{"id":17892,"date":"2012-12-19T14:46:01","date_gmt":"2012-12-19T12:46:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17892"},"modified":"2012-12-19T14:46:01","modified_gmt":"2012-12-19T12:46:01","slug":"iv-r-87-05-zur-beiladung-im-revisionsverfahren-fuehrende-auslegung-einer-klageschrift-vollbeendigung-einer-personenhandelsgesellschaft-wirksamkeit-einer-einspruchsentscheidung-trotz-fehlerhafter-adres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-87-05-zur-beiladung-im-revisionsverfahren-fuehrende-auslegung-einer-klageschrift-vollbeendigung-einer-personenhandelsgesellschaft-wirksamkeit-einer-einspruchsentscheidung-trotz-fehlerhafter-adres\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;87\/05 &#8211; Zur Beiladung im Revisionsverfahren f&uuml;hrende Auslegung einer Klageschrift &#8211; Vollbeendigung einer Personenhandelsgesellschaft &#8211; Wirksamkeit einer Einspruchsentscheidung trotz fehlerhafter Adressierung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, IV R 87\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Beiladung im Revisionsverfahren f&uuml;hrende Auslegung einer Klageschrift &#8211; Vollbeendigung einer Personenhandelsgesellschaft &#8211; Wirksamkeit einer Einspruchsentscheidung trotz fehlerhafter Adressierung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Verfahrensstand In dem Revisionsverfahren IV R 87\/05 ist dar&uuml;ber zu befinden, ob erhebliche Verluste aus Differenzgesch&auml;ften (Options- und Devisentermingesch&auml;fte) als Betriebsausgaben zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der w&auml;hrend des anh&auml;ngigen Revisionsverfahrens verstorbene fr&uuml;here Kl&auml;ger, Herr K., war Gesellschafter der S-KG, die durch Umwandlung zum 1. Januar 1992 aus der S-GmbH hervorgegangen ist. An der S-KG waren K. als Komplement&auml;r mit einer Festeinlage von 490 000 DM (= 98 v.H.) und Frau S. mit einer Kommanditeinlage von 10 000 DM (= 2 v.H.) beteiligt. Frau S. ist verstorben. Erbe nach Frau S. ist der Beigeladene. Die S-KG betrieb ein Tiefbauunternehmen und war auf die Ausf&uuml;hrungen von gr&ouml;&szlig;eren Erdbewegungen wie z.B. beim Bau von ICE-Strecken und Bundesautobahnen spezialisiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Grund der guten Ertragslage verf&uuml;gte die S-KG trotz erheblicher Investitionen in Fahrzeug- und Maschinenpark in den Jahren 1992 bis 1994 &uuml;ber freie Mittel von mehreren Millionen DM. Ein Teil dieser Gelder wurde als Termin- bzw. Festgeld angelegt. Mit weiteren freien Mitteln wurden Wertpapiergesch&auml;fte, in der Hauptsache der An- und Verkauf von DAX-Optionsscheinen, get&auml;tigt; au&szlig;erdem wurden in erheblichem Umfang Devisentermingesch&auml;fte, &uuml;berwiegend in US-Dollar, als sog. Differenzgesch&auml;fte abgeschlossen. Im Allgemeinen wurde mit Betr&auml;gen zwischen zwei und sechs Millionen US-Dollar operiert. S&auml;mtliche Gesch&auml;fte wurden &uuml;ber betriebliche Konten (Giro- bzw. Wertpapierkonten) der S-KG, vertreten durch deren gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Gesellschafter K., abgewickelt und in der laufenden Buchhaltung der S-KG zeitnah erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 1994 ist aus diesen Gesch&auml;ften ein Verlust in H&ouml;he von 1 762 941 DM angefallen. Der Verlust ergibt sich aus dem Saldo der im Streitjahr erzielten Kursgewinne von 1 008 254 DM und den Kursverlusten von 2 771 195 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 1994 erkl&auml;rte die S-KG einen Gewinn nach Verrechnung mit den vorerw&auml;hnten Verlusten in H&ouml;he von 586 256 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung, die auch die Veranlagungszeitr&auml;ume 1992 und 1993 betraf, vertrat der Pr&uuml;fer die Auffassung, dass ein Betriebsausgabenabzug der Verluste aus den Devisentermingesch&auml;ften und dem Handel mit DAX-Optionsscheinen, die sich allein in den Jahren 1992 bis 1994 auf insgesamt rund 5 327 000 DM belaufen haben, wegen des spekulativen und branchenuntypischen Charakters der Gesch&auml;fte zu versagen sei. Die Wertpapierbest&auml;nde (Optionsscheine), welche in der Handelsbilanz ausgewiesen seien, seien nicht dem gewillk&uuml;rten Betriebsverm&ouml;gen, sondern dem Privatverm&ouml;gen des K. zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte den Ergebnissen der Au&szlig;enpr&uuml;fung und erlie&szlig; gerichtet an die S-KG gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;r die jeweiligen Pr&uuml;fungsjahre (und f&uuml;r 1995) ge&auml;nderte Feststellungsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wurde namens der S-KG Einspruch eingelegt, der sich auf s&auml;mtliche ge&auml;nderte Feststellungsbescheide f&uuml;r 1992 bis 1995 bezog.