{"id":18031,"date":"2012-12-10T16:43:12","date_gmt":"2012-12-10T14:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18031"},"modified":"2012-12-10T16:43:12","modified_gmt":"2012-12-10T14:43:12","slug":"i-r-38-07-verfahrensrechtliche-wirkungen-eines-richtigstellungsbescheids-gemaess-par-182-abs-3-ao-zielsetzung-des-par-68-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-38-07-verfahrensrechtliche-wirkungen-eines-richtigstellungsbescheids-gemaess-par-182-abs-3-ao-zielsetzung-des-par-68-fgo\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;38\/07 &#8211; Verfahrensrechtliche Wirkungen eines &quot;Richtigstellungsbescheids&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 182 Abs. 3 AO &#8211; Zielsetzung des &sect; 68 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.4.2008, I R 38\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensrechtliche Wirkungen eines &quot;Richtigstellungsbescheids&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 182 Abs. 3 AO &#8211; Zielsetzung des &sect; 68 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                A. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine KG, an der in den Streitjahren (1998 und 1999) eine GmbH als Komplement&auml;rin ohne Gewinnbeteiligung und der Beigeladene zu 2. als einziger Kommanditist beteiligt waren. Weiterer Mitunternehmer der Kl&auml;gerin war bis zu seinem Tod im Dezember 1998 der Vater der Beigeladenen zu 1. und zu 2. (V), der seinen Kommanditanteil im Jahr 1995 unter Vorbehalt des Nie&szlig;brauchs auf den Beigeladenen zu 2. &uuml;bertragen hatte. Die Beigeladenen zu 1. und 2. sind die Rechtsnachfolger des V.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hatte zun&auml;chst Waren selbst hergestellt und vertrieben. Im Jahr 1973 hatten ihre damaligen Gesellschafter die X-N.V. (X) gegr&uuml;ndet, eine belgische Kapitalgesellschaft, die anschlie&szlig;end die Herstellung der betreffenden Produkte sowie deren Vertrieb au&szlig;erhalb Deutschlands &uuml;bernahm. Bei der Kl&auml;gerin verblieben die Gesamtleitung, die Forschung und Entwicklung sowie der Vertrieb auf dem deutschen Markt. Immaterielle Wirtschaftsg&uuml;ter wurden seinerzeit nicht auf die X &uuml;bertragen. Zu Beginn der Streitjahre waren an der X nach Aktenlage die Kl&auml;gerin mit 10 %, V und die Beigeladene zu 1. &uuml;ber eine GmbH &#038; Co. KG mit 20 % sowie der Beigeladene zu 2. mit 70 % beteiligt; der Beigeladene zu 2. hielt seine Anteile in seinem Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der Kl&auml;gerin.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Jahr 1997 gr&uuml;ndete die Kl&auml;gerin in Belgien eine Betriebsst&auml;tte, die anschlie&szlig;end den weltweiten Vertrieb der Produkte der X &uuml;bernahm. In diesem Zusammenhang wurde im Dezember 1997 ein Lohnherstellungsvertrag geschlossen, der zum 1. Januar 1998 in Kraft trat. Durch diesen Vertrag &uuml;bertrug die X gegen Zahlung einer Abfindung ihren Kundenstamm auf die belgische Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin. Zugleich wurden f&uuml;r die Zukunft Mindestabnahmemengen und Abnahmepreise (Vollkosten der X zuz&uuml;glich 9,5 % Gewinnaufschlag) festgelegt. Die Leitung der belgischen Betriebsst&auml;tte und die Durchf&uuml;hrung der dortigen Arbeiten oblagen fremden Angestellten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beigeladene zu 2. war Vorstand der X und bezog in dieser Eigenschaft ein Gehalt, das er in Belgien versteuerte. In einem vom Finanzgericht (FG) wiedergegebenen Vermerk seines Prozessbevollm&auml;chtigten hei&szlig;t es dazu, der Beigeladene zu 2. habe der X zun&auml;chst seine volle Arbeitskraft zur Verf&uuml;gung gestellt. Seit 1985 habe er auch Aufgaben in der deutschen Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin &uuml;bernommen. Er sei nunmehr w&ouml;chentlich nach Belgien gefahren, um dort jeweils ein bis zwei Tage lang f&uuml;r die Kl&auml;gerin t&auml;tig zu werden; dabei habe er vor allem &Uuml;berwachungsaufgaben wahrgenommen. Seit 1988 sei ein Teil seiner Aufgaben sukzessive durch den heutigen Vorstand der X &uuml;bernommen worden. Seit 1998 habe der Beigeladene zu 2. seine zuvor f&uuml;r die X ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit f&uuml;r die belgische Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin ausge&uuml;bt. Dagegen habe sich der Umfang seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r die X zunehmend verringert; mit Wirkung zum 1. November 2000 sei deshalb der Vorstandsvertrag aufgehoben worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach dem Tod des V kam es bei der Kl&auml;gerin am 29. Dezember 1998 zu weiteren Ver&auml;nderungen. Zun&auml;chst wurde das Festkapital