{"id":17890,"date":"2012-12-19T14:46:00","date_gmt":"2012-12-19T12:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17890"},"modified":"2012-12-19T14:46:00","modified_gmt":"2012-12-19T12:46:00","slug":"viii-b-206-07-nzb-falsche-materielle-rechtsanwendung-verfahrensmangel-sachverstaendigengutachten-verlust-des-ruegerechts-bei-verzichtbaren-verfahrensmaengeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-206-07-nzb-falsche-materielle-rechtsanwendung-verfahrensmangel-sachverstaendigengutachten-verlust-des-ruegerechts-bei-verzichtbaren-verfahrensmaengeln\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;206\/07 &#8211; NZB: Falsche materielle Rechtsanwendung &#8211; Verfahrensmangel &#8211; Sachverst&auml;ndigengutachten &#8211; Verlust des R&uuml;gerechts bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, VIII B 206\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">NZB: Falsche materielle Rechtsanwendung &#8211; Verfahrensmangel &#8211; Sachverst&auml;ndigengutachten &#8211; Verlust des R&uuml;gerechts bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen in der Begr&uuml;ndung der Beschwerde die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden, d.h. in der Beschwerdeschrift muss entweder dargetan werden, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert, oder dass ein Verfahrensmangel vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann. Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift nicht (vgl. zu den diesbez&uuml;glichen Anforderungen Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 25 ff. und &sect; 115 Rz 23 ff., jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Mit der R&uuml;ge, das Finanzgericht (FG) habe fehlerhaft verkannt, dass der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bereits durch Vorlage diverser Arbeitsproben, Zeugnisse und Bildungsnachweise nicht nur dargelegt, sondern zum Teil auch urkundlich belegt habe, dass seine betriebswirtschaftlichen Fachkenntnisse in s&auml;mtlichen Hauptbereichen der Betriebswirtschaftslehre in der Breite wie in der Tiefe denen eines staatlich gepr&uuml;ften Betriebswirts entspr&auml;chen, wird ein Revisionszulassungsgrund nicht dargelegt. Dieses im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung gehaltene Vorbringen richtet sich im Ergebnis gegen die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG sowie gegen die vom FG gezogenen Schlussfolgerungen. Darin liegt jedoch nicht die Geltendmachung eines Verfahrensfehlers, sondern falscher materieller Rechtsanwendung, die grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289). Denn die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2000 I B 40\/99, BFH\/NV 2000, 874).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                N&auml;mliches gilt f&uuml;r den Vortrag, das FG habe die dargelegte autodidaktische Literaturfortbildung und die praktischen Arbeiten des Kl&auml;gers rechtsfehlerhaft bewertet, indem es z.B. in den Urteilsgr&uuml;nden formuliere, &quot;Soweit der Kl&auml;ger sich auf den erfolgreichen zweij&auml;hrigen Besuch einer kaufm&auml;nnischen Privatschule, einer h&ouml;heren Handelsschule, und die Gesellenpr&uuml;fung zum Industriekaufmann berufe, seien beide Abschl&uuml;sse auch nicht ann&auml;hernd mit dem Abschluss zum staatlich gepr&uuml;ften Betriebswirt vergleichbar&quot;. Auch hiermit r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine falsche materieller Rechtsanwendung der Vorinstanz. Die Zulassung der Revision kann darauf nicht gest&uuml;tzt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Mit der R&uuml;ge, das FG h&auml;tte mangels eigener Sachkunde das Gutachten eines &ouml;ffentlich bestellten und vereidigten Sachverst&auml;ndigen zur Kl&auml;rung der Frage einholen m&uuml;ssen, ob nach den vom Kl&auml;ger dargelegten praktischen Arbeiten und den von ihm vorgelegten Zeugnissen, Literaturlisten und Bildungsnachweisen davon auszugehen sei, dass seine Kenntnisse in den Hauptbereichen der Betriebswirtschaftslehre in Breite und Tiefe denen eines staatlich gepr&uuml;ften Betriebswirts entspr&auml;chen, wird gleichfalls kein Verfahrensmangel schl&uuml;ssig dargetan. Zwar steht die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens grunds&auml;tzlich im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen des Gerichts. Die Ermessensfreiheit findet indes dort ihre Grenzen, wo sich