{"id":18037,"date":"2012-12-10T16:32:37","date_gmt":"2012-12-10T14:32:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18037"},"modified":"2012-12-10T16:32:37","modified_gmt":"2012-12-10T14:32:37","slug":"i-r-116-04-kein-abzug-von-betriebsstaettenverlusten-aus-einem-drittstaat-beschraenkung-der-niederlassungsfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-116-04-kein-abzug-von-betriebsstaettenverlusten-aus-einem-drittstaat-beschraenkung-der-niederlassungsfreiheit\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;116\/04 &#8211; Kein Abzug von Betriebsst&auml;ttenverlusten aus einem Drittstaat &#8211; Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, I R 116\/04<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Abzug von Betriebsst&auml;ttenverlusten aus einem Drittstaat &#8211; Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Es handelt sich um jenes Revisionsverfahren, das dem Vorabentscheidungsersuchen des Senats an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) durch Beschluss vom 22. August 2006 I R 116\/04 (BFHE 214, 536, BStBl II 2006, 864) sowie dem anschlie&szlig;enden Beschluss des EuGH vom 6. November 2007 Rs. C-415\/06 &quot;Stahlwerk Ergste Westig GmbH&quot; (Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2007, 2747) zugrunde lag.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, war im Streitjahr 1999 an zwei Personengesellschaften US-amerikanischen Rechts beteiligt und erwirtschaftete hieraus einen Verlust, den sie nach Ma&szlig;gabe von &sect; 2a Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 1997) i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte abzog. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den Verlustabzug ab. Zur Begr&uuml;ndung verwies das FA auf die Freistellung der Betriebsst&auml;tteneink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern vom 29. August 1989 &#8211;DBA-USA 1989&#8211; (BGBl II 1991, 355) sowie auf die Abschaffung von &sect; 2a Abs. 3 EStG 1997 durch das Steuerentlastungsgesetz (StEntlG) 1999\/2000\/2002 vom 24. M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) mit Wirkung vom Veranlagungszeitraum 1999 an (vgl. &sect; 52 Abs. 3 Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des Gesetzes zur Bereinigung von steuerlichen Vorschriften &#8211;StBereinG 1999&#8211; vom 22. Dezember 1999, BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage gegen die dementsprechend ergangenen Steuerbescheide wies das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf durch Urteil vom 14. September 2004&nbsp;&nbsp;6 K 3796\/01 K,F ab. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2005, 538 abgedruckt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil aufzuheben und die angefochtenen Steuerbescheide 1999 dahin gehend zu &auml;ndern, dass die Verluste aus den Betriebsst&auml;tten in den USA in H&ouml;he von &#8230; DM steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Das durch Beschluss des Senats in BFHE 214, 536, BStBl II 2006, 864 gem&auml;&szlig; &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ausgesetzte Revisionsverfahren ist durch Senatsbeschluss vom 18. Dezember 2007 fortgef&uuml;hrt worden. Der Aussetzungsgrund war entfallen, nachdem der EuGH durch Beschluss in DB 2007, 2747 &uuml;ber die ihm vom Senat durch jenen Senatsbeschluss in BFHE 214, 536, BStBl II 2006, 864 nach Art. 234 Abs. 3 des Vertrages von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrages &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EG) sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte zur Vorabentscheidung vorgelegten Rechtsfragen entschieden hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                III. Der Senat entscheidet gem&auml;&szlig; &sect; 126a FGO durch Beschluss. Er h&auml;lt die Revision einstimmig