{"id":18010,"date":"2012-12-10T16:31:47","date_gmt":"2012-12-10T14:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18010"},"modified":"2012-12-10T16:31:47","modified_gmt":"2012-12-10T14:31:47","slug":"iv-b-100-101-07-entscheidung-ueber-ort-der-akteneinsicht-keine-prozessleitende-verfuegung-eigene-ermessensentscheidung-des-beschwerdegerichts-zurueckverweisung-an-das-fg-kostenentscheidung-gruende-fue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-100-101-07-entscheidung-ueber-ort-der-akteneinsicht-keine-prozessleitende-verfuegung-eigene-ermessensentscheidung-des-beschwerdegerichts-zurueckverweisung-an-das-fg-kostenentscheidung-gruende-fue\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;100,&nbsp;101\/07 &#8211; Entscheidung &uuml;ber Ort der Akteneinsicht &#8211; keine prozessleitende Verf&uuml;gung &#8211; eigene Ermessensentscheidung des Beschwerdegerichts &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an das FG &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Ablehnung der Akten&uuml;bersendung zur Einsichtnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.3.2008, IV B 100, 101\/07; IV B 100\/07; IV B 101\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Entscheidung &uuml;ber Ort der Akteneinsicht &#8211; keine prozessleitende Verf&uuml;gung &#8211; eigene Ermessensentscheidung des Beschwerdegerichts &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an das FG &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Ablehnung der Akten&uuml;bersendung zur Einsichtnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat in den beim Finanzgericht (FG) anh&auml;ngigen Verfahren wegen gesonderter und einheitlicher Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung 2001 und Gewerbesteuermessbetrags 2001 jeweils beantragt, ihm Einsicht in die Akten des Gerichts und die durch das Gericht beigezogenen Akten des Besteuerungsverfahrens durch &Uuml;bersendung der Akten zu gew&auml;hren. Der Berichterstatter teilte daraufhin mit, es entspreche einer &Uuml;bung des Senats, die Akten zur Gew&auml;hrung von Akteneinsicht nicht in das B&uuml;ro von Prozessbevollm&auml;chtigten zu versenden. Es bestehe jedoch u.a. die M&ouml;glichkeit, die Akten bei einem Gericht in der N&auml;he der Kanzlei einzusehen. Daraufhin erbat der Prozessbevollm&auml;chtigte eine &Uuml;bersendung an das Amtsgericht X (im Folgenden: AG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Gerichtsakten in beiden Verfahren wurden dementsprechend am 18. Januar 2007 an das AG versandt; der Prozessbevollm&auml;chtigte wurde zeitgleich dar&uuml;ber informiert. Am 14. Februar 2007 beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte, die Akten noch weitere vier Wochen beim AG zu belassen. Wegen Terminschwierigkeiten habe noch keine Akteneinsicht genommen werden k&ouml;nnen. Der Berichterstatter bat das AG daraufhin schriftlich, die Akten noch bis zum 9. M&auml;rz 2007 zur Einsichtnahme bereitzuhalten. Am 16. M&auml;rz 2007 beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte, die Akten an das Finanzamt X zur dortigen Einsichtnahme zu &uuml;bersenden; wegen terminlicher Schwierigkeiten des Sachbearbeiters im Hause des Bevollm&auml;chtigten habe beim AG keine Akteneinsicht genommen werden k&ouml;nnen. Der Berichterstatter teilte dem Prozessbevollm&auml;chtigten daraufhin mit, die Akten w&uuml;rden unver&auml;ndert bis letztmalig zum 30. M&auml;rz 2007 beim AG bereitgehalten, und bat zugleich das AG um Bereithaltung bis zu diesem Datum.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter dem 2. April 2007 vermerkte die Gesch&auml;ftsstelle des FG, der Prozessbevollm&auml;chtigte habe die Steuerakten einsehen wollen; diese seien noch nicht bei Gericht, man habe sie angefordert. Am Folgetag teilte der Prozessbevollm&auml;chtigte schriftlich mit, am 30. M&auml;rz 2007 habe die Akteneinsicht stattfinden sollen. Dabei sei festgestellt worden, dass die angeforderten Akten gefehlt h&auml;tten. Die Akteneinsicht sei untauglich gewesen und erf&uuml;lle nicht die Anforderungen des &sect; 78 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Es werde Einsichtnahme in s&auml;mtliche vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gef&uuml;hrten Steuerakten beantragt. Sp&auml;ter teilte das FA mit, wegen einer laufenden Betriebspr&uuml;fung seien die Akten derzeit nicht entbehrlich. Es sei beabsichtigt, die Pr&uuml;fung Ende Juni 2007 abzuschlie&szlig;en. Daraufhin kl&auml;rte der Berichterstatter mit dem FA telefonisch ab, dass die Akten nach vorheriger Terminabsprache beim FA eingesehen werden k&ouml;nnten und teilte dies dem Prozessbevollm&auml;chtigten am 4. Mai 2007 schriftlich mit.