{"id":18022,"date":"2012-12-10T16:43:22","date_gmt":"2012-12-10T14:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18022"},"modified":"2012-12-10T16:43:22","modified_gmt":"2012-12-10T14:43:22","slug":"ix-b-134-07-verhaeltnis-von-par-165-abs-2-ao-und-par-175-abs-1-nr-2-ao-grundsatz-von-treu-und-glauben-inanspruchnahme-von-sonderabschreibungen-nach-par-4-foerdg-fehlerhafte-rechtsanwendung-durch-das-f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-134-07-verhaeltnis-von-par-165-abs-2-ao-und-par-175-abs-1-nr-2-ao-grundsatz-von-treu-und-glauben-inanspruchnahme-von-sonderabschreibungen-nach-par-4-foerdg-fehlerhafte-rechtsanwendung-durch-das-f\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;134\/07 &#8211; Verh&auml;ltnis von &sect; 165 Abs. 2 AO und &sect; 175 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Grundsatz von Treu und Glauben &#8211; Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach &sect; 4 F&ouml;rdG &#8211; Fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2008, IX B 134\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Verh&auml;ltnis von &sect; 165 Abs. 2 AO und &sect; 175 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Grundsatz von Treu und Glauben &#8211; Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach &sect; 4 F&ouml;rdG &#8211; Fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage, ob ein zun&auml;chst f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rter Steuerbescheid nach Aufhebung des Vorl&auml;ufigkeitsvermerks aus dem Grund, der f&uuml;r die Vorl&auml;ufigkeitserkl&auml;rung ma&szlig;geblich war, noch nach den &sect;&sect; 172 ff. der Abgabenordnung (AO) ge&auml;ndert werden kann, ist bereits gekl&auml;rt; ihre Beantwortung ergibt sich im &Uuml;brigen aus dem Gesetz.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dazu hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass eine &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO nicht deshalb ausgeschlossen ist, weil die Finanzbeh&ouml;rde die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr vorl&auml;ufig festgesetzt hat, selbst dann nicht, wenn das die Ungewissheit beseitigende Ereignis (&sect; 165 Abs. 2 AO) zugleich steuerrechtlich zur&uuml;ckwirkt (Urteil vom 10. Mai 2007 IX R 30\/06, BFHE 217, 226, BStBl II 2007, 807). Im &Uuml;brigen ergibt sich aus dem Einleitungssatz des &sect; 172 Abs. 1 AO, dass ein Steuerbescheid, soweit er nicht vorl&auml;ufig ergangen ist, noch ge&auml;ndert werden darf (vgl. BFH-Urteil in BFHE 217, 226, BStBl II 2007, 807, unter II. 1. b bb). Im Streitfall war im Zeitpunkt der &Auml;nderung nach &sect; 175 AO der betreffende Steuerbescheid nach Wegfall des Vorl&auml;ufigkeitsvermerks nicht (mehr) vorl&auml;ufig und konnte daher unter den (sonstigen) Voraussetzungen der &sect;&sect; 172 ff., &sect; 175 AO ge&auml;ndert werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit sich die Kl&auml;ger auf Vertrauensschutz berufen, ist nicht dargetan, welche schutzw&uuml;rdigen Dispositionen sie im Vertrauen auf den von ihnen im Einspruchsverfahren erwirkten Wegfall des Vorl&auml;ufigkeitsvermerks getroffen haben. Im &Uuml;brigen w&auml;re der begehrte Vertrauensschutz nach den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles zu beurteilen, so dass er einer grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung nicht zug&auml;nglich ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15. Februar 2006 I B 168\/05, BFH\/NV 2006, 1121; vom 21. April 1999 VII B 274\/97, BFH\/NV 1999, 1386, m.w.N.). Entsprechend ist auch eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alternative FGO) nicht erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ebenso