der Kl&auml;gerin um 750 000 DM erh&ouml;ht. Ferner &uuml;bertrug der Beigeladene zu 2. der Kl&auml;gerin alle ihm geh&ouml;renden Anteile an der X gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten in H&ouml;he von 750 000 DM. Sodann wurden durch einen Gesellschafterbeschluss 23 999 Aktien der X &#8211;dies entsprach 80 % des Grundkapitals dieser Gesellschaft&#8211; der belgischen Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin zugeordnet. Schlie&szlig;lich wurde ein Vertrag geschlossen, nach dem die belgische Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin weitere 6 001 X-Aktien &#8211;und damit die restlichen 20 % der Anteile&#8211; entgeltlich erwarb. Im Ergebnis befanden sich nunmehr s&auml;mtliche Aktien der X im Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin, die sie insgesamt ihrer belgischen Betriebsst&auml;tte zugeordnet hatte. In ihrer Buchf&uuml;hrung wies die Kl&auml;gerin im Zusammenhang mit der Umstrukturierung einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus, den sie durch Bildung eines Ausgleichspostens neutralisierte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die X sch&uuml;ttete sowohl in 1998 als auch in 1999 Gewinne aus. Die in 1999 erhaltene Dividende in H&ouml;he von 522 630,87 DM ordnete die Kl&auml;gerin ihrer belgischen Betriebsst&auml;tte zu; der Aussch&uuml;ttungsbetrag wurde in Belgien versteuert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nahm der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) an, dass die X-Aktien nicht der belgischen Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin zugeordnet werden k&ouml;nnten. Vielmehr seien sie der inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin zuzuordnen. Das ergebe sich zum einen aus der Umsatz- und Gewinnrelation der beiden Betriebsst&auml;tten und zum anderen daraus, dass sich im Inland die Gesch&auml;ftsleitung der Kl&auml;gerin befunden habe. Deshalb seien sowohl die von der X gezahlten Dividenden als auch die auf die Beteiligung an der X entfallenden Finanzierungskosten des Beigeladenen zu 2. in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einzubeziehen. Zugleich entfielen der von der Kl&auml;gerin angesetzte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn wie auch der dazu gebildete Ausgleichsposten; die festgesetzte und gezahlte belgische Quellensteuer auf die Dividenden sei anzurechnen. Zudem liege eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung darin, dass der Beigeladene zu 2. von der X in den Streitjahren weiterhin das fr&uuml;her vereinbarte Vorstandsgehalt erhalten habe, obwohl sich seine Aufgaben in der Zwischenzeit deutlich verringert h&auml;tten. Auf dieser Basis erlie&szlig; das FA Feststellungsbescheide, in denen es sowohl die Dividenden der X als auch die seiner Ansicht nach vorliegenden verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen den der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber festzustellenden Eink&uuml;nften zuordnete. Der Bescheid f&uuml;r 1998 weist als einen der Feststellungsbeteiligten den V aus, der bei Erlass des Bescheides bereits verstorben war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Verlauf des erstinstanzlichen Klageverfahrens hat das FA einen auf &sect; 182 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzten Bescheid erlassen, durch den es richtiggestellt hat, dass f&uuml;r 1998 statt des V dessen Erben Feststellungsbeteiligte sind. Gegen diesen Bescheid haben die Beigeladenen Einspr&uuml;che eingelegt, die zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG noch anh&auml;ngig waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage gegen die Feststellungsbescheide hatte zum &uuml;berwiegenden Teil Erfolg. Das FG K&ouml;ln &auml;nderte die Bescheide durch Urteil vom 29. M&auml;rz 2007&nbsp;&nbsp;10 K 4671\/04 (Deutsches Steuerrecht\/ Entscheidungsdienst 2007, 1320) dahin ab, dass      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; f&uuml;r 1998 die belgische K&ouml;rperschaftsteuer, die auf die an den Beigeladenen zu 2. gezahlte Dividende entf&auml;llt, in die festzustellenden Eink&uuml;nfte einbezogen und zugleich als anrechenbare Steuer ausgewiesen wird,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; im Hinblick auf die in 1998 an V gezahlte Dividende der X ebenso vorgegangen wird,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; f&uuml;r 1999 die an den Beigeladenen zu 2. gezahlte Dividende der X nicht den in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einzubeziehenden, sondern den nur im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu ber&uuml;cksichtigenden Eink&uuml;nften zugeordnet wird und      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; f&uuml;r