f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind vorher dar&uuml;ber unterrichtet worden; sie hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Kl&auml;gerin war im Streitjahr an zwei US-amerikanischen Personengesellschaften beteiligt. Sie erwirtschaftete dadurch gewerbliche Gewinne i.S. von Art. 7 Abs. 1 DBA-USA 1989, die den in den Vereinigten Staaten bestehenden Betriebsst&auml;tten zuzurechnen sind und deswegen nach Art. 7 Abs. 1 Satz 2 DBA-USA 1989 in den Vereinigten Staaten besteuert werden k&ouml;nnen (vgl. z.B. Wolff in Debatin\/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Art. 7 USA Rz 76, m.w.N.). Eink&uuml;nfte aus Quellen in den Vereinigten Staaten, die nach diesem Abkommen &#8211;wie hier nach Art. 7 Abs. 1 Satz 2 DBA-USA 1989&#8211; in den Vereinigten Staaten besteuert werden k&ouml;nnen, werden nach Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-USA 1989 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen. Die Gewinnermittlung richtet sich hierbei nach deutschem Recht (z.B. Senatsurteil vom 22. Mai 1991 I R 32\/90, BFHE 165, 197, BStBl II 1992, 94).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da sich der Begriff der Betriebsst&auml;ttengewinne auf einen Nettobetrag bezieht, sind auch Betriebsst&auml;ttenverluste aus der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen. Der Senat nimmt insoweit Bezug auf seine st&auml;ndige Rechtsprechung (vgl. z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 28. Juni 2006 I R 84\/04, BFHE 214, 270, BStBl II 2006, 861; in BFHE 214, 536, BStBl II 2006, 864; vom 29. November 2006 I R 45\/05, BFHE 216, 149, BStBl II 2007, 398; vom 13. November 2002 I R 13\/02, BFHE 201, 73, BStBl II 2003, 795, jeweils m.w.N.), an der er auch f&uuml;r die mit den USA vereinbarte Abkommenslage festh&auml;lt. Denn indem nach Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-USA 1989 ausdr&uuml;cklich &quot;von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer die Eink&uuml;nfte aus Quellen in den Vereinigten Staaten &#8230; ausgenommen (werden), die nach diesem Abkommen in den Vereinigten Staaten besteuert werden k&ouml;nnen &#8230;&quot;, ist letztlich zweifelsfrei, dass darin nicht nur positive, sondern auch negative Eink&uuml;nfte einbezogen sind (sog. Symmetriethese). Darauf baute auch die &#8211;bisherige&#8211; (innerstaatliche) Regelung des &sect; 2a Abs. 3 EStG 1997 auf (vgl. Senatsbeschluss in BFHE 201, 73, BStBl II 2003, 795). Der Umstand, dass &sect; 2a Abs. 3 EStG 1997 durch das StEntlG 1999\/2000\/ 2002 mit Wirkung vom Veranlagungszeitraum 1999 an (vgl. &sect; 52 Abs. 3 Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StBereinG 1999) &#8211;und damit f&uuml;r das Streitjahr&#8211; ersatzlos gestrichen worden ist, &auml;ndert daran nichts. Im Einzelnen bezieht sich der Senat auf seine Beschl&uuml;sse in BFHE 214, 270, BStBl II 2006, 861, in BFHE 214, 536, BStBl II 2006, 864 sowie in BFHE 216, 149, BStBl II 2007, 398.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ob die so verstandene Abkommensregelung gegen Gemeinschaftsrecht verst&ouml;&szlig;t, ist allerdings nach wie vor umstritten. Der erkennende Senat hat die in Rede stehende Rechtsfrage deswegen dem EuGH gem&auml;&szlig; Art. 234 Abs. 3 EG bezogen auf die mit Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-USA 1989 gleichlautende Freistellung des Betriebsst&auml;ttenverlustes in Art. 20 Abs. 2 Satz 1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Gro&szlig;herzogtum Luxemburg zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern (DBA-Luxemburg) zur Vorabentscheidung vorgelegt (Beschluss in BFHE 214, 270, BStBl II 2006, 861). Die dazu ausstehende Entscheidung des EuGH braucht f&uuml;r das vorliegende Streitverfahren jedoch nicht abgewartet zu werden. Denn eine rechtserhebliche Ausstrahlung jener