{"id":18021,"date":"2012-12-10T16:31:35","date_gmt":"2012-12-10T14:31:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18021"},"modified":"2012-12-10T16:31:35","modified_gmt":"2012-12-10T14:31:35","slug":"viii-s-22-07-funktion-der-anhoerungsruege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-s-22-07-funktion-der-anhoerungsruege\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;S&nbsp;22\/07 &#8211; Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, VIII S 22\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Mit Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 hat der Senat die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (R&uuml;gef&uuml;hrerin) gegen den Beschluss des Finanzgerichts (FG) des Saarlandes vom 26. Juni 2007&nbsp;&nbsp;1 K 2183\/03 als unzul&auml;ssig verworfen. Gegen diesen Beschluss hat die R&uuml;gef&uuml;hrerin Anh&ouml;rungsr&uuml;ge nach &sect; 133a der Finanzgerichtsordnung (FGO) erhoben; au&szlig;erdem erhebt sie dagegen au&szlig;erordentliche Beschwerde wegen greifbarer Gesetzes- und Rechtswidrigkeit sowie Gegenvorstellung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt die R&uuml;gef&uuml;hrerin u.a. vor, der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit dem Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r in entscheidungserheblicher Weise verletzt, weil der BFH im Tenor des Beschlusses VIII B 93\/07 die Beschwerde &quot;des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts vom 26. Juni 2007&quot; als unzul&auml;ssig verworfen habe, obwohl die Beschwerde sich gegen einen Beschluss gerichtet habe, der einen Antrag auf Tatbestandsberichtigung\/-erg&auml;nzung sowie auf Urteilserg&auml;nzung zur&uuml;ckweise. Der BFH h&auml;tte vor seiner Entscheidung die R&uuml;gef&uuml;hrerin h&ouml;ren und ihr gegebenenfalls Hinweise erteilen m&uuml;ssen. Er habe auch verkannt, dass das FG nicht sachlich entschieden habe, zum Beispiel habe es die m&uuml;ndliche Verhandlung ohne den Prozessbevollm&auml;chtigten der R&uuml;gef&uuml;hrerin durchgef&uuml;hrt; auch darin liege eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs. Der Beschluss VIII B 93\/07 weiche ab von der gefestigten Rechtsprechung anderer Bundesgerichte bzw. anderer Senate des BFH sowie der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Die Sache m&uuml;sse daher an den Gro&szlig;en Senat des BFH und an den Gemeinsamen Senat der Obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vorgelegt werden. Im &Uuml;brigen habe auch das FG den Anspruch der R&uuml;gef&uuml;hrerin auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt, da die Richter des FG gegen sie erhobene Ablehnungsgesuche rechtswidrig abgelehnt h&auml;tten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist unzul&auml;ssig. Dabei geht der Senat nach dem Grundsatz der Rechtsschutz gew&auml;hrenden Auslegung davon aus, dass die R&uuml;gef&uuml;hrerin nur Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 133a FGO, nicht aber auch eine au&szlig;erordentliche Beschwerde erheben wollte. Denn nach Inkrafttreten des Gesetzes &uuml;ber die Rechtsbehelfe bei Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r vom 9. Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3220) zum 1. Januar 2005 ist ein derartiger au&szlig;erordentlicher, gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf ausgeschlossen (BFH-Beschluss vom 30. November 2005 VIII B 181\/05, BFHE 211, 37, BStBl II 2006, 188).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die R&uuml;gef&uuml;hrerin hat indes eine Verletzung ihres Rechts auf Geh&ouml;r, die allein Gegenstand einer Anh&ouml;rungsr&uuml;ge sein kann (&sect; 133a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FGO), nicht in der gebotenen Weise geltend gemacht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Was die R&uuml;ge betrifft, der Senat habe mit Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 die Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision verworfen, obwohl es inhaltlich um einen Antrag auf Tatbestandsberichtigung\/-erg&auml;nzung sowie auf Urteilserg&auml;nzung gegangen sei, verkennt die R&uuml;gef&uuml;hrerin, dass der Senat ausweislich des Tenors des Beschlusses vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 &quot;die Beschwerde der Kl&auml;gerin gegen den Beschluss des Finanzgerichts des Saarlandes vom 26. Juni 2007&nbsp;&nbsp;1 K 2183\/03&quot; als unzul&auml;ssig verworfen hat. In jenem mit der Beschwerde angefochtenen Beschluss des FG des Saarlandes wurden Antr&auml;ge der R&uuml;gef&uuml;hrerin auf Tatbestandsberichtigung und -erg&auml;nzung bzw. auf Urteilserg&auml;nzung zur&uuml;ckgewiesen. Es kann daher keine Rede davon sein, der Senat habe mit Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 eine Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision verworfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Dass der Senat Vorbringen der R&uuml;gef&uuml;hrerin im vorangegangenen Beschwerdeverfahren nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung nicht in Erw&auml;gung gezogen hat, ist schon deshalb zu verneinen, weil die Beschwerdeschrift nicht einmal den Mindestanforderungen, die an den Inhalt einer Beschwerde zu stellen sind, Gen&uuml;ge getan hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Mit ihrem weiteren Vorbringen, das sich sowohl gegen den Senatsbeschluss VIII B 93\/07 als auch gegen die Entscheidungen der Vorinstanz richtet und mit dem die Fehlerhaftigkeit der vorgenannten Entscheidungen geltend gemacht wird, kann die R&uuml;gef&uuml;hrerin nicht geh&ouml;rt werden. Denn es entspricht nicht der Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, im abgeschlossenen Verfahren nicht im Sinne des Rechtsmittelf&uuml;hrers entschiedene Rechtsfragen nochmals in vollem Umfang zu &uuml;berpr&uuml;fen. Gleiches gilt f&uuml;r die erstmalige &#8211;nachtr&auml;gliche&#8211; Begr&uuml;ndung einer Beschwerde beziehungsweise deren nachtr&auml;gliche Erweiterung oder Erg&auml;nzung (BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Juni 2005 VI S 3\/05, BFHE 209, 419, BStBl II 2005, 614; vom 30. Mai 2007 V S 7\/06, BFH\/NV 2007, 1696; vom 11. Dezember 2007 X S 28\/07, juris; Senatsbeschluss vom 4. Juli 2007 VIII S 8\/07, BFH\/NV 2007, 2298).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Der Senat kann offenlassen, ob neben der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 133a FGO noch eine Gegenvorstellung statthaft ist. Die von der R&uuml;gef&uuml;hrerin erhobene Gegenvorstellung ist zumindest unbegr&uuml;ndet. Der Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 ist entgegen ihrer Auffassung weder greifbar gesetzeswidrig noch willk&uuml;rlich. Es ist nicht ersichtlich, dass er auf einer gravierenden Verletzung von Grundrechten beruht oder jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Die Kostenentscheidung beruht auf Nr. 6400 des Kostenverzeichnisses Anlage 1 zu &sect; 3 Abs. 2 des Gerichtskostengesetzes.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, VIII S 22\/07 Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Mit Beschluss vom 12. November 2007 VIII B 93\/07 hat der Senat die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (R&uuml;gef&uuml;hrerin) gegen den Beschluss des Finanzgerichts (FG) des Saarlandes vom 26. Juni 2007&nbsp;&nbsp;1 K 2183\/03 als unzul&auml;ssig verworfen. Gegen diesen Beschluss hat die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-s-22-07-funktion-der-anhoerungsruege\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;S&nbsp;22\/07 &#8211; Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18021\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}