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einvernehmen und auf Antrag der S-KG erlie&szlig; das FA die &#8211;auf den Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1994 beschr&auml;nkte&#8211; Einspruchsentscheidung vom 8. August 2000, mit der der Rechtsbehelf der S-KG als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen wurde. Die Einspruchsentscheidung weist im Rubrum als Einspruchsf&uuml;hrerin die S-KG aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage wird geltend gemacht, dass die von der S-KG erzielten Verluste aus den Devisentermingesch&auml;ften und den Optionsgesch&auml;ften steuerlich anzuerkennen seien. Sie seien betrieblich veranlasst, weil die Gesch&auml;fte, aus denen sie entstanden seien, dem Betrieb der S-KG zuzuordnen gewesen seien. Im Rubrum der Klageschrift wird ausschlie&szlig;lich die S-KG genannt. Allerdings lautet der Eingangssatz, dass die Klage &quot;namens und im Auftrag des Kl&auml;gers&quot; (meint: K.) erhoben wird. Die der Klageschrift beigef&uuml;gte Vollmacht lautet ebenfalls auf die S-KG und ist offensichtlich von K. unterschrieben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben. Die Entscheidung vom 13. Dezember 2004&nbsp;&nbsp;5 K 2546\/00 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 1333 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit notariellem Vertrag vom 23. Dezember 1997 wurde die S-KG &#8211;erneut&#8211; auf die S-GmbH umgewandelt. Die Eintragung der S-GmbH ins Handelsregister erfolgte am 1. April 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die erneute Umwandlung der S-KG auf die S-GmbH ist im bisherigen Verfahren &uuml;bersehen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die Revision des FA. Das Urteil sei aufzuheben, da die Klage unzul&auml;ssig sei. Sie sei von der S-KG zu einem Zeitpunkt erhoben worden, zu dem sie bereits nicht mehr klagebefugt gewesen sei. Zudem r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens ist am 1. Januar 2008 das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des K. er&ouml;ffnet worden. Zum Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt R bestellt worden. Der Insolvenzschuldner ist am 3. Januar 2008 verstorben. Das Insolvenzverfahren wird daher als Nachlassinsolvenzverfahren fortgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Nachfrage des Berichterstatters hat der Insolvenzverwalter erkl&auml;rt, dass er den Rechtsstreit gem&auml;&szlig; &sect; 240 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 der Insolvenzordnung (InsO) aufnimmt, soweit der erkennende Senat die Klage als solche des K. auslegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage als unzul&auml;ssig, jedenfalls aber als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Grund der Beiladung Der Senat beabsichtigt, die Klage entgegen der Bezeichnung im Rubrum der Klageschrift dahin auszulegen, dass sie im Namen des K. und nicht im Namen der S-KG erhoben wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Eintragung der Umwandlung in das Handelsregister war die S-KG vollbeendet. Damit ist auch ihre Befugnis gem&auml;&szlig; &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entfallen, f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen die Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen. Nach der Vollbeendigung sind allein die von dem angefochtenen Feststellungsbescheid betroffenen Gesellschafter nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO klagebefugt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat beabsichtigt die Klage, anders als das FG, dahin auszulegen, dass sie im Namen des K. erhoben worden ist. Die Auslegung der Klageschrift erfolgt dabei nach den f&uuml;r die Willenserkl&auml;rungen geltenden Grunds&auml;tzen. F&uuml;r die Auslegung und Bestimmung der in der Klageschrift genannten Kl&auml;ger sind alle dem FG und FA bekannten und vern&uuml;nftigerweise erkennbaren Umst&auml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art zu ber&uuml;cksichtigen. Dabei sind auch die Umst&auml;nde heranzuziehen, die nur dem FA als einem Adressat der Klage (neben dem FG) erkennbar waren (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. Mai 1998 IV B 108\/97, BFH\/NV 1999, 146). Im Streitfall besteht die Besonderheit, dass bereits die Einspruchsentscheidung vom 8. August 2000 zu Unrecht an die bereits vollbeendete S-KG und nicht an die Gesellschafter adressiert worden ist, obwohl die S-KG schon zum Zeitpunkt des Erlasses der Einspruchsentscheidung in die S-GmbH umgewandelt worden war. Dies war dem FA auch schon vor Erlass der Einspruchsentscheidung bekannt, da es unter dem 26. Juni 2000 die Bescheide betreffend K&ouml;rperschaftsteuer 1998, Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 47 Abs. 