{"id":18040,"date":"2012-12-10T16:32:39","date_gmt":"2012-12-10T14:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18040"},"modified":"2012-12-10T16:32:39","modified_gmt":"2012-12-10T14:32:39","slug":"xi-s-30-07-pkh-anspruch-auf-rechtliches-gehoer-in-der-muendlichen-verhandlung-beantragte-schriftsatzfrist-ueberraschungsentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-s-30-07-pkh-anspruch-auf-rechtliches-gehoer-in-der-muendlichen-verhandlung-beantragte-schriftsatzfrist-ueberraschungsentscheidung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;S&nbsp;30\/07&nbsp;(PKH) &#8211; Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragte Schriftsatzfrist &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2008, XI S 30\/07 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragte Schriftsatzfrist &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag auf Prozesskostenhilfe (PKH) und Beiordnung eines Prozessvertreters ist abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 142 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung (ZPO) erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erfolg einer Nichtzulassungsbeschwerde h&auml;ngt vom Vorliegen eines Zulassungsgrundes i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1 bis 3 FGO ab. Wird PKH f&uuml;r eine noch zu erhebende Nichtzulassungsbeschwerde beantragt, muss daher eine gewisse Wahrscheinlichkeit daf&uuml;r bestehen, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat, eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung erforderlich ist oder das Urteil des Finanzgerichts (FG) auf einem Verfahrensmangel beruht (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. M&auml;rz 2006 III S 6\/06 (PKH), BFH\/NV 2006, 1486; vom 14. Januar 2008 XI S 28\/07 (PKH), nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Weder die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers und Antragstellers (Antragsteller) noch das FG-Urteil lassen einen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1 bis 3 FGO erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem Rechtsstreit kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zu. Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend, muss er zun&auml;chst eine bestimmte, f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausarbeiten, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Dar&uuml;ber hinaus muss er u.a. substantiiert darauf eingehen, weshalb die von ihm aufgeworfene Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Rechtsfrage muss er au&szlig;erdem begr&uuml;nden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 24. Januar 2008 X B 147\/07, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller st&uuml;tzt die grunds&auml;tzliche Bedeutung darauf, dass &quot;dem Organtr&auml;ger die Berichtigung gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 2 UStG 2001 und dem daraus entstehenden Vorsteueranspruch nicht verwehrt werden&quot; kann, wenn &quot;der Beschwerdegegner entgegen der geltenden Rechtslage (&sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG) auf Grund von tats&auml;chlich vorliegendem fehlerhaften Steuerausweis in den Rechnungen der Organgesellschaft Umsatzsteuer gegen&uuml;ber der Organgesellschaft&quot; festsetzt. Den Ausf&uuml;hrungen des Antragstellers kommt insoweit nur einzelfallbezogener Charakter zu, mit denen er geltend macht, dass das FG den Streitfall unzutreffend beurteilt hat. Dies gen&uuml;gt zur Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer Rechtsfrage jedoch nicht. Selbst wenn man die Ausf&uuml;hrungen des Antragstellers dahin gehend interpretieren w&uuml;rde, dass er es f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig h&auml;lt, ob ein Berichtigungsanspruch nach &sect; 17 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) bereits vor der Versteuerung des zu berichtigenden Umsatzes durch den Inhaber des Berichtigungsanspruchs geltend gemacht werden kann, w&auml;re die Beschwerde unzul&auml;ssig, da sich der Antragsteller nicht mit den hierzu im Schrifttum (z.B. Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 17 Rz 43) vertretenen Auffassungen auseinandersetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es liegt auch kein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat den Anspruch des Antragstellers auf rechtliches Geh&ouml;r nicht durch die Ablehnung der Gew&auml;hrung einer Schriftsatzfrist verletzt. Die Nichtgew&auml;hrung einer in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragten Schriftsatzfrist verletzt nur dann den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r, wenn sich eine Partei in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auf ein Vorbringen des Gegners nicht erkl&auml;ren kann, weil es ihr nicht rechtzeitig vor dem Termin mitgeteilt worden ist. Nur f&uuml;r diesen Fall sehen &sect; 283 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO das Nachbringen schrifts&auml;tzlicher Erkl&auml;rungen vor (BFH-Beschluss vom 23. Februar 2007 III B 105\/06, BFH\/NV 2007, 1163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitpunkt, zu dem sich der Antragsteller noch schrifts&auml;tzlich im Anschluss an die m&uuml;ndliche Verhandlung &auml;u&szlig;ern wollte, betraf die Frage, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine Berichtigung nach &sect; 14 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. &sect; 17 UStG vorlagen. Dies hatte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bereits vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung mit Schriftsatz vom 6. August 2007 bestritten. Im Streitfall lagen somit die Voraussetzungen f&uuml;r das Nachreichen eines Schriftsatzes gem&auml;&szlig; &sect; 283 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO nicht vor. Im &Uuml;brigen w&auml;re die R&uuml;ge der Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs auch unzul&auml;ssig, da nicht ersichtlich ist, was der Antragsteller bei Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs vorgetragen h&auml;tte (vgl. BFH-Beschluss vom 18. Dezember 2007 XI B 20\/07, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs ergibt sich auch nicht unter dem Gesichtspunkt einer &Uuml;berraschungsentscheidung. Eine solche liegt vor, wenn das FG seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Januar 2008 X B 179\/06, n.v.). Im Hinblick auf das durch das FA mit Schriftsatz vom 6. August 2007 verneinte Vorliegen der Berichtigungsvoraussetzungen nach &sect; 14 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. &sect; 17 UStG musste der Antragsteller jedoch auch ohne gesonderten Hinweis des FG damit rechnen, dass das FG diesen neu in das Verfahren eingef&uuml;hrten Gesichtspunkt bei seiner Entscheidung ber&uuml;cksichtigen w&uuml;rde und infolgedessen von der zuvor erfolgten summarischen Beurteilung im Beschluss &uuml;ber die Gew&auml;hrung von PKH vom 21. Mai 2007 abweichen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2008, XI S 30\/07 (PKH) Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragte Schriftsatzfrist &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Der Antrag auf Prozesskostenhilfe (PKH) und Beiordnung eines Prozessvertreters ist abzulehnen. 2&nbsp; Nach &sect; 142 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung (ZPO) erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-s-30-07-pkh-anspruch-auf-rechtliches-gehoer-in-der-muendlichen-verhandlung-beantragte-schriftsatzfrist-ueberraschungsentscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;S&nbsp;30\/07&nbsp;(PKH) &#8211; Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r &#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragte Schriftsatzfrist &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18040","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18040"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18040\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}