{"id":17997,"date":"2012-12-10T16:31:51","date_gmt":"2012-12-10T14:31:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17997"},"modified":"2012-12-10T16:31:51","modified_gmt":"2012-12-10T14:31:51","slug":"ii-b-94-07-abgrenzung-eines-pkw-von-anderen-fahrzeugen-kraftomnibus-lkw-anzahl-der-sitzplaetze-feststellung-durch-die-zulassungsstelle-massgeblichkeit-des-nationalen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-94-07-abgrenzung-eines-pkw-von-anderen-fahrzeugen-kraftomnibus-lkw-anzahl-der-sitzplaetze-feststellung-durch-die-zulassungsstelle-massgeblichkeit-des-nationalen-rechts\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;94\/07 &#8211; Abgrenzung eines PKW von anderen Fahrzeugen &#8211; Kraftomnibus &#8211; LKW &#8211; Anzahl der Sitzpl&auml;tze &#8211; Feststellung durch die Zulassungsstelle &#8211; Ma&szlig;geblichkeit des nationalen Rechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2008, II B 94\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung eines PKW von anderen Fahrzeugen &#8211; Kraftomnibus &#8211; LKW &#8211; Anzahl der Sitzpl&auml;tze &#8211; Feststellung durch die Zulassungsstelle &#8211; Ma&szlig;geblichkeit des nationalen Rechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Auf den Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) ist seit dem 9. April 2003 ein Toyota Land Cruiser HZJ75 mit dem amtlichen Kennzeichen &#8230; (Fahrzeug-Ident-Nr. &#8230;) zugelassen. Laut dem letzten vorliegenden Fahrzeugschein vom 4. Februar 2005, in welchem das Fahrzeug als &quot;PKW geschlossen&quot; qualifiziert wird, weist das Fahrzeug u.a. die folgenden Merkmale auf: Dieselantrieb, Leergewicht 2 310 kg, zul&auml;ssiges Gesamtgewicht 3 035 kg, Erstzulassung in Deutschland am 9. August 1995. In der Rubrik &quot;Bemerkungen&quot; wird zur Sitzplatzzahl angemerkt: &quot;auch 2 od. 4, hinten nur 1 Sitzbank seitl. rechts\/links zu besetzen&quot;. In den Bemerkungen wird ferner darauf hingewiesen, dass das Fahrzeug technisch ein Kombinationskraftwagen sei. Laut Beiblatt zum Fahrzeugbrief\/Fahrzeugschein ist es der Klasse AF im Sinne der EG-Richtlinie 70\/156 des Rates vom 6. Februar 1970 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Betriebserlaubnis f&uuml;r Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganh&auml;nger an den technischen Fortschritt (70\/156\/EWG) i.d.F. der EG-2001\/116 vom 20. Dezember 2001 (2001\/116\/EG) zuzurechnen. Ausweislich eines Schreibens der Toyota Deutschland GmbH vom 15. Januar 2003 hat das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug nach der Angabe des Herstellers eine Sitzplatzzahl von &quot;6, je nach Ausf.&quot;. Aus dem Schreiben geht hervor, dass Fahrzeuge des Typs Toyota Land Cruiser, Feintyp HZJ75LV-MR nicht in die Bundesrepublik Deutschland importiert wurden. Demzufolge seien auch keine Gutachten, welche als Grundlage f&uuml;r die Zulassung zum &ouml;ffentlichen Stra&szlig;enverkehr dienten, f&uuml;r diese Fahrzeugversion erstellt worden. Im T&Uuml;V-Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis vom 12. M&auml;rz 2003 wird das Fahrzeug als &quot;PKW geschlossen&quot; beschrieben und die Zahl der Sitzpl&auml;tze einschlie&szlig;lich F&uuml;hrerplatz und Notsitz mit 6 angegeben. Entsprechend wird auch in den beiden &auml;lteren Fahrzeugscheinen vom 9. April 2003 und vom 19. Dezember 2003 die Zahl der Sitzpl&auml;tze jeweils mit 6 angegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 6. M&auml;rz 2006 setzte der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kraftfahrzeugsteuer mit Wirkung vom 1. Mai 2005 gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 1 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) nach dem Hubraum auf j&auml;hrlich 1 398 EUR gegen&uuml;ber bislang j&auml;hrlich 185 EUR fest. Der Antragsteller legte gegen den Kraftfahrzeugsteuerbescheid mit Schreiben vom 13. M&auml;rz 2006 Einspruch ein, &uuml;ber den das FA noch nicht entschieden hat. Am 14. August 2006 stellte er einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV), den das FA mit Bescheid vom 26. September 2006 zur&uuml;ckwies.