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) und Gewerbesteuer 1998 zutreffend an die S-GmbH gerichtet hat. Gleichwohl f&uuml;hrte die fehlerhafte Adressierung der Einspruchsentscheidung nicht zu deren Unwirksamkeit, da sie sich trotz Adressierung an die Gesellschaft an deren Gesellschafter richtete und dem Bevollm&auml;chtigten gem&auml;&szlig; &sect; 183 Abs. 2 und 3 AO bekannt gegeben worden ist (vgl. BFH-Urteil vom 28. M&auml;rz 2000 VIII R 6\/99, BFH\/NV 2000, 1074). Entspricht das Rubrum der Klageschrift in diesem Fall spiegelbildlich dem der Einspruchsentscheidung, hat das FA die fehlerhafte Kl&auml;gerbezeichnung dem Grunde nach veranlasst. Da aber f&uuml;r das FA erkennbar war, dass die Klage zul&auml;ssigerweise nur von den ehemaligen Gesellschaftern der vollbeendeten Gesellschaft erhoben werden konnte, kann auch die Klage gegen den ausdr&uuml;cklichen Wortlaut nur dahin ausgelegt werden, dass sie von einem oder allen ehemaligen Gesellschaftern eingelegt worden ist (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1999, 146, und BFH-Urteil vom 1. Juli 2004 IV R 4\/03, BFH\/NV 2005, 162). Dass die Klage von dem rechtskundigen Prozessvertreter erhoben worden ist, steht der Auslegung in diesem Fall nicht entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die Prozessvollmacht aber ersichtlich nur von K. erteilt worden ist, kann die Klageschrift nur dahin ausgelegt werden, dass sie namens des K. erhoben worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Auslegung hat zur Folge, dass der gem&auml;&szlig; &sect; 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO klagebefugte Erbe der Kommanditistin S. notwendig beizuladen ist (&sect; 60 Abs. 3 FGO). Die unterlassene Beiladung kann gem&auml;&szlig; &sect; 123 Abs. 1 Satz 2 FGO auch im Revisionsverfahren erfolgen. Der erkennende Senat &uuml;bt sein ihm in dieser Vorschrift einger&auml;umtes Ermessen dahin gehend aus, dass er von einer Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden absieht und die Beiladung selbst vornimmt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                III. Hinweise      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Durch den vorliegenden Beiladungsbeschluss erh&auml;lt der Beigeladene die Stellung eines Beteiligten (vgl. &sect; 57 Nr. 3 FGO). Eine Verpflichtung zur Mitwirkung an dem Verfahren besteht f&uuml;r den Beigeladenen nur, sofern er eine besondere Aufforderung durch den Senat erh&auml;lt. Die Rechtskraft einer in dieser Sache ergehenden Entscheidung wirkt in jedem Fall f&uuml;r und gegen den Beigeladenen (vgl. &sect; 110 Abs. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat weist darauf hin, dass der Beigeladene Verfahrensm&auml;ngel des FG nur innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung dieses Beschlusses r&uuml;gen kann (&sect; 123 Abs. 2 Satz 1 FGO). Die Frist kann nach Ma&szlig;gabe des &sect; 123 Abs. 2 Satz 2 FGO verl&auml;ngert werden. Der Senat verweist den Rechtsstreit an die Vorinstanz zur&uuml;ck, wenn der Beigeladene ein berechtigtes Interesse daran hat (&sect; 126 Abs. 3 Satz 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Jeder Beteiligte, also auch ein Beigeladener, muss sich &#8211;sofern eine Stellungnahme beabsichtigt ist&#8211; vor dem BFH durch eine Person i.S. des &sect; 3 Nr. 1 des Steuerberatungsgesetzes vertreten lassen (vgl. nunmehr &sect; 62 Abs. 4 FGO i.d.F. des Gesetzes zur Neuregelung des Rechtsberatungsrechts vom 12. Dezember 2007, BGBl I 2007, 2840; fr&uuml;her: &sect; 62a Abs. 1 FGO a.F.). Zur Vertretung der Beteiligten vor dem BFH berechtigt sind Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte, Rechtsanw&auml;lte, niedergelassene europ&auml;ische Rechtsanw&auml;lte, Wirtschaftspr&uuml;fer und vereidigte Buchpr&uuml;fer; ferner Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften und Buchpr&uuml;fungsgesellschaften sowie Partnerschaftsgesellschaften, die durch einen der in dem vorigen Halbsatz aufgef&uuml;hrten Berufsangeh&ouml;rigen t&auml;tig werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, IV R 87\/05 Zur Beiladung im Revisionsverfahren f&uuml;hrende Auslegung einer Klageschrift &#8211; Vollbeendigung einer Personenhandelsgesellschaft &#8211; Wirksamkeit einer Einspruchsentscheidung trotz fehlerhafter Adressierung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Verfahrensstand In dem Revisionsverfahren IV R 87\/05 ist dar&uuml;ber zu befinden, ob erhebliche Verluste aus Differenzgesch&auml;ften (Options- und Devisentermingesch&auml;fte) als Betriebsausgaben zu ber&uuml;cksichtigen sind. 2&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-87-05-zur-beiladung-im-revisionsverfahren-fuehrende-auslegung-einer-klageschrift-vollbeendigung-einer-personenhandelsgesellschaft-wirksamkeit-einer-einspruchsentscheidung-trotz-fehlerhafter-adres\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;87\/05 &#8211; Zur Beiladung im Revisionsverfahren f&uuml;hrende Auslegung einer Klageschrift &#8211; Vollbeendigung einer Personenhandelsgesellschaft &#8211; Wirksamkeit einer Einspruchsentscheidung trotz fehlerhafter Adressierung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17892","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17892","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17892"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17892\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}