die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Sachverst&auml;ndigen mangels eigener Sachkunde des Gerichts aufdr&auml;ngen musste (BFH-Beschluss vom 16. Juni 2005 IV B 187\/03, BFH\/NV 2005, 2015). Zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge ist aber auch bei diesem Verfahrensmangel vorzutragen, warum die Nichterhebung des Sachverst&auml;ndigengutachtens nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ger&uuml;gt worden ist bzw. aus welchen Gr&uuml;nden dies nicht m&ouml;glich oder zumutbar gewesen sein soll (&sect; 295 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect; 155 FGO, vgl. Senatsbeschluss vom 27. Januar 2006 VIII B 90\/05, BFH\/NV 2006, 966).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers ist nicht zu entnehmen, weshalb sich dem FG in Anbetracht der in der Beschwerdeschrift in Bezug genommenen &#8211;nach Meinung des FG&#8211; unzureichenden theoretischen Kenntnisse des Kl&auml;gers die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Frage, welche Kenntnisse der Kl&auml;ger besitzt, zwischen den Beteiligten ausf&uuml;hrlich er&ouml;rtert worden ist und der Kl&auml;ger die Frage des Gerichts, ob er die Vornahme einer Wissenspr&uuml;fung durch einen Sachverst&auml;ndigen beantrage, ausdr&uuml;cklich verneint hat. Angesichts dieser Sachlage und der Tatsache, dass das FG bis zur m&uuml;ndlichen Verhandlung die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens nicht angeordnet hatte, musste der durch einen Angeh&ouml;rigen der steuerberatenden Berufe vertretene Kl&auml;ger davon ausgehen, dass es nach der materiell-rechtlichen Sichtweise des FG der Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens nicht bedurfte. Der Kl&auml;ger h&auml;tte daher vortragen m&uuml;ssen, den vermeintlichen Mangel der Nichteinholung des Sachverst&auml;ndigengutachtens in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt zu haben bzw. weshalb dieses, obwohl es sich insoweit um einen aus seiner Sicht wesentlichen Streitpunkt gehandelt hat, weder m&ouml;glich noch zumutbar gewesen sein soll, noch weshalb eine solche R&uuml;ge aus sonstigen Gr&uuml;nden ausnahmsweise entbehrlich gewesen sein k&ouml;nnte (Senatsbeschluss in BFH\/NV 2006, 966). Das R&uuml;gerecht geht jedoch bei sog. verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln verloren, wenn die vertretenen Beteiligten insoweit nicht alle prozessualen M&ouml;glichkeiten aussch&ouml;pfen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 2015).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit der Kl&auml;ger es als grunds&auml;tzlich bedeutsam erachtet, ob bei einem Steuerpflichtigen, der seit mehreren Jahren seinen Beruf nicht mehr aus&uuml;bt, nicht die aktuelle Wissenspr&uuml;fung die sachgerechte Wissensverprobung ist, sondern die Beurteilung der dargelegten Ausbildungsquellen und Arbeitsproben aus der Vergangenheit durch einen Sachverst&auml;ndigen, gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift ebenfalls nicht den Darlegungsanforderungen. Es fehlt bereits an der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit der Rechtsfrage. F&uuml;r das FG war diese Frage nicht rechtserheblich. Es hat die Klage nicht abgewiesen, weil der Kl&auml;ger auf die Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung durch einen Sachverst&auml;ndigen verzichtet hat, sondern weil der Kl&auml;ger nach Auffassung des FG nicht den Nachweis gef&uuml;hrt hat, dass seine theoretischen Fachkenntnisse in allen Hauptbereichen der Betriebswirtschaftslehre in Breite und Tiefe denen eines staatlich gepr&uuml;ften Betriebswirts entsprechen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, VIII B 206\/07 NZB: Falsche materielle Rechtsanwendung &#8211; Verfahrensmangel &#8211; Sachverst&auml;ndigengutachten &#8211; Verlust des R&uuml;gerechts bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-206-07-nzb-falsche-materielle-rechtsanwendung-verfahrensmangel-sachverstaendigengutachten-verlust-des-ruegerechts-bei-verzichtbaren-verfahrensmaengeln\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;206\/07 &#8211; NZB: Falsche materielle Rechtsanwendung &#8211; Verfahrensmangel &#8211; Sachverst&auml;ndigengutachten &#8211; Verlust des R&uuml;gerechts bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17890","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17890\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}