{"id":18007,"date":"2012-12-10T16:43:20","date_gmt":"2012-12-10T14:43:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18007"},"modified":"2012-12-11T05:01:25","modified_gmt":"2012-12-11T03:01:25","slug":"x-b-239-07-bildung-einer-ansparruecklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-239-07-bildung-einer-ansparruecklage\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;239\/07 &#8211; Bildung einer Ansparr&uuml;cklage"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2008, X B 239\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Bildung einer Ansparr\u00fccklage<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) sind Ehegatten und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl\u00e4ger bildete im Jahresabschluss seines Reiseunternehmens auf den 30. Juni 2000 eine <a title=\"Ansparr\u00fccklage\" href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/ansparabschreibung.htm\">Ansparr\u00fccklage<\/a> nach \u00a7 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) f\u00fcr die Neuanschaffung eines Reisebusses mit gesch\u00e4tzten Anschaffungskosten in H\u00f6he von 500 000 DM. Der steuerliche Berater der Kl\u00e4ger unterzeichnete die Bilanz unter dem 24. Mai 2002. Den Jahresabschluss reichten die Kl\u00e4ger zusammen mit den Steuererkl\u00e4rungen f\u00fcr das Streitjahr 2000 am 17. Juli 2002 beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA vertrat in dem nach \u00a7 164 Abs. 2 der Abgabenordnung ge\u00e4nderten Steuerbescheid die Auffassung, der Kl\u00e4ger habe die Ansparr\u00fccklage zu Unrecht gebildet. Nach \u00a7 7g EStG betrage die Investitionsfrist zwei Jahre. Daher m\u00fcsse die geplante Investition innerhalb von zwei Jahren nach dem erstmaligen Ausweis der R\u00fccklage erfolgen. Der Investitionszeitraum habe im Streitjahr daher am 30. Juni 2002 geendet. Da die Bilanz auf den 30. Juni 2000 erst am 17. Juli 2002 beim FA eingegangen sei, sei der Antrag auf Bildung der Ansparr\u00fccklage nach Ablauf der Investitionsfrist gestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage abgewiesen. Das Gesetz kn\u00fcpfe an die Investitionsabsicht an, die sich auf einen ins Auge gefassten, in der Zukunft liegenden Vorgang &#8211;die Investition&#8211; beziehe. Diese Absicht solle die Bildung der R\u00fccklage ausl\u00f6sen, nicht ein allgemeines Liquidations- und Steuerstundungsbed\u00fcrfnis, das sich erst im Nachhinein herausstelle. Deshalb sei es gerechtfertigt, die Gew\u00e4hrung der Steuerverg\u00fcnstigung von einem zeitlichen und damit auch sachlichen Zusammenhang zwischen der Investition (und der ihr vorangehenden Investitionsabsicht) einerseits und der R\u00fccklagenbildung andererseits abh\u00e4ngig zu machen. Ma\u00dfgebend f\u00fcr die zeitliche Begrenzung von zwei Jahren sei die Zeit vom Bilanzstichtag bis zum Einreichen der Bilanz beim FA. Im Streitfall habe der Kl\u00e4ger diese Zeitgrenze nicht gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wenden sich die Kl\u00e4ger gegen die Nichtzulassung der Revision im FG-Urteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Macht der Beschwerdef\u00fchrer die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) geltend, so muss er zun\u00e4chst eine bestimmte f\u00fcr die Entscheidung des Streitfalles erhebliche Rechtsfrage herausstellen, der grunds\u00e4tzliche Bedeutung zukommen soll. Des Weiteren muss er substantiiert darauf eingehen, weshalb die Beantwortung der von ihm aufgeworfenen Rechtsfrage aus Gr\u00fcnden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl\u00fcssigen Darlegung der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit dieser Rechtsfrage muss er au\u00dferdem begr\u00fcnden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr\u00fcnden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und streitig ist (vgl. z.B. Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., \u00a7 116 Rz 32, m.w.N. aus der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es mag dahinstehen, ob die Beschwerdebegr\u00fcndung diesen Anforderungen gen\u00fcgt. Die von den Kl\u00e4gern sinngem\u00e4\u00df aufgeworfene Frage, wann die R\u00fccklage nach \u00a7 7g Abs. 3 EStG gebildet ist, ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits beantwortet. Nach dem Senatsurteil vom 23. Mai 2007 X R 35\/06 (BFH\/NV 2007, 1862) ist hierbei auf den Zeitpunkt der Einreichung des entsprechenden Jahresabschlusses bei der Finanzbeh\u00f6rde abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7 7g Abs. 3 Satz 1 EStG k\u00f6nnen Steuerpflichtige f\u00fcr die k\u00fcnftige Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsguts eine den Gewinn mindernde R\u00fccklage bilden. Zwischen der Bildung der Ansparr\u00fccklage und der eigentlichen Investition besteht notwendigerweise ein Finanzierungszusammenhang (BFH-Urteil vom 14. August 2001 XI R 18\/01, BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181). Denn der Gesetzgeber wollte mit der Ansparabschreibung und der dadurch m\u00f6glichen Vorverlagerung der sp\u00e4teren Abschreibungsm\u00f6glichkeit die Investitions- und Innovationskraft mittelst\u00e4ndischer Unternehmen st\u00e4rken (BTDrucks 10\/336, 13, 25\/26; BTDrucks 11\/257, 8 f.; BTDrucks 12\/4487, 33). Deshalb muss die Bezeichnung der &#8222;voraussichtlichen&#8220; Investition eine (noch) durchf\u00fchrbare, objektiv m\u00f6gliche Investition enthalten (BFH-Urteile vom 12. Dezember 2001 XI R 13\/00, BFHE 197, 448, BStBl II 2002, 385, und vom 19. September 2002 X R 51\/00, BFHE 200, 343, BStBl II 2004, 184). Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Zeitpunkt der Einreichung der Bilanz bei der Finanzbeh\u00f6rde der zweij\u00e4hrige Investitionszeitraum bereits abgelaufen, ist eine Investition nicht mehr durchf\u00fchrbar, die Ansparr\u00fccklage kann nicht mehr zur Finanzierung eines Wirtschaftsguts verwendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Auch die weitere R\u00fcge der Kl\u00e4ger, eine Entscheidung des BFH sei im Hinblick auf die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO), f\u00fchrt nicht zur Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Zulassung der Revision nach \u00a7 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen Abweichung setzt voraus, dass das FG einen abstrakten und entscheidungserheblichen Rechtssatz aufgestellt hat der von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, und dass das angefochtene Urteil und die (vorgebliche) Divergenzentscheidung dieselbe (identische) Rechtsfrage betrifft (vgl. z.B. Gr\u00e4ber\/Ruban, a.a.O., \u00a7 115 Rz 48). Letzteres trifft im vorliegenden Streitfall nicht zu. Das FG Th\u00fcringen hatte im Urteil vom 10. Mai 2006 IV 984\/02 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 913) \u00fcber die Frage zu befinden, ob eine Ansparabschreibung nach Ablauf des Investitionszeitraums erh\u00f6ht werden kann und hat diese Frage verneint. Im Streitfall hatte das FG hingegen die Frage zu entscheiden, ob Zeitpunkt der Bildung einer R\u00fccklage nach \u00a7 7g EStG der Bilanzstichtag, der Tag der Erstellung der Bilanz (durch den Berater) oder aber der Tag der Einreichung der Bilanz bei der Finanzbeh\u00f6rde ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2008, X B 239\/07 Bildung einer Ansparr\u00fccklage Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) sind Ehegatten und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl\u00e4ger bildete im Jahresabschluss seines Reiseunternehmens auf den 30. Juni 2000 eine Ansparr\u00fccklage nach \u00a7 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) f\u00fcr die Neuanschaffung eines Reisebusses mit gesch\u00e4tzten Anschaffungskosten in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-239-07-bildung-einer-ansparruecklage\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;239\/07 &#8211; Bildung einer Ansparr&uuml;cklage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1590],"class_list":["post-18007","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-ansparrucklage"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18007"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18007\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}