ist eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) nicht erforderlich. Die ger&uuml;gte Divergenz zur zitierten BFH-Rechtsprechung liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach der BFH-Rechtsprechung setzt die Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach &sect; 4 des F&ouml;rdergebietsgesetzes (F&ouml;rdG) neben der Erf&uuml;llung der Tatbest&auml;nde der &sect;&sect; 1 bis 3 F&ouml;rdG u.a. voraus, dass es zu einem Investitionsabschluss (&sect; 4 Abs. 1 Satz 2 F&ouml;rdG) gekommen ist und dass das betreffende Wirtschaftsgut auch angeschafft bzw. hergestellt wurde (vgl. BFH-Urteile vom 29. Juni 2004 IX R 7\/01, BFH\/NV 2004, 1408; vom 20. April 2004 IX R 49\/03, BFHE 206, 113, BStBl II 2004, 600, und IX R 48\/03, BFH\/NV 2004, 1255; vom 14. Januar 2004 IX R 33\/03, BFHE 205, 84, BStBl II 2004, 750; vom 28. Juni 2002 IX R 51\/01, BFHE 199, 388, BStBl II 2002, 758). Damit ist eine, wenn auch im betreffenden Jahr, aber vor der (beg&uuml;nstigten) Anschaffung oder Herstellung bzw. Bauma&szlig;nahme erfolgte Vermietung unerheblich f&uuml;r die Inanspruchnahme der Beg&uuml;nstigung. Eine Abweichung zum BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 1408, ist daher nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ebenso liegt eine Abweichung zu den BFH-Urteilen vom 22. Januar 2003 X R 20\/01, BFH\/NV 2003, 763, und X R 9\/99, BFHE 201, 256, BStBl II 2003, 596, nicht vor. Vielmehr hat das Finanzgericht (FG) auf der Basis der von ihm zitierten Grundsatz-Entscheidungen des BFH vom 12. September 2001 IX R 39\/97 (BFHE 198, 74, BStBl II 2003, 569), IX R 52\/00 (BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574) und vom 20. August 2002 IX R 98\/00 (BFHE 200, 231, BStBl II 2003, 604), auf die sich auch die vermeintlichen Divergenz-Urteile (s.o.) beziehen, entschieden. Es hat unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Streitfalles die Aufwendungen insgesamt als Anschaffungskosten (&sect; 255 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches) angesehen, weil das Wirtschaftsgut nach Beendigung des Mietverh&auml;ltnisses entsprechend der von vornherein vorgesehenen Zweckbestimmung aufgrund der durchgef&uuml;hrten Bauma&szlig;nahmen (betriebsbereit) hergerichtet und genutzt werden sollte. Dabei hat es den (zumindest teilweisen) Abzug der Aufwendungen als Werbungskosten erwogen, diese aber vor dem Hintergrund der Annahme von Anschaffungskosten abgelehnt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Letztlich setzen die Kl&auml;ger ihre eigene Wertung des Sachverhalts und Rechtsansicht anstelle des FG und r&uuml;gen eine (vermeintliche) fehlerhafte Rechtsanwendung, die allerdings die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen kann (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Dezember 2006 IX B 139\/05, BFH\/NV 2007, 1084). Dies gilt auch, soweit sie unter Hinweis auf einen Widerspruch zu ihrer Sachdarstellung eine (vermeintlich) unzutreffende Beweisw&uuml;rdigung r&uuml;gen, zumal eine willk&uuml;rliche oder greifbar gesetzwidrige Beurteilung durch das FG nicht ersichtlich ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 23. November 2006 IX B 109\/06, BFH\/NV 2007, 680; vom 7. Dezember 2006 IX B 34\/06, BFH\/NV 2007, 715).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2008, IX B 134\/07 Verh&auml;ltnis von &sect; 165 Abs. 2 AO und &sect; 175 Abs. 1 Nr. 2 AO &#8211; Grundsatz von Treu und Glauben &#8211; Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach &sect; 4 F&ouml;rdG &#8211; Fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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