{"id":18034,"date":"2012-12-10T16:32:43","date_gmt":"2012-12-10T14:32:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18034"},"modified":"2012-12-10T16:32:43","modified_gmt":"2012-12-10T14:32:43","slug":"viii-b-148-07-keine-zurechnung-eines-verlustes-auf-den-stillen-gesellschafter-soweit-der-verlust-vor-bestehen-der-stillen-gesellschaft-entstanden-ist-verfahren-nach-billigem-ermessen-is-von-par-94-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-148-07-keine-zurechnung-eines-verlustes-auf-den-stillen-gesellschafter-soweit-der-verlust-vor-bestehen-der-stillen-gesellschaft-entstanden-ist-verfahren-nach-billigem-ermessen-is-von-par-94-fgo\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;148\/07 &#8211; Keine Zurechnung eines Verlustes auf den stillen Gesellschafter, soweit der Verlust vor Bestehen der stillen Gesellschaft entstanden ist &#8211; Verfahren nach billigem Ermessen i.S. von &sect; 94 FGO bei gewisser Breitenwirkung einer Streitsache"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2008, VIII B 148\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Zurechnung eines Verlustes auf den stillen Gesellschafter, soweit der Verlust vor Bestehen der stillen Gesellschaft entstanden ist &#8211; Verfahren nach billigem Ermessen i.S. von &sect; 94 FGO bei gewisser Breitenwirkung einer Streitsache<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH mit abweichendem Wirtschaftsjahr, das zum 30. Juni endet. Mit dieser GmbH ist er durch Vertrag vom 18. April 2002 eine typisch stille Gesellschaft eingegangen. In einer Gesellschafterversammlung vom Oktober 2002 stellte die im November 2001 gegr&uuml;ndete GmbH f&uuml;r ihr erstes Wirtschaftsjahr einen Verlust fest, den sie in H&ouml;he von 25 000 EUR dem Kl&auml;ger zurechnete. Dieser sollte nach &sect; 2 des Vertrags &uuml;ber die stille Gesellschaft j&auml;hrlich mit 50 % am Gewinn und Verlust der GmbH teilnehmen, wiederum begrenzt auf 50 % seiner Einlage (von 50 000 EUR).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) k&uuml;rzte den erkl&auml;rten Verlustanteil des Kl&auml;gers im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung um 1 047,75 EUR aufgrund einer Zeitanteilsberechnung nach Ma&szlig;gabe der Dauer des Bestehens der stillen Gesellschaft anhand der Summen- und Saldenliste.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Streitfall ist nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache verlangt Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rung einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Fall auch kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die vom Kl&auml;ger auf Seite 2 der Beschwerdebegr&uuml;ndung ausformulierte Rechtsfrage bleibt unklar. Im Hinblick auf sein weiteres Vorbringen ist sie jedoch offenbar in dem Sinne zu verstehen, dass er gekl&auml;rt wissen m&ouml;chte, ob der im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss einer GmbH festgestellte (und vom Einlagekonto abgebuchte) Verlustanteil eines stillen Gesellschafters wegen &sect; 11 des Einkommensteuergesetzes (EStG) jedenfalls als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen (&sect; 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG) zu ber&uuml;cksichtigen ist, oder ob dem die Gr&uuml;ndung der stillen Gesellschaft erst w&auml;hrend des Wirtschaftsjahres der GmbH teilweise entgegensteht. Diese Frage ist jedoch nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Zu Recht hat das Finanzgericht (FG) im angefochtenen Urteil darauf abgehoben, dass dem Kl&auml;ger der Verlust der GmbH nur insoweit anteilig zugerechnet werden kann, als er selbst den Tatbestand der Eink&uuml;nfteerzielung verwirklicht hat. Dieser Grundsatz beherrscht das Einkommensteuerrecht und gilt deshalb auch bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen (s. etwa Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. M&auml;rz 2001 IV R 71\/99, BFH\/NV 2001, 1251; vom 14. Dezember 1999 VIII R 49\/98, BFHE 190, 428, BStBl II 2000, 341; vom 8. Juli 1998 I R 112\/97, BFHE 186, 496, BStBl II 1999, 123). Daraus folgt, dass ein auf die Zeit vor dem Bestehen der stillen Gesellschaft bei der GmbH entstandener Verlust nicht vom Kl&auml;ger verwirklicht worden ist und somit nicht zu den Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Einkommensteuer