Entscheidung k&auml;me f&uuml;r dieses Verfahren auch dann nicht in Betracht, wenn es aus Sicht der Kl&auml;gerin erfolgreich w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Da die Vereinigten Staaten kein Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sind, k&ouml;nnte sich ein denkbarer Gemeinschaftsrechtsversto&szlig; von Art. 20 Abs. 2 Satz 1 DBA-Luxemburg auf die vergleichbare Regelungslage nach dem DBA-USA 1989 nur dann auswirken, wenn es sich um einen Versto&szlig; gegen die Kapitalverkehrsfreiheit gem&auml;&szlig; Art. 56 EG handeln w&uuml;rde und zugleich Beschr&auml;nkungen jener Grundfreiheit betroffen w&auml;ren, die am 31. Dezember 1993 aufgrund einzelstaatlicher oder gemeinschaftsrechtlicher Rechtsvorschriften f&uuml;r den Kapitalverkehr mit dritten L&auml;ndern im Zusammenhang mit Direktinvestitionen einschlie&szlig;lich Anlagen in Immobilien, mit der Niederlassung, der Erbringung von Finanzdienstleistungen oder der Zulassung von Wertpapieren zu den Kapitalm&auml;rkten bestehen (sog. Stand-still-Klausel, Art. 57 Abs. 1 Satz 1 EG). Nur dann sch&uuml;tzt die Grundfreiheit auch den Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten und dritten L&auml;ndern; die anderen Grundfreiheiten erstrecken sich demgegen&uuml;ber nur auf die Mitgliedstaaten selbst.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) F&uuml;r den Streitfall hat der EuGH in seinem Beschluss in DB 2007, 2747 nunmehr entschieden, dass eine nationale Steuerregelung, wonach eine Gesellschaft, die ihren Sitz in einem Mitgliedstaat hat, bei der Ermittlung ihres Gewinns nicht die Verluste aus einer Betriebsst&auml;tte in einem Drittstaat abziehen kann, vorwiegend die Aus&uuml;bung der Niederlassungsfreiheit i.S. des Art. 43 ff. EG ber&uuml;hrt. F&uuml;r die Kapitalverkehrsfreiheit bleibt daneben kein Raum. Etwaige beschr&auml;nkende Auswirkungen jener Steuerregelung w&auml;ren lediglich als zwangsl&auml;ufige Folgen der Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit anzusehen, so dass sie keine Pr&uuml;fung anhand Art. 56 ff. EG rechtfertigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Kl&auml;gerin wendet dagegen ein, der EuGH habe die ihm gestellten Vorlagefragen des Senats nicht vollst&auml;ndig beantwortet, weil er in Art. 7 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-USA 1989 lediglich eine Regelung f&uuml;r &quot;normale&quot; Betriebsst&auml;tten und weil er nicht die Besonderheiten f&uuml;r Betriebsst&auml;tten gesehen habe, welche durch Personengesellschaften vermittelt werden. Er sei zudem bei seiner Entscheidung von einer offenkundig falschen Auslegung des abkommensrechtlichen Betriebsst&auml;ttenartikels ausgegangen. Denn bei der durch eine Personengesellschaft vermittelten Betriebsst&auml;tte, welche f&uuml;r steuerliche Zwecke den einzelnen Gesellschaftern anteilig zuzurechnen sei, sei eine Beherrschungssituation m&ouml;glich, jedoch nicht zwingend. Weder Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 23 Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-USA noch &sect; 2a EStG 1997 setzten deswegen die Beteiligung an einer Gesellschaft voraus, die es erm&ouml;gliche, einen sicheren Einfluss auf die Entscheidungen der Beteiligungsgesellschaft auszu&uuml;ben und deren T&auml;tigkeiten zu bestimmen. Das betreffe auch die anteilig zuzurechnende Betriebsst&auml;tte, so dass die in Rede stehenden Regelungen eigenst&auml;ndig unter den Schutzbereich der Kapitalverkehrsfreiheit fielen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Einw&auml;nde veranlassen den Senat in Anbetracht der konkreten Verfahrenssituation nicht dazu, abermals den EuGH anzurufen. Denn die skizzierte Problematik war dem EuGH bei seiner Entscheidung &uuml;ber die ihm im Streitfall gestellten Rechtsfragen bekannt und lag dieser Entscheidung zugrunde. Sie ergab