{"id":17969,"date":"2012-12-11T05:49:08","date_gmt":"2012-12-11T03:49:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17969"},"modified":"2012-12-11T05:49:08","modified_gmt":"2012-12-11T03:49:08","slug":"ii-r-39-06-anteilsvereinigung-bei-lediglich-mittelbarer-beteiligung-an-grundbesitzender-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-39-06-anteilsvereinigung-bei-lediglich-mittelbarer-beteiligung-an-grundbesitzender-gesellschaft\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;39\/06 &#8211; Anteilsvereinigung bei lediglich mittelbarer Beteiligung an grundbesitzender Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, II R 39\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Anteilsvereinigung bei lediglich mittelbarer Beteiligung an grundbesitzender Gesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in den USA ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft, die zun&auml;chst 51 % der Anteile an der ebenfalls in den USA ans&auml;ssigen X-Company (Tochtergesellschaft) hielt, die zu 100 % an einer deutschen GmbH (Enkelgesellschaft) beteiligt war, welche ihrerseits Alleingesellschafterin zweier weiterer GmbH mit jeweils in Deutschland belegenem Grundbesitz war. Mit Wirkung zum 31. Dezember 1999 erwarb die Kl&auml;gerin die restlichen 49 % der Anteile an der Tochtergesellschaft von der anderen Gesellschafterin, einer dritten in den USA ans&auml;ssigen Gesellschaft, hinzu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah darin eine Anteilsvereinigung i.S. des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes in der bis Ende 1999 geltenden Fassung (GrEStG a.F.). Er erlie&szlig; am 26. August 2004 einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Grunderwerbsteuer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage, mit denen die Kl&auml;gerin geltend gemacht hatte, &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG a.F. habe nur die Vereinigung von Anteilen unmittelbar an grundbesitzenden Gesellschaften erfasst, blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, die Erg&auml;nzung des Tatbestandes der Anteilsvereinigung um den Zusatz &quot;unmittelbar oder mittelbar&quot; durch Art. 15 Nr. 1 Buchst. b des Steuerentlastungsgesetzes (StEntlG) 1999\/2000\/2002 vom 24. M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402) habe keine &Auml;nderung der Rechtslage bewirkt. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2006, 1274 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG a.F. Weder der Wortlaut noch Sinn und Zweck der Vorschrift lie&szlig;en die Besteuerung einer blo&szlig; mittelbaren Anteilsvereinigung zu. Ein Indiz daf&uuml;r sei auch die Neufassung der Vorschrift durch das StEntlG 1999\/2000\/2002. Im sonstigen Steuerrecht sei im &Uuml;brigen anerkannt, dass die Gleichstellung einer mittelbaren mit einer unmittelbaren Beteiligung einer ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Regelung bed&uuml;rfe, es sei denn, die Gleichstellung ergebe sich eindeutig aus dem Sinn und Zweck der betroffenen Norm.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung sowie den Bescheid vom 26. August 2004 &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Grunderwerbsteuer in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1. August 2005 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Erwerb der restlichen Anteile an der Tochtergesellschaft hat zu einer Anteilsvereinigung i.S. des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 oder 2 GrEStG a.F. gef&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FA hat den angefochtenen Feststellungsbescheid auf die Nr. 1 der Vorschrift gest&uuml;tzt. Die Nummern 1 und 2 des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. kn&uuml;pfen an das sog. Trennungs- und Abstraktionsprinzip an, wonach das Verpflichtungsgesch&auml;ft vom Verf&uuml;gungsgesch&auml;ft zu trennen und die Wirksamkeit des Letzteren vom Bestehen des Ersteren unabh&auml;ngig ist. Ob diese oder eine vergleichbare Trennung im Streitfall f&uuml;r die &Uuml;bertragung der Anteile an der Tochtergesellschaft von Bedeutung ist, kann auf sich beruhen. Mit den Formulierungen &quot;Datum des Rechtsvorgangs 31.12.1999&quot; und &quot;zum 31. Dezember 1999 vereinen sich die Anteile &#8230;&quot; hat das FA den besteuerten Lebenssachverhalt so beschrieben, dass Missverst&auml;ndnisse nicht m&ouml;glich sind. Sollte statt der Nr. 1 die Nr. 2 einschl&auml;gig sein, handelte es sich lediglich um einen Austausch der auf denselben Lebenssachverhalt anwendbaren