzordnung (InsO) anfechtbaren Rechtshandlungen resultiere, wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass &sect; 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO der Aufrechnung durch das FA nicht entgegenstehe, denn das FA habe die M&ouml;glichkeit der Aufrechnung nicht durch eine anfechtbare Rechtshandlung erlangt. Sowohl die Umsatzsteuer als auch der Umsatzsteuererstattungsanspruch entst&uuml;nden kraft Gesetzes durch Erf&uuml;llung der gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen. Eine durch eine Rechtshandlung in inkongruenter Weise hergestellte Aufrechnungslage i.S. des &sect; 131 InsO liege daher nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache und der Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde jedenfalls nicht vorliegen, weshalb der Senat auf die M&auml;ngel bez&uuml;glich der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen schl&uuml;ssigen Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde nicht n&auml;her eingehen muss.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs ist weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache noch zur Fortbildung des Rechts erforderlich, denn der Streitfall wirft keine Rechtsfragen auf, deren Beantwortung in dem angestrebten Revisionsverfahren aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt, und er gibt auch keine Veranlassung, Grunds&auml;tze f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die f&uuml;r den Streitfall im Hinblick auf das Aufrechnungsverbot des &sect; 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO ma&szlig;gebende Frage, ob das FA die M&ouml;glichkeit der Aufrechnung gegen den Erstattungsanspruch durch eine anfechtbare Rechtshandlung erlangt hat, l&auml;sst sich nur so beantworten, wie es das FG getan hat. Auch wenn sich &#8211;wie die Beschwerde ausf&uuml;hrt&#8211; in der Reihe von Ereignissen, die zu dem aus der Umsatzsteuererkl&auml;rung 2001 resultierenden Erstattungsanspruch der Schuldnerin gef&uuml;hrt haben, Rechtshandlungen i.S. des &sect; 129 InsO finden lassen, so beruht doch &#8211;wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat&#8211; der Erstattungsanspruch der Schuldnerin und damit die entstandene Aufrechnungslage unmittelbar allein auf der Erf&uuml;llung der gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes, n&auml;mlich auf der Uneinbringlichkeit des vereinbarten Entgelts f&uuml;r eine bereits erkl&auml;rte steuerpflichtige Lieferung oder Leistung. Der Eintritt der Uneinbringlichkeit eines vereinbarten Entgelts ist aber keine von einem Willen getragene Rechtshandlung i.S. des &sect; 129 InsO, sondern eine anhand objektiver Kriterien festzustellende Tatsache, mag er auch zuvor durch Rechtshandlungen bewirkt worden sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anders als die Beschwerde meint, kann auch in der vom FA gem&auml;&szlig; &sect; 168 Satz 2 der Abgabenordnung erkl&auml;rten Zustimmung zur Umsatzsteuererkl&auml;rung 2001 keine anfechtbare Rechtshandlung gesehen werden, was f&uuml;r den Streitfall bereits aus dem Umstand folgt, dass diese Zustimmung nicht vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens (&sect; 129 Abs. 1 InsO) erteilt wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2008, VII B 17\/08 Aufrechnung mit Steuerforderungen im Insolvenzverfahren Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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Im Januar 2004 gab der Kl&auml;ger f&uuml;r die Schuldnerin eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2001 ab, mit der (u.a.) wegen Berichtigung von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-17-08-aufrechnung-mit-steuerforderungen-im-insolvenzverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;17\/08 &#8211; Aufrechnung mit Steuerforderungen im Insolvenzverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17823","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}