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seinem am 26. Oktober 2006 beim Finanzgericht (FG) eingegangenen Antrag auf AdV macht der Antragsteller geltend, dass das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug auch &uuml;ber den 1. Mai 2005 hinaus kraftfahrzeugsteuerrechtlich als anderes Fahrzeug i.S. des &sect; 8 Nr. 2 KraftStG nach dem Gewicht zu besteuern sei. Die Anzahl der objektiv vorhandenen und auch nach dem Herstellerkonzept vorgesehenen Sitzpl&auml;tze betrage 12. Insbesondere sei das Fahrzeug des Antragstellers kein Fahrzeug der Klasse M1 im Sinne des Anhangs II der EG-Richtlinie 70\/156\/EWG. Auch nach dem vom Bundesfinanzhof (BFH) f&uuml;r ma&szlig;geblich erachteten &sect; 4 Abs. 4 des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes (PBefG) ergebe sich, dass ein Fahrzeug mit objektiv mehr als 9 Sitzpl&auml;tzen kein Personenkraftwagen (PKW) sei. Schon deshalb scheide eine Hubraumbesteuerung nach &sect; 8 Nr. 1 KraftStG aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat den Antrag zur&uuml;ckgewiesen. Hiergegen richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller beantragt, die Vollziehung des Bescheids vom 6. M&auml;rz 2006 &uuml;ber Kraftfahrzeugsteuer zur Kraftfahrzeugsteuernummer &#8230; insoweit auszusetzen, als dem Bescheid f&uuml;r die Zeit ab dem 1. Mai 2005 eine h&ouml;here Jahressteuer als 185 EUR zugrunde gelegt und f&uuml;r die danach folgenden Zeitr&auml;ume festgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Vollziehung des Kraftfahrzeugsteuerbescheids vom 6. M&auml;rz 2006 zur Kraftfahrzeugsteuernummer &#8230; ist nicht auszusetzen. Es bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieses Bescheids.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht auf Antrag die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes aussetzen, soweit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder &#8211;was vorliegend nicht in Betracht kommt&#8211; seine Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn und soweit bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage aufgrund der pr&auml;senten Beweismittel, des unstreitigen Sachverhalts und der gerichtsbekannten Tatsachen erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gr&uuml;nden Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen oder Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechtsfragen besteht und sich bei abschlie&szlig;ender Kl&auml;rung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen kann (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Juni 2006 II B 148\/05, BFH\/NV 2006, 1627, m.w.N.; vom 23. Februar 2007 IX B 222\/06, BFH\/NV 2007, 1351).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Kraftfahrzeugsteuerbescheids vom 6. M&auml;rz 2006, insbesondere der Behandlung des Fahrzeugs des Antragstellers als PKW.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Bei dem Fahrzeug handelt es sich nicht um einen Lastkraftwagen (LKW). Nach Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a der Stra&szlig;enverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gilt auch f&uuml;r Kraftfahrzeuge mit &#8211;wie im Streitfall&#8211; einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von &uuml;ber 2,8 t der von der Rechtsprechung des BFH entwickelte Grundsatz, dass anhand von Bauart und Einrichtung des Kraftfahrzeugs zu beurteilen ist, ob ein PKW oder ein LKW vorliegt (vgl. BFH-Beschluss vom 