beide Streitjahre im Zusammenhang mit den Gehaltszahlungen der X an den Beigeladenen zu 2. keine verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen angesetzt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner dagegen gerichteten Revision r&uuml;gt das FA Verfahrensm&auml;ngel und eine Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und die Beigeladenen beantragen sinngem&auml;&szlig;, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                B. Die Revision ist hinsichtlich des Streitjahres 1998 begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt insoweit gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG &#8230;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Hinblick auf das Streitjahr 1998 h&auml;tte das FG keine Entscheidung in der Sache treffen d&uuml;rfen, ohne zuvor die Frage nach der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des vom FA erlassenen &quot;Richtigstellungsbescheids&quot; zu kl&auml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Rechtsstreit betrifft die gesonderte und einheitliche Feststellung von Eink&uuml;nften gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO. Ein dazu erlassener Feststellungsbescheid ist unwirksam, soweit er als seinen Inhaltsadressaten eine Person benennt, die bei Erlass des Bescheides bereits verstorben war (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. September 1999 IV R 59\/98, BFHE 190, 19, BStBl II 2000, 170). Dieser Mangel kann jedoch behoben werden, indem durch einen besonderen Bescheid klargestellt wird, dass die Feststellung insoweit gegen&uuml;ber dem Rechtsnachfolger des Verstorbenen getroffen werden soll (&sect; 182 Abs. 3 AO). Einen solchen &quot;Richtigstellungsbescheid&quot; hat das FA im Streitfall erlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ein auf &sect; 182 Abs. 3 AO gest&uuml;tzter Bescheid kann nach den allgemeinen Grunds&auml;tzen mit Rechtsmitteln angefochten werden (Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 182 AO Rz 10; Kunz in Beermann\/Gosch, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 182 AO Rz 24). Geschieht dies zu einem Zeitpunkt, zu dem der richtig gestellte Feststellungsbescheid bereits mit einer Klage angefochten ist, so wird der Richtigstellungsbescheid Gegenstand des anh&auml;ngigen Klageverfahrens. Das folgt aus &sect; 68 FGO, der in diesem Zusammenhang zumindest entsprechend anzuwenden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 68 Satz 1 FGO wird, wenn ein angefochtener Verwaltungsakt nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung ge&auml;ndert oder ersetzt wird, der neue Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens. Das gilt entsprechend, wenn ein Verwaltungsakt nach &sect; 129 AO berichtigt wird (&sect; 68 Satz 4 Nr. 1 FGO) oder ein Verwaltungsakt an die Stelle eines angefochtenen unwirksamen Verwaltungsakts tritt (&sect; 68 Satz 4 Nr. 2 FGO). Der Fall der Richtigstellung eines Verwaltungsakts (&sect; 182 Abs. 3 AO) wird in &sect; 68 FGO zwar nicht ausdr&uuml;cklich benannt. Er steht jedoch namentlich den in &sect; 68 Satz 4 FGO bezeichneten Gestaltungen so nahe, dass er ebenfalls in den Regelungsbereich der Vorschrift einbezogen werden muss (a.A. wohl S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 182 AO Rz 154, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Denn zum einen dient &sect; 68 FGO in seiner Gesamtheit u.a. der Verfahrensbeschleunigung (BFH-Urteil vom 25. Juli 1991 XI R 2\/86, BFHE 165, 324, BStBl II 1992, 37; St&ouml;cker in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 68 FGO Rz 3). Seine Zielsetzung besteht insoweit darin, dass ein einmal anh&auml;ngig gewordenes Klageverfahren ungeachtet einer &Auml;nderung der Bescheidlage fortgef&uuml;hrt werden kann und dass auf diese Weise Verz&ouml;gerungen vermieden werden, die mit der Unterbrechung jenes Verfahrens und der Einleitung eines weiteren &#8211;auf den &Auml;nderungsbescheid bezogenen&#8211; Rechtsbehelfsverfahrens verbunden sein k&ouml;nnten. Diesem Grundgedanken entsprechend hat die Rechtsprechung die Vorschrift schon in der Vergangenheit stets dahin verstanden, dass sie nicht nur die dort ausdr&uuml;cklich aufgef&uuml;hrten Sachverhalte, sondern auch von der Interessenlage her vergleichbare Gestaltungen erfasst (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. Februar 1999 IV R 36\/98, BFH\/NV 1999, 1117, betreffend Nachholung der wirksamen Bekanntgabe eines Steuerbescheids; vom 17. November 1999 XI B 4\/99, BFH\/NV 2000, 586, betreffend wiederholende Verf&uuml;gung). Diese &Uuml;berlegung gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die im Streitfall vorliegende Situation.