{"id":17873,"date":"2012-12-18T16:20:03","date_gmt":"2012-12-18T14:20:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17873"},"modified":"2012-12-18T16:20:03","modified_gmt":"2012-12-18T14:20:03","slug":"ii-b-91-08-darlegung-von-zulassungsgruenden-durch-insolvenzverwalter-grundsaetzliche-bedeutung-anspruch-auf-kontoauszug-im-hinblick-auf-zur-tabelle-angemeldete-saeumniszuschlaege-rechtliches-gehoer-ti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-91-08-darlegung-von-zulassungsgruenden-durch-insolvenzverwalter-grundsaetzliche-bedeutung-anspruch-auf-kontoauszug-im-hinblick-auf-zur-tabelle-angemeldete-saeumniszuschlaege-rechtliches-gehoer-ti\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;91\/08 &#8211; Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden durch Insolvenzverwalter &#8211; grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Anspruch auf Kontoauszug im Hinblick auf zur Tabelle angemeldete S&auml;umniszuschl&auml;ge &#8211; rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Tilgungsreihenfolge bei im Verwaltungswege erzwungenen Zahlungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, II B 91\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden durch Insolvenzverwalter &#8211; grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Anspruch auf Kontoauszug im Hinblick auf zur Tabelle angemeldete S&auml;umniszuschl&auml;ge &#8211; rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Tilgungsreihenfolge bei im Verwaltungswege erzwungenen Zahlungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist aufgrund des Er&ouml;ffnungsbeschlusses vom 22. November 2005 Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer nat&uuml;rlichen Person. Im Dezember 2005 meldete der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) offene Steuerforderungen und steuerliche Nebenleistungen gegen den Schuldner zur Insolvenztabelle an. Der Kl&auml;ger widersprach diesen Forderungen vorl&auml;ufig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hatte im Januar 2005 durch Pf&auml;ndung einer dem Schuldner zustehenden Forderung einen bestimmten Betrag erlangt. Nachdem der Kl&auml;ger die Insolvenzanfechtung der Vollstreckungsma&szlig;nahme erkl&auml;rt hatte, zahlte das FA den gepf&auml;ndeten Betrag an ihn.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA &uuml;bersandte dem Kl&auml;ger auf dessen Bitte die Steuerbescheide und Steueranmeldungen, die der Anmeldung der Forderungen zur Insolvenztabelle zugrunde lagen. Den Antrag des Kl&auml;gers, ihm einen Kontoauszug zu &uuml;berlassen, aus dem die Verbuchung der Erl&ouml;se aus Vollstreckungen gegen den Schuldner ersichtlich seien, lehnte das FA mit der Begr&uuml;ndung ab, die vereinnahmten Betr&auml;ge seien nicht zur Tabelle angemeldet worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die zuletzt auf die Erteilung eines vollst&auml;ndigen Kontoauszugs f&uuml;r den Schuldner f&uuml;r die Zeit vom 1. Januar bis 21. November 2005 gerichtete Klage ab, nachdem das FA dem Kl&auml;ger einen solchen Kontoauszug f&uuml;r die Zeit von der Insolvenzer&ouml;ffnung bis zum Jahresende erteilt hatte. Die Klage sei als allgemeine Leistungsklage zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet. Dem Kl&auml;ger stehe kein Anspruch auf &Uuml;berlassung des begehrten Kontoauszugs zu. Der Kl&auml;ger wolle nach seinem Vorbringen in der m&uuml;ndlichen Verhandlung den Kontoauszug nicht zur Erf&uuml;llung der steuerlichen Pflichten des Schuldners verwenden. Vielmehr gehe es ihm ausschlie&szlig;lich um die Geltendmachung von Anfechtungsrechten und die Abrechnung von S&auml;umniszuschl&auml;gen. Es k&ouml;nne offenbleiben, ob dem geltend gemachten Anspruch das Steuergeheimnis nach &sect; 30 der Abgabenordnung (AO) entgegenstehe. Der Anspruch bestehe n&auml;mlich bereits deshalb nicht, weil der Kl&auml;ger nicht substantiiert vorgetragen habe, dass weitere nach der Insolvenzordnung (InsO) anfechtbare Ma&szlig;nahmen des FA vorl&auml;gen oder dass er in entschuldbarer Weise &uuml;ber Bestehen und Umfang von Anfechtungsm&ouml;glichkeiten im Ungewissen sei. Dem Hilfsantrag des Kl&auml;gers, ihm zur Darlegung seiner Bem&uuml;hungen, Ausk&uuml;nfte vom Schuldner einzuholen, eine weitere Schriftsatzfrist einzur&auml;umen, habe nicht entsprochen werden m&uuml;ssen. Der Kl&auml;ger h&auml;tte aufgrund seines eigenen Wissens dazu in der m&uuml;ndlichen Verhandlung Ausf&uuml;hrungen machen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Erstellung eines Kontoauszugs in einer f&uuml;r Dritte lesbaren Form mit den dazu erforderlichen zus&auml;tzlichen Erl&auml;uterungen stelle zudem einen nicht unerheblichen Aufwand f&uuml;r das FA dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger st&uuml;tzt seine Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache, die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und Verfahrensm&auml;ngel.