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss daran bat der Prozessbevollm&auml;chtigte am 10. Mai 2007 schriftlich um vollst&auml;ndige Akteneinsicht beim AG und nahm hierzu Bezug auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24. M&auml;rz 1981 VII B 64\/80 (BFHE 133, 8, BStBl II 1981, 475). Am gleichen Tag gingen die an das AG &uuml;bersandten Akten unter Hinweis darauf, dass Einsicht nicht genommen worden sei, wieder beim FG ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 24. Mai 2007 verf&uuml;gte der Berichterstatter ein Schreiben an den Prozessbevollm&auml;chtigten, in dem es hei&szlig;t:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    &quot;Nachdem der Prozessbevollm&auml;chtigte in einer Vielzahl von Verfahren Akteneinsicht beim Amtsgericht X hat nehmen wollen, dann die Akteneinsicht nicht binnen der &uuml;blichen Monatsfrist hat bew&auml;ltigen k&ouml;nnen und die Steuerakten sich beim Beklagten befinden, der von X aus bequem in kurzer Zeit zu erreichen ist, k&ouml;nnen die Steuerakten unver&auml;ndert dort eingesehen werden. Der Beklagte ist ebenso wie das Gericht in Y ans&auml;ssig.&quot;        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Au&szlig;erdem wies der Berichterstatter darauf hin, das AG habe im Gegensatz zu dem Schreiben des Prozessbevollm&auml;chtigten mitgeteilt, dass dort keine Akteneinsicht genommen worden sei. Aus dem vom Prozessbevollm&auml;chtigten in Bezug genommenen Beschluss des BFH in BFHE 133, 8, BStBl II 1981, 475 ergebe sich keine Aussage zum Ort der Einsicht in die Steuerakten f&uuml;r den Fall, dass sich die Akten beim am Ort des FG ans&auml;ssigen Beklagten befinden. Dem Beschluss sei dar&uuml;ber hinaus zu entnehmen, dass die Reise an den Ort des Gerichts zur Akteneinsicht generell zumutbar sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen dieses zu beiden Verfahren ergangene Schreiben erhob der Prozessbevollm&auml;chtigte Beschwerde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er macht geltend, der Gesetzgeber habe mit &sect; 78 FGO eine vollumf&auml;ngliche Akteneinsicht geregelt, um rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen im Finanzprozess zu entsprechen. Im Vorverfahren werde regelm&auml;&szlig;ig unter Hinweis auf &sect; 30 der Abgabenordnung eine Akteneinsicht abgelehnt. Wenn die rechtsstaatlich gebotene Akteneinsicht im Prozess verhindert werde, seien die verfassungsrechtlichen Grunds&auml;tze des rechtlichen Geh&ouml;rs und das Gebot des fairen Verfahrens nach Art. 6 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten massiv ersch&uuml;ttert. Es stelle sich bereits die Frage nach einer Richterablehnung. Ein solcher Antrag bleibe aber dem weiteren Verfahren vorbehalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum Ort der Akteneinsicht enthalte das Gesetz keine Regelung. Die &Uuml;bersendung der Akten an ein anderes Gericht oder eine andere Beh&ouml;rde sei eine Ermessensentscheidung. Im Allgemeinen sei die Versendung der Akten an das dem Wohnsitz des Prozessbevollm&auml;chtigten am n&auml;chsten gelegene Gericht sachgerecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG habe diese Grunds&auml;tze nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt. Die Kl&auml;gerin brauche sich nicht auf ihren Sitz am Ort des Gerichts verweisen zu lassen, weil sie einen Prozessbevollm&auml;chtigten mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt habe. Problematisch sei der Hinweis des Gerichts, dass der Prozessbevollm&auml;chtigte in anderen Verfahren Termine zur Akteneinsicht beim AG angeblich nicht wahrgenommen habe. Eine Akteneinsicht beim FG sei dem Prozessbevollm&auml;chtigten nicht m&ouml;glich, weil er zwischen drei Praxisstandorten pendele. Tats&auml;chlich habe sich der Prozessbevollm&auml;chtigte zur Akteneinsicht in das AG begeben, dort aber das Fehlen der Steuerakten festgestellt. Auf eine Einsicht in die Gerichtsakten habe er verzichtet. Werde ein Antrag auf Akteneinsicht zu Unrecht abgelehnt, beruhe das Urteil aber dennoch auf dem Inhalt der vorliegenden Akten, sei ein absoluter Revisionsgrund gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Erschwernis der Akteneinsicht bei einem &ouml;rtlich weit entfernten FG sei als unzul&auml;ssig zur&uuml;ckzuweisen. Die anh&auml;ngigen Klageverfahren w&uuml;rden an dem Standort der &uuml;ber&ouml;rtlichen Soziet&auml;t