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum anderen kommt hinzu, dass ein Bescheid i.S. des &sect; 182 Abs. 3 AO keine eigenst&auml;ndige Regelung im Hinblick auf den Feststellungsgegenstand trifft, sondern lediglich die unrichtige Bezeichnung des materiell von dem Ausgangsbescheid Betroffenen richtig stellt (Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 182 AO Rz 10). Er ber&uuml;hrt damit den Inhalt der Feststellung weniger als z.B. ein &Auml;nderungsbescheid i.S. des &sect; 68 Satz 1 FGO und ist in diesem Sinne eher als jener nur klarstellender Natur. Er hat zwar insoweit einen rechtsbegr&uuml;ndenden Gehalt, als er dazu f&uuml;hrt, dass die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (auch) gegen&uuml;ber dem Rechtsnachfolger des (zun&auml;chst) unrichtig Bezeichneten wirksam wird (BFH-Urteil vom 21. Mai 1992 IV R 47\/90, BFHE 168, 217, BStBl II 1992, 865; BFH-Urteil in BFHE 190, 19, BStBl II 2000, 170); insoweit unterscheidet sich dieser Sachverhalt aber nicht von demjenigen, der in &sect; 68 Satz 4 Nr. 2 FGO benannt ist. Angesichts dessen erscheint es in besonderem Ma&szlig;e sachgerecht, die Richtigstellung i.S. des &sect; 182 Abs. 3 AO in den Regelungsbereich des &sect; 68 FGO einzubeziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Im Streitfall ist daher der vom FA erlassene Richtigstellungsbescheid zum Gegenstand des beim FG anh&auml;ngig gewesenen Klageverfahrens geworden. Daraus wiederum folgt, dass das FG keine abschlie&szlig;ende Sachentscheidung h&auml;tte treffen d&uuml;rfen, ohne zugleich &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit jenes Bescheids zu befinden. Denn solange diese Frage nicht beantwortet ist, besteht &uuml;ber die Reichweite der Bindungswirkung des klagebefangenen Feststellungsbescheids Unklarheit. Damit fehlte es an einer ausreichenden Grundlage f&uuml;r eine abschlie&szlig;ende Entscheidung des FG, da nicht feststeht, in welchem Umfang der von ihm zu beurteilende Feststellungsbescheid wirksam ist. Das aber kann nicht offenbleiben, da eine &#8211;vollst&auml;ndige oder teilweise&#8211; Unwirksamkeit des Bescheids zu einem &#8211;vollst&auml;ndigen oder teilweisen&#8211; Erfolg der gegen den Bescheid gerichteten Klage h&auml;tte f&uuml;hren m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Im Revisionsverfahren kann, da es an den dazu notwendigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG fehlt, die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Richtigstellungsbescheids nicht beurteilt werden. Ebenso sieht der Senat keine M&ouml;glichkeit, diese Frage zun&auml;chst auszublenden, im Hinblick auf das Streitjahr 1998 nur &uuml;ber die Feststellung gegen&uuml;ber den Beigeladenen zu befinden und sodann den Rechtsstreit zur weiteren Kl&auml;rung im Hinblick auf den Richtigstellungsbescheid an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Denn ein solches Vorgehen k&ouml;nnte dazu f&uuml;hren, dass es im Verh&auml;ltnis zu den einzelnen Mitunternehmern der Kl&auml;gerin zu unterschiedlichen Entscheidungen kommt; diese Gefahr soll das Gebot der gesonderten und einheitlichen Feststellung (&sect; 179 Abs. 2 Satz 2 AO) aber gerade ausschlie&szlig;en. Im Ergebnis muss daher der Rechtsstreit, soweit er das Streitjahr 1998 betrifft, insgesamt zwecks erneuter Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anmerkung: Hinsichtlich des Streitjahres 1999 ist der Rechtsstreit im Anschluss an den vom BFH erlassenen Gerichtsbescheid ohne gerichtliche Entscheidung abgeschlossen worden. Der Gerichtsbescheid gilt insoweit als nicht ergangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.4.2008, I R 38\/07 Verfahrensrechtliche Wirkungen eines &quot;Richtigstellungsbescheids&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 182 Abs. 3 AO &#8211; Zielsetzung des &sect; 68 FGO Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; A. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine KG, an der in den Streitjahren (1998 und 1999) eine GmbH als Komplement&auml;rin ohne Gewinnbeteiligung und der Beigeladene zu 2. als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-38-07-verfahrensrechtliche-wirkungen-eines-richtigstellungsbescheids-gemaess-par-182-abs-3-ao-zielsetzung-des-par-68-fgo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;38\/07 &#8211; Verfahrensrechtliche Wirkungen eines &quot;Richtigstellungsbescheids&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 182 Abs. 3 AO &#8211; Zielsetzung des &sect; 68 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18031","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18031"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18031\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}