{"id":17824,"date":"2012-12-18T16:20:17","date_gmt":"2012-12-18T14:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17824"},"modified":"2012-12-18T16:20:17","modified_gmt":"2012-12-18T14:20:17","slug":"iii-b-81-08-ruhen-des-verfahrens-regelung-in-par-32-abs-4-satz-2-estg-als-jahresgrenzbetrag-verfassungsgemaess-verweis-auf-anhaengige-verfassungsbeschwerde-als-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-81-08-ruhen-des-verfahrens-regelung-in-par-32-abs-4-satz-2-estg-als-jahresgrenzbetrag-verfassungsgemaess-verweis-auf-anhaengige-verfassungsbeschwerde-als-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerd\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;81\/08 &#8211; Ruhen des Verfahrens &#8211; Regelung in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG als Jahresgrenzbetrag verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Verweis auf anh&auml;ngige Verfassungsbeschwerde als Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2008, III B 81\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Ruhen des Verfahrens &#8211; Regelung in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG als Jahresgrenzbetrag verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Verweis auf anh&auml;ngige Verfassungsbeschwerde als Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine 1983 geborene Tochter (T) Kindergeld. T hatte im September 2004 eine Ausbildung zur Diakonin mit der Fachausbildung zur Erzieherin begonnen und im August 2004 eine Wohnung in der N&auml;he der Ausbildungsstelle bezogen. Diese liegt 8 km von der Wohnung und 41 km von dem Elternhaus der T entfernt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) hob die Festsetzung von Kindergeld mit Wirkung ab Januar 2006 auf. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem klageabweisenden Urteil aus, dass die von T im Jahr 2006 erzielten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge den ma&szlig;geblichen Grenzbetrag von 7 680 EUR &uuml;berschritten. Da die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung nicht vorl&auml;gen, k&ouml;nnten die geltend gemachten Unterkunftskosten am Besch&auml;ftigungsort nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Mangels entsprechender Rechtsgrundlage komme auch der Ansatz von Aufwendungen f&uuml;r fiktive arbeitst&auml;gliche Fahrten zwischen Ausbildungsstelle und dem Elternhaus nicht in Betracht. Schlie&szlig;lich habe der Kl&auml;ger auch keinen Anspruch darauf, dass zu seinen Gunsten zumindest f&uuml;r die Monate Januar bis August 2006 noch Kindergeld festgesetzt werde, denn bei dem Grenzbetrag handele es sich um einen Jahresbetrag, so dass eine monatsbezogene Berechnung nicht m&ouml;glich sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und zur Fortbildung des Rechts. Er regt die Anordnung des Ruhens des Verfahrens bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in dem dort anh&auml;ngigen Verfahren 2 BvR 1966\/04 an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. 1. Die Anordnung der Verfahrensruhe kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil die Familienkasse sich der entsprechenden Anregung des Kl&auml;gers nicht angeschlossen hat. Das Ruhen des Verfahrens kann nach &sect; 155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 251 der Zivilprozessordnung (ZPO) aber nur angeordnet werden, wenn beide Parteien dies beantragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mangels Gleichartigkeit der streitigen Rechtsfragen kann das Verfahren auch nicht nach &sect; 74 FGO wegen eines vor dem BVerfG anh&auml;ngigen Musterverfahrens ausgesetzt werden (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27. November 1992 III B 133\/91, BFHE 169, 498, BStBl II 1993, 240). Denn das vom Kl&auml;ger zitierte, beim BVerfG anh&auml;ngige Verfahren betrifft nicht die Frage, ob die Ausgestaltung als Jahresgrenzbetrag verfassungsm&auml;&szlig;ig ist, sondern die Frage, ob der juristische Vorbereitungsdienst noch zur Berufsausbildung geh&ouml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zuzulassen. Denn der BFH hat die gesetzliche Regelung in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als Jahres- und nicht als Monatsgrenzbetrag bereits als zul&auml;ssige typisierende Regelung und als verfassungskonform beurteilt (z.B. BFH, Beschluss vom 2. August 2005 III B 10\/05, BFH\/NV 2005, 2005, mit weiteren Nachweisen). Neue Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung rechtfertigen k&ouml;nnten, hat der Kl&auml;ger, der insofern lediglich eine Verletzung des Gebots der Freistellung des steuerlichen Existenzminimums der Familie behauptet, nicht vorgetragen. Auch der Umstand allein, dass gegen eine Entscheidung des BFH, die u.a. zu der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage Stellung nimmt, eine Verfassungsbeschwerde beim BVerfG anh&auml;ngig ist, rechtfertigt keine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alternative FGO) ist schon nicht in einer den Voraussetzungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entsprechenden Art und Weise dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hierzu muss u.a. schl&uuml;ssig und substantiiert dargetan werden, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist. Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer geltend, eine Norm sei verfassungswidrig, so gen&uuml;gt es nicht, den Verfassungsversto&szlig; nur mit allgemeinen Wendungen zu behaupten. Erforderlich ist vielmehr eine substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) und der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des BVerfG und des BFH orientierte Auseinandersetzung mit der Problematik (vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 15. Juli 2008 I B 77\/08, juris).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Erfordernissen entspricht die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Denn der Vortrag des Kl&auml;gers beschr&auml;nkt sich auf die blo&szlig;e Behauptung, dass die in Art. 20a GG enthaltene Staatszielbestimmung des Umweltschutzes eine verfassungskonforme Auslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG dahin gebiete, dass bei der danach vorzunehmenden Grenzbetragsberechnung die Kosten der Unterkunft am Ausbildungsort zumindest in H&ouml;he der ersparten Kosten f&uuml;r fiktive arbeitst&auml;gliche Fahrten zwischen dem Elternhaus der T und ihrer Ausbildungsst&auml;tte ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssten, da T nur deshalb eine Wohnung in der N&auml;he des Ausbildungsortes gesucht habe, um Fahrtkosten zu vermeiden und sich umweltgerecht zu verhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.10.2008, III B 81\/08 Ruhen des Verfahrens &#8211; Regelung in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG als Jahresgrenzbetrag verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Verweis auf anh&auml;ngige Verfassungsbeschwerde als Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine 1983 geborene Tochter (T) Kindergeld. T hatte im September 2004 eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-81-08-ruhen-des-verfahrens-regelung-in-par-32-abs-4-satz-2-estg-als-jahresgrenzbetrag-verfassungsgemaess-verweis-auf-anhaengige-verfassungsbeschwerde-als-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerd\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;81\/08 &#8211; Ruhen des Verfahrens &#8211; Regelung in &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG als Jahresgrenzbetrag verfassungsgem&auml;&szlig; &#8211; Verweis auf anh&auml;ngige Verfassungsbeschwerde als Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17824","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17824"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17824\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}