Rechtsnorm. Gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 3 Nr. 2 GrEStG a.F. unterl&auml;ge der streitige Erwerbsvorgang der Steuer, wenn kein schuldrechtliches Gesch&auml;ft im Sinne der Nr. 1 der Vorschrift vorausgegangen w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Gegenstand der Besteuerung ist sowohl nach Nr. 1 als auch nach Nr. 2 des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. nicht der Erwerb der Anteile als solcher, sondern die durch ihn begr&uuml;ndete eigenst&auml;ndige Zuordnung der der Gesellschaft geh&ouml;renden Grundst&uuml;cke (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12. Januar 1994 II R 130\/91, BFHE 173, 229, BStBl II 1994, 408). Die Tatbest&auml;nde des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. behandeln denjenigen, der Alleingesellschafter einer grundst&uuml;cksbesitzenden Gesellschaft wird bzw. geworden ist, so, als geh&ouml;rten ihm die Grundst&uuml;cke, die dieser Gesellschaft grunderwerbsteuerrechtlich zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 20. Oktober 1993 II R 116\/90, BFHE 172, 538, BStBl II 1994, 121). Aus dieser Fiktion folgt, dass ein Grundst&uuml;ck nicht nur dann i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. zum Verm&ouml;gen einer Gesellschaft geh&ouml;rt, wenn es im Eigentum der Gesellschaft steht; ma&szlig;geblich ist vielmehr eine grunderwerbsteuerrechtliche Zuordnung in dem Sinne, dass bei der Gesellschaft, deren Anteile vereinigt oder &uuml;bertragen werden, in der Vergangenheit ein Tatbestand verwirklicht worden ist, der einen Erwerbsvorgang i.S. des &sect; 1 Abs. 1, Abs. 2 oder Abs. 3 GrEStG a.F. darstellt, und danach kein erneuter Rechtstr&auml;gerwechsel im Sinne dieser Vorschrift von ihr auf einen anderen stattgefunden hat (vgl. Fischer in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 16. Aufl., &sect; 1 Rz 907 und 909). Da zu den Erwerbsvorg&auml;ngen auch diejenigen des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. geh&ouml;ren, folgt daraus, dass auch Anteile an einer Gesellschaft zu erfassen sind, die ihrerseits zu 100 % an einer grundst&uuml;cksbesitzenden (Unter-)Gesellschaft beteiligt ist (BFH-Urteil vom 30. M&auml;rz 1988 II R 76\/87, BFHE 153, 63, BStBl II 1988, 550; Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 8. Aufl., &sect; 1 Rz 149). Dabei steht es der Steuerbarkeit einer Anteilsvereinigung nicht entgegen, wenn die anteils&uuml;bertragende und die anteilserwerbende Gesellschaft ihren Sitz im Ausland haben (BFH-Urteil vom 5. November 2002 II R 23\/00, BFH\/NV 2003, 505). Ebenso ist unsch&auml;dlich, wenn eine der zwischengeschalteten Gesellschaften ebenfalls ihren Sitz im Ausland hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Einw&auml;nde der Kl&auml;gerin dagegen, schon vor Inkrafttreten der Neufassung des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG durch Art. 15 Nr. 1 Buchst. b StEntlG 1999\/2000\/2002 eine mittelbare Anteilsvereinigung gen&uuml;gen zu lassen, sind nicht berechtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Dies gilt zun&auml;chst f&uuml;r den Hinweis der Kl&auml;gerin auf die ertragsteuerlichen Vorschriften des &sect; 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 und &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes, des &sect; 9 Nr. 7 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes, des &sect; 1 Abs. 2 Nr. 1 des Au&szlig;ensteuergesetzes sowie die Vorschriften des &sect; 121 Abs. 1 Nr. 4 des Bewertungsgesetzes sowie des &sect; 74 Abs. 2 der Abgabenordnung und den daraus gezogenen Schluss, dass der Gesetzgeber eine Gleichstellung mittelbarer Beteiligungen mit unmittelbaren stets ausdr&uuml;cklich anordne, wenn sie gewollt sei. Es gilt ferner f&uuml;r den Hinweis der Kl&auml;gerin auf die Rechtsprechung des BFH zu den Ertragsteuern, wonach mittelbare Beteiligungen unmittelbaren nicht gleichzusetzen sind und davon auszugehen ist, dass es dazu einer ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Vorschrift bedarf, es sei denn, die Gleichsetzung ergibt sich eindeutig aus dem Sinn und Zweck der jeweiligen Vorschrift (so Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25. Februar 1991 GrS 7\/89, BFHE 163, 1, BStBl II 1991, 691, 700, m.w.N.). Letzteres trifft auf &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da Gegenstand der Besteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. nicht der Erwerb der Anteile als solcher ist &#8211;w&auml;re er dies, w&auml;ren die Hinweise der Kl&auml;gerin beachtlich&#8211;, sondern jene oben beschriebene spezifisch