13. April 2007 IX B 14\/07, BFH\/NV 2007, 1352, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hierzu ist unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtheit aller Merkmale die objektive Beschaffenheit des jeweiligen Fahrzeugs zu bewerten. Als f&uuml;r die Einstufung relevante Merkmale zu ber&uuml;cksichtigen sind z.B. die Zahl der Sitzpl&auml;tze, die verkehrsrechtlich zul&auml;ssige Zuladung, die Gr&ouml;&szlig;e der Ladefl&auml;che, die Ausstattung mit Sitzbefestigungspunkten und Sicherheitsgurten, die Verblechung der Seitenfenster, die Beschaffenheit der Karosserie und des Fahrgestells, die Motorisierung und die damit erreichbare H&ouml;chstgeschwindigkeit, das &auml;u&szlig;ere Erscheinungsbild und bei Serienfahrzeugen die Konzeption des Herstellers. Kein Merkmal von Bauart und Einrichtung des Kraftfahrzeugs kann dabei als von vornherein alleinentscheidend angesehen werden, mag auch einzelnen Merkmalen ein besonderes Gewicht zukommen und eine Zuordnung als PKW oder LKW nahelegen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2007, 1351; vom 22. Februar 2007 IX B 221\/06, BFH\/NV 2007, 1714; vom 30. November 2006 VII B 209\/06, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; vom 7. November 2006 VII B 96\/06, BFH\/NV 2007, 783; vom 25. Oktober 2006 VII B 263\/06, BFH\/NV 2007, 766; vom 26. Oktober 2006 VII B 136\/06, BFH\/NV 2007, 773; vom 21. August 2006 VII B 333\/05, BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721; nunmehr mit Wirkung ab dem 1. Mai 2005 klargestellt &#8211;vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1352&#8211; durch &sect; 2 Abs. 2a Satz 1 Nr. 2 i.V.m. S&auml;tze 2, 3 KraftStG i.d.F. des Dritten Gesetzes zur &Auml;nderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 21. Dezember 2006, BGBl I 2006, 3344; s. dazu auch BTDrucks 16\/3314, S. 7).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat folgt der Einsch&auml;tzung des FG, dass im Streitfall vor allem das Verh&auml;ltnis der Gesamtnutzfl&auml;che des Fahrzeugs zur Ladefl&auml;che (weniger als 50 v.H.) sowie die geringe Zuladungsm&ouml;glichkeit von nur 23,89 v.H. gegen das Vorliegen eines LKW spricht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Bei dem Fahrzeug des Antragstellers handelt es sich auch nicht um ein anderes Fahrzeug i.S. des &sect; 8 Nr. 1 bzw. 3 KraftStG, sondern um einen PKW.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das KraftStG enth&auml;lt keine eigenst&auml;ndigen Definitionen der Kraftfahrzeugarten. Ob ein Fahrzeug als der Hubraumbesteuerung unterliegender PKW anzusehen ist (&sect; 8 Nr. 1 KraftStG), richtet sich nach dem Verkehrsrecht. Denn die Bedeutung der im KraftStG verwendeten verkehrsrechtlichen Begriffe bestimmt sich gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Satz 1 KraftStG grunds&auml;tzlich nach den verkehrsrechtlichen Vorschriften. Zu diesen geh&ouml;rte bis zu seiner Aufhebung mit Wirkung ab 1. Mai 2005 auch &sect; 23 Abs. 6a StVZO, der Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Einrichtung zur Bef&ouml;rderung von Personen und G&uuml;tern geeignet und bestimmt sind (sog. Kombinationskraftwagen), bis zu einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 2,8 t den PKW zuordnete. Der Begriff des PKW ist jedoch dem deutschen Recht &uuml;ber diese Vorschrift hinaus gel&auml;ufig und hat eben die Bedeutung, die ihm die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH im Anschluss an jene Vorschrift beigelegt hat. Eine Best&auml;tigung dieser Rechtsprechung findet sich in den Bestimmungen des PBefG (BFH-Urteil vom 1. August 2000 VII R 26\/99, BFHE 194, 257, BStBl II 2001, 72). Nach &sect; 4 Abs. 4 Nr. 1 PBefG sind PKW solche Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Ausstattung zur