sich aus dem Vorabentscheidungsersuchen des Senats. Sie wurde dementsprechend auch in den beim EuGH eingereichten schriftlichen Erkl&auml;rungen nach Art. 23 der Satzung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs eingehend diskutiert, so u.a. in den Erkl&auml;rungen der Niederl&auml;ndischen Regierung vom 6. Februar 2007 und der D&auml;nischen Regierung vom 8. Februar 2007 sowie des Vereinigten K&ouml;nigreichs vom 9. Februar 2007. Als ausschlaggebend wurde es dabei angesehen, dass die Kl&auml;gerin nach den tats&auml;chlichen Gegebenheiten des Streitfalls eine beherrschende Stellung gegen&uuml;ber den amerikanischen Personengesellschaften innehatte. Insoweit stand fest, dass die betreffenden Betriebsst&auml;tten im vorliegenden Fall &quot;vollst&auml;ndig Ergste-Westig geh&ouml;rten&quot; (Tz. 15 des EuGH-Beschlusses in DB 2007, 2747). Dass der Gesellschafter infolge der gesellschaftlichen Verbundenheit seinen Willen innerhalb der Gesellschaft im Einzelfall nicht uneingeschr&auml;nkt durchzusetzen vermag, &auml;ndert daran nichts. Zudem hat sich der EuGH erkennbar davon leiten lassen, dass die Errichtung und das Unterhalten einer Betriebsst&auml;tte, die aus Abkommenssicht dem Gesellschafter &uuml;ber eine (transparente) Personengesellschaft vermittelt wird, unabh&auml;ngig von dem Beteiligungsverh&auml;ltnis an dieser Gesellschaft und nicht anders als die Errichtung und das Unterhalten der Betriebsst&auml;tte durch einen Einzelunternehmer oder eine Kapitalgesellschaft in aller Regel gew&auml;hrleistet, dass der Gesellschafter auf die Betriebsst&auml;tte einen sicheren Einfluss im obigen Sinne nehmen kann (ebenfalls Tz. 15 des EuGH-Beschlusses in DB 2007, 2747). Damit unterscheidet sich der Sachverhalt im Ausgangspunkt wie im Ergebnis von jenem, &uuml;ber den der Senat in dem von der Kl&auml;gerin herangezogenen Urteil vom 9. August 2006 I R 95\/05 (BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279; s. auch z.B. EuGH-Urteil vom 24. Mai 2007 Rs. C-157\/05 &quot;Holb&ouml;ck&quot;, Internationales Steuerrecht 2007, 441) zu befinden hatte und bei dem die in Drittstaaten ausstrahlende Kapitalverkehrsfreiheit nicht von der Niederlassungsfreiheit verdr&auml;ngt wurde (entgegen Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 21. M&auml;rz 2007, BStBl I 2007, 302).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Auch Verst&ouml;&szlig;e gegen abkommensrechtliche Diskriminierungsverbote nach Art. 24 DBA-USA 1989 oder gegen das verfassungsrechtlich verb&uuml;rgte Gleichheitsgebot (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes) scheiden aus. Die Kl&auml;gerin wird als deutsches Unternehmen nicht anders besteuert als ein deutsches Unternehmen mit Betriebsst&auml;tten in einem Staat, der kein Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Gemeinschaften ist. Die Zugeh&ouml;rigkeit zu den Europ&auml;ischen Gemeinschaften ist als tragf&auml;higer Differenzierungsgrund f&uuml;r eine Ungleichbehandlung anerkannt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, I R 116\/04 Kein Abzug von Betriebsst&auml;ttenverlusten aus einem Drittstaat &#8211; Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Es handelt sich um jenes Revisionsverfahren, das dem Vorabentscheidungsersuchen des Senats an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) durch Beschluss vom 22. August 2006 I R 116\/04 (BFHE 214, 536, BStBl II 2006, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-116-04-kein-abzug-von-betriebsstaettenverlusten-aus-einem-drittstaat-beschraenkung-der-niederlassungsfreiheit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;116\/04 &#8211; Kein Abzug von Betriebsst&auml;ttenverlusten aus einem Drittstaat &#8211; Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18037\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}