grunderwerbsteuerrechtliche Zuordnung der Grundst&uuml;cke, sind der Sinn und Zweck der Vorschrift von dieser eigenst&auml;ndigen Zuordnung her zu bestimmen. Da ferner &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. die Vereinigung bzw. den &Uuml;bergang aller Anteile an einer Gesellschaft, der im Sinne des GrEStG a.F. Grundst&uuml;cke &quot;geh&ouml;ren&quot;, als Erwerbsvorgang ansieht, folgt daraus, dass solcherma&szlig;en als Grundst&uuml;ckserwerber behandelte anteilserwerbende Gesellschaften ihrerseits die Funktion einer Gesellschaft erf&uuml;llen k&ouml;nnen, zu deren Verm&ouml;gen Grundst&uuml;cke i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. geh&ouml;ren (vgl. Hofmann, a.a.O., &sect; 1 Rz 149). Dies l&auml;sst sich der Vorschrift unter Beachtung des ihr innewohnenden Prinzips eindeutig entnehmen. Von der spezifisch grunderwerbsteuerrechtlichen Zuordnung her macht es keinen Unterschied, ob der Gesellschaft, auf deren Verm&ouml;gen abzustellen ist, die Grundst&uuml;cke aufgrund eines Erwerbsvorgangs nach Abs. 1, Abs. 2 oder Abs. 3 des &sect; 1 GrEStG a.F. &quot;geh&ouml;ren&quot;. Geh&ouml;ren ihr die Grundst&uuml;cke aufgrund eines Erwerbs nach Abs. 3 der Vorschrift, ist diese Zurechnung aus ihrem Rechtsgedanken heraus auf die 100 %ige Muttergesellschaft &#8211;und ggf. noch weiter&#8211; zu verl&auml;ngern. Dass dies der inneren Logik der Vorschrift entspricht, zeigt sich im &Uuml;brigen in den Regelungen zur Organschaft in &sect; 1 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 GrEStG a.F., die einen Unterfall einer mittelbaren Anteilsvereinigung darstellen (Hofmann, a.a.O., &sect; 1 Rz 169; BFH-Urteil vom 8. August 2001 II R 66\/98, BFHE 195, 427, BStBl II 2002, 156, unter II. 4. a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin liegt darin kein Widerspruch zu dem BFH-Urteil vom 30. April 2003 II R 79\/00 (BFHE 202, 387, BStBl II 2003, 890), wonach &sect; 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG in der gem&auml;&szlig; Art. 15 Nr. 11 Buchst. c StEntlG 1999\/2000\/2002 bis Ende 1999 geltenden Fassung eine &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes bei der grundbesitzenden Gesamthand selbst voraussetzt und ein Wechsel im Gesellschafterbestand einer anderen Gesellschaft, die an der grundbesitzenden Gesellschaft lediglich beteiligt ist, nicht ausreicht. Dies wurde n&auml;mlich damit begr&uuml;ndet, dass &sect; 1 Abs. 2a GrEStG in der bis Ende 1999 geltenden Fassung eine &Auml;nderung im Gesellschafterbestand &quot;bei ihr&quot; verlangte, was die Ber&uuml;cksichtigung einer &Auml;nderung im Gesellschafterbestand einer anderen Gesellschaft ausschloss.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Vor diesem Hintergrund kommt der &Auml;nderung des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG durch Art. 15 Nr. 1 Buchst. b StEntlG 1999\/2000\/2002 lediglich klarstellende Funktion zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Wortlaut steht der bisherigen Auslegung des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. ebenfalls nicht entgegen. Die Auslegung einer Norm aus ihrem Wortlaut ist nur eine von mehreren Auslegungsmethoden, zu denen auch die systematische Auslegung geh&ouml;rt. Nach Letzterer ist darauf abzustellen, dass einzelne Rechtss&auml;tze, die der Gesetzgeber in einen sachlichen Zusammenhang gebracht hat, grunds&auml;tzlich so zu interpretieren sind, dass sie logisch miteinander vereinbar sind (so Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 9. Mai 1978&nbsp;&nbsp;2 BvR 952\/75, BVerfGE 48, 246, 257). Ziel jeder Auslegung ist danach die Feststellung des Inhalts einer Norm, wie er sich aus dem Wortlaut und dem Sinnzusammenhang ergibt, in den sie hineingestellt ist (so BVerfG-Beschluss vom 19. Juni 1973&nbsp;&nbsp;1 BvL 39\/69 und 1 BvL 14\/72, BVerfGE 35, 263, 278). Nichts anderes liegt der Rechtsprechung des BFH zur mittelbaren Anteilsvereinigung zugrunde, wie sich aus den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen zu II. 3. a ergibt. Daher ist auch die Aussage der Kl&auml;gerin, unter &quot;Anteilen&quot; an Gesellschaften seien zivilrechtlich nur unmittelbare Beteiligungen zu verstehen, lediglich eine Wiederholung des vorstehenden zu II. 3. a bereits abgehandelten Einwands.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, eine Obergesellschaft, die mittelbar &uuml;ber eine 100 %ige Tochtergesellschaft &#8211;und ggf. &uuml;ber eine 100 %ige Enkelgesellschaft usw.