{"id":17893,"date":"2012-12-19T14:46:02","date_gmt":"2012-12-19T12:46:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17893"},"modified":"2012-12-19T14:46:02","modified_gmt":"2012-12-19T12:46:02","slug":"vii-b-59-08-milchabgabe-zeitweilige-ueberlassung-von-referenzmengen-nottoetungen-von-kuehen-aufgrund-hoeherer-gewalt-fuer-entscheidung-ueber-eine-verpflichtungsklage-massgebliche-rechtslage-keine-zula","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-59-08-milchabgabe-zeitweilige-ueberlassung-von-referenzmengen-nottoetungen-von-kuehen-aufgrund-hoeherer-gewalt-fuer-entscheidung-ueber-eine-verpflichtungsklage-massgebliche-rechtslage-keine-zula\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;59\/08 &#8211; Milchabgabe &#8211; zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen &#8211; Nott&ouml;tungen von K&uuml;hen aufgrund h&ouml;herer Gewalt &#8211; f&uuml;r Entscheidung &uuml;ber eine Verpflichtungsklage ma&szlig;gebliche Rechtslage &#8211; keine Zulassung der Revision bei aus anderen Gr&uuml;nden richtiger FG-Entscheidung &#8211; rechtzeitige R&uuml;ge einer unterbliebenen notwendigen Beiladung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, VII B 59\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Milchabgabe &#8211; zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen &#8211; Nott&ouml;tungen von K&uuml;hen aufgrund h&ouml;herer Gewalt &#8211; f&uuml;r Entscheidung &uuml;ber eine Verpflichtungsklage ma&szlig;gebliche Rechtslage &#8211; keine Zulassung der Revision bei aus anderen Gr&uuml;nden richtiger FG-Entscheidung &#8211; rechtzeitige R&uuml;ge einer unterbliebenen notwendigen Beiladung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Milcherzeuger. Im Oktober 2003 nahm er eine neue Melkanlage in Betrieb, woraufhin in der Folgezeit bis Februar 2004&nbsp;&nbsp;17 seiner 50 Milchk&uuml;he an Mastitis erkrankten und schlie&szlig;lich get&ouml;tet wurden. Aus diesem Grund &uuml;berlie&szlig; der Kl&auml;ger 10 000 kg seiner Referenzmenge einem anderen Landwirt aufgrund einer unter dem 21. Februar 2005 getroffenen Vereinbarung. Diese &Uuml;berlassungsvereinbarung, die offen lie&szlig;, f&uuml;r welchen Zw&ouml;lfmonatszeitraum die Referenzmenge zeitweilig &uuml;berlassen werden sollte, ging der Molkerei am folgenden Tag zu und wurde von dieser gem&auml;&szlig; &sect; 7a Abs. 4 Satz 1 der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung der EG-Milchabgabenregelung vom 9. August 2004 &#8211;MilchAbgV 2004&#8211; (BGBl I 2004, 2143) dem Beklagten und Beschwerdegegner (Hauptzollamt) zur Entscheidung &uuml;ber die Registrierung vorgelegt. Dieser lehnte die Registrierung mit Bescheid vom 27. Juli 2005 mit der Begr&uuml;ndung ab, dass die vorzeitige Schlachtung der Milchk&uuml;he nicht auf h&ouml;here Gewalt zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG entschied, dass das Verpflichtungsbegehren des Kl&auml;gers nach &sect; 30 der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung der EG-Milchabgabenregelung vom 7. M&auml;rz 2007 &#8211;MilchAbgV 2007&#8211; (BGBl I 2007, 295) zu beurteilen sei, da bei einer Verpflichtungsklage die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung ma&szlig;gebend sei. Es sei zwar zweifelhaft, ob die f&uuml;r eine zeitweilige &Uuml;berlassung der Referenzmenge gem&auml;&szlig; &sect; 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 MilchAbgV 2007 vorgeschriebenen Gr&uuml;nde h&ouml;herer Gewalt vorl&auml;gen; jedoch d&uuml;rften die Voraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect; 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MilchAbgV 2007 erf&uuml;llt sein. Gleichwohl k&ouml;nne der Kl&auml;ger jedenfalls im Zeitpunkt der Gerichtsentscheidung nicht mehr die Registrierung der &Uuml;berlassungsvereinbarung beanspruchen. &sect; 30 Abs. 1 Satz 1 MilchAbgV 2007 gestatte die zeitweilige &Uuml;berlassung der Referenzmenge nur f&uuml;r den laufenden und den n&auml;chsten Zw&ouml;lfmonatszeitraum. Dementsprechend m&uuml;sse nach &sect; 30 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 MilchAbgV 2007 die &Uuml;berlassungsvereinbarung bis zum 31. M&auml;rz des jeweiligen Zw&ouml;lfmonatszeitraums der Molkerei vorliegen bzw. von der Molkerei bis zu diesem Datum registriert worden sein. Der Kl&auml;ger habe erst in der m&uuml;ndlichen Verhandlung klargestellt, dass die &Uuml;berlassung der Referenzmenge f&uuml;r den Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2004\/2005 gelten sollte. Diese Erkl&auml;rung sei wegen des Ablaufs dieses Zw&ouml;lfmonatszeitraums ins Leere gegangen, weil eine die Voraussetzungen des &sect; 30 Abs. 1 MilchAbgV 2007 erf&uuml;llende &Uuml;berlassungsvereinbarung nur bis zum 31. M&auml;rz des jeweiligen Zw&ouml;lfmonatszeitraums von der Molkerei registriert werden k&ouml;nne.