in Z bearbeitet. Es biete sich deshalb an, die Akten an das in der N&auml;he der Praxis in Z gelegene Amtsgericht Z zu &uuml;berstellen. Dieses habe auch keine Bedenken, die Amtshilfe zu leisten &#8211; anders als die Amtsgerichte D und X, die sich stets durch die Amtshilfe bel&auml;stigt und &uuml;berfordert f&uuml;hlten. Diese Einw&auml;nde seien aber bedeutungslos, denn &sect; 78 FGO habe als Bestandteil des rechtlichen Geh&ouml;rs Verfassungsrang. Eine Akteneinsicht bei der Finanzbeh&ouml;rde scheide grunds&auml;tzlich aus, weil der Umfang der vorzulegenden Akten vom FG zu &uuml;berwachen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat des FG hat den Beschwerden nicht abgeholfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, ihrem Prozessbevollm&auml;chtigten Einsicht in die Akten des Besteuerungsverfahrens durch &Uuml;bersendung an das Amtsgericht Z zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hat keine Antr&auml;ge gestellt und von Stellungnahmen jeweils abgesehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Senat verbindet die Verfahren IV B 100\/07 und 101\/07 gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 121, 73 Abs. 1 Satz 1 FGO zur gemeinsamen Entscheidung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerden sind begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hren zur Aufhebung der angefochtenen Verf&uuml;gungen vom 24. Mai 2007 und zur Zur&uuml;ckverweisung der Verfahren an das FG zur erneuten Bescheidung der Antr&auml;ge auf Akteneinsicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Beschwerden sind statthaft. Die Entscheidung &uuml;ber die Art und Weise von Akteneinsicht stellt keine prozessleitende Verf&uuml;gung im Sinne des eine Beschwerde ausschlie&szlig;enden &sect; 128 Abs. 2 FGO dar (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 5. Februar 2003 V B 239\/02, BFH\/NV 2003, 800, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Beschwerden sind auch begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 78 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 FGO k&ouml;nnen die Beteiligten die Gerichtsakten und die dem Gericht vorgelegten Akten einsehen und sich durch die Gesch&auml;ftsstelle auf ihre Kosten Ausfertigungen, Ausz&uuml;ge und Abschriften erteilen lassen. Die Akteneinsicht erfolgt demnach regelm&auml;&szlig;ig bei der Gesch&auml;ftsstelle des FG, kann aber auch an einem anderen Ort erfolgen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Akteneinsicht an einem anderen Ort erfolgen soll, ist eine Ermessensentscheidung. Diese obliegt im Beschwerdeverfahren dem Beschwerdegericht, das als Tatsachengericht eigenes Ermessen auszu&uuml;ben hat (BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 133, 8, BStBl II 1981, 475, und vom 22. April 1997 X B 62\/97, BFH\/NV 1997, 787, m.w.N.). Denn im Beschwerdeverfahren beschr&auml;nkt sich die Aufgabe des BFH nicht darauf, die Entscheidung der Vorinstanz auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren. Vielmehr ist das Begehren erneut in jeder Hinsicht zu pr&uuml;fen und dabei die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung zugrunde zu legen (BFH-Beschluss vom 18. August 1987 VII B 97\/87, BFH\/NV 1988, 374). Das Beschwerdegericht hat ggf. auch eigene Tatsachenfeststellungen zu treffen (BFH-Beschluss vom 2. M&auml;rz 1988 I B 58\/87, BFH\/NV 1989, 460; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 132 FGO Rz 14).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die Aus&uuml;bung des Ermessens l&auml;sst sich aus &sect; 78 FGO die gesetzgeberische Grundentscheidung entnehmen, dass den Beteiligten und ihren Prozessbevollm&auml;chtigten grunds&auml;tzlich zugemutet wird, sich zur Aus&uuml;bung ihres Rechts auf Akteneinsicht an den Ort des Gerichtssitzes zu begeben. Allerdings beurteilt der BFH im Regelfall eine &Uuml;bersendung der Akten an das dem Wohnsitz bzw. Kanzleisitz n&auml;chstgelegene Finanzamt bzw. Gericht als sachgerecht, wenn der zur Akteneinsicht Berechtigte nicht am Sitz des Gerichts wohnt bzw. seine Kanzlei unterh&auml;lt. Die Ablehnung des Versands ist aber z.B. dann nicht ermessensfehlerhaft, wenn die Akten bei Gericht ben&ouml;tigt werden oder bei bevorstehender m&uuml;ndlicher Verhandlung eine rechtzeitige R&uuml;cksendung der Akten nicht gew&auml;hrleistet ist (BFH-Beschluss vom 30. November 1992 X B 18\/92, BFH\/NV 1993, 732).