&#8211; an einer grundbesitzenden Gesellschaft beteiligt ist, habe keine rechtliche M&ouml;glichkeit der Einflussaufnahme auf deren Willensbildung, kann dem gleicherma&szlig;en nicht gefolgt werden. Aufgrund der Alleingesellschafterstellung bei der jeweils n&auml;chsten Untergesellschaft hat die Obergesellschaft die rechtliche M&ouml;glichkeit, ihren Willen &#8211;wenn auch &uuml;ber so viele Stufen, wie 100 %ige Zwischengesellschaften vorhanden sind&#8211; durchzusetzen. Wenn die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang von einer blo&szlig; wirtschaftlichen Anteilsvereinigung spricht und dazu auf das BFH-Urteil vom 26. Februar 1975 II R 130\/67 (BFHE 115, 284, BStBl II 1975, 456) verweist, &uuml;bersieht sie, dass jene Entscheidung das Tatbestandsmerkmal der &quot;&Uuml;bertragung&quot; in &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 und Nr. 3 GrEStG betrifft und nicht das Tatbestandsmerkmal der &quot;Vereinigung&quot; oder des &quot;&Uuml;bergangs&quot; in Nr. 1 und 2 bzw. Nr. 3 und 4 der Vorschrift.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Schlie&szlig;lich vermag auch die Auffassung der Kl&auml;gerin nicht zu &uuml;berzeugen, die Rechtsprechung zur mittelbaren Anteilsvereinigung versto&szlig;e gegen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG). Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin ist &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. rechtsformneutral. Gesellschaften im Sinne der Vorschrift sind sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften (BFH-Urteil vom 26. Juli 1995 II R 68\/92, BFHE 178, 231, BStBl II 1995, 736, unter II. 1. a). Dies gilt gleicherma&szlig;en bei unmittelbarer und bei mittelbarer Anteilsvereinigung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch ein gegen Art. 3 Abs. 1 GG versto&szlig;endes Vollzugsdefizit besteht nicht. Art. 3 Abs. 1 GG verlangt, dass die Steuerpflichtigen durch ein Steuergesetz rechtlich und tats&auml;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch die rechtliche Ausgestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt, kann dies zu einem Gleichheitsversto&szlig; f&uuml;hren. Dagegen bedeutet die empirische Ineffizienz von Rechtsnormen noch keine Verletzung des Gleichheitssatzes (so BVerfG-Urteil vom 9. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/02, BVerfGE 110, 94). Bei Sachverhalten wie im Streitfall handelt es sich allenfalls um Letzteres. Soweit Gesellschaften mit Sitz im Ausland Erwerbsvorg&auml;nge nach &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. verwirklichen, ist die grunderwerbsteuerrechtliche Erfassung dieser Vorg&auml;nge mit Schwierigkeiten verbunden. Die Schwierigkeiten haben aber ihren Grund nicht darin, dass das Erhebungsverfahren nicht auf Durchsetzbarkeit angelegt w&auml;re, sondern darin, dass die Aufkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten im Ausland begrenzt sind. Durch den Auslandsbezug bedingte Vollzugsdefizite ergeben aber noch keine Verletzung des Gleichheitssatzes (so Entscheidungen des BFH vom 18. Februar 1997 VIII R 33\/95, BFHE 183, 45, BStBl II 1997, 499, unter B. III. 3., sowie vom 8. November 2005 II B 23\/05, BFH\/NV 2006, 612). Etwaige L&uuml;cken im Vollzug des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. betreffen &uuml;berdies nur die F&auml;lle mit Auslandsbezug, lassen aber die gro&szlig;e Gruppe der reinen Inlandssachverhalte unber&uuml;hrt. Wegen der damit verbundenen Erhebungsschwierigkeiten die Sachverhalte mit Auslandsbezug von der Besteuerung nach &sect; 1 Abs. 3 GrEStG a.F. auszunehmen, w&auml;re aber unter dem Gesichtspunkt des Art. 3 Abs. 1 GG weit bedenklicher als die Hinnahme von Vollzugsdefiziten bei Auslandssachverhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, II R 39\/06 Anteilsvereinigung bei lediglich mittelbarer Beteiligung an grundbesitzender Gesellschaft Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in den USA ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft, die zun&auml;chst 51 % der Anteile an der ebenfalls in den USA ans&auml;ssigen X-Company (Tochtergesellschaft) hielt, die zu 100 % an einer deutschen GmbH &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-39-06-anteilsvereinigung-bei-lediglich-mittelbarer-beteiligung-an-grundbesitzender-gesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;39\/06 &#8211; Anteilsvereinigung bei lediglich mittelbarer Beteiligung an grundbesitzender Gesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17969","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17969\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}