des Streitjahres geh&ouml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hieran &auml;ndert die Beschlussfassung der GmbH nichts, da der Steueranspruch des Fiskus nicht zur Disposition der Steuerpflichtigen steht. Mit zivilrechtlichen Willenserkl&auml;rungen kann nicht &uuml;ber bereits verwirklichte Eink&uuml;nftetatbest&auml;nde verf&uuml;gt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                G&auml;nzlich unbeachtlich ist der von den Kl&auml;gern betonte Umstand, dass in anderen Verfahren wegen anderer Rechtsfragen rund um die stille Gesellschaft verschiedentlich die Revision zugelassen wurde (so etwa VIII R 3\/05 zur Abgrenzung Genussrechtsverh&auml;ltnis\/stille Gesellschaft).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Eine Divergenz zu der von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten Rechtsprechung besteht nicht. Entgegen ihrer Auffassung stellen die von ihnen zitierten Urteile keinen Rechtssatz auf, dass bei stillen Gesellschaften ausschlie&szlig;lich das Abflussprinzip des &sect; 11 EStG ma&szlig;geblich f&uuml;r den Werbungskostenabzug ist und &#8211;so sinngem&auml;&szlig;&#8211; die Feststellung des Jahresabschlusses, die Berechnung des Verlustanteils und die Abbuchung vom Einlagekonto des Stillen in ihrem Zusammenwirken den Werbungskostenabzug in H&ouml;he des festgestellten Verlustanteils zur Folge hat. Vielmehr befasst sich die angef&uuml;hrte Rechtsprechung bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung mit der Frage, wann die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 11 EStG f&uuml;r einen Ausgabenabzug erf&uuml;llt sind (s. etwa BFH-Beschluss vom 23. Februar 2007 VIII B 105\/06, BFH\/NV 2007, 1118; BFH-Urteile 16. Oktober 2007 VIII R 21\/06, BStBl II 2008, 126; vom 29. Mai 2001 VIII R 25\/00, BFH\/NV 2001, 1395; vom 10. November 1987 VIII R 53\/84, BFHE 151, 434, BStBl II 1988, 186). Dem vorgelagert sind die in &sect; 11 EStG nicht geregelten Fragen, ob es sich bei den konkreten Ausgaben um Werbungskosten handelt und wem diese ggf. zuzurechnen sind. Das angefochtene Urteil setzt sich mit der Frage der Verlustzurechnung auseinander, ohne hinsichtlich des streitbefangenen Verlustbetrags Aussagen zu &sect; 11 EStG zu treffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Auch die Verfahrensr&uuml;ge greift nicht durch. Es kann dahingestellt bleiben, ob bei grunds&auml;tzlicher Bedeutung einer Rechtssache eine Entscheidung im Verfahren nach &sect; 94a FGO ohne m&uuml;ndliche Verhandlung jedenfalls ermessensfehlerhaft w&auml;re (so St&ouml;cker in Beermann\/Gosch, FGO, &sect; 94a Rz 7; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 94a FGO Rz 19; vgl. auch Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 94a FGO Rz 3), da die Streitsache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung hat. Andernfalls h&auml;tte der Nichtzulassungsbeschwerde schon aus dem Grund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO entsprochen werden m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach einer von der Rechtsprechung bisher nicht best&auml;tigten Einzelstimme in der Literatur h&auml;tte auch eine &#8211;von den Kl&auml;gern behauptete&#8211; &quot;gewisse Breitenwirkung&quot; des Streitfalls eine Ermessensreduzierung zur Folge, die trotz des geringen Streitwerts (&sect; 94a FGO) eine m&uuml;ndliche Verhandlung gebieten w&uuml;rde (St&ouml;cker in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 94a Rz 7). Gegen diese Auffassung spricht u.a., dass erhebliche prozessuale Folgen (&sect;&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 i.V.m. 119 Nr. 4 FGO) an ein h&ouml;chst unbestimmtes, ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal gekn&uuml;pft w&uuml;rden. Dem muss im Streitfall nicht weiter nachgegangen werden, da der Streitsache eine Breitenwirkung nicht zukommt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2008, VIII B 148\/07 Keine Zurechnung eines Verlustes auf den stillen Gesellschafter, soweit der Verlust vor Bestehen der stillen Gesellschaft entstanden ist &#8211; Verfahren nach billigem Ermessen i.S. von &sect; 94 FGO bei gewisser Breitenwirkung einer Streitsache Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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