{"id":17837,"date":"2012-12-19T14:47:05","date_gmt":"2012-12-19T12:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17837"},"modified":"2012-12-19T14:47:05","modified_gmt":"2012-12-19T12:47:05","slug":"v-b-101-07-vorsteuerberichtigung-bei-organschaftsbeendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-101-07-vorsteuerberichtigung-bei-organschaftsbeendigung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;101\/07 &#8211; Vorsteuerberichtigung bei Organschaftsbeendigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.12.2008, V B 101\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerberichtigung bei Organschaftsbeendigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) war Organtr&auml;gerin einer GmbH, die am &#8230; Oktober 2001 die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens beantragt hat. Am selben Tage k&uuml;ndigte die Kl&auml;gerin den Mietvertrag &uuml;ber die Vermietung des Betriebsgrundst&uuml;cks an die Organgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das Amtsgericht am &#8230; Januar 2002 das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH er&ouml;ffnet und einen Rechtsanwalt zum Insolvenzverwalter bestellt hatte, schloss dieser im August 2002 mit den Gesellschaftern der Kl&auml;gerin einen Vergleich, wonach sich die Gesellschafter verpflichteten, zur Abgeltung ihrer nicht eingezahlten Stammeinlage unter Ber&uuml;cksichtigung der von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Mietzinsforderungen einen Restbetrag zu entrichten. Nach einem handschriftlichen Zusatz sollte das Mietverh&auml;ltnis &quot;mit Erf&uuml;llung dieses Vertrages&quot; aufgel&ouml;st werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung setzte der Beklagte und Antragsgegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bei der Kl&auml;gerin als ehemaliger Organtr&auml;gerin Forderungs- und Vorsteuerberichtigungen nach &sect; 17 des Umsatzsteuergesetzes 1999 zur Korrektur des von der Kl&auml;gerin vormals geltend gemachten Vorsteuerabzuges fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen machte die Kl&auml;gerin beim Finanzgericht (FG) geltend, der Vorsteuerberichtigungsanspruch richte sich nicht an sie als ehemalige Organtr&auml;gerin, sondern an die Organgesellschaft, weil die Organschaft bereits vor Entstehung des Vorsteuerberichtigungsanspruchs (mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens am &#8230; Januar 2002) durch die K&uuml;ndigung des Mietverh&auml;ltnisses &uuml;ber das Betriebsgrundst&uuml;ck (am &#8230; Oktober 2001) erloschen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage ab. Die Organschaft sei nicht vor Entstehung des Vorsteuerberichtigungsanspruchs am &#8230; Januar 2002 beendet worden. Denn die wirtschaftliche Verflechtung sei nicht durch die K&uuml;ndigung des Mietvertrages am &#8230; Oktober 2001 beendet worden, weil nach &sect; 112 der Insolvenzordnung (InsO) eine K&uuml;ndigungssperre bestehe. Zudem sei das Mietverh&auml;ltnis auch tats&auml;chlich erst sp&auml;ter beendet worden, weil die Kl&auml;gerin die Gesch&auml;ftsr&auml;ume auch nach der K&uuml;ndigung weiter der GmbH &uuml;berlassen und gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter eine Nutzungsentsch&auml;digung eingefordert habe. Das FA habe somit zu Recht die Vorsteuerberichtigung f&uuml;r den Zeitraum 2002 bei der Kl&auml;gerin geltend gemacht, weil die Beteiligten &uuml;bereinstimmend von der Uneinbringlichkeit der Forderungen im Januar 2002 ausgegangen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die auf Verfahrensfehler (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) und Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) gest&uuml;tzte Nichtzulassungsbeschwerde ist nicht begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der behauptete Verfahrensfehler ist nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Denn eine etwaige unrichtige Beurteilung der Wirksamkeit der K&uuml;ndigung des Mietvertrages durch das FG w&uuml;rde allenfalls einen materiell-rechtlichen Fehler, aber keinen Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO darstellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtsfrage, ob die K&uuml;ndigung eines Mietvertrages zwischen Organ und Organtr&auml;ger nach Stellen eines Insolvenzantrages an der K&uuml;ndigungssperre des &sect; 112 InsO scheitert, besteht nicht, weil die Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig w&auml;re. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) muss bei einer Doppelbegr&uuml;ndung des FG hinsichtlich jeder Begr&uuml;ndung ein Zulassungsgrund dargelegt werden (BFH-Beschluss vom 23. Oktober 2006 I B 173\/05, BFH\/NV 2007, 724, m.w.N.). Dies ist nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat sein Urteil nicht nur auf die Unwirksamkeit der K&uuml;ndigung gest&uuml;tzt, sondern auch darauf, dass die Gesch&auml;ftsr&auml;ume der GmbH tats&auml;chlich weiter &uuml;berlassen worden seien und die Kl&auml;gerin keine Aktivit&auml;ten entfaltet habe, die Nutzung durch die GmbH zu beenden. Hinsichtlich dieser Begr&uuml;ndung fehlt es an der Darlegung eines Zulassungsgrundes. Dass nach Ansicht der Kl&auml;gerin die Begr&uuml;ndung des FG unzutreffend ist, reicht f&uuml;r die Darlegung eines Zulassungsgrundes nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen hat die Kl&auml;gerin auch nicht dargelegt, aus welchen Gr&uuml;nden die K&uuml;ndigungssperre des &sect; 112 InsO, die auf dem Grundgedanken beruht, dass die wirtschaftliche Einheit im Besitz des Schuldners nicht zur Unzeit auseinandergerissen werden darf und auch gemietete Grundst&uuml;cke dem Verwalter nicht entzogen werden k&ouml;nnen, damit der Insolvenzverwalter nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens die M&ouml;glichkeit der Sanierung des Unternehmens pr&uuml;fen kann (Gesetzesbegr&uuml;ndung zur Insolvenzordnung, BTDrucks 12\/2443, S. 148), im Streitfall nicht einschl&auml;gig sein soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Revision ist auch nicht im Interesse der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) wegen Divergenz zuzulassen, denn das FG ist nicht von der Rechtsprechung des BFH im Urteil vom 7. Dezember 2006 V R 2\/05 (BStBl II 2007, 848) abgewichen. In dieser Entscheidung ist der BFH von dem Rechtssatz ausgegangen, dass eine Vorsteuerberichtigung nicht gegen&uuml;ber dem bisherigen Organtr&auml;ger, sondern gegen&uuml;ber dem fr&uuml;heren Organ durchzuf&uuml;hren ist, wenn das Entgelt f&uuml;r eine w&auml;hrend des Bestehens einer Organschaft bezogene Leistung erst nach Beendigung der Organschaft uneinbringlich geworden ist. Dieser Entscheidung lag ein Sachverhalt zugrunde, in der die Organschaft durch &Uuml;bertragung einer Beteiligung mehrere Jahre vor der Insolvenz der (fr&uuml;heren) Organgesellschaft beendet worden war. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Uneinbringlichkeit vor der Organschaftsbeendigung eingetreten ist oder durch die Insolvenzer&ouml;ffnung sowohl die Organschaftsbeendigung als auch die Uneinbringlichkeit gleichzeitig erfolgen. Hier richtet sich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung der Vorsteuerberichtigungsanspruch gegen den Organtr&auml;ger (BFH-Urteil vom 11. April 1991 V R 126\/87, BFH\/NV 1992, 140, zu II. 4.; BFH-Beschl&uuml;sse vom vom 12. August 1993 V B 230\/91, BFH\/NV 1994, 277; vom 7. September 1998 V B 34\/98, BFH\/NV 1999, 226; vom 6. Juni 2002 V B 110\/01, BFH\/NV 2002, 1267). Eine Divergenz zur Rechtsprechung des BFH liegt somit nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.12.2008, V B 101\/07 Vorsteuerberichtigung bei Organschaftsbeendigung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) war Organtr&auml;gerin einer GmbH, die am &#8230; Oktober 2001 die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens beantragt hat. Am selben Tage k&uuml;ndigte die Kl&auml;gerin den Mietvertrag &uuml;ber die Vermietung des Betriebsgrundst&uuml;cks an die Organgesellschaft. 2&nbsp; Nachdem das Amtsgericht am &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-101-07-vorsteuerberichtigung-bei-organschaftsbeendigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;101\/07 &#8211; Vorsteuerberichtigung bei Organschaftsbeendigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17837","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17837\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}