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache, der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1, 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen und das Urteil des FG sich jedenfalls aus anderen als den vom FG angenommenen Gr&uuml;nden als richtig erweist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die von der Beschwerde f&uuml;r grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltene Frage, ob die Bewilligung einer zeitweiligen &Uuml;berlassung einer Referenzmenge f&uuml;r einen bestimmten Zw&ouml;lfmonatszeitraum auch noch nach Ablauf dieses Zeitraums r&uuml;ckwirkend erteilt werden kann, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r die zeitweilige &Uuml;berlassung vorlagen und der Antrag vor dem Ende des betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums eingereicht wurde, jedoch von der Beh&ouml;rde nicht rechtzeitig bearbeitet und\/oder zu Unrecht abgelehnt wurde, w&auml;re in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Es ist bereits zweifelhaft, ob das FG die Bewilligung der Registrierung durch das HZA erst nach Ablauf des betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums &uuml;berhaupt f&uuml;r rechtlich ausgeschlossen gehalten hat (hierin w&auml;re dem FG in der Tat nicht zu folgen), oder ob es nicht vielmehr die &Uuml;berlassungsvereinbarung als versp&auml;tet vorgelegt bzw. vervollst&auml;ndigt angesehen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Anders als das FG geht der beschlie&szlig;ende Senat davon aus, dass auf den Streitfall &sect; 7a MilchAbgV 2004 anzuwenden ist. Dass bei Verpflichtungsklagen auf die Rechtslage im Zeitpunkt der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung des Gerichts abzustellen ist, ist eine Regel, die nicht ausnahmslos gilt. Die Frage, ob ein Anspruch auf Erlass des begehrten Verwaltungsaktes besteht, beantwortet sich nach dem materiellen Recht. Hat sich seit dem Erlass der ablehnenden Verwaltungsentscheidung das materielle Recht ge&auml;ndert, ist zu pr&uuml;fen, ob sich diese Rechts&auml;nderung auch auf das mit der vorangegangenen Rechtslage zusammenh&auml;ngende Bestehen bzw. Nichtbestehen des seinerzeit geltend gemachten Rechtsanspruchs auswirkt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Mai 1976 IV C 80.74, BVerwGE 51, 15; vom 27. April 1990&nbsp;&nbsp;8 C 87.88, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1991, 360). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Die MilchAbgV 2007 trat am 1. April 2007, also mit dem Beginn des Zw&ouml;lfmonatszeitraums 2007\/2008, in Kraft (&sect; 58 MilchAbgV 2007) und hob erst mit dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens die MilchAbgV 2004 auf (&sect; 57 Abs. 1 MilchAbgV 2007). Die Voraussetzungen f&uuml;r eine zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen im Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2004\/2005 richten sich somit nach der f&uuml;r diesen Zw&ouml;lfmonatszeitraum g&uuml;ltigen MilchAbgV 2004.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Liegen in einem bestimmten Zw&ouml;lfmonatszeitraum die Voraussetzungen des &sect; 7a Abs. 1 MilchAbgV 2004 vor, kann ein Milcherzeuger im laufenden sowie im n&auml;chsten Zw&ouml;lfmonatszeitraum seine Referenzmenge, soweit er sie in einem Zw&ouml;lfmonatszeitraum nicht selbst nutzt, f&uuml;r diesen Zw&ouml;lfmonatszeitraum einem anderen Milcherzeuger zur Nutzung &uuml;berlassen. Eine entsprechende &Uuml;berlassungsvereinbarung ist nach &sect; 7a Abs. 2 Satz 1 MilchAbgV 2004 zwischen dem &Uuml;berlassenden und dem &Uuml;bernehmenden schriftlich abzuschlie&szlig;en und muss nach Satz 2 der Vorschrift dem K&auml;ufer (Molkerei) bis zum 31. M&auml;rz des betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums zur Registrierung vorliegen. Daraus folgt, dass eine &Uuml;berlassung der Referenzmenge f&uuml;r einen bestimmten Zw&ouml;lfmonatszeitraum nicht registriert werden darf, wenn die schriftliche &Uuml;berlassungsvereinbarung der Molkerei nicht bis zum 31. M&auml;rz dieses Zw&ouml;lfmonatszeitraums vorgelegt worden ist. Grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfragen ergeben sich aus diesem insoweit eindeutigen Verordnungstext nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Da der Milcherzeuger die nicht genutzte Referenzmenge sowohl in dem Zw&ouml;lfmonatszeitraum, in welchem die Voraussetzungen des &sect; 7a Abs. 2 Satz 1 MilchAbgV 2004 eingetreten sind, als auch im n&auml;chsten Zw&ouml;lfmonatszeitraum, also ggf. auch nur in einem dieser beiden Zw&ouml;lfmonatszeitr&auml;ume einem anderen Milcherzeuger &uuml;berlassen kann, muss &#8211;wovon offenbar auch das FG ausgegangen ist&#8211; aus der der Molkerei vorgelegten &Uuml;berlassungsvereinbarung hervorgehen, f&uuml;r welche Zeitr&auml;ume die Referenzmenge zeitweilig &uuml;berlassen werden soll. Nach den Feststellungen des FG war dies bei der &Uuml;berlassungsvereinbarung vom 21. Februar 2005 nicht der Fall; vielmehr hat der Kl&auml;ger erst in der m&uuml;ndlichen Verhandlung klargestellt, dass die &Uuml;berlassung f&uuml;r den Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2004\/2005 habe wirksam werden sollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit das FG wegen dieser zun&auml;chst fehlenden und erst nach Ablauf des Zw&ouml;lfmonatszeitraums 2004\/2005 nachgeholten Angabe der zeitlichen Geltung der &Uuml;berlassung die Vorlage bei der Molkerei bzw. ihre Vervollst&auml;ndigung als nicht rechtzeitig angesehen hat, handelt es sich um eine auf tats&auml;chlichem Gebiet liegende W&uuml;rdigung des FG. Es ist eine Frage des Einzelfalls, ob eine der Molkerei zugeleitete &Uuml;berlassungsvereinbarung als in wesentlicher Hinsicht unvollst&auml;ndig und deshalb als (noch) nicht vorgelegt anzusehen ist. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision sind insoweit weder dargelegt noch ersichtlich. Es kommt auch nicht darauf an, ob ebenso eine andere W&uuml;rdigung dahin m&ouml;glich w&auml;re, dass eine &Uuml;berlassungsvereinbarung &#8211;auch ohne ausdr&uuml;ckliche Angabe ihrer beabsichtigten zeitlichen Geltung&#8211; f&uuml;r jedenfalls den Zw&ouml;lfmonatszeitraum gelten soll, in welchem sie der Molkerei vorgelegt worden ist. Insbesondere in Anbetracht der Feststellung des FG, dass die erkrankten K&uuml;he in den Zw&ouml;lfmonatszeitr&auml;umen sowohl 2003\/2004 als auch 2004\/ 2005 get&ouml;tet worden waren, sowie des Umstandes, dass die &Uuml;berlassungsvereinbarung erst kurz vor dem Ende des Zw&ouml;lfmonatszeitraums 2004\/2005 vorgelegt wurde, ist es rechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG die der Molkerei Ende Februar 2005 vorgelegte &Uuml;berlassungsvereinbarung als in zeitlicher Hinsicht nicht eindeutig und insoweit erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig und erst mit dieser Erg&auml;nzung als vollst&auml;ndig vorgelegt angesehen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Welche Auffassung das FG letztlich zum Ausdruck bringen wollte, kann dahinstehen, da sich das Urteil des FG jedenfalls aus anderen als von ihm angenommenen Gr&uuml;nden als richtig erweist, so dass die Revision nach &sect; 126 Abs. 4 FGO, der im Beschwerdeverfahren entsprechend anzuwenden ist, nicht zuzulassen ist (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs vom 20. April 1988 I R 67\/84, BFHE 154, 5, 6, BStBl II 1988, 927; vom 13. November 1997 V R 62\/96, BFH\/NV 1998, 606, 607). Die Voraussetzungen des auf den Streitfall anzuwendenden &sect; 7a Abs. 1 Satz 1 MilchAbgV 2004 liegen nicht vor. Um einen in Nr. 1 der Vorschrift geregelten Fall handelt es sich unstreitig nicht; nach den Feststellungen des FG kann aber auch nicht angenommen werden, dass die Voraussetzungen der Nr. 2 gegeben sind. Der Kl&auml;ger hat nicht nachgewiesen, dass er aus Gr&uuml;nden h&ouml;herer Gewalt gezwungen war, die K&uuml;he schlachten zu lassen. Werden &#8211;wie im Streitfall&#8211; Milchk&uuml;he, die an einer nicht t&ouml;dlichen