Bef&ouml;rderung von nicht mehr als neun Personen (einschlie&szlig;lich Fahrer) geeignet und bestimmt sind. Diese Definition ist ma&szlig;gebend f&uuml;r die Einordnung eines Kraftfahrzeugs als PKW (BFH-Beschluss in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Ob ein Kraftfahrzeug i.S. von &sect; 4 Abs. 4 Nr. 1 PBefG zur Bef&ouml;rderung von nicht mehr als neun Personen (einschlie&szlig;lich F&uuml;hrer) geeignet und bestimmt ist, richtet sich nach der Zahl der Sitzpl&auml;tze, die f&uuml;r die Bef&ouml;rderung nach Bauart und Ausstattung zur Verf&uuml;gung stehen (BFH-Urteile vom 13. Februar 2003 X R 23\/01, BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472; vom 31. M&auml;rz 1998 VII R 115\/97, BFH\/NV 1998, 1264; vom 28. Juli 1992 VII R 118\/91, BFHE 169, 468, BStBl II 1993, 250; arg. &sect; 3 Nr. 6 KraftStG; &sect; 30d Abs. 1 StVZO; &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 der Verordnung &uuml;ber die Zulassung von Fahrzeugen zum Stra&szlig;enverkehr; &sect; 6 Abs. 1 der Verordnung &uuml;ber die Zulassung von Personen zum Stra&szlig;enverkehr; in diesem Sinne &#8211;Fahrgastpl&auml;tze&#8211; schon BFH-Urteil vom 22. Juni 1983 II R 64\/82, BFHE 138, 493, BStBl II 1983, 747, und Begr&uuml;ndung zum Entwurf eines Gesetzes zur &Auml;nderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 3. April 1978, BTDrucks 8\/1679, 19). Es muss sich hierbei um Sitzpl&auml;tze handeln, die den Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung des Kraftfahrzeugs zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en (&sect; 16 StVZO) gen&uuml;gen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die danach f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;gebliche Zahl der Sitzpl&auml;tze zur Abgrenzung eines PKW von einem Kraftomnibus als anderem Fahrzeug i.S. des &sect; 8 Nr. 2 KraftStG ist von der Zulassungsstelle zu ermitteln und festzustellen. Das ergibt sich aus &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 KraftStG, wonach f&uuml;r die Beurteilung anderer Besteuerungsgrundlagen technischer Art die Feststellungen der Zulassungsbeh&ouml;rden verbindlich sind. Um solche Feststellungen handelt es sich bei der Ermittlung der Zahl der Fahrgastpl&auml;tze; denn die Finanzbeh&ouml;rden selbst sind regelm&auml;&szlig;ig nicht in der Lage zu beurteilen, ob ein Fahrzeug den jeweils ma&szlig;gebenden technischen und verkehrsrechtlichen Anforderungen entspricht. F&uuml;r Sitzpl&auml;tze ist dies nach Ma&szlig;gabe des &sect; 35a StVZO in Verbindung mit den dort in Bezug genommenen verkehrsrechtlichen Vorschriften zu ermitteln und wird in den von der Zulassungsstelle ausgestellten Kraftfahrzeugpapieren eingetragen und damit verbindlich festgelegt. Denn die Kraftfahrzeugpapiere (Kraftfahrzeugschein und -brief) enthalten die Daten, auf deren Grundlage die Allgemeine Betriebserlaubnis f&uuml;r das Kraftfahrzeug (&sect; 20 StVZO) erteilt ist, auf die sich die Zulassung des Fahrzeuges gr&uuml;ndet. Die verkehrsrechtlich zul&auml;ssige Zahl der Sitzpl&auml;tze ist folglich im Allgemeinen f&uuml;r die Abgrenzung eines PKW von einem Kraftomnibus als anderem Fahrzeug i.S. des &sect; 8 Nr. 2 KraftStG der Kraftfahrzeugbesteuerung so zugrunde zu legen, wie sie sich aus den Kraftfahrzeugpapieren ergibt. Die tats&auml;chliche Zahl der Sitzpl&auml;tze ist steuerrechtlich ohne Belang, solange sie nicht von der Zulassungsstelle festgestellt ist (vgl. ebenso und zum zul&auml;ssigen Gesamtgewicht BFH-Urteil vom 31. M&auml;rz 1998 VII R 116\/97, BFHE 185, 511, BStBl II 1998, 487, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Bei der Bestimmung, wie viele Sitzpl&auml;tze im oben genannten Sinne vorliegen, kann nicht auf die Begriffsbestimmung nach Anhang II Abschn. C Nr. 1 der Richtlinie 