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Danach m&uuml;ssen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Kl&auml;ger hat nicht hinreichend dargetan, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Um die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache den gesetzlichen Anforderungen entsprechend darzulegen, muss der Beschwerdef&uuml;hrer konkret auf eine Rechtsfrage und ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen und dazu eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Dar&uuml;ber hinaus bedarf es substantiierter Angaben, inwieweit die aufgeworfene Frage im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Fortentwicklung und Handhabung des Rechts kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Fall auch kl&auml;rbar ist (BFH-Beschluss vom 19. Oktober 2007 II B 107\/06, BFH\/NV 2008, 573, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Diesen Anforderungen wird die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht gerecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Der Kl&auml;ger h&auml;lt nach der Beschwerdebegr&uuml;ndung die Frage f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob die Finanzbeh&ouml;rden zu einer Auskunft verpflichtet sind. Eine solch allgemein gehaltene Frage w&auml;re im Revisionsverfahren nicht entscheidungserheblich. Der Kl&auml;ger hatte n&auml;mlich beim FG nicht die Erteilung einer blo&szlig;en Auskunft, sondern eines Kontoauszugs f&uuml;r eine bestimmte Zeit vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Auch wenn man die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Frage entsprechend einschr&auml;nkt, hat er die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht hinreichend dargelegt. Abweichend von seinem Vortrag im finanzgerichtlichen Verfahren m&ouml;chte er den geltend gemachten Anspruch nicht mehr auf das Ziel st&uuml;tzen, m&ouml;gliche Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Insolvenzanfechtung (&sect;&sect; 129 ff. InsO) in Erfahrung zu bringen. Der Anfechtungsanspruch ist n&auml;mlich nach seinem auf &sect; 146 Abs. 1 InsO beruhenden Vorbringen zwei Jahre nach der Insolvenzer&ouml;ffnung, also am 22. November 2007, und somit bereits vor Ergehen der Vorentscheidung verj&auml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Der Kl&auml;ger macht nunmehr lediglich geltend, er ben&ouml;tige den Kontoauszug, um pr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, ob das FA etwaige in der Zeit vom 1. Januar 2005 bis 21. November 2005 geleistete Zahlungen auf die offenen Forderungen zutreffend verbucht habe, und zwar insbesondere im Hinblick auf S&auml;umniszuschl&auml;ge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hat indes nicht substantiiert dargetan, dass insoweit Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit im Allgemeininteresse gegeben sei. Seinem Vorbringen l&auml;sst sich nicht hinreichend entnehmen, weshalb sich aus der von ihm angef&uuml;hrten Zielsetzung gerade ein Anspruch auf einen Kontoauszug f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ergeben soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Meldet das FA S&auml;umniszuschl&auml;ge zur Insolvenztabelle an, kann ihnen der Insolvenzverwalter nach &sect; 178 Abs. 1 Satz 1 InsO widersprechen. Es obliegt dann dem FA, die streitige Insolvenzforderung nach &sect; 185 Satz 1 InsO i.V.m. &sect; 251 Abs. 3 AO durch schriftlichen Verwaltungsakt festzustellen. Das FA muss dabei das Entstehen und die H&ouml;he der geltend gemachten S&auml;umniszuschl&auml;ge begr&uuml;nden (&sect; 121 Abs. 1 AO). Der Verwaltungsakt ist mit dem Einspruch (&sect; 347 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO) und der Anfechtungsklage (&sect; 40 Abs. 1 FGO) anfechtbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hat sich mit diesen verfahrensrechtlichen M&ouml;glichkeiten nicht auseinandergesetzt und nicht dargelegt, inwiefern es das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis des Insolvenzverwalters erfordern solle, dass ihm das FA dar&uuml;ber hinaus einen Kontoauszug f&uuml;r eine bestimmte Zeit vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens erteile.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dem Beschwerdevorbringen l&auml;sst sich auch nicht entnehmen, warum die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, dass dem FA bei der Verrechnung von Zahlungseing&auml;ngen Fehler unterlaufen sein k&ouml;nnten, die sich im Ergebnis ausgleichen und daher die Gesamtsumme der zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen des FA unber&uuml;hrt lassen, dem Insolvenzverwalter ein Recht auf Erteilung eines Kontoauszugs f&uuml;r die Zeit vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens verleihen soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei den vom Kl&auml;ger angesprochenen im Verwaltungswege erzwungenen Zahlungen bestimmt die Finanzbeh&ouml;rde gem&auml;&szlig; &sect; 225 Abs. 3 AO die Reihenfolge der Tilgung nach billigem Ermessen (BFH-Urteil vom 14. Oktober 1999 IV R 63\/98, BFHE 190, 37, BStBl II 2001, 329). Der Kl&auml;ger hat sich damit nicht auseinandergesetzt und nicht dargelegt, inwiefern dem Insolvenzverwalter in diesem Zusammenhang ein Anspruch auf einen Kontoauszug f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens zustehen und es nicht ausreichen soll, wenn das FA die von ihm getroffene Ermessensentscheidung begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Beschwerdebegr&uuml;ndung l&auml;sst sich auch nicht entnehmen, inwiefern eine Revisionsentscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO) erforderlich sein solle. Der Kl&auml;ger macht weder geltend, dass die Vorentscheidung in einem entscheidungserheblichen Rechtssatz von der Entscheidung eines anderen Gerichts abweiche, noch dass das Urteil des FG auf einem sog. qualifizierten Rechtsanwendungsfehler beruhe, also ein offensichtlicher materieller oder formeller Rechtsanwendungsfehler im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder zumindest greifbar gesetzwidrigen Entscheidung vorliege (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 13. Oktober 2003 IV B 85\/02, BFHE 203, 404, BStBl II 2004, 25; vom 7. Juli 2004 VII B 344\/03, BFHE 206, 226, BStBl II 2004, 896, und vom 1. April 2008 X B 154\/04, BFH\/NV 2008, 1116).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Kl&auml;ger hat das Vorliegen des geltend gemachten Verfahrensmangels ebenfalls nicht hinreichend dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Revision ist nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO zuzulassen, wenn ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann. Wird die Nichtzulassungsbeschwerde auf einen solchen Mangel gest&uuml;tzt, so bedarf es hierf&uuml;r eines Vortrags der Tatsachen, die den Mangel schl&uuml;ssig ergeben. Au&szlig;erdem muss dargelegt werden, dass die angefochtene Entscheidung &#8211;ausgehend von der insoweit ma&szlig;gebenden, ggf. auch unrichtigen materiell-rechtlichen Auffassung des FG&#8211; auf dem geltend gemachten Verfahrensmangel beruhen kann, sie also ohne den Verfahrensmangel m&ouml;glicherweise anders ausgefallen w&auml;re (BFH-Beschl&uuml;sse vom 19. Januar 2005 II B 27\/04, BFH\/NV 2005, 913, und vom 19. Mai 2008 V B 29\/07, BFH\/NV 2008, 1501, unter III.A.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Demgem&auml;&szlig; muss ein Beschwerdef&uuml;hrer zur schl&uuml;ssigen R&uuml;ge, das FG habe das Recht auf Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) verletzt, u.a. darlegen, inwiefern durch sein &#8211;lediglich infolge des Verfahrensfehlers unterbliebenes&#8211; Vorbringen die Entscheidung auf der Grundlage der materiell-rechtlichen Auffassung des FG anders h&auml;tte ausfallen k&ouml;nnen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. August 1997 VIII B 81\/96, BFH\/NV 1998, 196, und vom 29. Februar 2008 IV B 21\/07, BFH\/NV 2008, 974).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) An einem derartigen Vorbringen fehlt es im Streitfall. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt zwar, dass ihm das FG die beantragte Schriftsatzfrist nicht einger&auml;umt habe. Er bringt aber nicht schl&uuml;ssig vor, dass der Sachvortrag, den er bei Gew&auml;hrung der Frist nachgeholt h&auml;tte, auf der Grundlage der materiell-rechtlichen Auffassung des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. Der Kl&auml;ger hat nicht beachtet, dass das FG seine Entscheidung auf mehrere Gr&uuml;nde und nicht nur darauf gest&uuml;tzt hat, er habe nicht dargetan, dass &quot;seine Ungewissheit entschuldbar&quot; sei. Beruht ein finanzgerichtliches Urteil auf mehreren Begr&uuml;ndungen, von denen jede f&uuml;r sich aus der Sicht des FG das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, so muss mit der Beschwerde f&uuml;r jede dieser Begr&uuml;ndungen ein Zulassungsgrund i.S. von &sect; 115 Abs. 2 FGO schl&uuml;ssig dargelegt werden (BFH-Beschluss vom 24. Januar 2008 VIII B 197\/06, BFH\/NV 2008, 1133, m.w.N.). Das ist nicht geschehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, II B 91\/08 Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden durch Insolvenzverwalter &#8211; grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Anspruch auf Kontoauszug im Hinblick auf zur Tabelle angemeldete S&auml;umniszuschl&auml;ge &#8211; rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Tilgungsreihenfolge bei im Verwaltungswege erzwungenen Zahlungen Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist aufgrund des Er&ouml;ffnungsbeschlusses vom 22. November 2005 Insolvenzverwalter &uuml;ber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-91-08-darlegung-von-zulassungsgruenden-durch-insolvenzverwalter-grundsaetzliche-bedeutung-anspruch-auf-kontoauszug-im-hinblick-auf-zur-tabelle-angemeldete-saeumniszuschlaege-rechtliches-gehoer-ti\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;91\/08 &#8211; Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden durch Insolvenzverwalter &#8211; grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Anspruch auf Kontoauszug im Hinblick auf zur Tabelle angemeldete S&auml;umniszuschl&auml;ge &#8211; rechtliches Geh&ouml;r &#8211; Tilgungsreihenfolge bei im Verwaltungswege erzwungenen Zahlungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17873\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}