Krankheit leiden, &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg nach und nach der Schlachtung zugef&uuml;hrt, weil sie wegen der Erkrankung keine Milchleistung mehr erbringen, liegt keine Nott&ouml;tung infolge h&ouml;herer Gewalt vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Anders als die Beschwerde meint, versto&szlig;en die Regelungen in &sect; 7a MilchAbgV 2004 nicht gegen Art. 16 der Verordnung (EG) Nr. 1788\/2003 (VO Nr. 1788\/2003) des Rates vom 29. September 2003 &uuml;ber die Erhebung einer Abgabe im Milchsektor (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 270\/123). Art. 16 Abs. 1 Unterabs. 2 VO Nr. 1788\/2003 &uuml;berl&auml;sst es den Mitgliedstaaten, die &Uuml;bertragungsm&ouml;glichkeiten (u.a.) auf der Ebene der Abnehmer zu begrenzen und insbesondere in F&auml;llen h&ouml;herer Gewalt, in denen die Produktionskapazit&auml;t eingeschr&auml;nkt ist, zu regeln. Von dieser M&ouml;glichkeit hat der Verordnungsgeber Gebrauch gemacht, indem er die zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen nur auf der Ebene der Molkerei und nur unter den in &sect; 7a Abs. 1 Satz 1 MilchAbgV 2004 geregelten Voraussetzungen zugelassen hat. Da es nach Art. 16 Abs. 1 Unterabs. 1 VO Nr. 1788\/2003 um die Genehmigung zeitweiliger &Uuml;bertragungen &quot;vor dem Ende eines jeden Zw&ouml;lfmonatszeitraums&quot; geht, begegnet es auch keinen gemeinschaftsrechtlichen Bedenken, dass &sect; 7a Abs. 2 Satz 2 MilchAbgV 2004 die Vorlage der schriftlichen &Uuml;berlassungsvereinbarung bis zum 31. M&auml;rz des jeweiligen Zw&ouml;lfmonatszeitraums verlangt. Anhaltspunkte, die Anlass g&auml;ben, die von der Beschwerde bezeichnete Frage in einem Revisionsverfahren dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vorzulegen, sieht der Senat daher nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO ist nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Dass das FG-Urteil in einer konkreten Rechtsfrage von h&ouml;chstrichterlichen Entscheidungen abweicht oder ihm Rechtsfehler von erheblichem Gewicht unterlaufen sind, ergibt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Ob der ger&uuml;gte Verfahrensfehler der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r in Form einer sog. &Uuml;berraschungsentscheidung vorliegt, kann offenbleiben, da nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen die FG-Entscheidung jedenfalls nicht auf dem Mangel beruht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die unterbliebene Beiladung des anderen an der &Uuml;berlassungsvereinbarung beteiligten Landwirts ist erst nach Ablauf der Frist f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Beschwerde (&sect; 116 Abs. 3 Satz 1 FGO) ger&uuml;gt worden. Die Auffassung der Beschwerde, eine unterbliebene notwendige Beiladung k&ouml;nne auch au&szlig;erhalb der Begr&uuml;ndungsfrist wirksam ger&uuml;gt werden, trifft nicht zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, VII B 59\/08 Milchabgabe &#8211; zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen &#8211; Nott&ouml;tungen von K&uuml;hen aufgrund h&ouml;herer Gewalt &#8211; f&uuml;r Entscheidung &uuml;ber eine Verpflichtungsklage ma&szlig;gebliche Rechtslage &#8211; keine Zulassung der Revision bei aus anderen Gr&uuml;nden richtiger FG-Entscheidung &#8211; rechtzeitige R&uuml;ge einer unterbliebenen notwendigen Beiladung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-59-08-milchabgabe-zeitweilige-ueberlassung-von-referenzmengen-nottoetungen-von-kuehen-aufgrund-hoeherer-gewalt-fuer-entscheidung-ueber-eine-verpflichtungsklage-massgebliche-rechtslage-keine-zula\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;59\/08 &#8211; Milchabgabe &#8211; zeitweilige &Uuml;berlassung von Referenzmengen &#8211; Nott&ouml;tungen von K&uuml;hen aufgrund h&ouml;herer Gewalt &#8211; f&uuml;r Entscheidung &uuml;ber eine Verpflichtungsklage ma&szlig;gebliche Rechtslage &#8211; keine Zulassung der Revision bei aus anderen Gr&uuml;nden richtiger FG-Entscheidung &#8211; rechtzeitige R&uuml;ge einer unterbliebenen notwendigen Beiladung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17893","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17893\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}