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Bezogen auf den Zeitpunkt der angefochtenen Entscheidung des FG betrachtet der beschlie&szlig;ende Senat nach den Umst&auml;nden des Streitfalls die vom FG angebotene Einsichtnahme in die Akten des Besteuerungsverfahrens bei dem FA als ermessensgerecht. Das FG konnte und musste bei seiner Entscheidung ber&uuml;cksichtigen, dass die Akten f&uuml;r den Fortgang der Betriebspr&uuml;fung bei dem FA ben&ouml;tigt wurden. Da das FA seinen Sitz am gleichen Ort wie das Gericht hat, erscheint es auch nicht sinnvoll, die Akten zun&auml;chst zum Gericht und sp&auml;ter wieder zur&uuml;ck zum FA transportieren zu lassen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass es der Prozessbevollm&auml;chtigte im Verlauf des Verfahrens an terminlicher Zuverl&auml;ssigkeit hat fehlen lassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Bezogen auf den nunmehr aber ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung ist allerdings davon auszugehen, dass sich die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse ge&auml;ndert haben. Eine R&uuml;ckfrage der Gesch&auml;ftsstelle des beschlie&szlig;enden Senats beim FA hat ergeben, dass die Akten (des Besteuerungsverfahrens) sich jetzt dort befinden und zur &Uuml;bersendung zur Verf&uuml;gung stehen. Das FG k&ouml;nnte diese Akten deshalb nun zu den Gerichtsakten anfordern und anschlie&szlig;end zur Akteneinsicht durch den Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin innerhalb einer angemessenen Frist an das seiner Kanzlei am n&auml;chsten liegende Amtsgericht &uuml;bersenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachdienlich, das Verfahren an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, damit dieses die f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Akteneinsicht erforderlichen Ma&szlig;nahmen im Einzelnen trifft. Auch im Beschwerdeverfahren ist eine Zur&uuml;ckverweisung an das FG m&ouml;glich (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15. Februar 1967 IV B 18\/66, BFHE 87, 502, BStBl III 1967, 181, und vom 22. November 2001 V B 124\/01, BFH\/NV 2002, 549). Sie ist hier sachdienlich, weil einerseits die Bestimmung des Gerichts, bei dem die Akten eingesehen werden k&ouml;nnen, von dem ortsn&auml;heren FG besser getroffen werden kann. Andererseits h&auml;ngt die f&uuml;r die Akteneinsicht zu gew&auml;hrende Frist auch davon ab, wie lange die Akten im Hinblick auf die Gesch&auml;ftslage des zust&auml;ndigen Senats im Gericht entbehrt werden k&ouml;nnen. Bei seiner Entscheidung &uuml;ber den Ort der Akteneinsicht wird das FG auch zu ber&uuml;cksichtigen haben, ob zu besorgen ist, dass Akteneinsicht auch tats&auml;chlich innerhalb der gesetzten Frist genommen wird. Sollten die aus dem bisherigen Verfahrensablauf folgenden Bedenken fortbestehen, kann es ermessensgerecht sein, Akteneinsicht nur im FG zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen. Das Verfahren &uuml;ber die Gew&auml;hrung von Akteneinsicht ist ein unselbst&auml;ndiges Nebenverfahren. Wird erfolgreich Beschwerde eingelegt, gehen die Kosten in die Gesamtkosten des Hauptverfahrens ein, &uuml;ber die nach &sect; 143 Abs. 1 FGO in der verfahrensabschlie&szlig;enden Entscheidung zu befinden ist (BFH-Beschluss vom 29. April 1988 IX B 152\/86, BFH\/NV 1989, 173, insoweit nicht ver&ouml;ffentlicht).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.3.2008, IV B 100, 101\/07; IV B 100\/07; IV B 101\/07 Entscheidung &uuml;ber Ort der Akteneinsicht &#8211; keine prozessleitende Verf&uuml;gung &#8211; eigene Ermessensentscheidung des Beschwerdegerichts &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an das FG &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Ablehnung der Akten&uuml;bersendung zur Einsichtnahme Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-100-101-07-entscheidung-ueber-ort-der-akteneinsicht-keine-prozessleitende-verfuegung-eigene-ermessensentscheidung-des-beschwerdegerichts-zurueckverweisung-an-das-fg-kostenentscheidung-gruende-fue\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;100,&nbsp;101\/07 &#8211; Entscheidung &uuml;ber Ort der Akteneinsicht &#8211; keine prozessleitende Verf&uuml;gung &#8211; eigene Ermessensentscheidung des Beschwerdegerichts &#8211; Zur&uuml;ckverweisung an das FG &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Ablehnung der Akten&uuml;bersendung zur Einsichtnahme<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18010","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18010"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18010\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}