70\/156\/EWG i.d.F. der Richtlinie 2005\/66\/EG zur&uuml;ckgegriffen werden. Denn den gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen sind keine f&uuml;r die Mitgliedstaaten als verbindlich anzusehenden Festlegungen hinsichtlich der Einteilung von Kraftfahrzeugen f&uuml;r die Zwecke der Erhebung von Kraftfahrzeug- und Zulassungssteuern zu entnehmen. Ma&szlig;gebend ist vielmehr das nationale Recht der einzelnen Mitgliedstaaten (vgl. BFH-Urteil vom 28. November 2006 VII R 11\/06, BFHE 215, 568, BStBl II 2007, 338, m.w.N.; BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2007, 1351; in BFH\/NV 2007, 783; in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721; vom 7. November 2006 VII B 69\/06, n.v.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit das KraftStG in &sect; 2 Abs. 2a KraftStG nunmehr auf die Richtlinie 70\/156\/EWG i.d.F. der Richtlinie 2005\/66\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2005 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 309, 37) verweist, kommt es zwar auf den gemeinschaftsrechtlichen Begriff des Sitzplatzes gem&auml;&szlig; Anhang II Abschn. C Nr. 1 der Richtlinie 70\/156\/EWG i.d.F. der Richtlinie 2005\/66\/EG zun&auml;chst nur mit Blick auf die Erf&uuml;llung der Tatbestandsmerkmale des &sect; 2 Abs. 2a Nr. 2 KraftStG an. Selbst wenn man davon ausginge, dass das streitgegenst&auml;ndliche Kraftfahrzeug &uuml;ber zw&ouml;lf Sitzpl&auml;tze im vorgenannten gemeinschaftsrechtlichen Sinne verf&uuml;gte, ist dessen Tatbestand im Streitfall aber nicht erf&uuml;llt. Weder ist die Voraussetzung des Buchst. a des Abschn. C Nr. 1 noch die Lastenklausel gem&auml;&szlig; Buchst. b des Abschnitts erf&uuml;llt. Da somit f&uuml;r das Kraftfahrzeug der letzte Satz von Abschn. C Nr. 1 nicht greift, wonach ein Fahrzeug, das die Voraussetzungen der Buchst. a) und b) erf&uuml;llt, nicht als Fahrzeug der Klasse M1 gilt, ist kein Fall des &sect; 2 Abs. 2a Nr. 2 KraftStG gegeben. Danach w&auml;re wiederum nach den oben genannten allgemeinen Grunds&auml;tzen zu pr&uuml;fen, ob das Kraftfahrzeug ein PKW ist und auf den dort ma&szlig;geblichen Begriff eines Sitzplatzes.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Danach bestehen keine ernstlichen Zweifel daran, dass es sich bei dem Fahrzeug des Antragstellers um einen PKW handelt. Nach den Feststellungen der Zulassungsstelle verf&uuml;gt das Fahrzeug nur &uuml;ber sechs Sitzpl&auml;tze. Es ist unerheblich, dass auf den beiden Sitzb&auml;nken tats&auml;chlich m&ouml;glicherweise mehr als sechs Personen Platz finden; auf die tats&auml;chliche Verwendung kommt es n&auml;mlich nicht an (BFH-Urteil vom 5. Mai 1998 VII R 104\/97, BFHE 185, 515, BStBl II 1998, 489).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der Antragsteller sich auf &sect; 21 der Stra&szlig;enverkehrsordnung beruft, &uuml;bersieht er, dass die Regelung &uuml;ber die Gurtpflicht an zulassungsrechtlichen Vorschriften entsprechende Sitzpl&auml;tze ankn&uuml;pft und nicht an die Zahl der Personen, die tats&auml;chlich Platz finden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch der Behauptung des Antragstellers, nach dem Herstellerkonzept seien mehr Sitzpl&auml;tze vorgesehen, kommt insoweit keine Bedeutung zu. Sie sind jedenfalls von der Zulassungsstelle nicht festgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2008, II B 94\/07 Abgrenzung eines PKW von anderen Fahrzeugen &#8211; Kraftomnibus &#8211; LKW &#8211; Anzahl der Sitzpl&auml;tze &#8211; Feststellung durch die Zulassungsstelle &#8211; Ma&szlig;geblichkeit des nationalen Rechts Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Auf den Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) ist seit dem 9. 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